Die Jahreslosung trägt mich auch weiter ins Jahr hinein: 21ufos.de und meine Aktivitäten nehmen langsam wieder Fahrt auf. Nach meiner Neuauflage von „Der Koffer im Leuchtturm“ bin ich momentan schwer damit beschäftigt, alle Podcast-Episoden wieder live zu schalten. Die Arbeit habe ich etwas unterschätzt und ärgere mich nun, alle Folgen vom Netz genommen zu haben. War aber nötig, weil ich mich in 2025 komplett zurückgezogen habe. Nacheinander habe ich einen Kanal nach dem anderen eingestellt, eine Tätigkeit nach der anderen beendet, um mich besinnen zu können. Dass alles online war, bedeutete, dass ich mich damit beschäftigen und den Betrieb kontrollieren musste. Es hielt mich vom Denken ab, und das wollte ich.
Doch warum kam es überhaupt zu diesem Schneckenhaus-Jahr?
Wie so oft im Leben kam eins zum anderen: Krankheiten und Todesfälle in der Familie; zu viel Arbeit, zu wenig Urlaub; Tanzerei auf zu vielen Hochzeiten; und dann auch noch KI, die mein Berufsfeld – wie so viele andere – nachhaltig verändert. Ich stieg aus, zunächst als Pause, dann doch scheinbar auf Dauer. Ich fand eine Tätigkeit im pädagogischen Bereich, die mir rundum gefiel, in der ich mich und den Sinn in dieser immer technischer werdenden Welt wiederfand. Hatte ich sonst immer am Schreibtisch gesessen, ging ich nun raus, hielt mich viele Stunden am Tag sogar unter freiem Himmel auf. Es war herrlich. Ganz anders und auf eigene Art anstrengend, aber eben auch herrlich, nicht zuletzt wegen toller Kolleginnen. ♥
Im Sommer 2025 stand dann unser Umzug nach Emden an. (Ja, tatsächlich hat es uns wieder in die Heimat verschlagen! Dazu ein andermal mehr.) Wie nun also weiter? Meine Arbeitsstelle musste ich aufgrund des Umzugs aufgeben. Doch die Pädagogik hatte es mir angetan, und so begann ich ein Studium in diesem Bereich, zunächst sehr enthusiastisch, dann jedoch ernüchtert. Es war nicht das Richtige, vor allem in Form eines reinen Fernstudiums. Zudem konnte ich mir nicht vorstellen, dies ausschließlich über mehrere Jahre zu machen. Das deprimierte mich sehr. 🙁
Gleichzeitig vermisste ich meine ganzen vorherigen Aktivitäten, das Bloggen und Podcasten, die Buchbubble, Messen und Treffen – ach, ich war hin- und hergerissen, wie es weitergehen sollte. Ich schrieb erste Bewerbungen, wie Versuchsballons – kann ich nur empfehlen, dabei habe ich schon ganz tolle Berufsfelder kennengelernt! – und vereinbarte einen Beratungstermin, um mit einem Profi zu durchdenken, welche die nächsten Schritte sein könnten. Doch bis zum Termin musste ich mich noch in Geduld üben.
Also igelte ich mich noch mehr ein.
Zwischen den Tagen sah ich kaum jemanden außer meiner Familie. Ich wollte mir die Zeit nehmen, um mir grundsätzliche Fragen zu stellen: Wo geht die Reise hin? Wie – und wie viel – will ich in Zukunft arbeiten? Wie – und ob überhaupt – möchte ich auch im Literaturbetrieb unter diesen neuen Bedingungen arbeiten? Oder wird es etwas ganz anderes?
Und so reifte der Entschluss, wieder in mein ursprüngliches Berufsfeld „Schreiben & Veröffentlichen“ zurückzukehren, aber mit einem Fokus auf pädagogischen Anteilen und den menschlichen Faktor, und gleichzeitig eine Tätigkeit außer Haus zu suchen, die mich unter Menschen bringt, in der ich hilfreich sein kann. Also: Das eine tun, ohne das andere zu lassen.
Fazit
Hier kommen meine Learnings aus meinem Quasi-Sabbatical und was ich daraus für dich ableite:
- Manchmal muss man wirklich raus. Wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht; wenn man nicht mehr unterscheiden kann, was wichtig und sinnvoll und nützlich ist und was nicht, dann hilft ein Perspektivwechsel. Ich habe mich komplett zurückgezogen, um Klarheit zu gewinnen. Wenn du auch einmal an dem Punkt sein solltest, an dem du im Veröffentlichungsprozess nicht mehr weiterweißt, dann hustle nicht weiter und weiter, sondern STOPPE. Versuche, dich wirklich ganz aus der Situation rauszunehmen und von außen zu betrachten, was von innen zu konfus ist. Auch mit dem Risiko, dass sich jemand vor den Kopf gestoßen fühlen könnte. Wenn es für dich nicht mehr funktionierst, ist den anderen auch nicht geholfen, wenn du einfach weitermachst.
- Idealerweise wartest du damit nicht zu lange, sondern erwischt zwischendurch immer wieder Punkte zur Besinnung. Ich war in 2024 so überlastet, dass ich das nicht mehr konnte. Ruhepausen sind wichtig. Freie Abende, Wochenenden, Urlaube: Ich habe deren Wert neu schätzen gelernt.
- Manchmal hilft auch Technik: Mit einer App habe ich meinen Stresslevel gesenkt und vieles über mich und meinen Alltag herausgefunden. Meine Krankenkasse stellt diese App zur Verfügung. Deine vielleicht auch?
- KI ist etwas, wovor wir nicht davonlaufen können. Sie wird unweigerlich Teil unseres Alltags werden, ob wir wollen oder nicht. Dies wird auch im Bereich „Schreiben & Veröffentlichen“ der Fall sein. Niemals wird eine KI meine Bücher schreiben – das wird sie tatsächlich niemals können! ♥ –, doch ich will verstehen, wie man sie im Büroalltag sinnvoll einsetzen kann. Auch im Bereich Marketing kann ich mir vorstellen, mit ihr zu arbeiten. Wo nutzt du KI schon?
Puh, war das eine schwere Geburt. Es hat über ein Jahr gebraucht, um an diesen Punkt zu kommen und mit solcher Klarheit auf die vergangenen zwei Jahre zurückblicken zu können. Also auch ein Learning: Geduld gewinnt.
Ich bin gespannt, was das Jahr für mich – und dich – bereithält.
Holl di munter
deine Kerstin
Du hast Fragen oder Anregungen? Dann schreibe mir an kerstin@21ufos.de.
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