#outnow: Der Koffer im Leuchtturm

Wie könnte man ein Comeback im Literaturbetrieb besser einleiten als mit einer Veröffentlichung? Meine Erzählung „Der Koffer im Leuchtturm“ ist ab sofort wieder als E-Book bei Amazon erhältlich. Das lag mir auf der Seele und ich freue mich riesig, dass sie wieder am Markt ist.

Zum Glück hatte ich bereits bei der ersten Auflage die Stilberatung und das Korrektorat bei Sandra von der Agentur Autorenträume in Anspruch genommen und musste am Text nichts ändern – oder nur sehr wenig: Du kennst mich, ich prökel immer mal wieder dran rum. 😉 Das Cover ist Marke Eigenbau, das reicht mir aktuell. Mal schauen, ob ich da noch mal nachlege, aber um schnell ins Handeln zu kommen, war das ideal. (Schreib mir gern, ob du das Cover gut oder doof findest. Grundsätzlich bin ich ja dafür, dass es keine „Pflicht“ zu Investitionen in die eigenen Bücher geben sollte.)

Doch warum habe ich diese Entscheidung als eine der ersten des neuen Jahres getroffen? Ganz einfach: Die Jahreslosung 2026 lautet „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5) Als Christin ist dies nicht nur ein Mutmacher, sondern auch eine Aufforderung: Dieses Jahr steht im Zeichen des Neubeginns, des Aufbruchs, der Neuausrichtung. Ich habe im vergangenen Jahr so manche Feder gelassen, aber auch viele Erfahrungen gemacht und Kraft geschöpft, um Dinge anzugehen, die schon lange darauf warten. Begegnungen und Gespräche mit tollen Menschen, ein Umzug mit allen Vor- und Nachteilen, die dazugehören, eine neue Gemeinde, berufliche Experimente – all das hat mir neuen Input gegeben. Der muss jetzt raus und umgewandelt werden in kreatives Schaffen. Ich freu mich drauf!

Und damit auch du direkt zum Jahresbeginn ins Handeln kommst, habe ich eine kleine Denk- und Schreibübung für dich:

Wie startest du ins neue Jahr? Auch voller Energie und Lust auf Neues? Oder fällt es dir (noch) schwer, dich auf das, was vor dir an Herausforderungen liegen mag, einzulassen? Schreib deine Gedanken dazu auf und lege sie zum Beispiel zu deiner Ideensammlung.

Damit starten wir ins neue Jahr. Danke, dass du mich begleitest!

Holl di munter!

Deine Kerstin

Der Koffer im Leuchtturm: Erzählung
Kessi van Jarssum
2. Aufl. 2026
Amazon E-Book – ASIN: B0GG3X36Q1
Preis: € 2,99
Hier kaufen

 


Du hast Fragen oder Anregungen? Dann schreibe mir an kerstin@21ufos.de.

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I’m back!

Vielleicht hast du meinen Blog zum Thema „Schreiben und Veröffentlichen“ gelesen oder meinen Podcast „Vom ersten Wort zum Lebenswerk“ gehört. Vielleicht bist du mir auf Instagram gefolgt oder hast eines meiner Bücher gelesen. Vielleicht durfte ich dich in den vergangenen Jahren in einem Kurs oder im Bereich Lektorat begleiten. Dann möchte ich dir sagen: Vielen Dank für deine Treue. Ich hoffe, dass ich dich motivieren und dir die ein oder andere Anregung mitgeben konnte.

In 2025 habe ich eine Pause eingelegt und mich anderen Dingen gewidmet. Diese Pause kam für dich vielleicht überraschend, doch sie war nötig. Manchmal ist es wichtig, allem dem Rücken zu kehren, um kreative Batterien wieder aufzuladen, auch wenn es schmerzlich ist. Für mich war es wichtig, erst einmal alle Kanäle einzustellen, um mich wirklich besinnen zu können. Jetzt kehre ich so langsam zurück. In welcher Form dies geschehen wird, das weiß ich noch nicht. Gerade Social Media war doch sehr kräftezehrend. Folge meinem Blog, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Wie auch immer: Ich freue mich darauf, dich wieder begleiten zu dürfen. Arbeiten wir gemeinsam an unseren Lebenswerken. ♥

Herzliche Grüße

Deine Kerstin

Messerückblick #fbm24

Treffen mit Sandra Andrés, Agentur Autorenträume (Foto: Dani)

Nach zwei Jahren, in denen ich die Frankfurter Buchmesse leider nicht besuchen konnte, war ich am Sonntag endlich wieder dort. Welche Eindrücke habe ich gesammelt? Was hat sich verändert? Darum geht es heute.

Sonntag ist anders

Für mich war der Besuch an diesem Wochenendtag eine Premiere. Zu den Fachbesuchertagen habe ich es leider nicht geschafft, da ich ein tolles Manuskript auf dem Tisch hatte, das noch zu Ende lektoriert werden wollte. Samstags wäre es mir nach meinen Erfahrungen zu voll gewesen, und so blieb nur der Sonntag.

Die Messe war gut besucht, aber ich wurde nicht durch die Gänge geschoben, auch nicht in Halle 3 – was mich wirklich erstaunt hat. Das neue Konzept mit einer eigenen Halle für u. a. „New Adult“ und die Onlineticketbuchung machten es wohl möglich. Die geänderte Besucherführung war zwar etwas kompliziert, aber viele Ordner haben dafür gesorgt, dass man letztlich da ankam, wo man hinwollte. (Zum Glück hatte ich in weiser Voraussicht Turnschuhe angezogen, hihi.)

Business und Spaß verbinden

Natürlich bin ich, auch wenn ich an einem Privatbesuchertag vor Ort war, mit etwas anderen Augen an die Sache herangegangen. Ich habe mir vorher überlegt, wen ich auf Grund meiner Profession treffen, welche Stände ich aufsuchen möchte und natürlich auch den Veranstaltungskalender konsultiert. Ein Bühnengespräch zum Thema KI stand ebenso auf meinem Programm wie ein Besuch am Stand meines Berufsverbands, des VFLL, wo ich mit zwei tollen Kolleginnen fachsimpeln konnte. Ich war bei PmP e. V. und der „Children’s Library of Diversity“, wo ich mein Buch „Wimpel und die rote Koralle“ besuchen wollte, aber die vorhandenen Exemplare waren schon verkauft – was ja wunderbar ist. 🙂

Dann traf ich zufällig eine VFLL-Kollegin aus meine Regionalgruppe und konnte mich mit ihr über Standbeine und Entwicklungsmöglichkeiten im Lektorat austauschen. Mit meiner lieben Kollegin und Freundin Sandra Andrés von der Agentur Autorenträume und ihrem Mann gab es einen „Coffee to go“ und obendrauf die Erkenntnis, das man sehr viel erreichen kann, wenn man am Ball bleibt: Wir trafen uns erstmals 2021 auf der Frankfurter Buchmesse, und seitdem haben wir beide kontinuierlich an unseren Zielen gearbeitet und viel erreicht. ♥

Bummeln mit Brille

Mein Blick auf die Messestände war insgesamt nicht von privaten Interessen geleitet – ein Jane-Austen-Stand, das wäre mal was! 😉 -, sondern ging durch eine berufliche Brille: Wo gibt es Veränderungen? Was ist angesagt? Welche Verlage haben früher große Stände gehabt, begnügen sich nun aber mir zwei Regalen in Kooperation mit anderen? Was wurde ausgebaut – New Adult! Halle 1! -, was hat noch Potential? (Eine Halle fürs Selfpublishing ist zwar noch Zukunftsmusik, aber wer weiß?)

Durch die Gänge für die unabhängigen Verlage bin ich tatsächlich mit Genuss hindurchgeschlendert, und wie immer habe ich ein paar Perlen entdeckt. Hier habe ich auch wieder die Broschüre „schöne bücher. Lesetipps aus unabhängigen Verlagen“ mitgenommen, die einen tollen Einblick in unsere vielfältige Verlagslandschaft bietet.  

Das Buch stirbt nicht

Was mir besonders aufgefallen ist, war die Altersstruktur des Publikums. Viele Jugendliche und junge Erwachsene waren auf der Messe unterwegs, stöberten zwischen den Bücherstapeln und standen in langen Schlangen vor den Signierzelten an. Mir hat das große Interesse der jungen Generation noch einmal gezeigt, dass das Medium Buch nicht vom Aussterben bedroht ist. Themen und Ansprüche an die Ausstattung – ich sage nur: Farbschnitt! – ändern sich vielleicht, nicht aber die Stärke des grundsätzlichen Interesses am gedruckten Wort. (Auch gab es eine gut besuchte Hörbuch-Abteilung, die nicht zu vergessen ist.)

Fazit

Für mich war der Besuch am Sonntag mal was anderes. Man darf am Wochenende nicht erwarten, viele berufliche Gespräche führen zu können, und das habe ich auch nicht. Umso schöner, dass ich einige spannende Buchmenschen (wieder) treffen durfte. Für mich wäre eine Kombination aus einem Besuch unter der Woche und einem am Wochenende ideal. Mal schauen, ob ich im kommenden Jahr zwei Besuche einplanen kann.

Schade finde ich, dass viele Aussteller bereits abgereist waren oder im Laufe des Tages ihre Stände abbauten. Dies traf nicht auf die großen Stände der Publikumsverlage etc. zu, aber auf viele kleinere. Das hinterlässt im Besucher doch ein komisches Gefühl, und ich wünschte es mir anders.

Jetzt freue ich mich erst einmal auf die regionale Buchmesse „Timmel-Book“, die am kommenden Samstag, den 26.10.2024, von 10 bis 17 Uhr in Timmel (Ostfriesland) stattfinden wird. Ich werde mit einem eigenen Stand vor Ort sein und auch eine Lesung aus „Wimpel und die rote Koralle“ halten. Darauf freue ich mich sehr. ♥

Warst du schon mal auf einer Buchmesse? Hast du Tipps für einen erfolgreichen Messebesuch? Dann hinterlasse einen Kommentar.

Hier geht es zur Podcastepisode „Buchmesse? Na klar!“.

KI beim Schreiben nutzen?

Heute mal ein kleiner Beitrag aus dem Land der Weltuntergangsbeschwörer und Dystopie-Anhänger … 😉

Nein, Scherz beiseite: Im heutigen Blogpost widme ich mich dem Thema „KI im Schreib- und Veröffentlichungsalltag“, und zwar ohne Schwarzmalerei. Es ist verlockend, i know, und ich kann auch nicht behaupten, gänzlich angstfrei zu sein. Manches besorgt mich sogar und ich wünsche mir ein wachsames Auge aller Beteiligten – nicht nur bezogen auf möglicherweise gefährliche Entwicklungen, sondern auch hinsichtlich kreativer Arbeit und Urheberrecht.

Allerdings nehme ich auch die Chancen wahr und sehe jede und jeden von uns herausgefordert, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und einen Standpunkt zu finden. Meiner folgt hier, vielleicht kannst du dir etwas mitnehmen. 🙂

Am Anfang war die Angst

Die Entwicklung von ChatGPT und Konsorten habe ich anfangs nur am Rande verfolgt. Gelegentlich kam das Gespräch auf KI, aber mein Gehirn hat die rasante Entwicklung in 2023 weitgehend ausgeblendet. Wenn es um Text und KI ging, habe ich Bedenken großzügig beiseite gewischt. „Kann sie nicht, wird sie nie können“, sagte ich mir.

Erst in diesem Frühjahr dämmerte mir so langsam, dass da was Großes auf uns zukommt. Die Qualität der ausgespuckten Texte verbesserte sich, die Fehler wurden weniger. Aber erst, als KI-generierte Videos gezeigt wurden, setzte bei mir der Angstreflex ein. „In welcher neuen Realität bin ich heute Morgen aufgewacht?“, fragte ich mich. „Und was bedeutet das für meine berufliche Zukunft als Autorin und Lektorin?“

Hallo Schnappatmung, sag ich nur, zumal YouTube mir nun reihenweise Videos von Menschen ausspuckte, die dank KI ihre Jobs verloren hatten. Diese Menschen waren zuvor teils unabkömmlich gewesen, konnten kaum in Urlaub gehen, und waren innerhalb weniger Monate ersetzt worden.

Etwa eine Woche hielt mich der Algorithmus in seinem Klammergriff gefangen und meine Laune sank auf einen Tiefpunkt.

Wie immer: erst mal lernen

Einige Tafeln Schokolade und noch mehr Murmeltiervideos später wurde mir wieder angenehmer Content ausgespielt und ich beschloss, mich einmal ernsthaft mit KI auseinanderzusetzen. Kopf-in-den-Sand ist keine Lösung und passt auch nicht zu mir. Und was macht Kerstin in so einem Fall? Na klar: Erst mal eine Fortbildung besuchen, hihi. Genauer gesagt nahm ich an einem kollegialen Austausch innerhalb meines Berufsverbands, des VFLL, teil, den die Regionalgruppe Rhein/Ruhr online anbot. Es war ein sehr erhellender Abend mit einem wilden Ritt durch Tipps und Tools. Die Kolleg:innen teilten ihre Erfahrungen und ich hatte Ansatzpunkte zum Weiterdenken. Ich las außerdem Artikel zum Thema, sah mir Dokumentationen an, hörte Podcastepisoden und tauschte mich mit jemandem aus, der in der IT-Branche arbeitet. 

Fragen, die ich mir zu diesem Zeitpunkt stellte:

  • Welchen negativen Einfluss wird künstliche Intelligenz auf meine Tätigkeit als Autorin haben?
  • Welchen negativen Einfluss wird künstliche Intelligenz auf meine Tätigkeit als Lektorin haben?
  • Wie kann ich KI in meiner täglichen Arbeit als Autorin sinnvoll nutzen?
  • Wie kann ich KI in meiner täglichen Arbeit als Lektorin sinnvoll nutzen?
  • Wie kann ich in beiden Berufsfeldern sicherstellen, dass ich nicht ersetzbar bin?
  • Wie gehe ich mit Kolleg:innen und Kund:innen um, die KI verwenden?
  • Wird die KI uns unterjochen und das Leben auf diesem Planeten vernichten? (Okay, ich gebe es zu: So ganz ließ und lässt mich diese Frage nicht los, hihi. Und was macht Kerstin in so einem Fall? Na klar, ein Buch drüber schreiben. 😉 Dieses #ufo liegt bereits seit einigen Jahren angefangen in der Schublade und hat sogar schon ein tolles Cover. Nun packe ich es an, sobald der Relaunch all meiner Titel durch ist. Kleiner Tipp am Rande: Schreiben ist eine gute Möglichkeit, Ängste zu verarbeiten. 🙂 )

Grenzen ausloten

Apropos Relaunch: Wie du vielleicht mitbekommen hast, ist mein queerer Roman „Tasche mit Herz“ wieder erhältlich. Das E-Book gibt es aktuell exklusiv bei Amazon, Print folgt Ende August/Anfang September.

In diesem Zuge habe ich mich erneut mit dem Thema Coverdesign auseinandergesetzt. Ich mochte das alte Cover sehr gern, wollte aber im Zuge des Distributionswegswechsels – was für ein Wort – etwas Neues ausprobieren. Die wunderbare Laura Newman hat sich meines Titels angenommen und ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis.

Da habe ich allerdings etwa siebenunddrölfzig Schritte übersprungen, denn erst versuchte ich mich – mal wieder – wenig erfolgreich an der Covergestaltung für meine Titel. Es gab ja nun KI, und da sollte es doch möglich sein, mal grad was Passables zu basteln, dachte ich mir.

Pustekuchen. Es kamen zwar lustige Bilder raus und ich könnte nun eine Galerie mit siebenhundert Ansichten eines Leuchtturms in unterschiedlichen Techniken eröffnen, aber professionell war anders. Genauso selbstgebastelt wie eh und je.

Mein Fazit zum Cover-Selbstversuch: Wenn man weiß, wie es geht, könnte man eventuell KI verwenden. Ansonsten ist man gut beraten, einen Grafikdesign-Profi zu beauftragen, wenn man ein gutes Ergebnis erzielen will. Ob der dann mit KI arbeitet oder nicht, ist mir letztlich wurscht, weil er oder sie die Arbeit trotzdem machen muss. (Laura unterscheidet beispielsweise bei ihren Premades und bietet separat KI-inspirierte an. Hier hat sie darüber berichtet.)

Das neue Cover von „Tasche mit Herz“ ist nicht KI-inspiriert, was möglich gewesen wäre. Es ist so oder so ein professionelles Cover, das meinem Text gerecht wird, und über das ich mich mit Laura austauschen konnte, bis alles perfekt war. Auch das Print-Cover und die Designs für Werbematerialien hat sie entsprechend gestaltet und für mich ist das immer noch die erste Wahl, auch wenn ich dafür Geld in die Hand nehmen muss. Wäre ich geschickter, was Gestaltungsfragen angeht, sähe ich das vielleicht anders, doch so bin ich happy damit und freue mich über das neue Kleid von „Tasche mit Herz“.

Mein Tipp: Probiere es aus. Lerne deine Grenzen kennen. Frage dich, was dir wirklich wichtig ist, wo du sparen möchtest und wo dein Geld gut investiert ist.

Schreiben mit künstlicher Intelligenz?

Zurück zum Text. Meine Mutter und ich haben uns während meines letzten Aufenthalts in Ostfriesland einen Spaß draus gemacht, mit der KI von ChatGPT die aktuelle weltpolitische Lage zu erörtern. Ich war überrascht, wie ausgewogen ihre Argumentation war, zumal sie ihre Ausführungen mit Quellen versah. Das eigene Wissen und Denken kann man damit zwar nicht ersetzen, denn Quark muss man von Nicht-Quark unterscheiden können, aber die Gedanken auf Trab zu bringen und sich einem Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu nähern, kann auf diese Weise sicherlich durchaus erhellend sein.

Doch wie tief darf der Eingriff sein? Ja, es gibt Autor:innen, die hauen komplette KI-generierte Bücher auf den Markt. Andere suchen sich Unterstützung beim Plotten, bei der Figurenentwicklung oder der Fehlerkorrektur. Wo ist eine Grenze zu ziehen?

Die kann meiner Meinung nach nur die jeweilige Autorin, der jeweilige Autor – gegebenenfalls in Absprache mit Agentur und Verlag – ziehen. Wenn alle fein damit sind, bitte sehr.

Allerdings bin ich für eine Kennzeichnung. Mein Kinderbuch „Wimpel und die rote Koralle“ ist ohne den Einsatz von KI entstanden, und dies habe ich auch auf dem Umschlag vermerkt und kommuniziere es im Marketing. Es ist meine feste Überzeugung, dass es einen Markt für Bücher geben wird, die ohne KI entstanden sind. (Bei „Tasche mit Herz“ und „Ertrinkende Pflanzen auf Leinwand“, welches kürzlich ebenfalls wieder als E-Book erschienen ist, habe ich den Vermerk schlichtweg vergessen, hihi. Muss ich bei Gelegenheit nachholen.)

Genauso wird es einen Markt für KI-generierte oder -unterstützte Inhalte geben. So wie Musik-Streaming und Schallplatten nebeneinander existieren, werden auch Bücher mit und ohne KI-Einfluss nebeneinander existieren.

Jedoch: Ich wünsche mir, dass dies kenntlich gemacht werden muss. Hier halte ich wenig von Selbstverpflichtungen und viel von gesetzlichen Vorgaben. Wo Mensch draufsteht, sollte auch Mensch drin sein – und umgekehrt.

Bis dahin habe ich mich für folgenden Weg entschieden: Sollte ich jemals ein Buch mit Unterstützung von KI verfassen, werde ich dies transparent machen und die Leserin, den Leser darauf hinweisen. So können meine Leser:innen selbst entscheiden, ob dies die Literatur ist, die sie lesen wollen.

Mein Tipp: Beschäftige dich mit den Tools, die Schreibenden heute die Arbeit erleichtern sollen. Sind sie etwas für dich? Oder erledigst du die Arbeit lieber weiterhin „zu Fuß“? Welche Anteile könntest du an KI auslagern? Bei welchen bereitete es dir Bauchschmerzen? Probiere es aus!

Transparenz im Lektorat

Diese Transparenz wünsche ich mir auch von meinen Kund:innen im Lektorat. Im Fragebogen, den ich obligatorisch vor dem Erstgespräch versende, ist nun eine Frage zum Thema KI zu finden, denn ich möchte wissen, ob und inwiefern künstliche Intelligenz am Prozess beteiligt ist. Ich schließe dies nicht aus, möchte es aber bei der Bewertung der Textqualität und des daraus resultierenden Arbeitsaufwands berücksichtigen können. Was ich jedoch weiß: Auch „meine“ Autor:innen kann keine KI ersetzen. Ihre Texte sind das Resultat ihrer Lebenserfahrung, ihrer Gedanken und Gefühle. Und das ist gut so! ♥

Von meiner Seite aus werden sicherlich im Laufe der Zeit Tools in meine tägliche Arbeit Einzug halten, weil man natürlich auf dem Laufenden bleiben muss. Ich werde in meinen Fortbildungen sicherlich Praktisches kennenlernen, und wo ich es zum Nutzen meiner Kund:innen einsetzen kann, werde ich dies tun – transparent und ehrlich.

Doch eines wird KI niemals ersetzen können: mich. Wer mit mir gearbeitet hat, weiß, dass mein Lektorat persönlich, dass es deep ist. Wir tauchen tief, mit Herz und Verstand. Meine Sprachnachrichten – wenn gewünscht – kommen aus meinem Mund. Meine Empfehlungen – auch wenn sie mit Arbeit verbunden sind – resultieren aus mehr als 30 Jahren Erfahrung im Schreiben und Veröffentlichen. Ich bin das Resultat meiner Lebenserfahrung und schenke meinen Kund:innen meine Lebenszeit, erkenne ihre Anliegen und Probleme und gehe wertschätzend darauf ein. Damit bin ich -und werde es bleiben – unersetzlich. 🙂

Fazit

KI wird uns weiter beschäftigen. Die Entwicklung ist exponentiell. Manches wird uns überraschen, anderes erschrecken. Drumrum kommt keine:r von uns.

Manche werden ihre Schreibarbeit von KI erledigen lassen und auf Textprofis zur Unterstützung verzichten. Vielleicht erzielen sie gute Resultate, vielleicht nicht.

Doch lasst uns optimistisch sein und uns unseren Geschichten, unseren Sachthemen widmen. Es wird immer Menschen geben, die sich dafür interessieren. Wir haben alle so viel zu sagen. Schreiben wir es auf!


Du hast Fragen oder Anregungen? Dann schreibe mir an kerstin@21ufos.de.

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Hilfe! Ich brauche ein Exposé

Im Autor:innenleben kommen wir immer mal wieder an den Punkt, an dem wir ein Exposé aus der Tasche ziehen müssen oder wollen. Ja, das gilt auch für Selfpublisher:innen: Auch für sie kann es sinnvoll sein, auf ein Exposé zu setzen. Fangen wir also mit folgender Frage an:

Warum brauche ich ein Exposé?

Vielleicht möchtest du dich bei einem Verlag oder einer Agentur bewerben oder an einer Ausschreibung teilnehmen. In diesem Zusammenhang ist mittlerweile vielen geläufig, dass meist ein Exposé zu übersenden ist. Doch wusstest du, dass das Exposé nicht nur ein Informationsblatt für die erste Person ist, die es erreicht, sondern auch Gesprächsgrundlage in größerer Runde sein kann? Dies ist dann der Fall, wenn dein Manuskript in die engere Auswahl kommt und beispielsweise in einer Konferenz vorgestellt wird. Ob ein Manuskript angefordert wird oder nicht, entscheidet nämlich nicht zwangsläufig ein Mensch alleine.

Auch kann dein Exposé Grundlage für die weitere Bearbeitung im Verlag sein, zum Beispiel bei der Gestaltung des Covers. Hier sind manchmal Details wichtig, die eventuell schon auf den Websites der Verlage und Agenturen oder der Ausschreibung zu entnehmen sind. Für meine Verlagsveröffentlichungen war beispielsweise die Angabe von Haar- und Augenfarbe wichtig, da daraufhin die Bilder für den Umschlag ausgewählt wurden. Vielleicht spielen bei dir auch andere Faktoren eine Rolle.

Tipp: Lies dir die Anforderungen genau durch und halte dich an die Vorgaben, damit es nicht an Details scheitert. Hast du direkten Kontakt zu Lektor:in oder Agent:in, frage nach, wenn etwas unklar ist.

Als Indie-Autor:in brauche ich sowas doch nicht …

Auch als Selfpublisher:in kann ein Exposé nicht schaden. Bei mir ist es bei jedem Projekt die Arbeitsgrundlage. Ohne ein Exposé tippe ich kein Wort. Da ich aber ein Plotter bin, möchte ich das nicht verallgemeinern. 🙂 Gehörst du zu den Bauchschreibern, empfehle ich dennoch, bestimmte Aspekte zu verschriftlichen, denn du kannst das Exposé als Selfpublisher:in zum Beispiel nutzen, um die Kommunikation mit Dienstleister:innen aus dem Bereich Illustration und Coverdesign zu vereinfachen: Sie lesen nicht dein komplettes Buch, wollen aber gerne wissen, worum es geht, wer die Zielgruppe ist und so weiter. Hier kann ein Exposé nützlich sein. Auch ein Waschzettel für den Buchhandel schreibt sich leichter mit einem Exposé im Rücken.

Hinweis: In diesem Blogpost habe ich mich mit kurzen Zusammenfassungen deines Textes beschäftigt. Darin geht es auch um Pitch, Kurzinhalt – und den sogenannten Waschzettel.

Was gehört in ein Exposé?

Ein paar Sachen sind absoluter Standard. Diese sollten in keinem Exposé fehlen. Dazu gehören:

  • Titel
  • Name / Pseudonym
  • Kontaktdaten
  • Genre
  • (geplanter) Umfang in Zeichen inkl. Leerzeichen oder Normseiten
  • Bearbeitungsstand / Status
  • Zielgruppe
  • Logline, Pitch oder Kurzinhalt (siehe hierzu den Blogpost zu Zusammenfassungen)
  • Inhaltsangabe inklusive Ende (siehe hierzu den Blogpost zu Zusammenfassungen)

Hinweis: Dein Titel ist ein Arbeitstitel. Er kann sich im Laufe des Prozesses auch im Selfpublishing ändern bzw. wird bei einer Verlagsveröffentlichung durch den Verlag festgelegt. Mit Glück kommt dein Wunschtitel durch, die Regel ist das aber nicht, da viele Aspekte hineinspielen.

Optional sind folgende Angaben, sofern sie relevant für dein Genre sind bzw. von Verlag/Agentur/Wettbewerbsausrichter so kommuniziert wurden:

  • Perspektive
  • Schauplatz
  • Tropes
  • Aufstellung der Figuren, ggf. mit Details mit Haar- oder Augenfarbe
  • kurze Vita
  • Foto
  • ggf. Werkverzeichnis

Da ein Exposé maximal drei Seiten umfassen sollte – eventuell weniger, wenn angegeben – erschließt es sich von selbst, dass hier in der Kürze die Würze liegt. Wähle klug aus, was relevant ist und was nicht. Und fülle die Seite nicht maximal mit Text, sondern lasse etwas Luft, damit sie gerne gelesen wird. 😉

Fazit

Du siehst: Es kommt auf den Einzelfall an. Informiere dich genau, was gefordert wird beziehungsweise welche Informationen du im Selfpublishing zusammentragen solltest, damit du gut mit anderen am Prozess Beteiligten zusammenarbeiten kannst. Nimm dir Zeit für die Arbeit am Exposé und siehe sie in jedem Falls als Gewinn an, denn du beschäftigst dich intensiv mit deinem Projekt, weißt danach, wohin du willst und kannst dich im Schreibprozess und während des Marketings immer wieder fragen: Bin ich noch auf Kurs? Marschiere ich in die richtige Richtung? Oder sollte ich etwas ändern? Von Projekt zu Projekt wird es dir leichter fallen, den Rahmen zu schaffen, die Infos zusammenzutragen. Und vielleicht macht es dir irgendwann sogar Spaß. So wie mir. 🙂


Kontaktiere mich jetzt, wenn du Unterstützung benötigst, eine Exposé-Beratung in Anspruch nehmen oder dein Exposé prüfen lassen möchtest. Ich kann auf mehr als vierzig Veröffentlichungen im Verlag zurückblicken, für die ich Exposés schreiben durfte, und habe als Lektorin etliche Autor:innen erfolgreich hierzu begleitet. Schreibe mir jetzt: kerstin@21ufos.de


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