Alles eine Frage der Stimmung?

Kennst du das? In kuscheliger Winterstimmung beginnst du, gehüllt in eine Kuscheldecke, ein neues Manuskript, nippst zwischendurch an einem Glühwein oder Früchtetee und genießt bei Kerzenschein die ruhigen Schreibzeiten. Dann wird es plötzlich Frühling, die Vögel zwitschern, alle zieht es hinaus an die frische Luft … Blöderweise auch dich, obwohl du doch am Schreibtisch sitzen und fleißig tippen solltest – schließlich soll dein Text in diesem Leben noch fertig werden. Aber plötzlich bist du nicht mehr in der richtigen Stimmung.

Darum soll es heute gehen: Die Stimmung, in der wir schreiben, wie sie sich im Lauf des Projekts ändern kann wie die Jahreszeit und was wir tun können, wenn das Ganze negative Auswirkungen hat.

Nicht mehr in Stimmung

Vielleicht gehörst du zu den „Sonnenschreibern“, die am Strand ihr Manuskript begonnen haben und sich im tiefsten Winter fragen, wohin denn die lockere Sommerlaune verschwunden ist – sowohl im eigenen Körper als auch in der Geschichte.

Oder deine Lebensumstände haben sich derart geändert, dass deine aktuellen Gefühle sich im Gegensatz zu dem befinden, was dein Text vermittelt beziehungsweise vermitteln soll. Ein krasses Beispiel: Eine Autorin beginnt im Freudentaumel der Verliebtheit ihr Manuskript, eine locker-flockige Lovestory. Die Beziehung geht in die Brüche – und damit auch die Lust oder Fähigkeit, diese Geschichte im gleichen Ton zu beenden

Oder du musstest deine Geschichte, warum auch immer, unterbrechen und setzt die Arbeit daran erst nach langer Zeit fort. Naturgemäß hat sich in der Zwischenzeit in dir und deinem Umfeld einiges verändert, was sich auf den späteren Textteil auswirkt.

Schreiben en bloc

Wenn du kontinuierlich an deinem Texte arbeitest und von der ersten Idee bis zum letzten getippten Wort im Fluss bleibst, hast du einen entscheidenden Vorteil: Du bleibst immer am „Puls“ deines Texts. Du verlierst das Projekt nicht aus den Augen; weißt, warum du bestimmte Entscheidungen getroffen hast; kennst dein Personal. Wenn du langsam schreibst, wird sich maximal die Jahreszeit ändern – doch für manche kann schon das ausreichend sein. Wie oben beschrieben nehmen dann die Frühlingsgefühle überhand, wo zuvor graue Tristesse herrschte.

Gut, die Frühlingsgefühle kann man in Text gießen und eine romantische Szene draus ableiten. 😉 Dennoch ändert sich möglicherweise ab diesem Zeitpunkt der Ton deines Texts, oder du hast plötzlich keine Lust mehr, daran weiterzuarbeiten. Jetzt zu unterbrechen, birgt das Risiko, das Projekt aus den Augen zu verlieren. Es landet in der Schublade – und bleibt dort möglicherweise auch.

Dennoch bin ich kein großer Freund davon, gegen die Gefühle anzuschreiben. Als ich viel für einen Verlag produziert habe, konnte ich mir nicht aussuchen, ob und wann der Text fertig werden durfte. Ich hatte einen Abgabetermin, der zu halten war. Wenn du keine Deadline hast und vertraglich verpflichtet bist, zu liefern, bietet sich eine Unterbrechung an. In dieser Zeit kannst du dich anderen Projekten widmen, mit denen du dich wohler fühlst, denn: Schreiben sollte in erster Linie Spaß machen. Dauerfrust führt garantiert in die Sackgasse. (Isso.)

Tricks für den Flow

Wenn das nicht dein Ding sein sollte oder du den Text unbedingt in diesem Zustand beenden möchtest, kannst du ein paar Tricks ausprobieren:

  • Plane in den Gesamtablauf deines Projekts die sich verändernden Jahreszeiten ein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Probleme weitaus weniger problematisch sind, wenn ich sie auf mich zukommen sehe, hihi. (Plotter haben den Vorteil, dass sie genau wissen, wann welche Szene drankommt und können das Schreiben entsprechend planen.)
  • Wenn du einen Roman schreibst, der das Weihnachtsgeschäft mitnehmen soll und winterliche Stimmung verbreitet, aber im Sommer schreiben musst, versetze dich durch Dekoration, Musik und passende Lebensmittel in Weihnachtsstimmung. Und nein, das ist kein Gag: Auf Instagram kannst du jedes Jahr live im Hochsommer verfolgen, wie manche Autor:innen genau das machen (müssen). Andersrum geht’s natürlich auch: Schreibst du im Winter eine Geschichte für das Frühjahrs-/Sommergeschäft, tut es vielleicht der Liegestuhl, eine alkoholfreie Piña Colada und – für die ganz Krassen – der Bikini oder die Badehose. Vielleicht helfen aber auch Vogelgezwitscher, Meeresrauschen und die Sommerhits von 1990. Du wirst wissen, was du mit Sommer verbindest. 😉
  • Arbeite mit einem Moodboard, mit dem du eine bestimmte Stimmung visualisierst. Du kannst es digital oder als Collage gestalten, die einen Platz in deinem Schreibumfeld bekommt. Ein Blick darauf vermittelt dir die Stimmung deiner Geschichte. Fotos eines Sandstrands unter Palmen oder schneebedeckter Berge? Kaminfeuer und Puschen oder Cafészene auf einer Piazza? Dunkle Töne oder helle? Du gestaltest das Moodboard, wie es für dich und zu deiner Geschichte passt. (Netter Nebeneffekt: Die entstandene Farbpalette kannst du für’s Marketing verwenden. 😉 )
  • Nach einem Konzertbesuch bist du richtig gut gelaunt? Es geht nichts über eine Frühstücksverabredung mit einer guten Freundin? Ein Stadtbummel mit Besuch in deiner Lieblingsbuchhandlung versetzt dich eine angenehm prickelnde und motivierte Stimmung? Wenn es das ist, was du gerade für deinen Text brauchst, dann los! Schreiben bedeutet immer auch, sich selbst kennenzulernen. Wenn du über diese Aspekte einmal nachdenkst, wirst du vielleicht herausfinden, dass du nach einem Museumsbesuch tiefenentspannt und konzentriert arbeiten kannst, nicht aber nach einem Shoppingmarathon zwecks Schuhkauf, obwohl du danach immer echt gut drauf bist. Da kannst du vielleicht Ideen sammeln oder plotten, aber keine zusammenhängende Szene schreiben. Finde es heraus.
  • Manche Menschen – wie die Freundin oben – lösen positive Gefühle in uns aus, manche leider weniger gute. Je besser du dich und dein Schreiben kennenlernst, desto klarer wird dir dieser Aspekt und die Auswirkung auf deine Kreativität werden. Das kann dann dazu führen, dass manche Menschen dein Leben verlassen werden. Du wirst sie gehen. Oder so. Mit manchen wirst du den Kontakt stattdessen intensivieren. Und wenn du weißt, dass die Mitarbeiterin der örtlichen Postannahmestelle Aggressionen in dir auslöst – die du natürlich niemals ausleben würdest – hilft ein dortiger Besuch vielleicht beim Schreiben des anstehenden Streitgesprächs …

Fazit

Aber, und das ist mir wichtig: Du musst das alles nicht machen. Wenn du keine vertragliche Vereinbarung eingegangen bist, musst du dich zu nichts zwingen. Wenn es dir gerade nicht gut geht und du keinen Kopf für Liebesschwüre und Himmel voller Geigen hast, sondern dir der Sinn eher nach Thriller oder Endzeitszenario steht – go for it. Du wirst dieses Projekt fortsetzen, wenn du wieder in der richtigen Stimmung bist. Speichere es gut ab, drucke es aus und packe das Fragment in einen Ordner, mache dir ein paar zusätzliche Notizen. Und dann trage dir im Kalender einen Termin ein, wann du es mal wieder anfassen möchtest. Vielleicht bist du dann wieder in der richtigen Stimmung, vielleicht nicht. Es ist okay.

  • Schreibe mit an kerstin@21ufos.de, wenn du weitere Tipps oder Fragen hast oder mir etwas sagen möchtest.
  • Hinterlassen gerne einen Kommentar.
  • Hier kannst du diesen Blogpost teilen:

Ein Kapitel beenden

Nein, im heutigen Blogpost geht es nicht darum, einen Lebensabschnitt zu beenden, die Türen zu schließen und von dannen zu ziehen. Wir wollen heute nichts hinter uns lassen, sondern etwas so gut wie möglich abschließen: ein Kapitel im Roman.

Ich teile dabei sowohl meine persönlichen Erfahrungen mit dir als auch solche, die ich beim Lektorieren gewonnen habe. Denn dies ist eine Sache, die mir immer mal wieder begegnet: Ein Kapitel ist wunderbar geschrieben, doch am Ende fehlt ein schöner Ausklang, ein Abschluss oder eine Überleitung zum nächsten Kapitel. Der oder die Leser:in „hängt in der Luft“. Das ist nicht schlimm, denn dafür ist das Lektorat ja da. 😉 Du kannst aber auch selbst aktiv werden und während des Schreibprozesses oder der Überarbeitung auf die Enden der Kapitel achten.

Was macht eigentlich ein gutes Kapitelende aus?

Ein Buch ist nicht nur insgesamt in Anfang, Mitte und Schluss unterteilt, sondern auch jedes Kapitel und sogar jede Szene. Wir steigen ein, etwas passiert, wir steigen aus. Damit der Ausstieg gelingt, kannst du den Spannungsbogen, der im Laufe der Geschichte ansteigt und am Ende wieder unten ankommt, auch auf ein Kapitel übertragen – fast! Denn: Wenn du wieder ganz unten ankommst, steigert sich die Spannung im Laufe des Buches nicht. Sie sollte ein wenig gehalten werden, vergleichbar einer Sportübung, bei der du auch nicht ganz loslässt.

Gleichzeitig darf die Spannung auch nicht zu stark gehalten werden, denn deine Leser:innen müssen erst wieder runterkommen können, bevor sie wieder abheben dürfen. Es ist ein Rhythmus aus sich steigernder Anspannung und (nicht totaler) Entspannung – sonst bewegen sie sich irgendwann auf einem Level, der keine Steigerung mehr erlaubt, und spannungsvolle Atemlosigkeit wird durch Schnappatmung abgelöst. Das wollen wir nicht.

Tipp: Stelle dir deine gesamte Geschichte wie eine Wellenbewegung vor, wobei die Welle sich immer weiter auftürmt, bis sie bricht – und dann sanft am Strand ausläuft.

Wer plant, ist im Vorteil

Das ist ein bisschen tricky, benötigt Fingerspitzengefühl – und ja, auch Übung! Die Plotter sind hier meiner Meinung nach im Vorteil, da sie bereits vor dem eigentlichen Schreiben alle Szenen- und Kapitelenden prüfen und auf diese Punkte hin kontrollieren können: Habe ich einen guten Abschluss, eine gute Auflösung gefunden? Wird die Spannung gehalten? Aber nicht zu stark? Animiert das Kapitelende zum Umblättern und Weiterlesen? Sowohl Plotter als auch Bauchschreiber können sich die Kapitelenden während eines Überarbeitungsgangs noch mal vorknöpfen und auf diese Fragen hin abklopfen. (Da ich Plotter bin, bin ich aber vielleicht voreingenommen. 😉 Du hast auch als Bauchschreiber deine Kapitelenden gut im Blick? Hinterlasse gerne einen Kommentar bezüglich deiner Erfahrungen.)

Wenn du oder dein:e Lektor:in dann feststellt, dass mit einem Kapitelende tatsächlich etwas nicht stimmt, erfordert die Änderung oft kein Umschreiben ganzer Absätze. Meiner Erfahrung nach reichen oft zwei bis drei Sätze, um deine Leser:innen positiv aus dem Kapitel zu verabschieden. „Und jetzt?“, ist zum Beispiel eine Frage, die ich dann an den Rand schreibe. Manchmal muss sich nur noch jemand verabschieden und gehen. Welche Bedeutung hat das gesamte Kapitel für die Geschichte? Die Schlussfolgerung eignet sich auch als Abschluss, ebenso eine Frage oder ein Hinweis auf die Entwicklung des Charakters in diesem Kapitel. (Achtung! Hier nicht Ausschweifen und ins Erzählen geraten.)

Auch ein Cliffhanger ist möglich. Dies hängt von deiner Geschichte, deinem Plot ab und ob solche Cliffhanger zu deine Story passen. Dies ist nicht immer der Fall. Es kann gewollt wirken, auch mögen nicht alle Leser:innen diese Form der Spannungserzeugung. Es hängt dann von deiner Zielgruppe an. Und außerdem hilft hier wie so oft: ausprobieren! (Und sich selbst kennen: Ich habe eine Tendenz, Kapitel mit  Auslassungspunkten zu beenden … Auch das sollte man nicht überstrapazieren, hihi. 😉 )

Wie sieht das konkret aus?

Zum Abschluss ein paar Beispiele, um das Ganze zu illustrieren, und zwar aus meinem Liebesroman „Tasche mit Herz“, den es in Kürze wieder als E-Book geben wird.

Beispiel: jemand geht, Frage

Ich hole tief Luft, drehe mich wortlos um und marschiere zurück, verfolgt vom Klatschen und den Anfeuerungsrufen meiner Freundinnen. Wie alt sind wir eigentlich?

Beispiel: Figur wendet sich vom Gespräch ab und wieder sich selbst zu

Doch weiter komme ich nicht mit meinen Gedanken, denn da kommt der Kellner mit meiner Paella, und wenn Essen auf dem Tisch steht, dann gibt es für mich nichts anderes. Mit Hingabe wende ich mich der Köstlichkeit zu, die tatsächlich genauso schmeckt wie zwanzig Jahre zuvor, und vergesse die Begegnung mit der Vergangenheit.

Beispiel: Äußeres zeigt den Abschluss, das Ende an; hier: Sonnenuntergang

Heike knufft mich in die Seite, dann sehen wir zu, wie auch der letzte Rest Tageslicht im Wasser versinkt.

Beispiel: Cliffhanger, wird im nächsten Kapitel aufgelöst, verleitet zum Weiterblättern

„Aber das mit dieser Frau“, sagt sie und räuspert sich, „das musst du mir noch mal erklären.“
„Oh Gott.“ Ich verziehe gequält das Gesicht. „Du hast echt alles mitbekommen, oder?“

Hast du Fragen oder Anregungen? Dann schreibe mir an kerstin@21ufos.de eine E-Mail.

Ran an den Text! – Ein Kinderbuch schreiben (3)

Heute gibt es den dritten Teil meiner Mini-Serie rund um meine Kinderbuch-Veröffentlichung „Wimpel und die rote Koralle“.

  • Hier findest du Teil 1
  • Hier findest du Teil 2.
  • In der obigen Podcast-Episode gibt es zusätzlich eine Lesung aus Wimpel und eine Anekdote aus meiner Schreib-Vergangenheit. Hör doch mal rein! ♥

Ran an den Text!

Worauf habe ich beim Verfassen des Manuskripts geachtet?

  1. Das Buch richtet sich an Kinder zwischen 5 und 8 Jahren. Es ist zum Vorlesen und für Erstleser geeignet und entsprechend gesetzt: Die Schrift ist groß und gut zu lesen. Die Abstände zwischen den Buchstaben sind möglichst einheitlich.
  2. Ich habe darauf geachtet, dass die Sprache nicht zu komplex und kindgerecht ist.
  3. Die Sätze sind nicht verschachtelt und enthalten nicht zu viele Substantive.
  4. Auch die Wörter sollten nicht zu schwierig sein, wobei ich Ausnahmen gemacht habe, worauf ich weiter unten noch eingehe.
  5. Ich habe im Dialog ganz klar einen Sprecher zugewiesen.
  6. Ich habe eine kindgerechte Sprache verwendet.
  7. Die Inhalte sollen Kinder abholen, sie interessieren. Es geht um Familie, Freundschaft, Vielfalt, Mut, Spaß, Streit unter Geschwistern …
  8. Wissbegierige Kinder können sich in den (wenigen) Fußnoten über Hintergründe informieren.
  9. Die Kapitel sind kurz und einheitlich lang.
  10. Jedem Kapitel ist eine ganzseitige Illustration vorangestellt. Auf dem Bild sind die handelnden Figuren zu sehen, zum Beispiel Manfred, die Qualle, und Hubert, der Barsch. 😉 Die letzte Illustration zeigt alle Figuren.
  11. Wenn zwischen den Kapiteln auf Grund des Buchsatzes eine Seite frei war, habe ich ein Quiz eingefügt, mit dem die Kinder ihr Wissen testen können. Sie lockern das Ganze außerdem auf. Die Fragen sind nicht zu schwierig und beziehen sich auf das gelesene Kapitel. Man kann diese kleinen Rätsel auch gut in der Klasse oder der Maxi-Gruppe in der Kita bearbeiten. Die Antworten gibt es jeweils direkt auf der Seite. Um sie zu lesen, muss man das Buch drehen.
  12. Es gibt außerdem einen Anhang, in dem es um das Thema Klimaschutz geht. Es dient der Vertiefung für Kinder, die mehr wissen wollen. Außerdem gibt es hier Hinweise darauf, was jede:r Einzelne tun kann, um zum Klimaschutz beizutragen.
  13. Auf einer Doppelseite stellen die Illustratorin Katrin Bax-Kowitz und ich uns mit Foto vor.
  14. Am Ende gibt es ein paar Ausmalbilder und ein Abschlussquiz.
  15. Ich habe mich dafür entschieden, die Realität abzubilden und die Gefahren für das Korallenriff zu benennen, wie sie sind, und habe eine kindgerechte Auflösung gefunden, die dem nicht zuwiderläuft. Auch die Tiere tragen ihre korrekten Bezeichnungen, zum Beispiel Masken-Falterfisch oder Fähnchen-Falterfisch, auch wenn sie etwas schwerer zu lesen sind. Sie leben nun mal dort und heißen so. Der Lerneffekt und das Abbilden der Realität waren mir in dem Fall wichtiger. Ein paar solcher Begriffe sind meiner Meinung nach zu verkraften. 🙂 (Ich habe natürlich nur dann schwierige Begriffe verwendet, die sie elementar für die Geschichte waren.)
  16. Auch Kleinigkeiten habe ich recherchiert, sofern ich nicht auf eigenes Wissen zurückgreifen konnte, mir Fachliteratur zugelegt und das Internet auf der Suche nach Antworten durchwühlt. Ich wollte ein authentisches Bild vom Leben im Roten Meer vermitteln.

Fazit

Zusammenfassend kann ich sagen, dass man seine Zielgruppe ganz genau im Blick haben sollte. Diese Altersgruppe hat eigene Bedürfnisse. Es hilft, mit den Kindern zu sprechen und ihre Meinung als Testleser einzuholen. Holt es sie ab? Ist es lustig? Spannend? Ist es verständlich?

Außerdem finde ich es wichtig, sich eine Thematik zu suchen, auf die man sich gut einlassen kann, mit der man sich wohlfühlt und in die man gerne eintauchen möchte. Denn auch wenn es ein kurzes Buch ist, verbringt man eine lange Zeit damit, wenn man es gut und kindgerecht machen möchte. Man muss sich in diesem Fall nicht nur mit der Art des Schreibens beschäftigen, sondern auch den Hintergrund recherchieren, damit die Geschichte Hand und Fuß hat. Meiner Meinung nach kann man nicht davon ausgehen, dass Kinder einem Unsinn abkaufen, denn auch sie sind kritische Leser:innen, die es verdienen, genauso ernst genommen zu werden wie Erwachsene.

Insgesamt war es eine lehrreiche Erfahrung, durch die ich meinem Werkverzeichnis nun auch ein Kinderbuch hinzufügen konnte. ♥

Hast du Fragen oder Anregungen? Dann schreibe an kerstin@21ufos.de eine E-Mail.

Formatierung und Co. – klein, aber wichtig

Heute geht es um ein kleines, aber wichtiges Thema: um die formalen Anforderungen, die dein Text an dich stellt, wenn du ihn rausgeben möchtest, also zum Beispiel ins Lektorat, Korrektorat oder an den Buchsatz. Natürlich kannst du dich allein auf den Text konzentrieren, damit er inhaltlich stimmig ist, die Figurenentwicklung und der Spannungsbogen stimmen und so weiter. Es gibt aber auch im Hintergrund viele Dinge, mit denen du deinen Text optimieren und es den nachfolgenden Dienstleistern leichter machen kannst. Das ist auch für den späteren Upload als E-Book wichtig. Dein Text enthält viele Formatierungssymbole, die sonst vielleicht etwas mit deinem Text machen, was du so nicht möchtest und geplant hast. Daher erfährst du heute etwas über wichtige Dinge wie geschützte Leerzeichen, Auslassungspunkte und Seitenumbrüche.

1. Formatierungssymbole anzeigen lassen

Falls du – wie ich – mit Word arbeitest, kannst du dir die Formatierungssymbole anzeigen lassen, indem du im Reiter Start eine Schaltfläche anklickst, die wie ein kleines Fähnchen aussieht, zwei Striche mit einem gefüllten Halbkreis dran. (Mit Strg * kannst du sie dir ebenfalls anzeigen lassen.) Nun durchziehen deinen Text lauter Punkte zwischen den Wörtern, Absatzmarken und so weiter. Du siehst, was im Hintergrund eigentlich alles los ist.

2. Leerzeichen ade

Was dir zuerst auffallen könnte, sind beispielsweise überflüssige Leerzeichen. Wenn du in einem deiner Überarbeitungsgänge deinen Text durchgehst, kannst du darauf achten, dass sich keine doppelten oder dreifachen Leerzeichen zwischen den Wörtern oder am Ende eines Absatzes befinden. Die kannst du alle herausfischen und es muss kein anderer mehr für dich tun.

3. Korrekte Umbrüche

Nun siehst du auch, wenn du weiche Umbrüche eingefügt hast. Diese entstehen, wenn du Shift und Return gleichzeitig drückst, symbolisiert durch einen kleinen eckigen Pfeil nach links. Diese müssen leider entfernt werden. Ein einfaches Drücken der Return-Taste genügt.

Dann gibt es noch den Seitenumbruch. Wenn ein Kapitel endet – und das ist ganz besonders für die E-Book-Formatierung wichtig! -, dann beende ein Kapitel mit einem Seitenumbruch, und nicht, indem du so oft auf Return drückst, bis die nächste Seite anfängt. Dann hast du nämlich ganz viele Absätze eingefügt statt eines Seitenumbruches.

Tipp: Wenn du in Word auf Einfügen gehst, siehst du ganz links Seitenumbruch. Du kannst ihn aber auch mit Strg und Return einfügen.

4. Einzüge prüfen

Worauf du dich außerdem während dieses Überarbeitungsschritts konzentrieren kannst, sind die Einzüge: Sind alle Einzüge am Anfang der Absätze korrekt? Die Absätze werden nicht begonnen, indem Leerzeichen gesetzt werden, sondern indem du einen Einzug bestimmst. Der Einzug fällt nur ganz am Anfang eines Kapitels oder einer neuen Szene weg, wenn zwischen den Szenen eine Leerzeile liegt.

Tipp: Schau mal in dein Bücherregal und sieh dir in ein paar Büchern die Absatzgestaltung an.

5. Gänse oder Möwchen? Anführungszeichen!

Außerdem kannst du dir ansehen, ob du überall die korrekten Anführungszeichen verwendet hast. Gänsefüßchen, wie wir sie aus der Schule kennen, werden meist im Buchsatz nicht mehr verwendet. Die Anführungszeichen, die heutzutage ganz überwiegend Anwendung finden, heißen Guillemets beziehungsweise Chevrons. Sie werden auch Spitzzeichen genannt – zwei kleine Pfeile, die vom Dialog weg oder zum Dialog hin zeigen. Im Deutschen ist es üblicherweise so, dass sie zum Dialog hin zeigen. Schaue auch hier noch einmal in dein Bücherregal und achte auf die Anführungszeichen.

Wichtig ist die Einheitlichkeit: Hast du dich für eine Art von Anführungszeichen entschieden, dann achte während dieses Überarbeitungsgangs darauf, dass sie überall gleich sind.

Tipp: Du kannst sie mit einer Tastenkombination erzeugen, indem du Alt gedrückt hältst und 1 7 5 oder 1 7 4 auf dem Ziffernblock eingibst. Du kannst aber auch ganz normal schreiben und deine Anführungszeichen am Ende durch suchen und ersetzen austauschen.

6. Apostroph – ein bisschen tricky  

Ein weiterer Punkt, auf den du achten könntest: das korrekte Apostroph. Es ist nämlich nicht einfach so auf der Tastatur zu finden, sondern über den Zeichensatz oder über die Tastenkombination Alt plus 0 1 4 6  zu erzeugen. Es sieht aus wie eine kleine gefüllte 9.

7. Drei Punkte gibt es nicht

Auslassungspunkte werden beispielsweise verwendet, wenn jemand nachdenkt oder ein Satz nicht beendet wird. Diese Pause oder unterbrochene Rede wird im Text durch drei Punkte symbolisiert. Sie sind aber nicht einfach drei Punkte, die man nacheinander tippt, sondern ein festes Zeichen. Sie hängen in sich zusammen.

Tipp: Du findest die Auslassungspunkte über den Zeichensatz oder über die Tastenkombination Alt plus 0 1 3 3 auf dem Ziffernblock.

8. Leer ist nicht gleich Leer

Wichtig: Vor und nach den Auslassungspunkten steht kein einfaches Leerzeichen, das du mit der Leertaste erzeugst, sondern ein geschütztes Leerzeichen. Die erkennt man an einem kleinen Kreis. Man erzeugt es mit Strg plus Shift plus Leertaste.

9. Strich ist nicht gleich Strich

Die geschützten Leerzeichen brauchst du auch beim nächsten Punkt: den Binde- und Gedankenstrichen. Sie sehen nicht gleich auch und haben auch innerhalb eines Textes eine unterschiedliche Funktion.

Der Bindestrich verbindet Wörter, wie zum Beispiel in Apfel- und Birnenernte.

Der Gedankenstrich kennzeichnet eine Denkpause, einen Einschub oder den Abbruch eines Dialogs mitten im Satz.

Der Gedankenstrich ist etwas länger als der Bindestrich. Es kommt auf die Schriftart an, in der du schreibst, ob du sehen kannst, ob das korrekte Zeichen verwendet wurde. Wenn bei dir Gedanken- und Bindestriche gleich lang sind, dann ändere einmal die Schriftart, damit du prüfen kannst, ob das korrekte Zeichen verwendet wurde.

Den Gedankenstrich erzeuge ich, indem ich einen Bindestrich tippe, Leerzeichen, Buchstabe, Leerzeichen – und automatisch wird ein Gedankenstrich draus. Meistens. 😉 Durch Strg plus minus auf dem Ziffernblock kannst du ihn auch erzeugen. Dafür gibt es aber noch mehr Möglichkeiten; googele es gerne, passend zu deinem Schreibprogramm.

Die Leerzeichen vor und nach dem Gedankenstrich ersetze ich durch ein geschütztes Leerzeichen, also: geschütztes Leerzeichen plus Gedankenstrich plus geschütztes Leerzeichen. (Ausnahme: Wenn der Gedankenstrich am Ende eines Satzes innerhalb eines Dialogs steht, kommt zwischen Gedankenstrich und Anführungszeichen kein Leerzeichen. Kompliziert, i know. (Leider kann ich dir hier kein Beispiel geben, da meine Blog-Software mit den Anführungszeichen macht, was es will. 😉 Achte beim Lesen mal drauf, da wird dir bestimmt ein Beispiel begegnen.) 

Info: Warum die Kombination mit geschützten Leerzeichen bei Gedankenstrichen und Auslassungspunkten? Es führt dazu, dass diese Einheit zusammenbleibt. Was mit deinem Text in der Folge auch passiert – diese Einheit wird nicht unschön auseinandergerissen.

Fazit

Das war ein kleiner Rundumschlag zu den Formatierungssymbolen und den formalen Anforderungen an deinen Text. Anhand dieser Kleinigkeiten trennt sich die Spreu vom Weizen. Daran erkennt man, wie mit dem Text umgegangen wurde und ob auch auf die Details geachtet worden ist.

Natürlich kannst du deinen Text schreiben, ohne dass du dir die Formatierungssymbole anzeigen lässt. Aber wenn du einen Überarbeitungsdurchgang diesen Kleinigkeiten widmest, kannst du sie in einem Rutsch herausfischen. Lege dir dazu gerne eine Liste mit Punkten an, auf die du achten möchtest. (Listen machen das Leben als Autor:in ja bekanntlich einfacher. 😉 )

Hast du Fragen zum Thema oder allgemein? Dann schreibe mir an: kerstin@21ufos.de

Holl di munter

deine Kerstin

Das Jahresende naht

(enthält Werbung]

In Rheinland-Pfalz enden dieses Wochenende die Sommerferien. Damit kehrt hier bald wieder eine Routine ein. Für mich ist dieser Zeitpunkt immer eine gute Gelegenheit, um mir meine Planung für die restlichen Monate des Jahres anzusehen. Mach gerne mit und plane auch für dich, was du von September bis Dezember schriftstellerisch noch anstellen willst. 🙂

Messebesuche

Deutlich markiert stehen sie in meinem Kalender: die anstehenden Messen, an denen ich teilnehmen möchte.

  • Zunächst ist da die BuchBerlin am 30. September und 1. Oktober 2023. Hier werde ich mit 21ufos.de am Stand der Agentur Autorenträume vertreten sein, unseren Kurs und meine Dienstleistungen rund ums Lektorat vorstellen. Im Gepäck habe ich dann außerdem meine Bücher und einen Probedruck von „Wimpel und die rote Koralle“. Meine Bücher kannst du auch am Stand des Bookerfly Clubs besuchen.
  • Danach folgt die Frankfurter Buchmesse vom 18. bis zum 22. Oktober 2023. Ich werde samstags vor Ort sein, um zu bummeln und meine Herzgespinste-Kolleginnen zu treffen. Darauf freue ich mich sehr! (Mit Glück kannst du „Wimpel und die rote Koralle“ dann bereits am Stand des Selfpublisher Verbands besuchen, doch das ist noch nicht sicher.)
  • Im Herbst steht außerdem die Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse KIBUM an, und zwar vom 11. bis 21. November 2023. Hier wird „Wimpel“ ebenfalls ausgestellt. Ob ich persönlich vor Ort sein werde, weiß ich noch nicht.

Rund ums Lektorat

Das erste Modul des Zertifikatslehrgangs „Freies Lektorat“ der Akademie der Deutschen Medien habe ich erfolgreich im August absolviert (Freies Lektorat I – Sicher redigieren). Juchhu! Es war eine tolle Fortbildung, bei der ich viel gelernt und nette Kolleg:innen kennengelernt habe. 

Ob ich das zweite Modul in diesem Jahr belegen kann, weiß ich noch nicht, denn: Im November und Dezember folgt die Seminarreihe „Freies Lektorat“ im WILA Bonn. Damit bin ich im Bereich Fortbildungen gut ausgelastet, denn ich lektoriere bereits parallel, leite den Kurs „Lebe deinen Autorentraum“ gemeinsam mit Sandra von der Agentur Autorenträume und habe eigene Veröffentlichungen, die an den Start gebracht werden wollen.

Größere Texte für ein Lektorat nehme ich voraussichtlich erst wieder im Januar an. Kontaktiere mich frühzeitig, wenn du mit mir zusammenarbeiten willst. Schreibe am besten eine Nachricht an: kerstin@21ufos.de 

Herzgespinste on tour

Nach einer Sommerpause sind meine Herzgespinste-Kolleginnen und ich wieder aktiv. Wir produzieren fleißig neue Podcast-Episoden und planen ein Treffen auf der Frankfurter Buchmesse.

Hier geht es zur aktuellen Folge.

Bücher, Bücher, Bücher

Natürlich möchte ich weiterhin selbst veröffentlichen.

  • Im Oktober steht die Veröffentlichung der Print-Ausgabe von „Wimpel und die rote Koralle“ an, auf die ich mich sehr freue. Damit habe ich ein wichtiges Projekt meiner langen Liste abgeschlossen, ein Kinderbuch, das ich meinem Lebenswerk hinzufügen kann. Ein Kinderbuch zu veröffentlichen, ist ein sehr komplexer Vorgang, viel komplexer, als ich es mir vorgestellt hatte. Hier habe ich bereits darüber geschrieben. Nach der Veröffentlichung der Print-Ausgabe teile ich weitere Learnings mit dir.
  • Vor dem Jahresende soll „Der Koffer im Leuchtturm“ als Gesamtausgabe erscheinen. Die zweiteilige Erzählung gab es bereits als E-Book, doch nun soll alles noch mal „in schön“ erscheinen, mit tollem Cover und auch als Print-Ausgabe. Schauen wir mal, ob das klappt, denn:
  • Alle meine Bücher wechseln im November beziehungsweise Februar den Distributor. In diesem Zuge möchte ich alle noch mal „anfassen“, überarbeiten, an meinen jetzigen Wissensstand anpassen. Dafür muss ich mir im Oktober Zeit freischaufeln und nehme daher in diesem Monat nur kurze Texte für ein Lektorat an.
  • Außerdem plane ich gerade mein nächstes Buch, mein erstes Sachbuch. Neuland für mich und sehr spannend.

Puh! Wenn ich mir diese Aufstellung ansehe, wird mir ein wenig schwindelig. Aber Schritt für Schritt. Das kann ich nur immer und immer wieder betonen. Plane und arbeite dann eine Aufgabe nach der anderen ab. Hier habe ich dir aufgeschrieben, wie ich aktuell plane.

Bedenke: Eine gute Planung ist wichtig, und trotzdem wird immer etwas hintenüberfallen. Momentan drücke ich mich vor der Kontaktierung von Bloggern für die „Wimpel“-Veröffentlichung, obwohl sie in meiner Projektplanung steht und längst erledigt sein sollte. Wir können nicht immer und in allem gut sein. Sei milde mit dir. Ich bin es auch. 😉

Und jetzt du!

Wie sieht es bei dir aus? Was hast du bis zum Jahresende vor? Was möchtest du erledigt haben? Was sind deine Ziele? Frage dich realistisch(!), wie viel Zeit du für eine Aufgabe benötigst, teile sie in Schritte ein und trage sie in deinen Kalender ein, damit du sie im vorgegebenen Zeitrahmen erledigen oder deine Zeitplanung gegebenenfalls anpassen kannst. Aber wenn du bis zum Jahresende ein Buch geschrieben haben möchtest, was durchaus möglich ist, dann wirst du dich langsam hinsetzen und schreiben müssen. 🙂 Viel Spaß dabei!

Für regelmäßige Motivation und Inspiration lies gerne meine Blogartikel, höre meinen Podcast und folge mir auf Instagram, wo ich dich nahezu täglich mit einer Portion Input rund ums Kreative Schreiben versorge.

Holl di munter

deine Kerstin