Der richtige Zeitpunkt ist jetzt!

Immer wieder kommen Menschen auf mich zu und stellen mir – so oder ähnlich – eine ganz bestimmte Frage: „Ich wollte schon immer ein Buch schreiben. Soll ich es wagen?“

Darauf gebe ich stets eine einsilbige Antwort: „Ja!“

Weil ich immer jede und jeden ermutige, zu schreiben. Punkt. 😉

Da diese Antwort aber kaum ausreicht, um der Tiefe zu entsprechen, die hinter diese Frage steht, füge ich immer ein paar weitere Sachen hinzu, unter anderem: „Beginne jetzt!“

Denn der richtige Zeitpunkt, um mit dem Schreiben zu beginnen, ist jetzt! Warte nicht auf mehr Zeit in deinem Leben, weniger Verpflichtungen oder mehr Muße. Warte nicht, bis die Kinder groß sind, der Job weniger stressig oder du in Rente. Fange an. Schritt für Schritt, in ganz kleinen Etappen, und wenn es zehn Minuten pro Tag sind, in denen du dich mit deinem neuen Projekt beschäftigst.

„Aber wie?“, ist dann oft die nächste Frage.

Meine Antwort richtet sich danach, an welchem Punkt die- oder derjenige gerade steht.

Da ist eine Idee …

Du denkst schon länger darüber nach, ein ganz bestimmtes Thema zu bearbeiten, eine bestimmte Geschichte zu erzählen. Wabert eine konkrete Idee in deinem Kopf herum? Dann kaufe dir ein Notizbuch, sofern du keines herumliegen hast, und einen gut schreibenden Stift – und schreibe alles auf, was dir zu deiner Idee einfällt. Sammle deinen Stoff, trage zusammen, was dir dazu einfällt. Nimm dein Notizbuch überall hin mit. Du hast es gerade nicht zur Hand, aber eine Idee ploppt auf? Notiere sie auf einem Klebezettel, einem alten Briefumschlag, einer Serviette – egal. Und dann klebe diese Notiz bei nächster Gelegenheit in dein Projekt-Notizbuch. (Du kannst auch die Notizfunktion deines Handys nutzen, wenn du lieber digital arbeiten möchtest. Hier ist der Vorteil, dass heutzutage die meisten Leute ihr Handy bei sich tragen. Das liegt aber nicht jeder und jedem. Ich brauche zum Beispiel das Haptische, den Prozess mit Stift und Papier. Probiere es aus.)

Da liegt schon ein Stapel …

Gerade bei angehenden Sachbuchautor:innen nehme ich oft wahr, dass sich bereits einiges angesammelt hat: skizzierte Beobachtungen, Recherchekram, für Kurse produziertes Material zum Thema usw. Hier ist dann der nächste Schritt, alles an einem Ort zu sammeln, zum Beispiel in einer Kiste oder einem Ordner, auch digital. Gib deinem Projekt einen Namen, sofern noch nicht geschehen. Sichte, was sich angesammelt hat, und prüfe, wo noch Lücken sind: Welche Punkte hast du bei der Recherche noch nicht ausreichend berücksichtigt? Musst du eventuell Fachliteratur in der Bibliothek zu Rate ziehen oder mit einem anderen Experten sprechen? Diese Dinge kommen dann auf deine To-do, die du bei dieser Gelegenheit erstellen kannst, digital oder analog. Schließe die Lücken nach und nach und fülle die Kiste oder den Ordner mit allem, was zu deinem Projekt gehört.

Auch Belletristikautor:innen haben unter Umständen eine umfangreiche Materialsammlung, wenn sie bereits länger mit einer Idee schwanger gehen. Auch hier geht es in einem ersten Schritt darum, alles an einem Ort zusammenzutragen und um fehlende Puzzlestücke zu ergänzen:

  • Hast du über alle Figuren, die für deine Geschichte wichtig sind, nachgedacht? Sind sie dreidimensional und authentisch? Sind sie zu perfekt oder driften Ecken und Kanten in Klischees ab? Fehlt noch jemand im Personal?
  • Hat deine Geschichte einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss? Manche Autor:innen fangen erst mit dem Schreiben an, wenn alles durchdacht ist, andere wollen sich in verschiedenen Abstufungen vom Prozess überraschen lassen. Bei „Tasche mit Herz“ wusste ich das Ende zum Beispiel erst, als ich es geschrieben hatte. Ich habe meinen Figuren beim Aufräumen ihres Durcheinanders beobachtet und sie das Ende finden lassen, das sich organisch und „richtig“ anfühlte. Ich hätte es nicht vorher festlegen können. Kommt vor. 🙂
  • Weißt du schon, wohin du mit deinem Projekt willst? Möchtest du es nur für dich und deine Schublade schreiben, für deine Kinder oder das nähere Umfeld? Möchtest du veröffentlichen? Oder möchtest du verkaufen? Veröffentlichen und Verkaufen sind nämlich zwei paar Schuh, und aus deinen Erwägungen ergeben sich die nächsten Schritte. Möchtest du verkaufen, ist es zum Beispiel sinnvoll, bereits jetzt Kontakt zu Dienstleistern für eine professionelle Buchproduktion und -vermarktung aufzunehmen (Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, Coverdesign, Marketing usw.), sofern du via Selfpublishing veröffentlichen möchtest, oder dich mit den Rahmenbedingungen für eine Zusammenarbeit mit Agentur und Verlag zu beschäftigen. Möchtest du hier landen, muss sich dein Projekt den Bedingungen des Marktes anpassen, nicht umgekehrt, und zum Beispiel Konventionen eines bestimmten Genres bedienen. Selfpublishing ist hier keine Notlösung, „wenn kein Verlag anbeißt“, sondern eine bewusste Entscheidung für einen anderen Veröffentlichungsweg, bei dem du alles machen darfst, aber auch machen musst.

Ich gammle auf dem Startblock herum …

Du hast alles abgeklopft, was abzuklopfen war, und wartest auf ein „offizielles“ Startsignal, um ins Schreiben und Veröffentlichen zu kommen? Sorry, doch da muss ich dir leider sagen: Da kannste lange warten! Es wird keine:r kommen und dir sagen, dass die Zeit reif ist und du dein Buchprojekt nun umsetzen kannst. Im Gegenteil: Du wirst vielleicht sogar mir Gegenwind zu kämpfen habe. (Weiter unten gibt es Tipps zum Weiterlesen, falls du dich wappnen möchtest. ;-))

Nein, du musst jetzt die Entscheidung treffen, dein Buchprojekt in die Tat umzusetzen. Vielleicht ist der nächste Schritt für dich, eine Gliederung für dein Sachbuch zu erstellen, die geplanten Szenen in eine Reihenfolge zu bringen oder das erste Kapitel zu schreiben. Fange noch heute an und mache den nächsten Schritt. Je länger du nach der getroffenen Entscheidung wartest, desto unwahrscheinlicher ist es, dass du sie umsetzen wirst. Nutze dieses kurze Zeitfenster. Wo befindest du dich gerade: Arbeitest du noch an der Grundidee, vervollständigst deinen Materialstapel oder befindest du dich auf dem Startblock und wartest auf das Signal, loszulegen?

Mache es jetzt. Beginne ein Notizbuch, trage alle Materialien zusammen oder sichte dein Material und erstelle eine Struktur für dein Sachbuch oder deine Geschichte. Schreibe den ersten Satz oder den letzten. Nimm Kontakt zu Dienstleistern auf. Komme ins Handeln. 

Folgende Blogbeiträge passen zum Thema und helfen dir weiter, falls du an einem bestimmten Punkt immer wieder scheiterst:

Ignoriere Kritik – und mach dein Ding!

Wie ich gegen Schreib-Blockaden anplotte

15 Gründe, warum du nicht veröffentlichst

Hast du Fragen oder möchtest du mir etwas sagen? Dann schreibe mir an kerstin@21ufos.de eine E-Mail.

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Alles eine Frage der Stimmung?

Kennst du das? In kuscheliger Winterstimmung beginnst du, gehüllt in eine Kuscheldecke, ein neues Manuskript, nippst zwischendurch an einem Glühwein oder Früchtetee und genießt bei Kerzenschein die ruhigen Schreibzeiten. Dann wird es plötzlich Frühling, die Vögel zwitschern, alle zieht es hinaus an die frische Luft … Blöderweise auch dich, obwohl du doch am Schreibtisch sitzen und fleißig tippen solltest – schließlich soll dein Text in diesem Leben noch fertig werden. Aber plötzlich bist du nicht mehr in der richtigen Stimmung.

Darum soll es heute gehen: Die Stimmung, in der wir schreiben, wie sie sich im Lauf des Projekts ändern kann wie die Jahreszeit und was wir tun können, wenn das Ganze negative Auswirkungen hat.

Nicht mehr in Stimmung

Vielleicht gehörst du zu den „Sonnenschreibern“, die am Strand ihr Manuskript begonnen haben und sich im tiefsten Winter fragen, wohin denn die lockere Sommerlaune verschwunden ist – sowohl im eigenen Körper als auch in der Geschichte.

Oder deine Lebensumstände haben sich derart geändert, dass deine aktuellen Gefühle sich im Gegensatz zu dem befinden, was dein Text vermittelt beziehungsweise vermitteln soll. Ein krasses Beispiel: Eine Autorin beginnt im Freudentaumel der Verliebtheit ihr Manuskript, eine locker-flockige Lovestory. Die Beziehung geht in die Brüche – und damit auch die Lust oder Fähigkeit, diese Geschichte im gleichen Ton zu beenden

Oder du musstest deine Geschichte, warum auch immer, unterbrechen und setzt die Arbeit daran erst nach langer Zeit fort. Naturgemäß hat sich in der Zwischenzeit in dir und deinem Umfeld einiges verändert, was sich auf den späteren Textteil auswirkt.

Schreiben en bloc

Wenn du kontinuierlich an deinem Texte arbeitest und von der ersten Idee bis zum letzten getippten Wort im Fluss bleibst, hast du einen entscheidenden Vorteil: Du bleibst immer am „Puls“ deines Texts. Du verlierst das Projekt nicht aus den Augen; weißt, warum du bestimmte Entscheidungen getroffen hast; kennst dein Personal. Wenn du langsam schreibst, wird sich maximal die Jahreszeit ändern – doch für manche kann schon das ausreichend sein. Wie oben beschrieben nehmen dann die Frühlingsgefühle überhand, wo zuvor graue Tristesse herrschte.

Gut, die Frühlingsgefühle kann man in Text gießen und eine romantische Szene draus ableiten. 😉 Dennoch ändert sich möglicherweise ab diesem Zeitpunkt der Ton deines Texts, oder du hast plötzlich keine Lust mehr, daran weiterzuarbeiten. Jetzt zu unterbrechen, birgt das Risiko, das Projekt aus den Augen zu verlieren. Es landet in der Schublade – und bleibt dort möglicherweise auch.

Dennoch bin ich kein großer Freund davon, gegen die Gefühle anzuschreiben. Als ich viel für einen Verlag produziert habe, konnte ich mir nicht aussuchen, ob und wann der Text fertig werden durfte. Ich hatte einen Abgabetermin, der zu halten war. Wenn du keine Deadline hast und vertraglich verpflichtet bist, zu liefern, bietet sich eine Unterbrechung an. In dieser Zeit kannst du dich anderen Projekten widmen, mit denen du dich wohler fühlst, denn: Schreiben sollte in erster Linie Spaß machen. Dauerfrust führt garantiert in die Sackgasse. (Isso.)

Tricks für den Flow

Wenn das nicht dein Ding sein sollte oder du den Text unbedingt in diesem Zustand beenden möchtest, kannst du ein paar Tricks ausprobieren:

  • Plane in den Gesamtablauf deines Projekts die sich verändernden Jahreszeiten ein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Probleme weitaus weniger problematisch sind, wenn ich sie auf mich zukommen sehe, hihi. (Plotter haben den Vorteil, dass sie genau wissen, wann welche Szene drankommt und können das Schreiben entsprechend planen.)
  • Wenn du einen Roman schreibst, der das Weihnachtsgeschäft mitnehmen soll und winterliche Stimmung verbreitet, aber im Sommer schreiben musst, versetze dich durch Dekoration, Musik und passende Lebensmittel in Weihnachtsstimmung. Und nein, das ist kein Gag: Auf Instagram kannst du jedes Jahr live im Hochsommer verfolgen, wie manche Autor:innen genau das machen (müssen). Andersrum geht’s natürlich auch: Schreibst du im Winter eine Geschichte für das Frühjahrs-/Sommergeschäft, tut es vielleicht der Liegestuhl, eine alkoholfreie Piña Colada und – für die ganz Krassen – der Bikini oder die Badehose. Vielleicht helfen aber auch Vogelgezwitscher, Meeresrauschen und die Sommerhits von 1990. Du wirst wissen, was du mit Sommer verbindest. 😉
  • Arbeite mit einem Moodboard, mit dem du eine bestimmte Stimmung visualisierst. Du kannst es digital oder als Collage gestalten, die einen Platz in deinem Schreibumfeld bekommt. Ein Blick darauf vermittelt dir die Stimmung deiner Geschichte. Fotos eines Sandstrands unter Palmen oder schneebedeckter Berge? Kaminfeuer und Puschen oder Cafészene auf einer Piazza? Dunkle Töne oder helle? Du gestaltest das Moodboard, wie es für dich und zu deiner Geschichte passt. (Netter Nebeneffekt: Die entstandene Farbpalette kannst du für’s Marketing verwenden. 😉 )
  • Nach einem Konzertbesuch bist du richtig gut gelaunt? Es geht nichts über eine Frühstücksverabredung mit einer guten Freundin? Ein Stadtbummel mit Besuch in deiner Lieblingsbuchhandlung versetzt dich eine angenehm prickelnde und motivierte Stimmung? Wenn es das ist, was du gerade für deinen Text brauchst, dann los! Schreiben bedeutet immer auch, sich selbst kennenzulernen. Wenn du über diese Aspekte einmal nachdenkst, wirst du vielleicht herausfinden, dass du nach einem Museumsbesuch tiefenentspannt und konzentriert arbeiten kannst, nicht aber nach einem Shoppingmarathon zwecks Schuhkauf, obwohl du danach immer echt gut drauf bist. Da kannst du vielleicht Ideen sammeln oder plotten, aber keine zusammenhängende Szene schreiben. Finde es heraus.
  • Manche Menschen – wie die Freundin oben – lösen positive Gefühle in uns aus, manche leider weniger gute. Je besser du dich und dein Schreiben kennenlernst, desto klarer wird dir dieser Aspekt und die Auswirkung auf deine Kreativität werden. Das kann dann dazu führen, dass manche Menschen dein Leben verlassen werden. Du wirst sie gehen. Oder so. Mit manchen wirst du den Kontakt stattdessen intensivieren. Und wenn du weißt, dass die Mitarbeiterin der örtlichen Postannahmestelle Aggressionen in dir auslöst – die du natürlich niemals ausleben würdest – hilft ein dortiger Besuch vielleicht beim Schreiben des anstehenden Streitgesprächs …

Fazit

Aber, und das ist mir wichtig: Du musst das alles nicht machen. Wenn du keine vertragliche Vereinbarung eingegangen bist, musst du dich zu nichts zwingen. Wenn es dir gerade nicht gut geht und du keinen Kopf für Liebesschwüre und Himmel voller Geigen hast, sondern dir der Sinn eher nach Thriller oder Endzeitszenario steht – go for it. Du wirst dieses Projekt fortsetzen, wenn du wieder in der richtigen Stimmung bist. Speichere es gut ab, drucke es aus und packe das Fragment in einen Ordner, mache dir ein paar zusätzliche Notizen. Und dann trage dir im Kalender einen Termin ein, wann du es mal wieder anfassen möchtest. Vielleicht bist du dann wieder in der richtigen Stimmung, vielleicht nicht. Es ist okay.

  • Schreibe mit an kerstin@21ufos.de, wenn du weitere Tipps oder Fragen hast oder mir etwas sagen möchtest.
  • Hinterlassen gerne einen Kommentar.
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Ein Kinderbuch schreiben (2)

(enthält Werbung)

Hier liest du endlich den zweiten Teil von „Ein Kinderbuch schreiben – meine Learnings“. (Den ersten Teil findest du hier.)

Ich habe im vergangenen Jahr mein Kinderbuch „Wimpel und die rote Koralle“ veröffentlicht. Dieses Kinderbuch ist zuerst als E-Book erschienen, dann als Hardcover-, dann als Softcover-Ausgabe. Welche Erfahrungen habe ich auf dem Weg gemacht? Darum geht es in diesem Artikel.

Komplexe Herausforderung

So eine Kinderbuchveröffentlichung ist nicht so einfach wie man sich das vorstellt. Man denkt vielleicht, ein Kinderbuch sei kürzer als ein dicker Roman und müsste somit auch leichter zu schreiben sein. Ganz so blauäugig war ich zwar nicht und wusste, dass ein zusätzlicher Dienstleister mit ins Boot kommt, nämlich ein:e Illustrator:in – in meinem Fall die liebe Kathrin Bax-Kowitz, die mir wunderbar zur Seite gestanden hat. Dadurch kommen aber im Abstimmungsprozess und im gesamten Zeitplanungsprozess Herausforderungen auf einen zu.

Ich muss sagen, dass es wirklich gut funktioniert hat, unter anderem in der Kommunikation. Trotzdem ist die Komplexität des Unterfangens nicht zu unterschätzen. Ein Kinderbuch veröffentlicht man nicht mal grad „nebenbei“. Es ist mir wichtig, das zu vermitteln, damit man es nicht auf die leichte Schulter nimmt: Es ist nicht einfacher, als einen dicken Roman zu schreiben oder zu veröffentlichen. Auch was den Text angeht, kommen Herausforderungen auf einen zu, neben der Komplexität des Veröffentlichungsprozesses selbst.

Kleine Testleser

Neu waren für mich außerdem kleine Testleser: Meine Geschichten gehen immer an Testleser, und auch dieses Mal habe ich zielgruppenorientiert ausgewählt: Kinder. Mit ihrem Feedback geht man natürlich anders um als mit dem Feedback eines Erwachsenen. Dem gibt man vielleicht einen Fragenkatalog mit Hinweisen an die Hand, worauf er oder sie achten möge. Mit Kindern geht man anders an die Sache heran, was spannend für mich war. Ihnen fallen Details auf und sie teilen mit, worüber sie gelacht haben, was sie witzig fanden und was sie inhaltlich mitgenommen haben.

Neues Werbematerial

Nun zum Thema Marketing: Ich habe für mein Pseudonym Kerstinus Brausike einen eigenen Instagram-Kanal erstellt, da mir klar war, dass ich eine andere Zielgruppe ansprechen muss als auf dem Kanal von Kessi van Jarssum. Neben den Kindern gehören nämlich auch die Eltern, Großeltern, Erzieher:innen, Lehrer:innen und am Naturschutz interessierte Menschen zu meiner Zielgruppe. Solche Menschen versuche ich mit dem Account anzusprechen. Da gilt es, daran zu denken, dass man zwar für Kinder schreibt, aber dass jemand anderes die Bücher kauft und auch gut finden und den Kindern vorstellen muss – ein Drahtseilakt, diese unterschiedlichen Gruppen im Blick zu behalten.

Dies hatte auch Einfluss auf die Materialien, die ich zum Buch habe produzieren lassen. Lesezeichen gibt’s bei mir eigentlich immer, doch zum Wimpel zusätzlich Sticker. Diese möchte ich zu Lesungen mitnehmen, um sie vor Ort an die Kinder zu verteilen. Außerdem habe ich einen Flyer erstellt, den ich den Kindergärten und Schulen mit einem Begleitschreiben zusenden kann. In dieser Informationsquelle zum Buch steht alles drin, was wichtig ist: Inhalt, beteiligte Personen, an wen es sich richtet, dass es professionell lektoriert und korrigiert wurde, Informationen zum Bezug usw.

Bezüglich des Werbematerials habe ich mir also Gedanken gemacht, wer das Buch kaufen könnte bzw. an wen es sich richtet und womit ich sowohl den Erwachsenen als auch den Kindern etwas Gutes tun kann, damit sie Interesse und Freude am Wimpel haben.

Pläne muss man manchmal umschmeißen

Hieraus schlussfolgerst zu vielleicht, dass ich noch nicht an Kindergärten und Schulen war – und damit hast du recht. Dies war eigentlich mein großer Plan für die Zeit nach der Veröffentlichung. Uns hat es in diesem Herbst und Winter allerdings richtig erwischt und es reihte sich ein Infekt an den anderen. Neben der normalen Arbeitsbelastung war an Lesungen und andere Veranstaltungen nicht zu denken. Daher habe ich mich entschieden, die ganzen Materialien noch nicht rauszugeben, noch keine Werbung in den Einrichtungen für mein Buch zu machen. Natürlich brauchen solche Besuche immer einen Vorlauf, aber ich möchte auch spontan bereit sein und auf Anfragen reagieren können, und dies zuverlässig. Nun neigt sich der Winter dem Ende zu und ich möchte das Thema bald angehen.

Erstmals drei Ausgaben

Warum gibt es „Wimpel und die rote Koralle“ eigentlich als E-Book, Hardcover und Softcover? Für mich Neuland, habe ich erstmals so gemacht. Ich habe allerdings immer von einem Hardcover-Kinderbuch geträumt. Hier ist zu bedenken, dass es gar nicht mal so leicht ist, sich für einen Distributor zu entscheiden. Gutes Kinderbuch-Hardcover kann nicht jeder. Ich bin mit meinem Druck sehr zufrieden und kann zusätzlich mit meinem Softcover noch einmal einen anderen Markt bedienen. Dies hängt mit den unterschiedlichen Vertriebskanälen zusammen. Durch die drei Ausgaben kann ich die Möglichkeit, das Buch zu erwerben, breiter streuen. Hinzu kommt, dass das Softcover schlichtweg günstiger ist, das E-Book noch einmal. So kann jede:r Käufer:in selbst entscheiden, welchen Preis sie zahlen beziehungsweise zu welcher Version des Buches er oder sie greifen möchte.

Fazit

Das waren meine Learnings! Zusammengefasst: Es ist komplex, aber es macht richtig Spaß und ich bin super happy mit meinem fertigen Kinderbuch. Immer wenn ich es in die Hand nehme und anschaue, bin ich richtig stolz, weil es so schön geworden ist. Ich freue mich jedes Mal, weil es eins von meinen wichtigen 21ufos – meinen unfertigen Objekten – war, meinen Texten, die ich in mein Lebenswerk eingliedern möchte. Deshalb freue ich mich einfach, dass es so schön und rund geworden ist und dass ich diese Mühen auf mich genommen habe.

Ich möchte dich mit meinem Bericht definitiv nicht entmutigen. Ich möchte dir nur mitgeben, sehenden Auges hineinzugehen. Stell dich drauf ein! Meiner Meinung nach ist die Belastung schon halb so groß, wenn man weiß, worauf man sich einlässt, und nicht überrascht wird. Es ist nicht einfacher, bloß weil es kürzer ist oder eine nicht erwachsene Zielgruppe bedient. Diesen Zahn wollte ich dir ziehen, sofern du ihn denn gehabt hast. 😉 Gleichzeitig möchte ich dir mitgeben, dass es wirklich glücklich machen kann, ein schönes Kinderbuch zu schreiben und zu veröffentlichen.

Ich bedanke mich auf diesem Wege bei den wunderbaren Menschen, die mich begleitet haben: bei Sandra von der Agentur Autorenträume und bei meiner Illustratorin und Coverdesignerin Kathrin Bax-Kowitz. Ich bedanke mich außerdem ganz herzlich bei den Buchblogger:innen, die Wimpel so positiv aufgenommen haben. ♥

Hast du Fragen oder Anregungen? Dann schreibe mir an kerstin@21ufos.de eine E-Mail.

Vom ersten Wort zum Lebenswerk

(enthält Werbung)

Wenn dieser Blog-Artikel online geht, befinde ich mich gerade als Mitausstellerin auf der BuchBerlin. Das ist ein richtig großer Schritt für mich – und das Resultat jahrelanger Arbeit an meinen Projekten und an 21ufos.de. Wo stehe ich gerade mit meinen Texten? Und welche Learnings kann ich daraus für dich ableiten? Darum geht es heute.

Daran arbeiten wir

Mit 21ufos.de begleite ich dich vom ersten Wort zum Lebenswerk. Ich arbeite an meinen Texten und unterstütze dich mit meinen unterschiedlichen Angeboten dabei, deine fertigzustellen und zu veröffentlichen. Indem ich immer wieder mit dir teile, wie es um meine eigenen Projekte bestellt ist – meine 21ufos -, motiviere ich dich, selbst am Ball zu bleiben und an deinem Lebenswerk zu arbeiten.

21ufos? Das sind meine 21 unfertigen Objekte. Den Begriff habe ich aus der Hobbyschneiderei entnommen, wo er für angefangene, aber nicht beendete Nähprojekte steht. Da ich früher selbst viel genäht und einige Projekte nicht beendet habe, fiel mir irgendwann auch in Bezug auf meine Texte auf, dass ich sie zwar nicht wie Stoffstücke staple, wohl aber in der Schublade sammle, in Ordnern und auf meiner Festplatte. Da lagen sie, als Idee, als Fragment, als Rohfassung. Unfertig und unveröffentlicht fristeten sie ein trauriges Dasein.

Dieses Dasein wollte ich beenden. Ich hätte alles in die Tonne kloppen können – habe ich aber nicht. Ich habe damals beschlossen, meine Geschichten zu veröffentlichen – egal, wie. Und das habe ich dann auch gemacht.

Der aktuelle Stand

Als es mir 2019 endlich gelang, wieder ins Veröffentlichen zu kommen, habe ich mir nicht vorstellen können, wie sich alles entwickeln würde: Mittlerweile habe ich sechs ufos „abgearbeitet“ – und bin weiterhin dabei, denn wie ich feststellen durfte, ist es mit einer einfachen Veröffentlichung für mich nicht getan. Tatsächlich habe ich anfangs gedacht, dass ich sie veröffentliche und dann – zack! – von der Liste streichen kann.

Doch so einfach ist es nicht: Zwei Titel erhielten eine professionelle Neuauflage; wo ein E-Book ist, will auch eine Print-Ausgabe her; Hörbuch-Ausgaben sind in Planung. Und bald ziehen drei meiner Titel zu einem anderen Distributor um, wodurch ich sie alle noch mal „anfassen“ darf. Sie beschäftigen mich also weiterhin.

Folgende ufos sind mittlerweile erschienen (Reihenfolge nach Erscheinungstermin, die Links führen zu Shops):

Ein neues ufo muss her

Mittlerweile bin ich also bei ufo#7 angelangt. Wie du oben siehst, bin ich weder auf ein Genre noch eine Erzählform festgelegt, und da ich Experimente liebe, habe ich mir als Nächstes wieder etwas Neues ausgesucht: ein Sachbuch. Hatte ich noch nicht, brennt mir schon länger unter den Nägeln, ist eine Challenge für mich. Wer könnte dazu Nein sagen? 😉

In den kommenden Monaten werde ich locker am Projekt arbeiten. Da ich erst einmal die Neuauflagen der anderen Titel durchziehen und Marketing für „Wimpel“ machen darf, peile ich eine Veröffentlichung im Frühjahr oder Sommer 2024 an. Da immer etwas dazwischenkommen kann, kann es aber auch später werden, also nagle mich bitte nicht drauf fest. 🙂

Was ich gelernt habe

Meine bislang 6 ufos sind nicht nur deshalb in die Veröffentlichung gegangen, weil ich sie geschrieben habe. Sie überhaupt zu schreiben, war der Knackpunkt – und dann den ganzen Veröffentlichungsprozess zu meistern, der nächste. Folgende Punkte möchte ich dir ans Herz legen, wenn du ins Schreiben und Veröffentlichen kommen möchtest:

  • Komme raus aus deiner privaten Bubble. Vernetze dich mit Autorenkolleg:innen, tausche dich aus. Suche dir Mitstreiter:innen, die dich im Guten wie im Schlechten begleiten. Für mich war dieser Schritt ein Gamechanger. Hier findest du einen Blog-Artikel zum Netzwerken.
  • Suche dir professionelle Unterstützung. Wie du meiner Vita entnehmen kannst, habe ich seit 2021 diverse Kurse belegt, und das war für mich ein weiterer Gamechanger. Die Inhalte haben mich auf einen neuen Level katapultiert, und plötzlich waren Dinge möglich, die ich jahrelang für mich ausgeschlossen hatte – wie zum Beispiel Fotos und Videos auf Insta zu posten. Heute schüttle ich sie aus dem Ärmel. Aber das war ein langer Weg! (Hier geht es zu einem Artikel über Social Media für Autor:innen.)
  • Es muss nicht direkt perfekt sein. Du siehst ja, dass meine Veröffentlichungen auch nach Jahren noch wachsen und gedeihen, sich verändern, in anderen Ausgaben erscheinen und so weiter. Warte nicht darauf, dass alles an deinem Text oder im Veröffentlichungsprozess zu hundert Prozent deinen Vorstellungen entspricht. Allein schon dein Budget wird dich begrenzen, egal, wie klein oder groß es sein mag. Fang trotzdem an!
  • Womit wir bei meinem Lieblingsthema wären: dem Experimentieren! Du kommst mit einer Geschichte nicht weiter? Hängst im Plotten, Schreiben oder Überarbeiten fest? Natürlich kannst du dir nun professionelle Unterstützung suchen. Außerdem kannst du prüfen, ob es an der Form liegt. Vielleicht ist dein Roman einfach kein Roman, sondern eine Kurzgeschichte oder Erzählung. Oder die Perspektive, die du gewählt hast, blockiert deinen Schreibflow. Oder dein Ensemble ist nicht vollständig oder unausgewogen. Schaue dir deine Geschichte noch einmal ganz genau an und prüfe diese Punkte. Probiere verschiedene Ansätze aus, schreibe mal ein Kapitel aus einer anderen Perspektive, entwirf mit dem Kern deiner Geschichte einen Plot für eine Erzählung statt eines Romans. Experimentiere! (Hier geht es zum Blog-Artikel über die Form von Geschichten.)
  • Natürlich ist es schön, das große Ganze im Blick zu behalten. Meine 21ufos sollen mein Lebenswerk werden, und jeder Baustein zählt. Aber letztlich sind es „nur“ Bausteine. Und jeder Text besteht aus weiteren Bausteinen. Lass dich von der schieren Größe deines Unterfangens nicht abschrecken. Gehe mutig und selbstbewusst an die Sache heran, denn diesen Text kannst nur du schreiben – niemand sonst. Setze deine Geschichte und dein Lebenswerk Stück für Stück, Baustein für Baustein zusammen. Irgendwann bist du fertig. Und kannst stolz auf dich sein.

Wie ich dich begleite

Welche Angebote habe ich, die dir im Schreib- und Veröffentlichungsprozess – beim Bau an deinem Lebenswerk – helfen können?

Wenn du Fragen oder Unterstützung brauchst, schreibe mir eine Nachricht an: kerstin@21ufos.de

Holl di munter

deine Kerstin

Formatierung und Co. – klein, aber wichtig

Heute geht es um ein kleines, aber wichtiges Thema: um die formalen Anforderungen, die dein Text an dich stellt, wenn du ihn rausgeben möchtest, also zum Beispiel ins Lektorat, Korrektorat oder an den Buchsatz. Natürlich kannst du dich allein auf den Text konzentrieren, damit er inhaltlich stimmig ist, die Figurenentwicklung und der Spannungsbogen stimmen und so weiter. Es gibt aber auch im Hintergrund viele Dinge, mit denen du deinen Text optimieren und es den nachfolgenden Dienstleistern leichter machen kannst. Das ist auch für den späteren Upload als E-Book wichtig. Dein Text enthält viele Formatierungssymbole, die sonst vielleicht etwas mit deinem Text machen, was du so nicht möchtest und geplant hast. Daher erfährst du heute etwas über wichtige Dinge wie geschützte Leerzeichen, Auslassungspunkte und Seitenumbrüche.

1. Formatierungssymbole anzeigen lassen

Falls du – wie ich – mit Word arbeitest, kannst du dir die Formatierungssymbole anzeigen lassen, indem du im Reiter Start eine Schaltfläche anklickst, die wie ein kleines Fähnchen aussieht, zwei Striche mit einem gefüllten Halbkreis dran. (Mit Strg * kannst du sie dir ebenfalls anzeigen lassen.) Nun durchziehen deinen Text lauter Punkte zwischen den Wörtern, Absatzmarken und so weiter. Du siehst, was im Hintergrund eigentlich alles los ist.

2. Leerzeichen ade

Was dir zuerst auffallen könnte, sind beispielsweise überflüssige Leerzeichen. Wenn du in einem deiner Überarbeitungsgänge deinen Text durchgehst, kannst du darauf achten, dass sich keine doppelten oder dreifachen Leerzeichen zwischen den Wörtern oder am Ende eines Absatzes befinden. Die kannst du alle herausfischen und es muss kein anderer mehr für dich tun.

3. Korrekte Umbrüche

Nun siehst du auch, wenn du weiche Umbrüche eingefügt hast. Diese entstehen, wenn du Shift und Return gleichzeitig drückst, symbolisiert durch einen kleinen eckigen Pfeil nach links. Diese müssen leider entfernt werden. Ein einfaches Drücken der Return-Taste genügt.

Dann gibt es noch den Seitenumbruch. Wenn ein Kapitel endet – und das ist ganz besonders für die E-Book-Formatierung wichtig! -, dann beende ein Kapitel mit einem Seitenumbruch, und nicht, indem du so oft auf Return drückst, bis die nächste Seite anfängt. Dann hast du nämlich ganz viele Absätze eingefügt statt eines Seitenumbruches.

Tipp: Wenn du in Word auf Einfügen gehst, siehst du ganz links Seitenumbruch. Du kannst ihn aber auch mit Strg und Return einfügen.

4. Einzüge prüfen

Worauf du dich außerdem während dieses Überarbeitungsschritts konzentrieren kannst, sind die Einzüge: Sind alle Einzüge am Anfang der Absätze korrekt? Die Absätze werden nicht begonnen, indem Leerzeichen gesetzt werden, sondern indem du einen Einzug bestimmst. Der Einzug fällt nur ganz am Anfang eines Kapitels oder einer neuen Szene weg, wenn zwischen den Szenen eine Leerzeile liegt.

Tipp: Schau mal in dein Bücherregal und sieh dir in ein paar Büchern die Absatzgestaltung an.

5. Gänse oder Möwchen? Anführungszeichen!

Außerdem kannst du dir ansehen, ob du überall die korrekten Anführungszeichen verwendet hast. Gänsefüßchen, wie wir sie aus der Schule kennen, werden meist im Buchsatz nicht mehr verwendet. Die Anführungszeichen, die heutzutage ganz überwiegend Anwendung finden, heißen Guillemets beziehungsweise Chevrons. Sie werden auch Spitzzeichen genannt – zwei kleine Pfeile, die vom Dialog weg oder zum Dialog hin zeigen. Im Deutschen ist es üblicherweise so, dass sie zum Dialog hin zeigen. Schaue auch hier noch einmal in dein Bücherregal und achte auf die Anführungszeichen.

Wichtig ist die Einheitlichkeit: Hast du dich für eine Art von Anführungszeichen entschieden, dann achte während dieses Überarbeitungsgangs darauf, dass sie überall gleich sind.

Tipp: Du kannst sie mit einer Tastenkombination erzeugen, indem du Alt gedrückt hältst und 1 7 5 oder 1 7 4 auf dem Ziffernblock eingibst. Du kannst aber auch ganz normal schreiben und deine Anführungszeichen am Ende durch suchen und ersetzen austauschen.

6. Apostroph – ein bisschen tricky  

Ein weiterer Punkt, auf den du achten könntest: das korrekte Apostroph. Es ist nämlich nicht einfach so auf der Tastatur zu finden, sondern über den Zeichensatz oder über die Tastenkombination Alt plus 0 1 4 6  zu erzeugen. Es sieht aus wie eine kleine gefüllte 9.

7. Drei Punkte gibt es nicht

Auslassungspunkte werden beispielsweise verwendet, wenn jemand nachdenkt oder ein Satz nicht beendet wird. Diese Pause oder unterbrochene Rede wird im Text durch drei Punkte symbolisiert. Sie sind aber nicht einfach drei Punkte, die man nacheinander tippt, sondern ein festes Zeichen. Sie hängen in sich zusammen.

Tipp: Du findest die Auslassungspunkte über den Zeichensatz oder über die Tastenkombination Alt plus 0 1 3 3 auf dem Ziffernblock.

8. Leer ist nicht gleich Leer

Wichtig: Vor und nach den Auslassungspunkten steht kein einfaches Leerzeichen, das du mit der Leertaste erzeugst, sondern ein geschütztes Leerzeichen. Die erkennt man an einem kleinen Kreis. Man erzeugt es mit Strg plus Shift plus Leertaste.

9. Strich ist nicht gleich Strich

Die geschützten Leerzeichen brauchst du auch beim nächsten Punkt: den Binde- und Gedankenstrichen. Sie sehen nicht gleich auch und haben auch innerhalb eines Textes eine unterschiedliche Funktion.

Der Bindestrich verbindet Wörter, wie zum Beispiel in Apfel- und Birnenernte.

Der Gedankenstrich kennzeichnet eine Denkpause, einen Einschub oder den Abbruch eines Dialogs mitten im Satz.

Der Gedankenstrich ist etwas länger als der Bindestrich. Es kommt auf die Schriftart an, in der du schreibst, ob du sehen kannst, ob das korrekte Zeichen verwendet wurde. Wenn bei dir Gedanken- und Bindestriche gleich lang sind, dann ändere einmal die Schriftart, damit du prüfen kannst, ob das korrekte Zeichen verwendet wurde.

Den Gedankenstrich erzeuge ich, indem ich einen Bindestrich tippe, Leerzeichen, Buchstabe, Leerzeichen – und automatisch wird ein Gedankenstrich draus. Meistens. 😉 Durch Strg plus minus auf dem Ziffernblock kannst du ihn auch erzeugen. Dafür gibt es aber noch mehr Möglichkeiten; googele es gerne, passend zu deinem Schreibprogramm.

Die Leerzeichen vor und nach dem Gedankenstrich ersetze ich durch ein geschütztes Leerzeichen, also: geschütztes Leerzeichen plus Gedankenstrich plus geschütztes Leerzeichen. (Ausnahme: Wenn der Gedankenstrich am Ende eines Satzes innerhalb eines Dialogs steht, kommt zwischen Gedankenstrich und Anführungszeichen kein Leerzeichen. Kompliziert, i know. (Leider kann ich dir hier kein Beispiel geben, da meine Blog-Software mit den Anführungszeichen macht, was es will. 😉 Achte beim Lesen mal drauf, da wird dir bestimmt ein Beispiel begegnen.) 

Info: Warum die Kombination mit geschützten Leerzeichen bei Gedankenstrichen und Auslassungspunkten? Es führt dazu, dass diese Einheit zusammenbleibt. Was mit deinem Text in der Folge auch passiert – diese Einheit wird nicht unschön auseinandergerissen.

Fazit

Das war ein kleiner Rundumschlag zu den Formatierungssymbolen und den formalen Anforderungen an deinen Text. Anhand dieser Kleinigkeiten trennt sich die Spreu vom Weizen. Daran erkennt man, wie mit dem Text umgegangen wurde und ob auch auf die Details geachtet worden ist.

Natürlich kannst du deinen Text schreiben, ohne dass du dir die Formatierungssymbole anzeigen lässt. Aber wenn du einen Überarbeitungsdurchgang diesen Kleinigkeiten widmest, kannst du sie in einem Rutsch herausfischen. Lege dir dazu gerne eine Liste mit Punkten an, auf die du achten möchtest. (Listen machen das Leben als Autor:in ja bekanntlich einfacher. 😉 )

Hast du Fragen zum Thema oder allgemein? Dann schreibe mir an: kerstin@21ufos.de

Holl di munter

deine Kerstin