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Rituale für Schreibtisch-Täter

Diesen Beitrag gibt es auch als Podcast-Episode

Das erste Wort. Der erste Satz. Der erste Absatz. Die erste Seite. An jedem dieser Punkte kann die Herausforderung lauern:

Wie komme ich überhaupt ins Schreiben rein?

Wie fange ich an? Wie schaffe ich es, mich aufs Schreiben einzustellen und meine Zeit nicht mit einfacheren Dingen zu verbummeln? Heute möchte ich dir ein paar Tipps geben, wie du dich mithilfe von Ritualen und Routinen aufs Schreiben „trimmen“ kannst. Diese Tipps habe ich alle ausgiebig erprobt und benutze etliche davon nach wie vor. Vielleicht ist ja etwas dabei, das auch dir hilft, in den Schreibfluss zu kommen.

Trage den Müll raus

Bevor ich an den Schreibtisch gehe, sorge ich für eine Grundordnung in der Wohnung. Wenn sich das Geschirr in der Spüle stapeln oder der Mülleimer überquellen würde, könnte ich mich nicht in Schreiblaune bringen. (Bügelwäsche-Berge kann ich hingegen wunderbar ignorieren. Es lohnt sich, einmal nachzuforschen, welche Hausarbeiten unbedingt vorher erledigt müssen und welche liegenbleiben können – denn sonst kommst du womöglich vor lauter Putzerei nicht mehr an den Schreibtisch. Ich habe zum Beispiel auf meiner Liste für Hausarbeiten explizit vermerkt, was unbedingt zu tun ist, und arbeite das ab. Der Rest muss warten. Punkt.) 

Wenn dir Bewegung hilft, um den Kopf für Kreativität freizubekommen, könntest du vorher spazieren gehen oder ein leichtes Workout durchziehen – leicht wohlgemerkt, denn wenn du völlig kaputt vor der Tastatur hockst, hast du dir wieder ein Bein gestellt. Ich gehe zum Beispiel kurz mit dem Mops raus. Der freut sich, möchte eh nicht weit laufen und ich kann mir auf dem Weg schon mal ein paar Gedanken über meinen Text machen.

Hast du noch Telefonate zu erledigen? Dann mach das lieber vorher, denn auch solche Unterbrechungen können dich aus dem Tritt bringen. Vielleicht denkst du zwischendurch immer wieder daran, dass du jemanden anrufen musst, und blockierst dich damit. Wenn du nicht darauf angewiesen bist, erreichbar zu sein, könntest du das Telefon für die Schreibzeit komplett ausstellen.

Die Laune ist entscheidend

Um dich in eine positive Grundstimmung zu bringen, gibt es auch ein paar Tricks und Kniffe, wie zum Beispiel bestimmte Kleidung anzuziehen. Du kannst den Raum gemütlich einrichten, dir deinen Lieblingstee kochen, eine Kleinigkeit zu essen vorbereiten oder Kerzen anzünden. Ein gleichbleibendes Ritual hilft deinem Gehirn irgendwann, zu begreifen, dass jetzt Schreibzeit ist – und es sperrt sich nicht mehr so dagegen. Sobald ich zum Beispiel am Schreibtisch sitze, sortiere ich zunächst meine Unterlagen und bereite die benötigten Materialien vor. Manchmal entstaube ich erst die ein oder andere Ecke, damit ich mich wirklich wohlfühle. Nebenbei lasse ich leise Musik oder ein Video laufen, das mich in die richtige Stimmung versetzt. Ich blättere noch einmal durch bisher Geschriebenes, entweder durch eine meiner Veröffentlichungen oder durch die Textpassagen, die ich im aktuellen Projekt bisher geschafft habe. (Da muss ich mich dann aber zwingen, nicht zu überarbeiten. Ich möchte ja kreativ schaffen. Pingelig darf ich erst später sein!)

Dem ein oder anderen mag es helfen, in Texte anderer Autoren hineinzulesen. Auch wenn ich natürlich gern und viel lese, gibt mir persönlich das in diesem Moment nichts. Lesen ist für mich so mit Freizeit und Genuss verbunden, dass ich dann vermutlich kein Wort mehr tippen würde. 😉 (Apropos tippen: Vielleicht hilft  es dir, den Einstieg von Hand zu versuchen. Mit einem gespitzten Bleistift oder einem Füller in dein Notizbuch zu schreiben, setzt eventuell die Energien frei, die du brauchst.)

Bei allen Tipps, die ich dir vorgestellt habe, finde ich persönlich es wichtig, dass sie wirklich den Charakter von Routinen oder gar Ritualen erlangen – denn erst dann ergibt sich ein Automatismus!

Hast du auch Rituale, die dir beim Schreiben helfen? Oder hast du Fragen? Dann schreib mir doch einen Kommentar!

Holl di munter!

Deine Kerstin

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