Bürobedarf und mehr für Schreibende

Einer meiner meistkommentierten Posts auf Instagram zeigt meinen Schreibtisch. Beiträge zu meiner Schreibumgebung und von mir verwendeten Materialien sind ebenfalls gut angekommen. Auch aus Gesprächen und Beobachtungen kann ich ableiten, dass sich die Gedanken von angehenden und arrivierten Autor:innen immer mal wieder um das Thema drehen: Wo schreibe ich? Womit schreibe ich? Wie gestalte ich mein Umfeld? (In einem älteren Blogartikel habe ich mich schon mal mit dem Schreibort beschäftigt.)

Im heutigen Artikel soll es noch etwas tiefer gehen, nämlich ganz konkret um die vielen Helferlein, die uns das Leben als Schreibende erleichtern können. Ob du als Autor:in nun aus einer Notebooktasche lebst, deinen Bürokram griffbereit in einem Küchenwagen sammelst oder einen Schreibtisch dein Eigen nennen kannst: Nimm dir aus diesem Artikel, was du brauchst und umsetzen kannst. Nicht alles wird zu deiner Situation passen, doch das liegt in der Natur der Sache. Wir alle schaffen uns unsere kreative Umgebung, wie es sich für uns gut anfühlt und umsetzen lässt.

Kalender

In meiner näheren Umgebung tummeln sich diverse Kalender:

  • Ein klassischer Kalender in Buchform, der mich durch das Jahr begleitet, und ohne den ich komplett aufgeschmissen wäre. Ich wäre „lost“, wie meine Kinder gerne sagen, und würde einen Termin nach dem anderen verpassen, wenn ich ihn nicht hätte. Dieser Kalender ist die Grundlage für meine gesamte Planung, denn ich muss meine Tätigkeit als Lektorin und Autorin mit dem Familienleben in Einklang bringen und alle Termine im Blick behalten. Manche machen das digital, doch das holt mich bislang nicht ab: zu unübersichtlich. Außerdem brauche ich den Akt des Aufschreibens mit Stift, damit sich mein Gehirn die Dinge merkt. Und ja: Ich liebe es, erledigte Punkte wegzustreichen. Daher wird ein klassischer Kalender mich wohl weiterhin begleiten.

  • Auf meinem Schreibtisch liegt außerdem ein Wochenplaner, und zu meinen sonntäglichen Ritualen gehört es, die kommende Woche zu planen, mir Aufgaben aus meiner digitalen To-do-Liste und der Monatsplanung rauszusuchen, Wochenziele zu setzen und jedem Tage drei zu erledigende Aufgaben zuzuweisen. Hier trage ich auch schon anstehende Termine ein, damit ich sie im Blick behalte und weiß, dass ich mir den entsprechenden Tag nicht zu voll packen darf.

    Natürlich klappt es nicht immer, diese Planung umzusetzen. Manches dauert länger als gedacht und schiebt sich in den nächsten Tag, anderes fällt weg. Daher trage ich nur die bereits feststehenden Aufgaben ein und halte den Rest frei, um weitere Aufgaben flexibel eintragen zu können und einen Puffer für Unerwartetes zu haben. Auch Ideen und in der Zukunft anstehende To-dos wandern im Laufe der Woche in diesen Planer, in dem es eine eigene Rubrik für Notizen gibt. Diese übertrage ich in der nächsten sonntäglichen Sitzung in den nächsten Planer oder meine To-do-Liste. Das System hat sich für mich bewährt, da so nichts aus dem Blick gerät.

    Im Handel gibt es verschiedene Planer. Schaue sie dir an und überlege, was für dich wichtig ist. Probiere einen aus und wechsle gegebenenfalls, wenn er nicht zu deinen Bedürfnissen passt.

  • Ein beschreibbarer Wandkalender hilft mir, das ganze Jahr im Blick zu behalten. Auf diesem landen die Termine für anstehende Lektorate, Schreibphasen, in denen ich intensiv an einem Projekt arbeiten möchte, Veröffentlichungs- und Messetermine – und natürlich mein Urlaub, denn der sollte auch seinen Platz finden.

Habit-Tracker

Auf meinem Wochenplaner ist auch ein sogenannter Habit-Tracker abgedruckt: Damit sich positive Gewohnheiten etablieren können, wollen sie regelmäßig ausgeführt werden. In diesen Tracker kann ich eintragen, was ich regelmäßig ausführen möchte, und dann tageweise abkreuzen. So sehe ich automatisch, was zu kurz gekommen oder in der Woche gut gelaufen ist. Solche Tracker gibt es in verschiedener Form, auch digital, oder du malst dir einfach einen auf einen leeren Block.

Ein Beispiel: Du hast dir vorgenommen, jeden Tag ein paar Sätze zu schreiben, doch in deinem Habit-Tracker findet sich kein entsprechendes Kreuz? Dann kannst du Ursachenforschung betreiben und in der kommenden Woche einen neuen Versuch starten.

Wiedervorlageordner

Während einer Bürotätigkeit lernte ich dieses für mich weltverändernde Utensil kennen. Ein Wiedervorlage- oder auch Pultordner ist eine stabile Mappe mit den 12 Monats- und/oder 31 Tagesfächern. Hier wandern Unterlagen zu den zu erledigenden To-dos hinein, damit sie stets griffbereit sind. Ein Wiedervorlageordner ist allerdings nur so gut wie der Mensch, der ihn benutzt, heißt: regelmäßiges Reinschauen und Ausmisten nicht vergessen!

Ordner mit aktuellen Projekten

In einem Ordner sammle ich Infos zu meinen aktuellen Projekten, die noch kein Stadium erreicht haben, in dem sie einen eigenen Ordner verdienten, hihi. Auch hier: Regelmäßiges Reinschauen, Bearbeiten und Ausmisten ist das Mittel der Wahl.

Stapel mit Literatur zur Weiterbildung

Dich machen Bücherstapel in deiner Nähe nervös? Dann ist dieser Tipp nichts für dich. An alle anderen: Ich habe einen (kleinen) Stapel Literatur auf meinem Schreibtisch liegen. Dabei handelt es sich nicht um Belletristik. (Der Stapel ist ungleich größer. 😉 ) Hier habe ich eine Auswahl an Literatur zusammengetragen, mit der ich mich weiterbilden möchte, auch Zeitschriften gehören dazu. Nach Lust und Laune greife ich zu, arbeite Bücher ab, tausche aus. (Der Punkt „Weiterbildung“ findet sich übrigens auch in meinem Habit-Tracker, denn dies ist eine Sache, die ich wirklich nicht schleifen lassen möchte.)

Stifteköcher und Notizbücher

Ein alter Hut, und dennoch kann man es gar nicht oft genug erwähnen: Wenn du zu den Menschen gehörst, die nicht rein digital arbeiten oder zumindest während der Stoffentwicklung noch auf Stift und Zettel setzt, dann halte einen Köcher, eine Mappe oder ein Fach mit deinen Lieblingsstiften und Notizbücher bereit. Wer weiß, wann dich die Kreativität für ein neues Projekt packt? Dann bist du startklar und musst die anfängliche Euphorie nicht durch fehlendes oder unpassendes Schreibwerkzeug ausbremsen.

Schredder

Dass dieser Punkt direkt im Anschluss kommt, war nicht geplant, hat aber eine gewisse Komik: Was uns nach anfänglicher Euphorie nicht gefällt, können wir direkt schreddern.

Nein! Natürlich nicht. Wir sammeln ALLES – auch das, was wir gerade für den größten Mist des Universums halten. Wer weiß, wann uns dieses Fragment noch mal nützt.

Dennoch möchte ich zur Anschaffung eines Schredders raten. Ich nutze ihn natürlich aus Datenschutzgründen, aber auch, um mich von Dingen zu befreien, die aus meinem Leben ziehen dürfen. Schreddern befriedigt und ist bei diesem Prozess ungemein hilfreich.

Pinnwand

Eine Pinnwand oder Magnettafel ist aus vielerlei Gründen sinnvoll.

  • Sie muss nicht unbedingt an der Wand hängen, wenn das nicht geht, sondern kann auch neben einem Schrank, einer Kommode oder unter dem Bett verstaut werden, wenn du sie gerade nicht benötigst.
  • Wenn du keine andere Möglichkeit hast, ist auch eine Tür oder der Kühlschrank eine Option.
  • Du kannst den Plot deiner Geschichte oder den Inhalt deines Sachbuchs durch Karteikarten gliedern und sie hinhängen, um einen Überblick zu bekommen und zu prüfen, ob alles passt.
  • Motivierende Sprüche, Fotos deiner Erfolge und eine Karte mit deinen Jahreszielen lassen dich am Ball bleiben.
  • Wichtiges bleibt im Blick, zum Beispiel die Tastenkombinationen für den Kleinkram im Hintergrund deines Texts.
  • Hier kannst du auch einen Habit-Tracker anbringen.

Adressstempel

Ein Adressstempel nimmt dir die lästige Arbeit ab, die Absenderadresse auf jeden Brief, jedes Paket und Päckchen schreiben zu müssen. Da kommen im Laufe eines Jahres ganz schön viele Minuten zusammen, die ich persönlich lieber mit Spannenderem verbringe. Bei mir seit Jahren in Gebrauch!

Laminiergerät

Auch auf mein Laminiergerät schwöre ich, auch wenn ich es aus Gründen des Umweltschutzes nicht mehr so häufig wie früher benutze. Ich überlege mir gut, was ich mit einer beschreibbaren Folie versehen möchte, doch diese nutze ich dann auch nahezu täglich. Meine Liste mit allen wiederkehrenden Bürotätigkeiten möchte ich nicht missen, denn manches vergesse ich sonst leider einfach. Stichwort: Datensicherung. 😉 Auch die Kleinigkeiten wollen im Blick behalten werden.

Taschenrechner

Der liegt nicht immer auf dem Tisch, sondern in einer Schublade, weil ich ihn nicht ständig brauche, doch zur Kalkulation von Zeichenzahl, Normseiten und so weiter nutze ich ihn oft. (Ja, auch das Handy bietet diese Option, doch da ich mein Handy aus Gründen der Konzentration meist nicht am Schreibtisch habe, fällt für mich diese Möglichkeit weg.)

Goodie-Sammelmappe

Du bist gerne auf Messen unterwegs? Du füllst deine Tasche oder deinen Beutel mit Lesezeichen, Postkarten und Leseproben? Dann richte dir doch einen „Sammelpunkt“ für all diese Mitbringsel ein. Eine Mappe bietet sich an, ich selbst habe ein Ablagefach dafür. Ich schaue mir die Materialien der Kolleg:innen gerne an und lasse mich inspirieren. (Bitte nicht einfach kopieren!) Und so manches Buch wandert auch auf die Wishlist.

Versandstraße

Dein Buch ist bereits in die Veröffentlichung gegangen oder kurz davor? Dann richte dir an passender Stelle eine kleine „Versandstraße“ ein. Hier hältst du dein Buch oder deine Bücher bereit und auch alle Materialien, die du für den Versand benötigst: Umschläge, Kartons, Briefmarken, Klebeband, Lesezeichen oder Postkarten als Beilage, anderes Werbematerial und so weiter. Alles griffbereit zu haben, erleichtert das Leben ungemein, wenn zahlreiche Bestellungen gleichzeitig eintrudeln!

Tassenwärmer

Und nun noch mein ultimativer Geheimtipp für alle, die ihren Kaffee oder Tee vor lauter kreativer Arbeit regelmäßig kalt werden lassen: ein elektrischer Tassenwärmer für den Schreibtisch. Mein Mann hat mir meinen geschenkt, und ich freue mich jeden Tag darüber, weil ich endlich meinen Tee während des Schreibens warm genießen kann. 🙂

Fazit

Es gibt viele Tools, die das Leben von Schreibenden einfacher machen können. Probiere etwas aus und verwerfe es, wenn es nicht zu dir passt. Manches darf vielleicht bleiben. Viel Spaß dabei!

Du hast weitere Tipps fürs Büro? Dann hinterlasse einen Kommentar oder schreibe mir an kerstin@21ufos.de eine E-Mail.

Ein Kinderbuch schreiben (2)

(enthält Werbung)

Hier liest du endlich den zweiten Teil von „Ein Kinderbuch schreiben – meine Learnings“. (Den ersten Teil findest du hier.)

Ich habe im vergangenen Jahr mein Kinderbuch „Wimpel und die rote Koralle“ veröffentlicht. Dieses Kinderbuch ist zuerst als E-Book erschienen, dann als Hardcover-, dann als Softcover-Ausgabe. Welche Erfahrungen habe ich auf dem Weg gemacht? Darum geht es in diesem Artikel.

Komplexe Herausforderung

So eine Kinderbuchveröffentlichung ist nicht so einfach wie man sich das vorstellt. Man denkt vielleicht, ein Kinderbuch sei kürzer als ein dicker Roman und müsste somit auch leichter zu schreiben sein. Ganz so blauäugig war ich zwar nicht und wusste, dass ein zusätzlicher Dienstleister mit ins Boot kommt, nämlich ein:e Illustrator:in – in meinem Fall die liebe Kathrin Bax-Kowitz, die mir wunderbar zur Seite gestanden hat. Dadurch kommen aber im Abstimmungsprozess und im gesamten Zeitplanungsprozess Herausforderungen auf einen zu.

Ich muss sagen, dass es wirklich gut funktioniert hat, unter anderem in der Kommunikation. Trotzdem ist die Komplexität des Unterfangens nicht zu unterschätzen. Ein Kinderbuch veröffentlicht man nicht mal grad „nebenbei“. Es ist mir wichtig, das zu vermitteln, damit man es nicht auf die leichte Schulter nimmt: Es ist nicht einfacher, als einen dicken Roman zu schreiben oder zu veröffentlichen. Auch was den Text angeht, kommen Herausforderungen auf einen zu, neben der Komplexität des Veröffentlichungsprozesses selbst.

Kleine Testleser

Neu waren für mich außerdem kleine Testleser: Meine Geschichten gehen immer an Testleser, und auch dieses Mal habe ich zielgruppenorientiert ausgewählt: Kinder. Mit ihrem Feedback geht man natürlich anders um als mit dem Feedback eines Erwachsenen. Dem gibt man vielleicht einen Fragenkatalog mit Hinweisen an die Hand, worauf er oder sie achten möge. Mit Kindern geht man anders an die Sache heran, was spannend für mich war. Ihnen fallen Details auf und sie teilen mit, worüber sie gelacht haben, was sie witzig fanden und was sie inhaltlich mitgenommen haben.

Neues Werbematerial

Nun zum Thema Marketing: Ich habe für mein Pseudonym Kerstinus Brausike einen eigenen Instagram-Kanal erstellt, da mir klar war, dass ich eine andere Zielgruppe ansprechen muss als auf dem Kanal von Kessi van Jarssum. Neben den Kindern gehören nämlich auch die Eltern, Großeltern, Erzieher:innen, Lehrer:innen und am Naturschutz interessierte Menschen zu meiner Zielgruppe. Solche Menschen versuche ich mit dem Account anzusprechen. Da gilt es, daran zu denken, dass man zwar für Kinder schreibt, aber dass jemand anderes die Bücher kauft und auch gut finden und den Kindern vorstellen muss – ein Drahtseilakt, diese unterschiedlichen Gruppen im Blick zu behalten.

Dies hatte auch Einfluss auf die Materialien, die ich zum Buch habe produzieren lassen. Lesezeichen gibt’s bei mir eigentlich immer, doch zum Wimpel zusätzlich Sticker. Diese möchte ich zu Lesungen mitnehmen, um sie vor Ort an die Kinder zu verteilen. Außerdem habe ich einen Flyer erstellt, den ich den Kindergärten und Schulen mit einem Begleitschreiben zusenden kann. In dieser Informationsquelle zum Buch steht alles drin, was wichtig ist: Inhalt, beteiligte Personen, an wen es sich richtet, dass es professionell lektoriert und korrigiert wurde, Informationen zum Bezug usw.

Bezüglich des Werbematerials habe ich mir also Gedanken gemacht, wer das Buch kaufen könnte bzw. an wen es sich richtet und womit ich sowohl den Erwachsenen als auch den Kindern etwas Gutes tun kann, damit sie Interesse und Freude am Wimpel haben.

Pläne muss man manchmal umschmeißen

Hieraus schlussfolgerst zu vielleicht, dass ich noch nicht an Kindergärten und Schulen war – und damit hast du recht. Dies war eigentlich mein großer Plan für die Zeit nach der Veröffentlichung. Uns hat es in diesem Herbst und Winter allerdings richtig erwischt und es reihte sich ein Infekt an den anderen. Neben der normalen Arbeitsbelastung war an Lesungen und andere Veranstaltungen nicht zu denken. Daher habe ich mich entschieden, die ganzen Materialien noch nicht rauszugeben, noch keine Werbung in den Einrichtungen für mein Buch zu machen. Natürlich brauchen solche Besuche immer einen Vorlauf, aber ich möchte auch spontan bereit sein und auf Anfragen reagieren können, und dies zuverlässig. Nun neigt sich der Winter dem Ende zu und ich möchte das Thema bald angehen.

Erstmals drei Ausgaben

Warum gibt es „Wimpel und die rote Koralle“ eigentlich als E-Book, Hardcover und Softcover? Für mich Neuland, habe ich erstmals so gemacht. Ich habe allerdings immer von einem Hardcover-Kinderbuch geträumt. Hier ist zu bedenken, dass es gar nicht mal so leicht ist, sich für einen Distributor zu entscheiden. Gutes Kinderbuch-Hardcover kann nicht jeder. Ich bin mit meinem Druck sehr zufrieden und kann zusätzlich mit meinem Softcover noch einmal einen anderen Markt bedienen. Dies hängt mit den unterschiedlichen Vertriebskanälen zusammen. Durch die drei Ausgaben kann ich die Möglichkeit, das Buch zu erwerben, breiter streuen. Hinzu kommt, dass das Softcover schlichtweg günstiger ist, das E-Book noch einmal. So kann jede:r Käufer:in selbst entscheiden, welchen Preis sie zahlen beziehungsweise zu welcher Version des Buches er oder sie greifen möchte.

Fazit

Das waren meine Learnings! Zusammengefasst: Es ist komplex, aber es macht richtig Spaß und ich bin super happy mit meinem fertigen Kinderbuch. Immer wenn ich es in die Hand nehme und anschaue, bin ich richtig stolz, weil es so schön geworden ist. Ich freue mich jedes Mal, weil es eins von meinen wichtigen 21ufos – meinen unfertigen Objekten – war, meinen Texten, die ich in mein Lebenswerk eingliedern möchte. Deshalb freue ich mich einfach, dass es so schön und rund geworden ist und dass ich diese Mühen auf mich genommen habe.

Ich möchte dich mit meinem Bericht definitiv nicht entmutigen. Ich möchte dir nur mitgeben, sehenden Auges hineinzugehen. Stell dich drauf ein! Meiner Meinung nach ist die Belastung schon halb so groß, wenn man weiß, worauf man sich einlässt, und nicht überrascht wird. Es ist nicht einfacher, bloß weil es kürzer ist oder eine nicht erwachsene Zielgruppe bedient. Diesen Zahn wollte ich dir ziehen, sofern du ihn denn gehabt hast. 😉 Gleichzeitig möchte ich dir mitgeben, dass es wirklich glücklich machen kann, ein schönes Kinderbuch zu schreiben und zu veröffentlichen.

Ich bedanke mich auf diesem Wege bei den wunderbaren Menschen, die mich begleitet haben: bei Sandra von der Agentur Autorenträume und bei meiner Illustratorin und Coverdesignerin Kathrin Bax-Kowitz. Ich bedanke mich außerdem ganz herzlich bei den Buchblogger:innen, die Wimpel so positiv aufgenommen haben. ♥

Hast du Fragen oder Anregungen? Dann schreibe mir an kerstin@21ufos.de eine E-Mail.

Werk für Werk zum Werkverzeichnis

Vor mir hängt eine große Pinnwand. Ich schaue auf meine Jahresziele, motivierende Sprüche, Checklisten für Podcast und Blog – und mein ausgedrucktes Werkverzeichnis. Da wir hier an unserem jeweiligen Lebenswerk arbeiten, schauen wir uns das Thema Werkverzeichnis heute einmal genauer an.

Ein Werkverzeichnis – was ist das eigentlich?

  • In ein Werkverzeichnis wird das Gesamtwerk einer Autorin, eines Autors aufgenommen.
  • Ein Verzeichnis kann noch zu Lebzeiten angelegt werden oder nach dem Tod.
  • So ein Verzeichnis ist nicht statisch, da weitere Veröffentlichungen oder neue Erkenntnisse eingepflegt werden.
  • Ein Werkverzeichnis kann Teil eines Exposés bei einer Verlagsbewerbung sein.

Ist so ein Verzeichnis nicht nur etwas für etablierte Autor:innen?

Ganz klare Antwort: Nein! Vom ersten Text, den du veröffentlichst, vom ersten Blog-Artikel, der ersten Kurzgeschichte an, kannst du solch ein Verzeichnis anlegen. Ich empfehle es sogar, denn es zeigt, dass du dich und deine Arbeit ernst nimmst. Du möchtest ein Lebenswerk aufbauen und die Seite(n) im Laufe der Jahre mit deinen Veröffentlichungen füllen. Und du fängst mit der ersten Veröffentlichung an. Wort für Wort zum Lebenswerk!

#funfact: Die ersten Veröffentlichungen in meinem Werkverzeichnis stammen aus meiner Teenagerzeit, in der ich in der Jugendredaktion einer Tageszeitung aktiv war.

Merke: Deine Anfänge sind wertvolle Erinnerungen und wichtige Stationen auf deinem Weg als Schriftsteller:in. Sie dokumentieren diesen Weg. Schreibe auch die Anfänge auf! (Ob du auch fertige, aber unveröffentlichte Texte aufnehmen möchtest, liegt ganz bei dir.)

Wie baut man ein Werkverzeichnis auf?

Zunächst einmal kommt es darauf an, dass das Verzeichnis dein Werk vollständig erfasst.

Mein eigenes Werkverzeichnis, das mittlerweile vier Seiten lang ist, habe ich mit meinen frühen Veröffentlichungen im Journalismus begonnen, gefolgt von einer ersten literarischen Veröffentlichung, einer Kurzgeschichte in einer Anthologie. Dann folgen mehrere Dutzend Heftromane im Verlag unter Pseudonym. Dann folgen meine neueren Veröffentlichungen, getrennt nach Pseudonym, jeweils chronologisch mit der neuesten Veröffentlichung ganz oben.

Ich nehme außerdem neue Auflagen und die unterschiedlichen Erscheinungstermine von E-Book, Softcover und Hardcover auf, so dass ich immer nachhalten kann, wann was erschienen ist. (Damit erleichtere ich außerdem dem Forscher die Arbeit, der sich in 200 Jahren mit meinem Gesamtwerk beschäftigt, hihi! 😉 )

Muss ich das Verzeichnis pflegen?

Ja! Du solltest immer dann aktualisieren, wenn eine Veröffentlichung, eine Neuauflage oder Ausgabe in einem anderen Format hinzukommt. Ich vermerke außerdem ganz oben das Aktualisierungsdatum. (Und wo ich das gerade schreibe und auf mein Werkverzeichnis schaue, fällt mir auf, dass ich die Softcover-Ausgabe von „Wimpel und die rote Koralle“ noch gar nicht aufgenommen habe. #shameonme Das werde ich gleich in Angriff nehmen!)

Wann und wo kann ich das Verzeichnis verwenden?

  • Du kannst das Verzeichnis erst einmal für dich selbst anlegen: Du brauchst selbst einen Überblick über deine Veröffentlichungen und siehst, was du wann getan hast.
  • Es zeugt von der Ernsthaftigkeit deines Unterfangens. Lege es griffbereit hin, ob nun als Ausdruck oder auf dem Desktop oder hänge es wie ich an die Pinnwand. So hast du es im Blick und es kann dich motivieren, am Ball zu bleiben.
  • Du kannst das Werkverzeichnis auf deiner Homepage zugänglich machen, um über deine Fortschritte zu informieren.
  • Du kannst dein Verzeichnis dem Exposé beifügen, wenn du dich bei einem Verlag bewirbst (ggf. als Auswahl). So ist gleich zu sehen, was du bereits auf die Beine gestellt hast.
  • Im Zuge des Marketings kannst du das Verzeichnis einem Pressepaket beifügen.

Du siehst: So ein Werkverzeichnis ist nicht nur etwas für arrivierte Autor:innen. Vielleicht interessiert sich posthum jemand für unsere Texte, vielleicht nicht. Aber dass du ernsthaft und fleißig an deinem Lebenswerk gearbeitet hast, dokumentierst du nicht nur mit den Veröffentlichungen selbst, sondern auch mit deinem Werkverzeichnis. Ich möchte dich ermutigen, jetzt direkt eines anzulegen. 🙂

Hast du weitere Ideen für die Verwendung des Verzeichnisses? Dann hinterlasse einen Kommentar oder schreibe mir an kerstin@21ufos.de eine E-Mail.

Podcast-Liebe

#unbezahltewerbung

Heute verteile ich mal etwas Liebe: Ich habe hier eine kleine Liste mit Podcasts für dich, die sich mit dem Schreiben und Veröffentlichen beschäftigen. Hör doch auf mal bei meinen Kolleg:innen rein!

In der kommenden Woche bin ich mit 21ufos.de auf der Frankfurter Buchmesse. (Wo du mich findest, erfährst du hier.) Ich werde dich mitnehmen und auf meinem Blog und im Podcast berichten. Hast du konkrete Fragen, denen ich mich widmen soll? Dann schreibe mir eine Nachricht an: kerstin@21ufos.de

Holl di munter

deine Kerstin

In 4 Schritten zum Schreib-Ort

Ich habe ein neues Arbeitszimmer. Klingt nicht spektakulär, aber du kannst dir gar nicht vorstellen, was das für mich bedeutet: In den vergangenen Jahren habe ich zwischen einem Bad und zwei Kinderzimmern in einem Durchgangsraum gesessen und geschrieben, Podcasts und Videos aufgenommen, Meetings abgehalten und so weiter. Es versteht sich von selbst, dass das nicht einfach war, wenn du meine Veröffentlichungen verfolgt hast.

Nun habe ich also endlich einen Raum, dessen Tür ich nach Belieben schließen kann. Juchhu!

Vielleicht sehnst du dich auch danach. Vielleicht sitzt du an deinem Küchentisch, um zu schreiben, auf deinem Sofa oder Bett oder weichst in eine Bibliothek oder ein Café aus. All das kenne ich auch. Meine Texte sind im Laufe der Jahrzehnte an den verrücktesten Orten entstanden, unter anderem an einem Küchentresen auf Teneriffa – was nicht zu meinen schlechtesten Erinnerungen gehört. 😉

In meinem Schreibtipp-Video auf Instagram habe ich dir am Mittwoch bereits mitgegeben, dass der Ort nicht perfekt sein muss, um mit dem Schreiben zu beginnen. Ich will nicht sagen, dass es eine Ausrede ist, wenn dich deine Umgebung vom Schreiben abhält. Aber du kannst einiges tun, um sie so umzugestalten, dass du trotz widriger Umstände in den Schreibflow kommst. Heute gibt es ein paar vertiefende Anregungen für dich.

Schritt 1: Träume konkret

Wie sieht dein liebster Schreibort aus? Spinne einfach mal herum! Es können ganze wilde Orte sein, die aktuell undenkbar sind. Ich hätte beispielsweise gerne eine hypermoderne Schreibhütte am Ende eines langen Gartens, ein Kubus aus Holz und Glas, in dem nichts Platz hat außer mein Schreibtisch, ein Sessel und Bücherregale, versehen mit einem ultraschnellen Internetanschluss. Okay, ein Bad darf auch noch rein und eine Teeküche. Aktuell illusorisch. Aber ein toller Traum!

Wie sieht dein idealer Schreibort aus? Schreibe es auf, male es, schneide Fotos aus Katalogen aus, erstelle ein Collage oder eine Pinnwand auf Pinterest. Sieh dir dein Werk an: Das ist, wo du vielleicht mal hinwillst. Akzeptiere, dass dein idealer Ort aktuell nicht möglich ist. Vielleicht wächst du hin oder er verändert sich im Laufe der Zeit. Aber jetzt ist er raus aus deinem Kopf. (Falls du zu den glücklichen Menschen gehörst, die einen realistischen, umsetzbaren Traum haben: Nimm ihn mit in die nächste Übung.)

Schritt 2: Analysiere den Ist-Zustand

In der zweiten Übung analysierst du deine aktuelle Schreibsituation. Versuche, noch nicht zu bewerten. Schreibe erst mal vorurteilsfrei auf, wo und wie du aktuell schreibst, auch wenn dich vielleicht manches stört:

  • Wo schreibst du aktuell? Ist es immer der Küchentisch? Oder das Sofa? Weichst du mitunter auch an andere Orte aus?
  • Hast du alles, was du brauchst, griffbereit? Oder musst du alles zusammensuchen? Notebook, Block, Stifte, Notizzettel, Karteikarten, Literatur zur Recherche usw.
  • Kannst du die Tür schließen und beim Schreiben allein sein? Oder ist Gewusel um dich herum?
  • Herrscht Ordnung an deinem Schreibort? Liegt die ungefaltete Wäsche vor dir oder der dringend fällige Papierkram, weil auch der Rest der Familie den Schreibtisch nutzt? Lenkt dich die Unordnung ab? (Ist nicht bei allen Schreibenden so, kann aber der Fall sein.)
  • Wie ist der Raum ausgeleuchtet?
  • Ist die Temperatur angenehm?
  • Ist die Atmosphäre gemütlich und einladend? Fühlst du dich wohl und bist gerne dort?
  • Notiere, was dir sonst noch zu deinem Schreibort auffällt.

Schritt 3: Das Gute und das Schlechte benennen

Gehe deine Aufzeichnungen durch. Fische die Dinge heraus, die du negativ bewertest und fasse sie in einer Liste zusammen, zum Beispiel:

  • keine gute Lichtquelle, Augen ermüden schnell
  • Stuhl nach einer Weile unbequem
  • Mich stört, dass ich immer erst alles zusammensuchen muss.
  • Kleine Diebe klauen immer meine Stifte. 😉
  • usw.

Du verstehst, was ich meine. Jetzt hast du zusammengefasst, was du an deinem Schreibort als schön und problematisch empfindest. Er ist aber vermutlich momentan der einzige, den du hast. I feel you. Auch ich habe teils unter sehr schwierigen Bedingungen produziert und musste damals sogar meine kleine Tochter und mich von den Tantiemen über Wasser halten. Was ich dir sagen möchte: Lass dich nicht vom Schreiben abhalten, auch wenn der Ort nicht perfekt ist.

Schritt 4: Verändern, was veränderbar ist

Vielleicht konntest du bislang nicht konkret benennen, was dich stört. Jetzt hast du es schwarz auf weiß. Du hast eine Liste und kannst dir jeden einzelnen Punkt anschauen und dich fragen: Kann ich daran etwas ändern? Falls ja: Was könnte ich verbessern? Das kann eine Weile dauern. Über manche Dinge habe ich ewig nachgedacht. Manchmal kam eine Idee auch von außen, durch einen Coach oder aus der Familie. Außenstehende haben manchmal einen frischeren Blick auf eine schwierige Situation. Frag daher auch einfach mal eine Person deines Vertrauens, wenn du nicht weiterweißt.

Ein paar Beispiele, wie du schnell und kostengünstig eine Veränderung herbeiführen kannst:

  • Das Licht ist schlecht? Rücke die Möbel oder organisiere dir eine zusätzliche Lichtquelle, zum Beispiel eine Lampe aus einem anderen Raum.
  • Du musst immer alles zusammensuchen? Packe alles, was du brauchst, in eine Notebook-Tasche, einen Rucksack oder auf einen rollbaren Küchenwagen. Das ist dann dein Mini-Büro und für die anderen Familienmitglieder tabu. (Je nach Alter der Kinder ist das eine oder das andere empfehlenswerter. Ein Zweijähriger macht vor dem Küchenwagen meiner Erfahrung nach nicht Halt und mopst die Stifte. 😉 )
  • Du nutzt den Schreibtisch gemeinsam mit anderen? Vereinbart eine Grundordnung, an die sich alle halten müssen. Das ist nicht anmaßend, sondern hat was mit Respekt und Höflichkeit den anderen Familienangehörigen gegenüber zu tun. Kann jede:r lernen, auch in höherem Alter. Vielleicht kann auch jede:r eine Kiste/Schublade o.ä. für sein persönliches Zeug bekommen.
  • Es ist ungemütlich und/oder kalt? Schaffe eine freundlichere Atmosphäre durch Blumen, eine Kerze, die du zum Schreiben anzündest, deinen Lieblingsbecher mit Tee oder ein schönes Bild, auf das du deinen Blick richten kannst. Eine Kuscheldecke oder ein erwärmtes Kirschkernkissen können auch helfen. Lege dir vor Beginn deiner Schreibzeit alles zurecht. Warte nicht ab, bis dir ungemütlich wird, denn dann hast du schon eine Unterbrechung provoziert.
  • Wechsle deine Sitzgelegenheit, indem du zum Beispiel einen großen Gymnastikball anschaffst (gibt es oft im Angebot oder gebraucht für wenige Euro). Der eignet sich nicht nur für Sportübungen, sondern auch wunderbar als alternatives Sitzmöbel, ist rückenfreundlich und kann auch vom Rest der eventuell vorhandenen Familie benutzt werden.

Natürlich kann ich hier nicht für jeden Fall eine Lösung anbieten. Es sind Beispiele. Und manches müssen wir vielleicht einfach für den Moment akzeptieren. Dafür haben wir jetzt ja unser Traum-Bild, auf das wir sehnsuchtsvoll hinarbeiten können. Alles andere haben wir in einer Liste zusammengefasst, die wir Schritt für Schritt abarbeiten und uns ein immer positiveres Schreibumfeld schaffen können. Dabei wünsche ich dir ganz viel Freude.

To-do-Liste

Hier noch einmal deine Aufgaben zusammengefasst zum Abhaken:

  • Schritt 1: Träume konkret. Stelle dir deinen idealen Schreibort vor.
  • Schritt 2: Analysiere den Ist-Zustand. Schreibe alles, was dir zu deinem aktuellen Schreibort auffällt, auf – ohne Beurteilung.
  • Schritt 3: Das Gute und das Schlechte benennen. Erstelle eine Liste mit den Punkten, die du verändern kannst. Denke dabei auch an deinen idealen Traum-Schreibort: Was ist vielleicht in Ansätzen übertragbar?
  • Schritt 4: Verändern, was veränderbar ist. Arbeite die Liste ab und verändere Schritt für Schritt deine Schreibumgebung, bis sie deinen Ansprüchen genügt.

Falls du Fragen oder Anregungen hast, schreib mir gerne an kerstin@21ufos.de

Holl di munter

deine Kerstin