Vom ersten Wort zum Lebenswerk

(enthält Werbung)

Wenn dieser Blog-Artikel online geht, befinde ich mich gerade als Mitausstellerin auf der BuchBerlin. Das ist ein richtig großer Schritt für mich – und das Resultat jahrelanger Arbeit an meinen Projekten und an 21ufos.de. Wo stehe ich gerade mit meinen Texten? Und welche Learnings kann ich daraus für dich ableiten? Darum geht es heute.

Daran arbeiten wir

Mit 21ufos.de begleite ich dich vom ersten Wort zum Lebenswerk. Ich arbeite an meinen Texten und unterstütze dich mit meinen unterschiedlichen Angeboten dabei, deine fertigzustellen und zu veröffentlichen. Indem ich immer wieder mit dir teile, wie es um meine eigenen Projekte bestellt ist – meine 21ufos -, motiviere ich dich, selbst am Ball zu bleiben und an deinem Lebenswerk zu arbeiten.

21ufos? Das sind meine 21 unfertigen Objekte. Den Begriff habe ich aus der Hobbyschneiderei entnommen, wo er für angefangene, aber nicht beendete Nähprojekte steht. Da ich früher selbst viel genäht und einige Projekte nicht beendet habe, fiel mir irgendwann auch in Bezug auf meine Texte auf, dass ich sie zwar nicht wie Stoffstücke staple, wohl aber in der Schublade sammle, in Ordnern und auf meiner Festplatte. Da lagen sie, als Idee, als Fragment, als Rohfassung. Unfertig und unveröffentlicht fristeten sie ein trauriges Dasein.

Dieses Dasein wollte ich beenden. Ich hätte alles in die Tonne kloppen können – habe ich aber nicht. Ich habe damals beschlossen, meine Geschichten zu veröffentlichen – egal, wie. Und das habe ich dann auch gemacht.

Der aktuelle Stand

Als es mir 2019 endlich gelang, wieder ins Veröffentlichen zu kommen, habe ich mir nicht vorstellen können, wie sich alles entwickeln würde: Mittlerweile habe ich sechs ufos „abgearbeitet“ – und bin weiterhin dabei, denn wie ich feststellen durfte, ist es mit einer einfachen Veröffentlichung für mich nicht getan. Tatsächlich habe ich anfangs gedacht, dass ich sie veröffentliche und dann – zack! – von der Liste streichen kann.

Doch so einfach ist es nicht: Zwei Titel erhielten eine professionelle Neuauflage; wo ein E-Book ist, will auch eine Print-Ausgabe her; Hörbuch-Ausgaben sind in Planung. Und bald ziehen drei meiner Titel zu einem anderen Distributor um, wodurch ich sie alle noch mal „anfassen“ darf. Sie beschäftigen mich also weiterhin.

Folgende ufos sind mittlerweile erschienen (Reihenfolge nach Erscheinungstermin, die Links führen zu Shops):

Ein neues ufo muss her

Mittlerweile bin ich also bei ufo#7 angelangt. Wie du oben siehst, bin ich weder auf ein Genre noch eine Erzählform festgelegt, und da ich Experimente liebe, habe ich mir als Nächstes wieder etwas Neues ausgesucht: ein Sachbuch. Hatte ich noch nicht, brennt mir schon länger unter den Nägeln, ist eine Challenge für mich. Wer könnte dazu Nein sagen? 😉

In den kommenden Monaten werde ich locker am Projekt arbeiten. Da ich erst einmal die Neuauflagen der anderen Titel durchziehen und Marketing für „Wimpel“ machen darf, peile ich eine Veröffentlichung im Frühjahr oder Sommer 2024 an. Da immer etwas dazwischenkommen kann, kann es aber auch später werden, also nagle mich bitte nicht drauf fest. 🙂

Was ich gelernt habe

Meine bislang 6 ufos sind nicht nur deshalb in die Veröffentlichung gegangen, weil ich sie geschrieben habe. Sie überhaupt zu schreiben, war der Knackpunkt – und dann den ganzen Veröffentlichungsprozess zu meistern, der nächste. Folgende Punkte möchte ich dir ans Herz legen, wenn du ins Schreiben und Veröffentlichen kommen möchtest:

  • Komme raus aus deiner privaten Bubble. Vernetze dich mit Autorenkolleg:innen, tausche dich aus. Suche dir Mitstreiter:innen, die dich im Guten wie im Schlechten begleiten. Für mich war dieser Schritt ein Gamechanger. Hier findest du einen Blog-Artikel zum Netzwerken.
  • Suche dir professionelle Unterstützung. Wie du meiner Vita entnehmen kannst, habe ich seit 2021 diverse Kurse belegt, und das war für mich ein weiterer Gamechanger. Die Inhalte haben mich auf einen neuen Level katapultiert, und plötzlich waren Dinge möglich, die ich jahrelang für mich ausgeschlossen hatte – wie zum Beispiel Fotos und Videos auf Insta zu posten. Heute schüttle ich sie aus dem Ärmel. Aber das war ein langer Weg! (Hier geht es zu einem Artikel über Social Media für Autor:innen.)
  • Es muss nicht direkt perfekt sein. Du siehst ja, dass meine Veröffentlichungen auch nach Jahren noch wachsen und gedeihen, sich verändern, in anderen Ausgaben erscheinen und so weiter. Warte nicht darauf, dass alles an deinem Text oder im Veröffentlichungsprozess zu hundert Prozent deinen Vorstellungen entspricht. Allein schon dein Budget wird dich begrenzen, egal, wie klein oder groß es sein mag. Fang trotzdem an!
  • Womit wir bei meinem Lieblingsthema wären: dem Experimentieren! Du kommst mit einer Geschichte nicht weiter? Hängst im Plotten, Schreiben oder Überarbeiten fest? Natürlich kannst du dir nun professionelle Unterstützung suchen. Außerdem kannst du prüfen, ob es an der Form liegt. Vielleicht ist dein Roman einfach kein Roman, sondern eine Kurzgeschichte oder Erzählung. Oder die Perspektive, die du gewählt hast, blockiert deinen Schreibflow. Oder dein Ensemble ist nicht vollständig oder unausgewogen. Schaue dir deine Geschichte noch einmal ganz genau an und prüfe diese Punkte. Probiere verschiedene Ansätze aus, schreibe mal ein Kapitel aus einer anderen Perspektive, entwirf mit dem Kern deiner Geschichte einen Plot für eine Erzählung statt eines Romans. Experimentiere! (Hier geht es zum Blog-Artikel über die Form von Geschichten.)
  • Natürlich ist es schön, das große Ganze im Blick zu behalten. Meine 21ufos sollen mein Lebenswerk werden, und jeder Baustein zählt. Aber letztlich sind es „nur“ Bausteine. Und jeder Text besteht aus weiteren Bausteinen. Lass dich von der schieren Größe deines Unterfangens nicht abschrecken. Gehe mutig und selbstbewusst an die Sache heran, denn diesen Text kannst nur du schreiben – niemand sonst. Setze deine Geschichte und dein Lebenswerk Stück für Stück, Baustein für Baustein zusammen. Irgendwann bist du fertig. Und kannst stolz auf dich sein.

Wie ich dich begleite

Welche Angebote habe ich, die dir im Schreib- und Veröffentlichungsprozess – beim Bau an deinem Lebenswerk – helfen können?

Wenn du Fragen oder Unterstützung brauchst, schreibe mir eine Nachricht an: kerstin@21ufos.de

Holl di munter

deine Kerstin

Aufgaben sortieren für Autor:innen

In meinem Schreibtipp auf Instagram ging es in dieser Woche um das Thema „Aufgaben und wie wir sie in unserem Kopf sortiert bekommen“. Meine Kernaussage war: aufschreiben hilft. Ich habe über To-do-Listen und Monatsplanung gesprochen, möchte hier aber noch auf etwas anderes eingehen: Wie entscheide ich denn, welche Aufgabe dran ist? Wie entscheide ich, was getan werden muss, was jetzt wichtig ist?

To-dos ohne Ende

Ich gestehe: Auf meiner allgemeinen To-do-Liste, auf der alle wie auch immer und wann auch immer zu erledigenden Aufgaben landen, stehen Sachen, die ich vor mindestens zwei Jahren draufgeschrieben habe. #shameonme Für manche habe ich mir bislang leider nicht die Zeit genommen, weil ich die Priorität anders gesetzt habe. Sind sie unwichtig? Können sie gestrichen werden? Nein! Dahinter verbergen sich oft Langzeitprojekte, die aktuell gar nicht bearbeitet werden können. Für die ich mich nicht reif fühle. Vor denen ich Angst habe. Für die ich noch wachsen muss. Die aber immer wieder in meinem Kopf auftauchen und ihn verstopfen, wenn ich sie nicht irgendwo hin packe. Das ist diese To-do-Liste für mich: ein Sammelsurium an zu erledigenden Aufgaben, die irgendwann angegangen werden wollen.

Damit kann ich natürlich nicht täglich arbeiten. Müsste ich jeden Tag aufs Neue hingehen und mir aus diesem Wust die Aufgaben heraussuchen, die ich erledigen möchte, wäre ich mehr damit beschäftigt als mit der Erledigung der Aufgabe oder würde erstarrt an meinem Schreibtisch sitzen, erschöpft von der schieren Menge. Die Liste ist nämlich tatsächlich mehrere Seiten lang. 😉

Stattdessen fülle ich eine Monats-, Wochen- und Tagesliste mit Aufgaben aus dieser langen Liste, die ich natürlich regelmäßig aktualisiere und Erledigtes wegstreiche. Während dieses Prozesses vergegenwärtige ich mir außerdem, wer ich als Autorin bin, wo ich hinwill, was ich vorhabe, was sich vielleicht erledigt hat, uninteressant geworden ist – ein Ding mit echtem Mehrwert also.

Termine, Termine

Wie entscheide ich, was aus der kompletten Liste auf die kleineren wandert? Wenn ich mir am Ende des Monats für den Folgemonat meine To-dos heraussuche, ist mein erstes Entscheidungskriterium: Besteht ein Termin? Muss ich bis Tag X etwas erledigt haben? Wartet jemand auf etwas von mir? Bezogen auf Schreibprojekte kann das beispielsweise heißen: Wann geht der Text ins Lektorat oder Korrektorat? Das ist dann eine ganz große Deadline, bis zu der nicht nur die Rohfassung fertig sein muss, sondern auch diverse Überarbeitungsrunden. Möchtest du mit so einer Deadline arbeiten und vereinbarst fixe Abgabetermine, kannst du herunterbrechen, wie viele Seiten du pro Tag schreiben oder überarbeiten musst und kannst dies als To-do in deine Tages-, Wochen- und Monatsplanung übernehmen.

(Du weißt nicht, wie umfangreich dein Projekt ist? Dann ist das eine Aufgabe, die du im Rahmen einer Exposé-Erstellung erledigen könntest. Wenn du zum Beispiel mit Dienstleistern zusammenarbeiten möchtest, kannst du so realistisch planen, wann sie mit deinem Text rechnen können. Wenn ich einen Text für ein Lektorat annehme, ist der geplante Umfang für mich von entscheidender Bedeutung, um ein entsprechend großes Zeitfenster für den Text einzuplanen, denn 300 Seiten sind schneller lektoriert als 800. 😉 Ich helfe dir gerne bei der Einschätzung deines Projekts. Hier geht’s zum Lektorat.)

Kleine und große Brocken

Es gibt Dinge, die ich regelmäßig erledige und die daher natürlich auch regelmäßig auf den kleinen Listen landen. Bei den unregelmäßigen Sachen versuche ich mich an einer Mischung aus „großen“ und „kleinen“ Brocken.

Bezogen auf das Schreiben und Veröffentlichen kann das heißen: Der größte Brocken ist oft das Erstellen der Rohfassung, der aber wohl bei den meisten regelmäßig in Form von Schreibzeit auftaucht. Ein unregelmäßiger großer Brocken ist zum Beispiel ein Exposé, das ich auch dann immer erstelle, wenn ich den Text keinem Verlag anbiete. (Warum das sinnvoll ist, habe ich dir in den FAQ bei Lektorat zusammengefasst.) Da sitze ich keine drei Wochen dran, aber ein paar Stunden muss ich mir schon dafür blocken. Ein Szenenumbruch würde für mich auch in diese Kategorie fallen.

Eine kleine Aufgabe ist für mich beispielsweise die Erstellung eines Klappentexts, weil mir das leichtfällt. Für dich ist es vielleicht anders und du brütest Stunden darüber. Das ist nicht schlimm. Es hängt einfach mit unseren unterschiedlichen Autorenpersönlichkeiten zusammen. Ich kenne erfahrene Autoren, die sehr viel Zeit damit verbringen. Ich hingegen kann Stunden über Marketingmaßnahmen brüten, weil sie mir schwerfallen und nicht mein Steckenpferd sind. Wichtig ist doch nur, zu wissen, wie wir ticken, damit wir die „großen“ und „kleinen“ Brocken sinnvoll in unsere Listen verteilen können. Wenn da nämlich plötzlich in einer Woche vier Brocken auftauchen, kannst du deine Planung vermutlich vergessen.

Was allerdings auch nicht schlimm ist. Wir sind ja Lernende und müssen viele Erfahrungen erst machen. In der Woche und im Monat drauf weißt du es besser. Vieles machst du vielleicht zum ersten Mal, wie die Erstellung eines Klappentexts. Beim nächsten Mal weißt du, wie viel Zeit du einplanen musst – oder bist vielleicht sogar schon schneller!

Auffüllen mit Kieseln

Kennst du das Experiment mit dem Glas, in das zuerst große Steine gelegt werden, dann kleinere und am Ende Sand? So in etwa sieht auch das Füllen meiner wöchentlichen Liste aus.

  • Zuerst packe ich die regelmäßigen, wichtigen Sachen rein. Meist ist ein Brocken dabei.
  • Wenn noch Zeit für einen weiteren Brocken ist oder einer bearbeitet werden muss, kommt der auch noch rein.

  • Jetzt kommen die Kiesel: kleinere Aufgaben, die ich auf die Woche verteile.

  • Der Sand sind dann die Aufgaben, die im Laufe der Woche auf mich einprasseln. Entweder erledige ich sie direkt, weil nötig, ich übernehme sie am Sonntag bei der nächsten Wochenplanung in die nächste Woche oder sie wandern auf die große To-do-Liste zur späteren Erledigung. Oft sind da Ideen dabei, die mir im Laufe der Woche kommen und die ich in meinem Wochenplan notiere/sammle. Das kann zum Beispiel sein „Nächstes Jahr mein Kinderbuch beim Selfpublishing-Buchpreis anmelden“ oder „Karten für die Frankfurter Buchmesse besorgen“, auch wenn es noch Monate hin ist. Hier geht nix verloren. 😉

Fazit

Die beste Liste bringt nichts, wenn sie nicht gepflegt wird. Regelmäßiges Durchforsten, Übernehmen, Erledigen oder auch Streichen sind wichtig, damit du mit einer großen To-do-Liste effektiv arbeiten kannst. Das System aus einer großen, kompletten Liste in Kombination mit Monats-, Wochen- und Tagesplan plus Jahresplaner hat sich für mich bewährt, wobei ich auch immer weiter daran feile. Das ist glaube ich etwas, das sich mit uns und dem technischen Fortschritt weiterentwickelt. Meinen Tischplaner und meinen Taschenkalender aus Papier werde ich aber vermutlich auch in zehn Jahren noch zu schätzen wissen. ♥

Wie sortierst du dich? Fällt es dir leicht, deine Aufgaben beim Schreiben zu planen, oder stößt du immer wieder auf Probleme? Schreib mir gern an kerstin@21ufos.de oder hinterlasse einen Kommentar.

In 4 Schritten zum Schreib-Ort

Ich habe ein neues Arbeitszimmer. Klingt nicht spektakulär, aber du kannst dir gar nicht vorstellen, was das für mich bedeutet: In den vergangenen Jahren habe ich zwischen einem Bad und zwei Kinderzimmern in einem Durchgangsraum gesessen und geschrieben, Podcasts und Videos aufgenommen, Meetings abgehalten und so weiter. Es versteht sich von selbst, dass das nicht einfach war, wenn du meine Veröffentlichungen verfolgt hast.

Nun habe ich also endlich einen Raum, dessen Tür ich nach Belieben schließen kann. Juchhu!

Vielleicht sehnst du dich auch danach. Vielleicht sitzt du an deinem Küchentisch, um zu schreiben, auf deinem Sofa oder Bett oder weichst in eine Bibliothek oder ein Café aus. All das kenne ich auch. Meine Texte sind im Laufe der Jahrzehnte an den verrücktesten Orten entstanden, unter anderem an einem Küchentresen auf Teneriffa – was nicht zu meinen schlechtesten Erinnerungen gehört. 😉

In meinem Schreibtipp-Video auf Instagram habe ich dir am Mittwoch bereits mitgegeben, dass der Ort nicht perfekt sein muss, um mit dem Schreiben zu beginnen. Ich will nicht sagen, dass es eine Ausrede ist, wenn dich deine Umgebung vom Schreiben abhält. Aber du kannst einiges tun, um sie so umzugestalten, dass du trotz widriger Umstände in den Schreibflow kommst. Heute gibt es ein paar vertiefende Anregungen für dich.

Schritt 1: Träume konkret

Wie sieht dein liebster Schreibort aus? Spinne einfach mal herum! Es können ganze wilde Orte sein, die aktuell undenkbar sind. Ich hätte beispielsweise gerne eine hypermoderne Schreibhütte am Ende eines langen Gartens, ein Kubus aus Holz und Glas, in dem nichts Platz hat außer mein Schreibtisch, ein Sessel und Bücherregale, versehen mit einem ultraschnellen Internetanschluss. Okay, ein Bad darf auch noch rein und eine Teeküche. Aktuell illusorisch. Aber ein toller Traum!

Wie sieht dein idealer Schreibort aus? Schreibe es auf, male es, schneide Fotos aus Katalogen aus, erstelle ein Collage oder eine Pinnwand auf Pinterest. Sieh dir dein Werk an: Das ist, wo du vielleicht mal hinwillst. Akzeptiere, dass dein idealer Ort aktuell nicht möglich ist. Vielleicht wächst du hin oder er verändert sich im Laufe der Zeit. Aber jetzt ist er raus aus deinem Kopf. (Falls du zu den glücklichen Menschen gehörst, die einen realistischen, umsetzbaren Traum haben: Nimm ihn mit in die nächste Übung.)

Schritt 2: Analysiere den Ist-Zustand

In der zweiten Übung analysierst du deine aktuelle Schreibsituation. Versuche, noch nicht zu bewerten. Schreibe erst mal vorurteilsfrei auf, wo und wie du aktuell schreibst, auch wenn dich vielleicht manches stört:

  • Wo schreibst du aktuell? Ist es immer der Küchentisch? Oder das Sofa? Weichst du mitunter auch an andere Orte aus?
  • Hast du alles, was du brauchst, griffbereit? Oder musst du alles zusammensuchen? Notebook, Block, Stifte, Notizzettel, Karteikarten, Literatur zur Recherche usw.
  • Kannst du die Tür schließen und beim Schreiben allein sein? Oder ist Gewusel um dich herum?
  • Herrscht Ordnung an deinem Schreibort? Liegt die ungefaltete Wäsche vor dir oder der dringend fällige Papierkram, weil auch der Rest der Familie den Schreibtisch nutzt? Lenkt dich die Unordnung ab? (Ist nicht bei allen Schreibenden so, kann aber der Fall sein.)
  • Wie ist der Raum ausgeleuchtet?
  • Ist die Temperatur angenehm?
  • Ist die Atmosphäre gemütlich und einladend? Fühlst du dich wohl und bist gerne dort?
  • Notiere, was dir sonst noch zu deinem Schreibort auffällt.

Schritt 3: Das Gute und das Schlechte benennen

Gehe deine Aufzeichnungen durch. Fische die Dinge heraus, die du negativ bewertest und fasse sie in einer Liste zusammen, zum Beispiel:

  • keine gute Lichtquelle, Augen ermüden schnell
  • Stuhl nach einer Weile unbequem
  • Mich stört, dass ich immer erst alles zusammensuchen muss.
  • Kleine Diebe klauen immer meine Stifte. 😉
  • usw.

Du verstehst, was ich meine. Jetzt hast du zusammengefasst, was du an deinem Schreibort als schön und problematisch empfindest. Er ist aber vermutlich momentan der einzige, den du hast. I feel you. Auch ich habe teils unter sehr schwierigen Bedingungen produziert und musste damals sogar meine kleine Tochter und mich von den Tantiemen über Wasser halten. Was ich dir sagen möchte: Lass dich nicht vom Schreiben abhalten, auch wenn der Ort nicht perfekt ist.

Schritt 4: Verändern, was veränderbar ist

Vielleicht konntest du bislang nicht konkret benennen, was dich stört. Jetzt hast du es schwarz auf weiß. Du hast eine Liste und kannst dir jeden einzelnen Punkt anschauen und dich fragen: Kann ich daran etwas ändern? Falls ja: Was könnte ich verbessern? Das kann eine Weile dauern. Über manche Dinge habe ich ewig nachgedacht. Manchmal kam eine Idee auch von außen, durch einen Coach oder aus der Familie. Außenstehende haben manchmal einen frischeren Blick auf eine schwierige Situation. Frag daher auch einfach mal eine Person deines Vertrauens, wenn du nicht weiterweißt.

Ein paar Beispiele, wie du schnell und kostengünstig eine Veränderung herbeiführen kannst:

  • Das Licht ist schlecht? Rücke die Möbel oder organisiere dir eine zusätzliche Lichtquelle, zum Beispiel eine Lampe aus einem anderen Raum.
  • Du musst immer alles zusammensuchen? Packe alles, was du brauchst, in eine Notebook-Tasche, einen Rucksack oder auf einen rollbaren Küchenwagen. Das ist dann dein Mini-Büro und für die anderen Familienmitglieder tabu. (Je nach Alter der Kinder ist das eine oder das andere empfehlenswerter. Ein Zweijähriger macht vor dem Küchenwagen meiner Erfahrung nach nicht Halt und mopst die Stifte. 😉 )
  • Du nutzt den Schreibtisch gemeinsam mit anderen? Vereinbart eine Grundordnung, an die sich alle halten müssen. Das ist nicht anmaßend, sondern hat was mit Respekt und Höflichkeit den anderen Familienangehörigen gegenüber zu tun. Kann jede:r lernen, auch in höherem Alter. Vielleicht kann auch jede:r eine Kiste/Schublade o.ä. für sein persönliches Zeug bekommen.
  • Es ist ungemütlich und/oder kalt? Schaffe eine freundlichere Atmosphäre durch Blumen, eine Kerze, die du zum Schreiben anzündest, deinen Lieblingsbecher mit Tee oder ein schönes Bild, auf das du deinen Blick richten kannst. Eine Kuscheldecke oder ein erwärmtes Kirschkernkissen können auch helfen. Lege dir vor Beginn deiner Schreibzeit alles zurecht. Warte nicht ab, bis dir ungemütlich wird, denn dann hast du schon eine Unterbrechung provoziert.
  • Wechsle deine Sitzgelegenheit, indem du zum Beispiel einen großen Gymnastikball anschaffst (gibt es oft im Angebot oder gebraucht für wenige Euro). Der eignet sich nicht nur für Sportübungen, sondern auch wunderbar als alternatives Sitzmöbel, ist rückenfreundlich und kann auch vom Rest der eventuell vorhandenen Familie benutzt werden.

Natürlich kann ich hier nicht für jeden Fall eine Lösung anbieten. Es sind Beispiele. Und manches müssen wir vielleicht einfach für den Moment akzeptieren. Dafür haben wir jetzt ja unser Traum-Bild, auf das wir sehnsuchtsvoll hinarbeiten können. Alles andere haben wir in einer Liste zusammengefasst, die wir Schritt für Schritt abarbeiten und uns ein immer positiveres Schreibumfeld schaffen können. Dabei wünsche ich dir ganz viel Freude.

To-do-Liste

Hier noch einmal deine Aufgaben zusammengefasst zum Abhaken:

  • Schritt 1: Träume konkret. Stelle dir deinen idealen Schreibort vor.
  • Schritt 2: Analysiere den Ist-Zustand. Schreibe alles, was dir zu deinem aktuellen Schreibort auffällt, auf – ohne Beurteilung.
  • Schritt 3: Das Gute und das Schlechte benennen. Erstelle eine Liste mit den Punkten, die du verändern kannst. Denke dabei auch an deinen idealen Traum-Schreibort: Was ist vielleicht in Ansätzen übertragbar?
  • Schritt 4: Verändern, was veränderbar ist. Arbeite die Liste ab und verändere Schritt für Schritt deine Schreibumgebung, bis sie deinen Ansprüchen genügt.

Falls du Fragen oder Anregungen hast, schreib mir gerne an kerstin@21ufos.de

Holl di munter

deine Kerstin

Ein Text entsteht

Geschichten entstehen auf unterschiedliche Art und Weise: Manchmal werden sie in Auftrag gegeben und ein paar Wochen später geplant veröffentlicht; manchmal vergehen zwischen dem ersten getippten Wort und der Fertigstellung mehrere Jahre, und dann landet die Story in der Schublade. Dazwischen ist viel möglich. Ein paar Entstehungsmöglichkeiten möchte ich heute für dich beleuchten und Tipps für deine eigene Arbeit daraus ableiten.

Version 1: Schnell und geplant

Diese Art des Schreibens habe ich zuerst im Journalismus kennengelernt: Morgens war die Seite leer, abends musste sie voll sein. Der Andruck am Abend hing stets drohend über den Kolleg:innen und mir. Ob man in einem kreativen Loch steckte, war egal, denn die Artikel mussten getippt werden. Punkt.

Auch aus meiner Zeit als Heftroman-Autorin ist mir das Produzieren auf eine baldige Deadline hin bekannt. Manchmal vergingen nur wenige Wochen bis zum Druck. 100 Normseiten pro Heft hießen dabei 100 Normseiten, nicht 95 und auch nicht 105. Auf den Punkt schreiben, liefern wie nach Vorlage des Exposés abgesegnet – das war über mehrere Jahre hinweg mein täglich Brot.

Ein klein wenig Erfahrung konnte ich außerdem als Texterin im Bereich Werbung sammeln, habe aber schnell gemerkt, dass dieser Bereich nichts für mich ist. Doch auch hier: Deadline, schnelle Lieferung. Zack!

Pro: Der klare Vorteil liegt für mich in der Textproduktion. Der Text muss fertig werden, und in der Regel wird er das dann auch. Strebst du einen hohen Output an, möchtest schnell viel produzieren, sind feste Deadlines dabei gute Hilfen. Als Selfpublisher:in hast du keine Deadlines? Doch, wenn nämlich ein Dienstleister auf deinen Text wartet, dich eingeplant hat, und danach der nächste usw. Das kann positiven Druck erzeugen, fertig zu werden.

Kontra: Der Druck kann auch ins Negative ausschlagen, deine Motivation unterwandern oder zu einer ausgewachsenen Blockade führen. Außerdem kann der hohe Output zu einer Erschöpfung führen. Warnsignale solltest du früh wahrnehmen und gegensteuern. Ich bin damals über meine Grenzen gegangen. Heute wüsste ich, was zu tun ist, aber das sind Erfahrungswerte, die man nur mit der Zeit gewinnen kann.

Tipp: Wenn du dir unsicher bist, wie du mit Deadlines klarkommst, probiere es erst mal mit einer Ausschreibung für eine Anthologie. Eine Kurzgeschichte ist erstens schnell geschrieben, zweitens wartet keiner auf deinen Text bzw. du gerätst nicht in Verzug. Beobachte dich: Wie reagierst du auf die Deadline? Beflügelt sie dich? Oder bremst sie dich aus?

Version 2: Strukturiert ohne Termin

Natürlich musst du dir keine Deadline setzen. Sei es ein langer Text wie ein Roman oder ein kurzer wie eine Erzählung: Wenn er nicht geschrieben wird, kann er nicht veröffentlicht werden. Auch ohne Deadline kannst du deinem kreativen Arbeiten eine Struktur verleihen, indem du zum Beispiel die einzelnen Arbeitsschritte durchplanst, z.B. Phasen für die Recherche, das Plotten, Schreiben und Überarbeiten einplanst und dir beispielsweise Wochen dafür blockst. Du hast keinen Abgabetermin mit einem externen Dienstleister, weißt aber so ungefähr, wann du was erledigt haben möchtest, um fertig zu werden. 

Pro: Du bist frei! Keine:r wartet auf dich, setzt dich mit einer Deadline unter Druck. Dein kreatives Arbeiten wird nicht von außen gelenkt, sondern du bestimmst über die Abläufe.

Kontra: Die Zusammenarbeit mit Dienstleistern wird sich erfahrungsgemäß strecken, weil du beispielsweise keine:n Lektor:in findest, wenn dein Text fertig ist. Dann wirst du warten müssen, bis jemand einen freien Slot für dich hat. Wenn du mit einer bestimmten Lektorin, einem bestimmten Lektor zusammenarbeiten möchtest, empfehle ich dieses Vorgehen nicht, denn die Vorlaufzeit beträgt meist mehrere Monate. Das gleiche gilt für Korrektor:innen und Buchsetzer:innen.

Tipp: Meiner Erfahrung nach kann man mit dieser Methode ins Bummeln geraten, weil keine Termine ausgemacht sind. Ist mir selbst auch schon passiert. Das Risiko, dass dein Text niemals fertig wird und du dein Projekt abbrichst, ist außerdem hoch. Probiere auch hier mit einem kurzen Text aus, wie die Abläufe sind, und ob du mit deinem Tempo zufrieden bist. Falls ja, versuche dich an einem längeren Projekt.

Version 3: Aus dem Bauch in den Kalender

Eine weitere Möglichkeit, einen Text entstehen zu lassen, ist folgende: Du schreibst ohne Plan, aus dem Bauch heraus, hast aber einen Termin im Kalender stehen, bis wann du fertig sein möchtest.

Bist du ein Plotter, also jemand, der seine Texte vor dem Schreiben gerne intensiv entwickelt, wird dir dieser Ansatz vermutlich nicht zusagen. Für ein kurzes Projekt könntest du es trotzdem mal ausprobieren, einfach, um diese Art des Schreibens auch mal kennengelernt zu haben.

Bist du ein Bauchschreiber, der seine Geschichte während des Schreibens entwickelt, hat der Ansatz den Vorteil, dass du fertig werden musst. Der Termin steht. Trödelei, das Verfolgen unergiebiger Handlungsstränge, das Starren aufs weiße Blatt – nicht möglich!

Pro: Das Risiko, dass du dein Projekt irgendwann abbrichst oder auf Seite 1200 landest, ohne dass das Ende in Sicht ist, wird hier minimiert. Der Termin begrenzt dich automatisch und fokussiert dich.

Kontra: Das, was Bauchschreiber oft besonders schätzen, nämlich die kreative Freiheit, wird hier eingeschränkt. Du bist nicht vollkommen frei in deinen Entscheidungen, weder inhaltlich noch zeitlich.

Tipp: Natürlich gibt es auch Bauchschreiber, die routinemäßig ihre Projekte beenden, auch ohne Termine. Meiner Erfahrung nach sind die Risiken aber hoch und lassen sich durch fixe Termine minimieren. Wenn du sichergehen möchtest, dass du trotz Bauchschreiberei deinen Termin hältst, schreibe nicht nur eine persönliche Deadline in den Kalender, sondern vereinbare einen Abgabetermin mit einem Dienstleister. Alternativ kannst du deine Deadline nach außen kommunizieren. Auch das kann einen positiven Druck erzeugen.

Version 4: Ganz ohne Plan

Die letzte Möglichkeit beinhaltet vermutlich den größten Teil an persönlicher Freiheit im Prozess. Du plottest oder bauchschreibst oder mixt beides, wie du lustig bist, planst nichts und veröffentlichst irgendwann oder auch nicht, arbeitest vielleicht an mehreren Projekten gleichzeitig, lebst dich kreativ vollkommen aus.

Spricht dich an? #ifeelyou Auch ich hatte nach langer Zeit des völlig getakteten Schreibens das dringende Bedürfnis, vollkommen frei an meinen Geschichten arbeiten zu können. Ist das nicht echte, unverfälschte Schriftstellerei?

Dachte ich lange – und wurde eines Besseren belehrt. Bei mir führte dieser Ansatz nämlich dazu, dass meine Projekte nicht mehr fertig wurden und in unterschiedlichen Entwicklungsstadien in der Schublade landeten. So sind meine 21ufos entstanden, meine 21 unfertigen Objekte. Immerhin profitierst du davon, denn sonst gäbe es 21ufos.de nicht. 😉

Trotzdem: Wenn ich vorher gewusst hätte, welche Durststrecke mich erwartet, hätte ich diesen Weg nicht gewählt, denn ich habe zwar geschrieben, aber nicht mehr veröffentlicht, und das über etliche Jahre hinweg. Der Schritt ins Selfpublishing und die Gründung von 21ufos.de waren meine Befreiungsschläge aus dieser Krise. Daher: 

Pro: maximale kreative Freiheit

Kontra: maximale kreative Freiheit 😉

Tipp: Probiere es ruhig aus, wenn dein Herz dich hinzieht. Begrenze diese Phase aber zeitlich, damit es dir nicht ergeht wie mir und du hängenbleibst. Stecke dir vorher einen festen zeitlichen Rahmen von einigen Wochen, Monaten oder auch einem Jahr. In diesem Zeitraum probierst du es aus. Wenn es nicht funktioniert, ziehe früher als ich die Reißleine und komme über andere Ansätze in die Fertigstellung und dann auch die Veröffentlichung.

Fazit

Dies war ein kleiner, nicht abschließender Überblick über unterschiedliche Herangehensweisen. Dabei ist kein Weg besser oder schlechter als der andere. Er passt einfach im Idealfall genau zu dir und deinen Projekten. Ich kann nur empfehlen, verschiedene Wege auszuprobieren. Manchmal zapft man dadurch kreatives Potential an, mit dem man gar nicht gerechnet hatte. Dabei darfst du auch ruhig mal deine Komfortzone verlassen. Mit der Zeit lernst du dich immer besser kennen und weißt, was funktioniert und was nicht.

Welcher Prozess spricht dich an? Konntest du dich wiederfinden? Schreib mir gerne an kerstin@21ufos.de oder hinterlasse unten einen Kommentar.

Holl di munter

deine Kerstin

Theorie? Geht auch spannend

Von Schreibtheorien sind viele Autor:innen gelangweilt oder sogar genervt. Ein Teil will sich lieber direkt in den Text stürzen, ganz nach Gefühl schreiben und sich nicht durch Vorgaben maßregeln lassen; ein anderer Teil erinnert sich noch dunkel an die sich hinziehenden Schulstunden, in denen es um Erzählperspektive und so weiter ging, und hat keine Lust, sich damit den Autor:innenalltag zu verhageln. Einem weiteren Teil sind die Theorien egal oder die Autor:in hat sogar Angst vor all den Theorien, weil sie unverständlich sind oder als „must have“ verkauft werden, ohne die kein Text gelingen kann. Und dann gibt es noch den Teil, der sich gerne mit den theoretischen Grundlagen des Schreibhandwerks beschäftigt. (Du wirst dir vorstellen können, dass ich zu letzterer Gruppe gehöre. 😉 ) Für sie alle ist dieser Blog-Artikel, der sich damit beschäftigt, wie wir auf spannende Art und Weise Neues für unser Schreiben lernen können. Ganz ohne Langeweile und Zwang.

Von Menschen lernen

Als Schriftstellerin habe ich mich seit jeher viel mit Schreibtheorie beschäftigt – einfach, weil es mir Spaß macht und ich es als unerlässlich empfinde, um immer besser zu werden, bessere Texte zu schreiben. Mit 14 Jahren habe ich in der Jugendredaktion einer Tageszeitung angefangen, mit 19 nach dem Abi an einer anderen Tageszeitung volontiert, also eine journalistische Ausbildung absolviert. Während dieser zwei Jahre habe ich auch viele Fortbildungen neben dem normalen Zeitungsgeschäft absolvieren dürfen, unter anderem einen vierwöchigen Aufenthalt an der Akademie für Publizistik in Hamburg. Hier lernte ich vor allem von Menschen, Vortragenden, Lehrenden im direkten Kontakt. Vieles von dem, das ich in dieser Zeit bezogen auf den Journalismus gelernt habe, kommt mir auch heute noch zugute.

Auch während des Studiums in Bonn durfte und musste ich mich immer wieder mit dem Schreiben beschäftigen, dieses Mal mit dem wissenschaftlichen Schreiben. Auch hier lernte ich in Tutorien und durch die Korrekturen meiner Dozenten in meinen Hausarbeiten, worauf es ankommt. Nach dem Abschluss fing ich bald an, Heftromane für einen Verlag zu schreiben, und bekam hier durch die zuständige Lektorin erstmals Feedback zu meinen literarischen Texten. Auch heute noch sauge ich die Informationen, die mir Lektoren und Korrektoren geben, wie ein Schwamm auf, denn wer könnte einen noch genaueren, fachlich fundierten, wohlwollenden und doch auch kritischen Blick auf meine Texte werfen?

Mein erster Tipp ist daher: Wenn du die Gelegenheit hast, lerne von Menschen! Sei es nun im Kontakt mit einem Verlag oder einer Agentur, einer freiberuflichen Lektorin, einem Coaching oder auch in einem Kurs, on- wie offline. Ich habe früher ein paar VHS-Kurse für Kreatives Schreiben gegeben und weiß, wie wohltuend es für viele Autor:innen ist, vielleicht erstmals in einer Gruppe am eigenen Text zu arbeiten. Nach meiner langen Durststrecke, in der ich jahrelang alleine an meinen Texten gearbeitet hatte, war es für mich Anfang 2021 der Gamechanger, wieder mit anderen zusammenzuarbeiten und Kurse zu besuchen.

Derzeit arbeite ich mit meiner lieben lieben Kollegin und Herzgespinste-Schwester Sandra Andrés von der Agentur Autorenträume selbst an einem Online-Kurs für Autor:innen und halte dich hier und auf Instagram auf dem Laufenden. Ende Mai geht es los, und ich freue mich, wenn du dabei bist! 🙂

Ratgeber lesen

Wie habe ich mich selbst mit den Grundlagen literarischen Schreibens und Veröffentlichens vertraut gemacht? Ich habe viele Ratgeber gelesen! Es waren sehr gute darunter und auch weniger gute, doch immer konnte ich etwas für meine Arbeit mitnehmen. Hier habe ich ein paar der Ratgeber vorgestellt.

Auch heute noch ist es mir sehr wichtig, mich mit Theorien zu beschäftigen und mein eigenes Wissen weiterzugeben, vor allem durch mein Projekt 21ufos.de mit diesem Blog und meinem zugehörigen Podcast. Einen Ratgeber zum Kreativen Schreiben zu verfassen – das steht ganz fest auf meiner ToDo. Bis dahin möchte ich dich an Sandra verweisen, die einen solchen Ratgeber bereits verfasst hat.

Von den Großen lernen

Wir haben wohl alle unsere Lieblingsautor:innen, die wir bewundern, denen wir vielleicht auch nacheifern, denn letztlich sind auch die Großen der literarischen Welt für uns vor allem eines: Kolleginnen und Kollegen! Natürlich können wir durch ihre Werke selbst lernen, sie analysieren und so herausfinden, was funktioniert und warum. Alle meine Lieblingsautoren haben aber zum Glück auch über das Schreiben gesprochen und geschrieben beziehungsweise tun es auch heute noch. Ich recherchiere teils gezielt, manches begegnet mir aber auch durch Zufall. Finde doch einmal heraus, ob auch „deine“ Autor:innen etwas abseits des Weges hinterlassen haben. 

  • Von Paul Auster gibt es Bücher, in denen er seinen Schreiballtag und seinen Weg als Schriftsteller beleuchtet. Keine Ratgeber im eigentlichen Sinne, aber Bücher mit hohem Lerneffekt – und Suchtpotential: Ich habe sie verschlungen. 😉
  • Im Netz finden sich immer wieder Interviews mit bekannten Autor:innen, die sich nicht immer „nur“ mit ihren Geschichten beschäftigen, sondern auch mit dem Dahinter. Eine Recherche hierzu lohnt sich. Ich erinnere mich an sehr spannende Interviews mit der Nobelpreis-Trägerin Alice Munroe, die ich für ihre grandiosen Erzählungen liebe.
  • Einer meiner liebsten Autoren ist Kazuo Ishiguro, der ebenfalls den Nobelpreis erhalten hat. Seine Rede anlässlich der Verleihung ist als kleines Taschenbuch erhältlich, und als Fan und Lernende steht es auch in meinem Regal.
  • Ishiguro durfte ich auch einmal live bei einer Lesung erleben, wenn auch unter Corona-Bedingungen nur online. Solche Gelegenheiten würde ich immer ergreifen, wenn sie sich bieten!
  • Ein weiterer meiner Lieblingsautoren ist Haruki Murakami. Auch er schreibt über das Schreiben, so in seinem Kurzgeschichten-Band „Erste Person Singular“ aus dem vergangenen Jahr. Durch Zufall stieß ich einmal auf einen spannenden, großformatigen Zeitungsartikel, der nun ebenfalls in meinem Regal steht. Hier diente die japanische Metropole Tokio als Hintergrund für eine Beschäftigung mit dem Schriftsteller und hat mir viele spannende Informationen geliefert. Solche Artikel sind oft auch online erhältlich.
  • Klassische Biografien sind natürlich eine gute Möglichkeit, um aus dem Leben auf das Werk und die Arbeitsweise zu schließen. Von Jane Austen gibt es gleich mehrere in meinem Regal, zu denen ich immer wieder mal greife. Leider wurden viele Briefe der Autorin von ihren Nachfahren zerstört, doch einiges ist erhalten geblieben, und darin geht sie auch immer wieder auf ihr Schreiben und ihre Ansichten dazu ein. Eine wahre Goldgrube für einen Jane-Austen-Fan wie mich! (Kennst du schon unsere Herzgespinste-Folge zu Jane Austen?)

Dies war eine kleine Auswahl dessen, was ich rund ums Thema Schreibtheorie lese, höre, sehe und selbst verfasse. Hast du Fragen oder Anregungen? Dann schreibe mir gerne an kerstin[@]21ufos.de

Holl di munter

deine Kerstin