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Mit Listen zu mehr Schreib-Erfolg

Ich verzettel mich gerne mal. Bei der Menge an Aufgaben, die jeden Tag zu bewältigen sind, ist das kein Wunder. Dir geht es vielleicht ähnlich. Wie ich wirst du im Lauf der Jahre Techniken gefunden haben, die dir den Alltag erleichtern. Bei mir sind es ein Kalender, ohne den ich zu keinem Termin pünktlich käme – und die guten alten Listen zum Abhaken.

Ich habe für alles mögliche Listen, zum Beispiel für die täglichen Hausarbeiten oder den nächsten Zelturlaub mit der Familie. Sie entlasten mein Gehirn, denn wenn etwas auf der Liste steht, muss ich nicht mehr daran denken.

Listen, die ich permanent verwende, laminiere ich und streiche dann die entsprechenden Punkte mit einem Folienschreiber weg. Ich weiß, das kann man auch digital machen – funktioniert bei mir aber leider selten. Meistens vergesse ich, dass ich eine Liste angelegt habe, und wenn ich sie dann doch öffne, gibt mir das Anklicken kein so gutes Gefühl wie „in echt“. Aus ökologischen Gründen werde ich aber sicherlich ein paar weitere Versuche starten, denn immerhin verbrauche ich Papier, Druckertinte und in manchen Fällen Laminierfolie plus Stift. Das alles würde ich gerne einsparen, bin aber noch nicht so weit. (Eine Ausnahme ist hier meine „Checkliste Projekt“, die ich dir weiter unten vorstelle.)

Listen verwende ich auch beim Schreiben, und ein paar möchte ich dir heute vorstellen. Wenn dir das Prinzip der To-do-Liste schon aus anderen Zusammenhängen vertraut ist, wird es dir leicht fallen, es auch hier anzuwenden. Du hast damit noch nicht gearbeitet? Dann probier es mal aus. Vielleicht freut sich dein Gehirn genauso darüber wie meines – und das bedeutet mehr Kraft für kreatives Arbeiten!

Die Tagesliste

Auf meiner Tagesliste stehen die Arbeiten, die ich oft ausführe. Da sie wiederkehrend sind, oft sogar täglich, habe ich die Liste laminiert. „Tagesliste“ heißt aber nicht, dass ich alle Aufgaben auf der Liste stoisch abarbeite, denn dafür ist meine Zeit am Schreibtisch oft zu kurz. Es ist aber alles drauf, was regelmäßig ansteht, zum Beispiel: Korrekturlesen, Schreiben oder Plotten. Es stehen aber auch organisatorische Sachen darauf: Papierkram erledigen, Telefonate führen, Ablage, E-Mails bearbeiten.

Morgens schaue ich mir die Liste an. Je nach Zeitbudget, Dringlichkeit und Stimmung streiche ich dann schwungvoll alles weg, was an dem Tag nicht relevant ist, und widme mich ausschließlich den Sachen, die ich mir ausgesucht habe. Die Punkte habe ich dabei unterteilt in Bürokram, weiche Zeit und harte Zeit. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass ich nicht zu viel Zeit mit zwar wichtigen, aber wenig schöpferischen Dingen verplempere. Sie müssen erledigt werden, ohne Frage – aber die harte Zeit ist die Zeit, in der Texte entstehen! Das ist die Zeit, die hohe Konzentration erfordert und auch mal ein Sich-Durchbeißen. Bei mir fallen Schreiben und Überarbeiten in diese Kategorie. Wenn ich diese Punkte ständig von der Liste streichen würde, entstünde kein fertiger Text mehr. Insofern ist der Akt des Streichens eine Selbstkontrolle, bei der ich mich frage: Willst du wirklich den fünften Tag in Folge keine Minute in harte Zeit investieren?

Mit der Tagesliste schaffst du dir somit ein Gerüst, das dir den Einstieg in den Arbeitsprozess erleichtert. Du verzettelst dich weniger und kannst direkt mit produktiver Arbeit beginnen. Überlege einmal, welche Aufgaben du im Zusammenhang mit dem Schreiben immer wieder ausführst und notiere sie. Diese Aufzeichnungen bilden dann die Grundlage für deine eigene Tagesliste.

Die Wochenliste

Eine weitere Liste, die ich regelmäßig nutze, ist meine Wochenliste. Diese ist im Grunde eine Übersicht meiner kompletten To-dos außerhalb regelmäßig wiederkehrender Aufgaben – die kommen ja auf die Tagesliste. Alles, was im Zusammenhang mit dem Schreiben anfällt, kommt auf diese Liste. Einige Beispiele: die Konvertierung eines Textes für eine Veröffentlichung, Klärung technischer Fragen diesen Blog betreffend oder Weiterbildungen, die ich gerne machen möchte. Thematisch zusammenhängende Dinge fasse ich unter Überschriften zusammen, zum Beispiel Blog und Weiterbildung. Große Aufgaben zerlege ich in Kleine und führe die Punkte einzeln auf, so dass ich sie nach und nach abarbeiten kann. Habe ich eine große Aufgabe bewältigt und damit einen Meilenstein erreicht, gibt’s eine Belohnung. (Was bei unserem Mops funktioniert, funktioniert auch bei mir.)

Meine Wochenliste drucke ich montags aus. Ich markiere mit einem roten Punkt, welche der vielen Punkte ich mir für die Woche vornehme. Den Zettel hänge ich direkt über den Monitor an die Pinnwand – und versuche dann, die Aufgaben zu bearbeiten. Das klappt nicht immer, aber so stehe ich nicht vor einem riesigen Berg an Einzelaufgaben, die mich in ihrer Masse komplett überfordern würden. Fallen einzelne Aufgaben hintenüber, kann ich zumindest nachhalten, woran es gelegen hat. Ich bin aber so oder so weitergekommen, wenn auch in kleinen Schritten. Diese Erfolge schreibe ich mir auf, um mich weiter zu motivieren: Das habe ich diese Woche geschafft. Toll!

Checkliste Projekt

Starte ich ein neues Projekt, trage ich alle anfallenden Aufgaben zusammen und erstelle eine Liste. Vieles wiederholt sich ja von Projekt zu Projekt, manches ist aber auch anders. Die Liste drucke ich nicht unbedingt aus, weil sie doch einen sehr langen Zeitraum abdeckt, manchmal über mehrere Jahre, und der Platz auf meiner Pinnwand begrenzt ist. Ich lege sie mir daher auf den Desktop, damit ich dann und wann mal reinschauen kann. Wird ein Punkt aktuell, wandert er auf meine Wochenliste.

Mein Langzeit-Schreibprojekt 21ufos habe ich beispielsweise in einer Tabelle erfasst. Das erste Blatt fasst alle Projekte in einer Tabelle zusammen mit Stand der jeweiligen Bearbeitung. Jedes weitere Blatt ist dann einem einzelnen Projekt gewidmet. Hier finden sich zum Beispiel die Aufgaben Buchsatz und Überarbeitung wieder, die dann zum richtigen Zeitpunkt auf meine Wochenliste wandern.

Jeder Punkt lässt sich dabei natürlich bis ins Kleinste herunterbrechen und als eigene Datei oder eigener Zettel anlegen. Schreiben ist zum Beispiel ein guter Punkt auf meiner Tagesliste – aber viel zu global, als dass ich damit im konkreten Moment arbeiten könnte. Schreiben auf ein Projekt bezogen bedeutet bei mir, dass ich mir eine Szene heraussuche und daran schreibe. Die Szene kenne ich, weil ich vor Schreibbeginn mehr oder weniger intensiv geplottet habe. (Wie genau ich vorarbeite, kann ich jetzt hier nicht beschreiben, das würde zu weit führen. Aber es kommt sicherlich noch ein Artikel dazu.) In meiner „Checkliste Projekt“ heißt der Punkt Schreiben daher auch anders, nämlich Erstellen der Rohfassung. Mit dieser Formulierung schicke ich den Bonvivant in mir auf die Terrasse – und setze den Arbeiter an den Schreibtisch. Ersterer will nämlich nur vor sich hinträumen und keine Aufgaben erledigen. So einen kann ich hier nicht gebrauchen. Er darf erst wiederkommen, wenn ich im Schreibfluss bin. 🙂

Checkliste Blogartikel

Bloggst du auch oder planst, es zu tun? Dann kann ich dir nur empfehlen, alle Aufgaben, die mit dem Veröffentlichen eines Blogartikels einhergehen, in einer Liste zusammenzutragen. Auf die „Checkliste Blogartikel“ kommen zum Beispiel die Punkte Foto suchen, Schlagwörter eintragen und Veröffentlichungstermin planen. So ersparst du es dir, dich vor jeder Veröffentlichung fragen zu müssen: Woran muss ich noch mal denken? Natürlich entstehen mit der Zeit Routinen. Aber wo Routinen entstehen, kommt es auch leicht zu Flüchtigkeitsfehlern. Mir hilft es daher ungemein, diese Liste noch mal zu prüfen, bevor ich den Artikel freigebe. 

Weitere Ideen für Checklisten wären zum Beispiel eine rund um das Veröffentlichen, was bei mir allerdings in der Projekt-Datei stattfindet. Auch geplante Werbemaßnahmen oder eine Liste der Fachliteratur, die du durcharbeiten möchtest, kannst du mit einer Liste erfassen. Hast du noch mehr Ideen zum Thema Listen und Schreiben? Oder hast du eine Frage? Dann freue ich mich über einen Kommentar!

Holl di munter!

Deine Kerstin

Eine Antwort auf „Mit Listen zu mehr Schreib-Erfolg“

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