Formatierung und Co. – klein, aber wichtig

Heute geht es um ein kleines, aber wichtiges Thema: um die formalen Anforderungen, die dein Text an dich stellt, wenn du ihn rausgeben möchtest, also zum Beispiel ins Lektorat, Korrektorat oder an den Buchsatz. Natürlich kannst du dich allein auf den Text konzentrieren, damit er inhaltlich stimmig ist, die Figurenentwicklung und der Spannungsbogen stimmen und so weiter. Es gibt aber auch im Hintergrund viele Dinge, mit denen du deinen Text optimieren und es den nachfolgenden Dienstleistern leichter machen kannst. Das ist auch für den späteren Upload als E-Book wichtig. Dein Text enthält viele Formatierungssymbole, die sonst vielleicht etwas mit deinem Text machen, was du so nicht möchtest und geplant hast. Daher erfährst du heute etwas über wichtige Dinge wie geschützte Leerzeichen, Auslassungspunkte und Seitenumbrüche.

1. Formatierungssymbole anzeigen lassen

Falls du – wie ich – mit Word arbeitest, kannst du dir die Formatierungssymbole anzeigen lassen, indem du im Reiter Start eine Schaltfläche anklickst, die wie ein kleines Fähnchen aussieht, zwei Striche mit einem gefüllten Halbkreis dran. (Mit Strg * kannst du sie dir ebenfalls anzeigen lassen.) Nun durchziehen deinen Text lauter Punkte zwischen den Wörtern, Absatzmarken und so weiter. Du siehst, was im Hintergrund eigentlich alles los ist.

2. Leerzeichen ade

Was dir zuerst auffallen könnte, sind beispielsweise überflüssige Leerzeichen. Wenn du in einem deiner Überarbeitungsgänge deinen Text durchgehst, kannst du darauf achten, dass sich keine doppelten oder dreifachen Leerzeichen zwischen den Wörtern oder am Ende eines Absatzes befinden. Die kannst du alle herausfischen und es muss kein anderer mehr für dich tun.

3. Korrekte Umbrüche

Nun siehst du auch, wenn du weiche Umbrüche eingefügt hast. Diese entstehen, wenn du Shift und Return gleichzeitig drückst, symbolisiert durch einen kleinen eckigen Pfeil nach links. Diese müssen leider entfernt werden. Ein einfaches Drücken der Return-Taste genügt.

Dann gibt es noch den Seitenumbruch. Wenn ein Kapitel endet – und das ist ganz besonders für die E-Book-Formatierung wichtig! -, dann beende ein Kapitel mit einem Seitenumbruch, und nicht, indem du so oft auf Return drückst, bis die nächste Seite anfängt. Dann hast du nämlich ganz viele Absätze eingefügt statt eines Seitenumbruches.

Tipp: Wenn du in Word auf Einfügen gehst, siehst du ganz links Seitenumbruch. Du kannst ihn aber auch mit Strg und Return einfügen.

4. Einzüge prüfen

Worauf du dich außerdem während dieses Überarbeitungsschritts konzentrieren kannst, sind die Einzüge: Sind alle Einzüge am Anfang der Absätze korrekt? Die Absätze werden nicht begonnen, indem Leerzeichen gesetzt werden, sondern indem du einen Einzug bestimmst. Der Einzug fällt nur ganz am Anfang eines Kapitels oder einer neuen Szene weg, wenn zwischen den Szenen eine Leerzeile liegt.

Tipp: Schau mal in dein Bücherregal und sieh dir in ein paar Büchern die Absatzgestaltung an.

5. Gänse oder Möwchen? Anführungszeichen!

Außerdem kannst du dir ansehen, ob du überall die korrekten Anführungszeichen verwendet hast. Gänsefüßchen, wie wir sie aus der Schule kennen, werden meist im Buchsatz nicht mehr verwendet. Die Anführungszeichen, die heutzutage ganz überwiegend Anwendung finden, heißen Guillemets beziehungsweise Chevrons. Sie werden auch Spitzzeichen genannt – zwei kleine Pfeile, die vom Dialog weg oder zum Dialog hin zeigen. Im Deutschen ist es üblicherweise so, dass sie zum Dialog hin zeigen. Schaue auch hier noch einmal in dein Bücherregal und achte auf die Anführungszeichen.

Wichtig ist die Einheitlichkeit: Hast du dich für eine Art von Anführungszeichen entschieden, dann achte während dieses Überarbeitungsgangs darauf, dass sie überall gleich sind.

Tipp: Du kannst sie mit einer Tastenkombination erzeugen, indem du Alt gedrückt hältst und 1 7 5 oder 1 7 4 auf dem Ziffernblock eingibst. Du kannst aber auch ganz normal schreiben und deine Anführungszeichen am Ende durch suchen und ersetzen austauschen.

6. Apostroph – ein bisschen tricky  

Ein weiterer Punkt, auf den du achten könntest: das korrekte Apostroph. Es ist nämlich nicht einfach so auf der Tastatur zu finden, sondern über den Zeichensatz oder über die Tastenkombination Alt plus 0 1 4 6  zu erzeugen. Es sieht aus wie eine kleine gefüllte 9.

7. Drei Punkte gibt es nicht

Auslassungspunkte werden beispielsweise verwendet, wenn jemand nachdenkt oder ein Satz nicht beendet wird. Diese Pause oder unterbrochene Rede wird im Text durch drei Punkte symbolisiert. Sie sind aber nicht einfach drei Punkte, die man nacheinander tippt, sondern ein festes Zeichen. Sie hängen in sich zusammen.

Tipp: Du findest die Auslassungspunkte über den Zeichensatz oder über die Tastenkombination Alt plus 0 1 3 3 auf dem Ziffernblock.

8. Leer ist nicht gleich Leer

Wichtig: Vor und nach den Auslassungspunkten steht kein einfaches Leerzeichen, das du mit der Leertaste erzeugst, sondern ein geschütztes Leerzeichen. Die erkennt man an einem kleinen Kreis. Man erzeugt es mit Strg plus Shift plus Leertaste.

9. Strich ist nicht gleich Strich

Die geschützten Leerzeichen brauchst du auch beim nächsten Punkt: den Binde- und Gedankenstrichen. Sie sehen nicht gleich auch und haben auch innerhalb eines Textes eine unterschiedliche Funktion.

Der Bindestrich verbindet Wörter, wie zum Beispiel in Apfel- und Birnenernte.

Der Gedankenstrich kennzeichnet eine Denkpause, einen Einschub oder den Abbruch eines Dialogs mitten im Satz.

Der Gedankenstrich ist etwas länger als der Bindestrich. Es kommt auf die Schriftart an, in der du schreibst, ob du sehen kannst, ob das korrekte Zeichen verwendet wurde. Wenn bei dir Gedanken- und Bindestriche gleich lang sind, dann ändere einmal die Schriftart, damit du prüfen kannst, ob das korrekte Zeichen verwendet wurde.

Den Gedankenstrich erzeuge ich, indem ich einen Bindestrich tippe, Leerzeichen, Buchstabe, Leerzeichen – und automatisch wird ein Gedankenstrich draus. Meistens. 😉 Durch Strg plus minus auf dem Ziffernblock kannst du ihn auch erzeugen. Dafür gibt es aber noch mehr Möglichkeiten; googele es gerne, passend zu deinem Schreibprogramm.

Die Leerzeichen vor und nach dem Gedankenstrich ersetze ich durch ein geschütztes Leerzeichen, also: geschütztes Leerzeichen plus Gedankenstrich plus geschütztes Leerzeichen. (Ausnahme: Wenn der Gedankenstrich am Ende eines Satzes innerhalb eines Dialogs steht, kommt zwischen Gedankenstrich und Anführungszeichen kein Leerzeichen. Kompliziert, i know. (Leider kann ich dir hier kein Beispiel geben, da meine Blog-Software mit den Anführungszeichen macht, was es will. 😉 Achte beim Lesen mal drauf, da wird dir bestimmt ein Beispiel begegnen.) 

Info: Warum die Kombination mit geschützten Leerzeichen bei Gedankenstrichen und Auslassungspunkten? Es führt dazu, dass diese Einheit zusammenbleibt. Was mit deinem Text in der Folge auch passiert – diese Einheit wird nicht unschön auseinandergerissen.

Fazit

Das war ein kleiner Rundumschlag zu den Formatierungssymbolen und den formalen Anforderungen an deinen Text. Anhand dieser Kleinigkeiten trennt sich die Spreu vom Weizen. Daran erkennt man, wie mit dem Text umgegangen wurde und ob auch auf die Details geachtet worden ist.

Natürlich kannst du deinen Text schreiben, ohne dass du dir die Formatierungssymbole anzeigen lässt. Aber wenn du einen Überarbeitungsdurchgang diesen Kleinigkeiten widmest, kannst du sie in einem Rutsch herausfischen. Lege dir dazu gerne eine Liste mit Punkten an, auf die du achten möchtest. (Listen machen das Leben als Autor:in ja bekanntlich einfacher. 😉 )

Hast du Fragen zum Thema oder allgemein? Dann schreibe mir an: kerstin@21ufos.de

Holl di munter

deine Kerstin

Muss eine Veröffentlichung Geld kosten?

(Zur Sicherheit: Dieser Beitrag enthält unbezahlte
Werbung für einen Selfpublishing-Dienstleister. 🙂 )

Selfpublishing ist eine tolle Möglichkeit, sein Buch hinaus in die Welt zu schicken. Es kann aber auch mit hohen Kosten verbunden sein.  Muss das sein? Hierzu habe ich mir einige Gedanken gemacht.

Raus aus der Krise

Ich habe früher selbst im Verlag veröffentlicht und konnte davon leben. Aus familiären Gründen kam das Veröffentlichen zum Erliegen, und tatsächlich folgte eine „Veröffentlichungskrise“, weil ich auch fertige Texte nicht mehr publizierte. Wie bin ich dieser Krise entkommen? Das Zauberwort hieß: Selfpublishing.

Ich gab kaum Geld aus

Das Selfpublishing auf sehr niedrigem finanziellen Niveau war 2019 für mich der erlösende Faktor, den ich brauchte, um den Kreislauf zu durchbrechen. Ein privater Druck nur für mein eigenes Bücherregal hatte mir nicht gereicht. Tatsächlich kostete es mich keine zwanzig Euro, mein Buch zu veröffentlichen, und bei einer reinen E-Book-Version wären nicht mal die fällig gewesen. Das Geld zahlte ich an den Distributor, alle anderen Ausgaben sparte ich mir.

Der Grund: Hätte ich mir auch noch hohe finanzielle Hürden auferlegt, hätte ich es nicht geschafft. Der Prozess hat mich so schon alle Kraft gekostet, auch ohne weiteren Druck. Denn das vergessen viele: Die Zusammenarbeit mit anderen am Buch kostet Kraft, Zeit, Nerven. Will und kann manche:r vielleicht in dem Moment gar nicht.

Eine Option, kein Muss

Ich brachte also einen kleinen Liebesroman heraus, ohne Lektorat, ohne gekauftes Cover, ohne alles. Danach folgte ein Drehbuch. Beide habe ich mittlerweile neu aufgelegt und vieles eingekauft, was der Markt so verlangt. Wollte ich so – hätte ich aber nicht müssen. Es war meine freie Entscheidung, diesen Weg zu gehen, weil ich meine Geschichten so und nicht anders veröffentlichen wollte. Das Geld hatte ich auch nicht herumliegen, sondern habe es geliehen. Ein Wagnis, das ich nicht bereue. 

Ich habe das Geld geliehen, aber es gibt viele Möglichkeiten, eine Veröffentlichung fit für den Buchmarkt zu machen. (Da das hier den Rahmen sprengen würde, verweise ich auf ein Video der Agentur Autorenträume, die hierzu einige Tipps und Hinweise liefert.) Denn eines möchte ich ganz klar sagen: Ein Text gewinnt durch ein gutes Lektorat. Ein:e Leser:in wird eventuell durch ein Cover animiert, sich ein Buch genauer anzusehen und dann zu kaufen. Ein guter Buchsatz sorgt für ungehinderten Lesegenuss. Und ein Korrektorat ist der Punkt, auf den Autor:innen meiner Meinung nach am allerwenigsten verzichten sollten, denn viele Rechtschreibfehler im Text sind das, was die Leser:innen wohl am meisten stört. Alle diese Dienstleistungen haben ihren Sinn und ihre Berechtigung, und wenn sie irgendwie gewollt und finanzierbar sind – wunderbar. Aus gutem Grund lasse ich sie meinen Geschichten ja auch (meist) angedeihen. Aber sie sind kein Muss! Sie sind eine Option.

Kein Entweder-oder

Kritik an unlektorierten etc. Büchern kann ich natürlich nicht ausblenden. Verderben „schlecht gemachte Bücher“ den Markt? Verprellen sie die Leserschaft? Werfen sie ein schlechtes Licht aufs Selfpublishing? Aus Sicht des professionellen Selfpublishings kann ich diese Gedankengänge verstehen. Auch ich möchte meine Bücher verkaufen und Leser:innen überzeugen, auch Bücher aus dem Selfpublishing zu lesen.

Dennoch finde ich niedrigschwellige Zugangswege auch im zu bezahlenden Bereich sehr, sehr wichtig. Ich bin gegen ein Entweder-oder, sondern plädiere für beide Möglichkeiten: eine friedliche Co-Existenz.

Die Stimmen aller

Ein anderer Aspekt ist mir in diesem Zusammenhang nämlich sehr wichtig: Selfpublishing ist Demokratie pur. Auch die Stimme einer alleinerziehenden Mama oder ungelernten Arbeiters, der mit kleiner Rente leben muss, sollte gehört werden können. Ich war selbst mal alleinerziehend und weiß, was es bedeutet, jeden Cent umdrehen zu müssen, und hatte ganz bestimmt kein Geld für Lektorat etc.

Aber: Alle Menschen sollten sich unabhängig vom Geldbeutel ihren Traum vom eigenen Buch erfüllen dürfen, ohne dass der Torhüter Verlagsvertrag oder hohe Veröffentlichungskosten im Selfpublishing dies verhindern. Auch kulturell betrachtet finde ich es enorm wichtig, allen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Gedankenwelt zugänglich zu machen. (Und nein, nicht jede:r ist mit Deutschlehrern befreundet, die sich dann „wenigstens mal die Rechtschreibung anschauen“ können.)

Den Torhüter Verlag als Zugangsverhinderer zum Buchmarkt gibt es nicht mehr, und das ist gut so. Ich finde es ganz schlimm, wenn innerhalb der Selfpublishing-Szene erneut hohe Hürden geschaffen werden, damit alle erscheinenden Bücher mit Verlagspublikationen „mithalten“ können. Vielleicht ist das ja gar nicht der Sinn dahinter! Vielleicht ist das auch gar nicht das Anliegen der jeweiligen Autor:in.

Standards für beide Seiten

Vielleicht schafft es die Selfpublishing-Szene ja zunehmend, objektive Standards festzusetzen, die den Leser:innen Orientierung bieten, was sie für ihr Geld bekommen.

  • Der oft mögliche „Blick ins Buch“ fällt mir da spontan ein: Hier hilft ein Studium des Impressums und der ersten Seiten, das Werk einzuordnen und zu wissen, was da auf einen zukommt – und ob man als Leser:in bereit ist, dafür einen Obulus zu entrichten.
  • Auch kann man als Autor:in offensiv hingehen und die Leser:innen direkt auf den ersten Seiten informieren, dass zum Beispiel ein Korrektorat aus finanziellen Gründen nicht möglich war, Hinweise aber gerne angenommen werden. Das wäre mutig und fair.
  • Preise für Bücher aus dem Selfpublishing sind eine Option für Orientierung, allerdings nur dann, wenn auch hier das Augenmerk nicht nur auf verlagsähnliche Publikationen gelegt wird. Sonst sind wir wieder beim Entweder-oder.

So mache ich es heute

Die Fragen, die ich mir heute beim Veröffentlichen stelle, sind: Was ist mir wichtig? Wo will ich eigentlich hin? Was und wen will ich mit genau diesem Text erreichen? Erst danach lege ich das Budget fest. Und wenn keins vorhanden ist, dann wird trotzdem veröffentlicht. Pimpen kann ich auch noch später.

Und diesen Tipp möchte ich auch dir mitgeben: Bevor du überhaupt nicht veröffentlichst, veröffentliche auf die minimalistische Art! Denn wenn du nicht veröffentlichst, kostet es ja auch etwas – nämlich deinen Traum vom eigenen Buch.

Holl di munter!

Deine Kerstin