In Rheinland-Pfalz enden dieses Wochenende die Sommerferien. Damit kehrt hier bald wieder eine Routine ein. Für mich ist dieser Zeitpunkt immer eine gute Gelegenheit, um mir meine Planung für die restlichen Monate des Jahres anzusehen. Mach gerne mit und plane auch für dich, was du von September bis Dezember schriftstellerisch noch anstellen willst. 🙂
Messebesuche
Deutlich markiert stehen sie in meinem Kalender: die anstehenden Messen, an denen ich teilnehmen möchte.
Zunächst ist da die BuchBerlin am 30. September und 1. Oktober 2023. Hier werde ich mit 21ufos.de am Stand der Agentur Autorenträume vertreten sein, unseren Kurs und meine Dienstleistungen rund ums Lektorat vorstellen. Im Gepäck habe ich dann außerdem meine Bücher und einen Probedruck von „Wimpel und die rote Koralle“. Meine Bücher kannst du auch am Stand des Bookerfly Clubs besuchen.
Danach folgt die Frankfurter Buchmesse vom 18. bis zum 22. Oktober 2023. Ich werde samstags vor Ort sein, um zu bummeln und meine Herzgespinste-Kolleginnen zu treffen. Darauf freue ich mich sehr! (Mit Glück kannst du „Wimpel und die rote Koralle“ dann bereits am Stand des Selfpublisher Verbands besuchen, doch das ist noch nicht sicher.)
Im Herbst steht außerdem die Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse KIBUM an, und zwar vom 11. bis 21. November 2023. Hier wird „Wimpel“ ebenfalls ausgestellt. Ob ich persönlich vor Ort sein werde, weiß ich noch nicht.
Rund ums Lektorat
Das erste Modul des Zertifikatslehrgangs „Freies Lektorat“ der Akademie der Deutschen Medien habe ich erfolgreich im August absolviert (Freies Lektorat I – Sicher redigieren). Juchhu! Es war eine tolle Fortbildung, bei der ich viel gelernt und nette Kolleg:innen kennengelernt habe.
Ob ich das zweite Modul in diesem Jahr belegen kann, weiß ich noch nicht, denn: Im November und Dezember folgt die Seminarreihe „Freies Lektorat“ im WILA Bonn. Damit bin ich im Bereich Fortbildungen gut ausgelastet, denn ich lektoriere bereits parallel, leite den Kurs „Lebe deinen Autorentraum“ gemeinsam mit Sandra von der Agentur Autorenträume und habe eigene Veröffentlichungen, die an den Start gebracht werden wollen.
Größere Texte für ein Lektorat nehme ich voraussichtlich erst wieder im Januar an. Kontaktiere mich frühzeitig, wenn du mit mir zusammenarbeiten willst. Schreibe am besten eine Nachricht an: kerstin@21ufos.de
Herzgespinste on tour
Nach einer Sommerpause sind meine Herzgespinste-Kolleginnen und ich wieder aktiv. Wir produzieren fleißig neue Podcast-Episoden und planen ein Treffen auf der Frankfurter Buchmesse.
Natürlich möchte ich weiterhin selbst veröffentlichen.
Im Oktober steht die Veröffentlichung der Print-Ausgabe von „Wimpel und die rote Koralle“ an, auf die ich mich sehr freue. Damit habe ich ein wichtiges Projekt meiner langen Liste abgeschlossen, ein Kinderbuch, das ich meinem Lebenswerk hinzufügen kann. Ein Kinderbuch zu veröffentlichen, ist ein sehr komplexer Vorgang, viel komplexer, als ich es mir vorgestellt hatte. Hier habe ich bereits darüber geschrieben. Nach der Veröffentlichung der Print-Ausgabe teile ich weitere Learnings mit dir.
Vor dem Jahresende soll „Der Koffer im Leuchtturm“ als Gesamtausgabe erscheinen. Die zweiteilige Erzählung gab es bereits als E-Book, doch nun soll alles noch mal „in schön“ erscheinen, mit tollem Cover und auch als Print-Ausgabe. Schauen wir mal, ob das klappt, denn:
Alle meine Bücher wechseln im November beziehungsweise Februar den Distributor. In diesem Zuge möchte ich alle noch mal „anfassen“, überarbeiten, an meinen jetzigen Wissensstand anpassen. Dafür muss ich mir im Oktober Zeit freischaufeln und nehme daher in diesem Monat nur kurze Texte für ein Lektorat an.
Außerdem plane ich gerade mein nächstes Buch, mein erstes Sachbuch. Neuland für mich und sehr spannend.
Puh! Wenn ich mir diese Aufstellung ansehe, wird mir ein wenig schwindelig. Aber Schritt für Schritt. Das kann ich nur immer und immer wieder betonen. Plane und arbeite dann eine Aufgabe nach der anderen ab. Hier habe ich dir aufgeschrieben, wie ich aktuell plane.
Bedenke: Eine gute Planung ist wichtig, und trotzdem wird immer etwas hintenüberfallen. Momentan drücke ich mich vor der Kontaktierung von Bloggern für die „Wimpel“-Veröffentlichung, obwohl sie in meiner Projektplanung steht und längst erledigt sein sollte. Wir können nicht immer und in allem gut sein. Sei milde mit dir. Ich bin es auch. 😉
Und jetzt du!
Wie sieht es bei dir aus? Was hast du bis zum Jahresende vor? Was möchtest du erledigt haben? Was sind deine Ziele? Frage dich realistisch(!), wie viel Zeit du für eine Aufgabe benötigst, teile sie in Schritte ein und trage sie in deinen Kalender ein, damit du sie im vorgegebenen Zeitrahmen erledigen oder deine Zeitplanung gegebenenfalls anpassen kannst. Aber wenn du bis zum Jahresende ein Buch geschrieben haben möchtest, was durchaus möglich ist, dann wirst du dich langsam hinsetzen und schreiben müssen. 🙂 Viel Spaß dabei!
Für regelmäßige Motivation und Inspiration lies gerne meine Blogartikel, höre meinen Podcast und folge mir auf Instagram, wo ich dich nahezu täglich mit einer Portion Input rund ums Kreative Schreiben versorge.
In meinem Schreibtipp auf Instagram ging es in dieser Woche um das Thema „Aufgaben und wie wir sie in unserem Kopf sortiert bekommen“. Meine Kernaussage war: aufschreiben hilft. Ich habe über To-do-Listen und Monatsplanung gesprochen, möchte hier aber noch auf etwas anderes eingehen: Wie entscheide ich denn, welche Aufgabe dran ist? Wie entscheide ich, was getan werden muss, was jetzt wichtig ist?
To-dos ohne Ende
Ich gestehe: Auf meiner allgemeinen To-do-Liste, auf der alle wie auch immer und wann auch immer zu erledigenden Aufgaben landen, stehen Sachen, die ich vor mindestens zwei Jahren draufgeschrieben habe. #shameonme Für manche habe ich mir bislang leider nicht die Zeit genommen, weil ich die Priorität anders gesetzt habe. Sind sie unwichtig? Können sie gestrichen werden? Nein! Dahinter verbergen sich oft Langzeitprojekte, die aktuell gar nicht bearbeitet werden können. Für die ich mich nicht reif fühle. Vor denen ich Angst habe. Für die ich noch wachsen muss. Die aber immer wieder in meinem Kopf auftauchen und ihn verstopfen, wenn ich sie nicht irgendwo hin packe. Das ist diese To-do-Liste für mich: ein Sammelsurium an zu erledigenden Aufgaben, die irgendwann angegangen werden wollen.
Damit kann ich natürlich nicht täglich arbeiten. Müsste ich jeden Tag aufs Neue hingehen und mir aus diesem Wust die Aufgaben heraussuchen, die ich erledigen möchte, wäre ich mehr damit beschäftigt als mit der Erledigung der Aufgabe oder würde erstarrt an meinem Schreibtisch sitzen, erschöpft von der schieren Menge. Die Liste ist nämlich tatsächlich mehrere Seiten lang. 😉
Stattdessen fülle ich eine Monats-, Wochen- und Tagesliste mit Aufgaben aus dieser langen Liste, die ich natürlich regelmäßig aktualisiere und Erledigtes wegstreiche. Während dieses Prozesses vergegenwärtige ich mir außerdem, wer ich als Autorin bin, wo ich hinwill, was ich vorhabe, was sich vielleicht erledigt hat, uninteressant geworden ist – ein Ding mit echtem Mehrwert also.
Termine, Termine
Wie entscheide ich, was aus der kompletten Liste auf die kleineren wandert? Wenn ich mir am Ende des Monats für den Folgemonat meine To-dos heraussuche, ist mein erstes Entscheidungskriterium: Besteht ein Termin? Muss ich bis Tag X etwas erledigt haben? Wartet jemand auf etwas von mir? Bezogen auf Schreibprojekte kann das beispielsweise heißen: Wann geht der Text ins Lektorat oder Korrektorat? Das ist dann eine ganz große Deadline, bis zu der nicht nur die Rohfassung fertig sein muss, sondern auch diverse Überarbeitungsrunden. Möchtest du mit so einer Deadline arbeiten und vereinbarst fixe Abgabetermine, kannst du herunterbrechen, wie viele Seiten du pro Tag schreiben oder überarbeiten musst und kannst dies als To-do in deine Tages-, Wochen- und Monatsplanung übernehmen.
(Du weißt nicht, wie umfangreich dein Projekt ist? Dann ist das eine Aufgabe, die du im Rahmen einer Exposé-Erstellung erledigen könntest. Wenn du zum Beispiel mit Dienstleistern zusammenarbeiten möchtest, kannst du so realistisch planen, wann sie mit deinem Text rechnen können. Wenn ich einen Text für ein Lektorat annehme, ist der geplante Umfang für mich von entscheidender Bedeutung, um ein entsprechend großes Zeitfenster für den Text einzuplanen, denn 300 Seiten sind schneller lektoriert als 800. 😉 Ich helfe dir gerne bei der Einschätzung deines Projekts. Hier geht’s zum Lektorat.)
Kleine und große Brocken
Es gibt Dinge, die ich regelmäßig erledige und die daher natürlich auch regelmäßig auf den kleinen Listen landen. Bei den unregelmäßigen Sachen versuche ich mich an einer Mischung aus „großen“ und „kleinen“ Brocken.
Bezogen auf das Schreiben und Veröffentlichen kann das heißen: Der größte Brocken ist oft das Erstellen der Rohfassung, der aber wohl bei den meisten regelmäßig in Form von Schreibzeit auftaucht. Ein unregelmäßiger großer Brocken ist zum Beispiel ein Exposé, das ich auch dann immer erstelle, wenn ich den Text keinem Verlag anbiete. (Warum das sinnvoll ist, habe ich dir in den FAQ bei Lektorat zusammengefasst.) Da sitze ich keine drei Wochen dran, aber ein paar Stunden muss ich mir schon dafür blocken. Ein Szenenumbruch würde für mich auch in diese Kategorie fallen.
Eine kleine Aufgabe ist für mich beispielsweise die Erstellung eines Klappentexts, weil mir das leichtfällt. Für dich ist es vielleicht anders und du brütest Stunden darüber. Das ist nicht schlimm. Es hängt einfach mit unseren unterschiedlichen Autorenpersönlichkeiten zusammen. Ich kenne erfahrene Autoren, die sehr viel Zeit damit verbringen. Ich hingegen kann Stunden über Marketingmaßnahmen brüten, weil sie mir schwerfallen und nicht mein Steckenpferd sind. Wichtig ist doch nur, zu wissen, wie wir ticken, damit wir die „großen“ und „kleinen“ Brocken sinnvoll in unsere Listen verteilen können. Wenn da nämlich plötzlich in einer Woche vier Brocken auftauchen, kannst du deine Planung vermutlich vergessen.
Was allerdings auch nicht schlimm ist. Wir sind ja Lernende und müssen viele Erfahrungen erst machen. In der Woche und im Monat drauf weißt du es besser. Vieles machst du vielleicht zum ersten Mal, wie die Erstellung eines Klappentexts. Beim nächsten Mal weißt du, wie viel Zeit du einplanen musst – oder bist vielleicht sogar schon schneller!
Auffüllen mit Kieseln
Kennst du das Experiment mit dem Glas, in das zuerst große Steine gelegt werden, dann kleinere und am Ende Sand? So in etwa sieht auch das Füllen meiner wöchentlichen Liste aus.
Zuerst packe ich die regelmäßigen, wichtigen Sachen rein. Meist ist ein Brocken dabei.
Wenn noch Zeit für einen weiteren Brocken ist oder einer bearbeitet werden muss, kommt der auch noch rein.
Jetzt kommen die Kiesel: kleinere Aufgaben, die ich auf die Woche verteile.
Der Sand sind dann die Aufgaben, die im Laufe der Woche auf mich einprasseln. Entweder erledige ich sie direkt, weil nötig, ich übernehme sie am Sonntag bei der nächsten Wochenplanung in die nächste Woche oder sie wandern auf die große To-do-Liste zur späteren Erledigung. Oft sind da Ideen dabei, die mir im Laufe der Woche kommen und die ich in meinem Wochenplan notiere/sammle. Das kann zum Beispiel sein „Nächstes Jahr mein Kinderbuch beim Selfpublishing-Buchpreis anmelden“ oder „Karten für die Frankfurter Buchmesse besorgen“, auch wenn es noch Monate hin ist. Hier geht nix verloren. 😉
Fazit
Die beste Liste bringt nichts, wenn sie nicht gepflegt wird. Regelmäßiges Durchforsten, Übernehmen, Erledigen oder auch Streichen sind wichtig, damit du mit einer großen To-do-Liste effektiv arbeiten kannst. Das System aus einer großen, kompletten Liste in Kombination mit Monats-, Wochen- und Tagesplan plus Jahresplaner hat sich für mich bewährt, wobei ich auch immer weiter daran feile. Das ist glaube ich etwas, das sich mit uns und dem technischen Fortschritt weiterentwickelt. Meinen Tischplaner und meinen Taschenkalender aus Papier werde ich aber vermutlich auch in zehn Jahren noch zu schätzen wissen. ♥
Wie sortierst du dich? Fällt es dir leicht, deine Aufgaben beim Schreiben zu planen, oder stößt du immer wieder auf Probleme? Schreib mir gern an kerstin@21ufos.de oder hinterlasse einen Kommentar.
Ich habe ein neues Arbeitszimmer. Klingt nicht spektakulär, aber du kannst dir gar nicht vorstellen, was das für mich bedeutet: In den vergangenen Jahren habe ich zwischen einem Bad und zwei Kinderzimmern in einem Durchgangsraum gesessen und geschrieben, Podcasts und Videos aufgenommen, Meetings abgehalten und so weiter. Es versteht sich von selbst, dass das nicht einfach war, wenn du meine Veröffentlichungen verfolgt hast.
Nun habe ich also endlich einen Raum, dessen Tür ich nach Belieben schließen kann. Juchhu!
Vielleicht sehnst du dich auch danach. Vielleicht sitzt du an deinem Küchentisch, um zu schreiben, auf deinem Sofa oder Bett oder weichst in eine Bibliothek oder ein Café aus. All das kenne ich auch. Meine Texte sind im Laufe der Jahrzehnte an den verrücktesten Orten entstanden, unter anderem an einem Küchentresen auf Teneriffa – was nicht zu meinen schlechtesten Erinnerungen gehört. 😉
In meinem Schreibtipp-Video auf Instagram habe ich dir am Mittwoch bereits mitgegeben, dass der Ort nicht perfekt sein muss, um mit dem Schreiben zu beginnen. Ich will nicht sagen, dass es eine Ausrede ist, wenn dich deine Umgebung vom Schreiben abhält. Aber du kannst einiges tun, um sie so umzugestalten, dass du trotz widriger Umstände in den Schreibflow kommst. Heute gibt es ein paar vertiefende Anregungen für dich.
Schritt 1: Träume konkret
Wie sieht dein liebster Schreibort aus? Spinne einfach mal herum! Es können ganze wilde Orte sein, die aktuell undenkbar sind. Ich hätte beispielsweise gerne eine hypermoderne Schreibhütte am Ende eines langen Gartens, ein Kubus aus Holz und Glas, in dem nichts Platz hat außer mein Schreibtisch, ein Sessel und Bücherregale, versehen mit einem ultraschnellen Internetanschluss. Okay, ein Bad darf auch noch rein und eine Teeküche. Aktuell illusorisch. Aber ein toller Traum!
Wie sieht dein idealer Schreibort aus? Schreibe es auf, male es, schneide Fotos aus Katalogen aus, erstelle ein Collage oder eine Pinnwand auf Pinterest. Sieh dir dein Werk an: Das ist, wo du vielleicht mal hinwillst. Akzeptiere, dass dein idealer Ort aktuell nicht möglich ist. Vielleicht wächst du hin oder er verändert sich im Laufe der Zeit. Aber jetzt ist er raus aus deinem Kopf. (Falls du zu den glücklichen Menschen gehörst, die einen realistischen, umsetzbaren Traum haben: Nimm ihn mit in die nächste Übung.)
Schritt 2: Analysiere den Ist-Zustand
In der zweiten Übung analysierst du deine aktuelle Schreibsituation. Versuche, noch nicht zu bewerten. Schreibe erst mal vorurteilsfrei auf, wo und wie du aktuell schreibst, auch wenn dich vielleicht manches stört:
Wo schreibst du aktuell? Ist es immer der Küchentisch? Oder das Sofa? Weichst du mitunter auch an andere Orte aus?
Hast du alles, was du brauchst, griffbereit? Oder musst du alles zusammensuchen? Notebook, Block, Stifte, Notizzettel, Karteikarten, Literatur zur Recherche usw.
Kannst du die Tür schließen und beim Schreiben allein sein? Oder ist Gewusel um dich herum?
Herrscht Ordnung an deinem Schreibort? Liegt die ungefaltete Wäsche vor dir oder der dringend fällige Papierkram, weil auch der Rest der Familie den Schreibtisch nutzt? Lenkt dich die Unordnung ab? (Ist nicht bei allen Schreibenden so, kann aber der Fall sein.)
Wie ist der Raum ausgeleuchtet?
Ist die Temperatur angenehm?
Ist die Atmosphäre gemütlich und einladend? Fühlst du dich wohl und bist gerne dort?
Notiere, was dir sonst noch zu deinem Schreibort auffällt.
Schritt 3: Das Gute und das Schlechte benennen
Gehe deine Aufzeichnungen durch. Fische die Dinge heraus, die du negativ bewertest und fasse sie in einer Liste zusammen, zum Beispiel:
keine gute Lichtquelle, Augen ermüden schnell
Stuhl nach einer Weile unbequem
Mich stört, dass ich immer erst alles zusammensuchen muss.
Kleine Diebe klauen immer meine Stifte. 😉
usw.
Du verstehst, was ich meine. Jetzt hast du zusammengefasst, was du an deinem Schreibort als schön und problematisch empfindest. Er ist aber vermutlich momentan der einzige, den du hast. I feel you. Auch ich habe teils unter sehr schwierigen Bedingungen produziert und musste damals sogar meine kleine Tochter und mich von den Tantiemen über Wasser halten. Was ich dir sagen möchte: Lass dich nicht vom Schreiben abhalten, auch wenn der Ort nicht perfekt ist.
Schritt 4: Verändern, was veränderbar ist
Vielleicht konntest du bislang nicht konkret benennen, was dich stört. Jetzt hast du es schwarz auf weiß. Du hast eine Liste und kannst dir jeden einzelnen Punkt anschauen und dich fragen: Kann ich daran etwas ändern? Falls ja: Was könnte ich verbessern? Das kann eine Weile dauern. Über manche Dinge habe ich ewig nachgedacht. Manchmal kam eine Idee auch von außen, durch einen Coach oder aus der Familie. Außenstehende haben manchmal einen frischeren Blick auf eine schwierige Situation. Frag daher auch einfach mal eine Person deines Vertrauens, wenn du nicht weiterweißt.
Ein paar Beispiele, wie du schnell und kostengünstig eine Veränderung herbeiführen kannst:
Das Licht ist schlecht? Rücke die Möbel oder organisiere dir eine zusätzliche Lichtquelle, zum Beispiel eine Lampe aus einem anderen Raum.
Du musst immer alles zusammensuchen? Packe alles, was du brauchst, in eine Notebook-Tasche, einen Rucksack oder auf einen rollbaren Küchenwagen. Das ist dann dein Mini-Büro und für die anderen Familienmitglieder tabu. (Je nach Alter der Kinder ist das eine oder das andere empfehlenswerter. Ein Zweijähriger macht vor dem Küchenwagen meiner Erfahrung nach nicht Halt und mopst die Stifte. 😉 )
Du nutzt den Schreibtisch gemeinsam mit anderen? Vereinbart eine Grundordnung, an die sich alle halten müssen. Das ist nicht anmaßend, sondern hat was mit Respekt und Höflichkeit den anderen Familienangehörigen gegenüber zu tun. Kann jede:r lernen, auch in höherem Alter. Vielleicht kann auch jede:r eine Kiste/Schublade o.ä. für sein persönliches Zeug bekommen.
Es ist ungemütlich und/oder kalt? Schaffe eine freundlichere Atmosphäre durch Blumen, eine Kerze, die du zum Schreiben anzündest, deinen Lieblingsbecher mit Tee oder ein schönes Bild, auf das du deinen Blick richten kannst. Eine Kuscheldecke oder ein erwärmtes Kirschkernkissen können auch helfen. Lege dir vor Beginn deiner Schreibzeit alles zurecht. Warte nicht ab, bis dir ungemütlich wird, denn dann hast du schon eine Unterbrechung provoziert.
Wechsle deine Sitzgelegenheit, indem du zum Beispiel einen großen Gymnastikball anschaffst (gibt es oft im Angebot oder gebraucht für wenige Euro). Der eignet sich nicht nur für Sportübungen, sondern auch wunderbar als alternatives Sitzmöbel, ist rückenfreundlich und kann auch vom Rest der eventuell vorhandenen Familie benutzt werden.
Natürlich kann ich hier nicht für jeden Fall eine Lösung anbieten. Es sind Beispiele. Und manches müssen wir vielleicht einfach für den Moment akzeptieren. Dafür haben wir jetzt ja unser Traum-Bild, auf das wir sehnsuchtsvoll hinarbeiten können. Alles andere haben wir in einer Liste zusammengefasst, die wir Schritt für Schritt abarbeiten und uns ein immer positiveres Schreibumfeld schaffen können. Dabei wünsche ich dir ganz viel Freude.
To-do-Liste
Hier noch einmal deine Aufgaben zusammengefasst zum Abhaken:
Schritt 1: Träume konkret. Stelle dir deinen idealen Schreibort vor.
Schritt 2: Analysiere den Ist-Zustand. Schreibe alles, was dir zu deinem aktuellen Schreibort auffällt, auf – ohne Beurteilung.
Schritt 3: Das Gute und das Schlechte benennen. Erstelle eine Liste mit den Punkten, die du verändern kannst. Denke dabei auch an deinen idealen Traum-Schreibort: Was ist vielleicht in Ansätzen übertragbar?
Schritt 4: Verändern, was veränderbar ist. Arbeite die Liste ab und verändere Schritt für Schritt deine Schreibumgebung, bis sie deinen Ansprüchen genügt.
Falls du Fragen oder Anregungen hast, schreib mir gerne an kerstin@21ufos.de
(In diesem Artikel nenne ich verschiedene Dienstleister, daher vorab: Werbung)
Wenn ich auf meinen sozialen Kanälen unterwegs bin, was jeden Tag der Fall ist, fällt mir immer wieder auf, dass Autor:innen in eine „Auszeit“, eine „Insta-Pause“ oder gleich ganz weggehen. Heute möchte ich ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, wie es mir ergangen ist, warum es mir heute (meist) Spaß macht und welche Schritte du unternehmen könntest, falls Social Media für dich momentan eher eine Last als ein Quell der Freude ist.
Was es heute nicht gibt, sind Profi-Tipps für Social-Media-Marketing. Dafür gibt es viel kompetentere Leute, deren Hilfe ich selbst gerne in Anspruch nehme. Ich bin Schreib-Expertin, kein Social-Media-Manager. Es geht wirklich um meine Nicht-Profi-Perspektive, denn aus der schauen wohl die meisten Autor:innen auf diesen Bereich. Es geht darum, wie ich bestimmte Probleme gelöst habe und angehe, und was du für dich mitnehmen kannst.
Meine ersten Schritte
Als ich mit mich Anfang 2021 entschieden habe, das ganze Thema Schreiben noch einmal ganz neu anzugehen, war eine meiner ersten Taten, aktiv auf Instagram zu werden. Da ich damals nicht einmal wusste, was ein Hashtag ist, habe ich einen Instagram-Grundlagenkurs bei Janet Zentel (Bookerfly) und danach einen Aufbaukurs für fortgeschrittene Nutzer bei Annika Bühnemann (vomschreibenleben.de) gemacht. Danach fühlte ich mich sicherer, um auf Social Media durchstarten zu können. Zudem haben sich tolle Kontakte zu anderen Autor:innen ergeben, die sich teils bis heute gehalten haben. So etwas ist wunderbar!
Trial-and-Error-Methode
Trotzdem basierten meine Aktivitäten weitgehend auf Versuch und Irrtum: Ich übte mich in Canva, einem Online-Tool für Grafikdesign, zunächst lange Zeit in der kostenlosen Version. Mittlerweile nutze ich die kostenpflichtige Pro-Version, da ich nicht nur meine Social-Media-Posts damit erstelle, sondern auch Visitenkarten, Briefpapier, Flyer und vieles mehr. Für mich lohnt es sich, doch für den Anfang reicht definitiv die kostenlose Version.
Ich erstellte erste Grafiken, nahm Fotos auf, postete mein erstes Video in der Story auf Instagram – und hatte dabei wahnsinniges Herzklopfen! Wie gesagt: So etwas fliegt mir nicht zu. Ich springe nicht gerne auf Bühnen, fühle mich am Schreibtisch und in Bibliotheken wohl. Gleichzeitig wollte ich mich aber trauen, mich entwickeln. (Wichtig: Wenn du vor Fotos oder Videos von dir zurückschreckst, ist das vollkommen in Ordnung! Niemand muss oder sollte sich zeigen müssen, der das nicht möchte, und es geht definitiv anders. Zahllose Accounts zeugen davon. Für mich war es allerdings wichtig, und so habe ich es durchgezogen.)
Allmählich ließ das Herzklopfen beim Posten nach, und die Ideen kamen, auch wenn die eigentliche Bearbeitung noch sehr lange dauerte. Was mich allerdings stresste, war die Interaktion. Ich folgte vielen Accounts und war nicht in der Lage, regelmäßig auf allen vorbeizuschauen.
Rückzug! Rückzug!
Immer wieder zog ich mich daher zurück, machte vielleicht keine Insta-Pause mehr wie bei meinen ersten Versuchen mit Sozialen Netzwerken, doch war es ein ewiges Hin und Her. So richtig hatte ich meinen Style noch nicht gefunden. Und auf meinem Account ging alles kunterbunt durcheinander: Posts über meine aktuellen Veröffentlichungen, Werbung für meinen Blog und Podcast und alles rund um 21ufos.de, und damit beging ich einen fatalen Fehler: Ich vermischte meine Zielgruppen. Je intensiver ich mit Sandra (Agentur Autorenträume) zusammenarbeitete, desto klarer wurde mir, dass es so nicht weitergehen konnte. Als ich dann tatsächlich ein Kinderbuch veröffentlichen wollte, auch noch unter anderem Pseudonym, war der Zeitpunkt für einen weiteren Account definitiv gekommen. Ich konnte nicht andere Autor:innen, erwachsene Leserinnen meiner Ostfriesland-Geschichten und Kinder/Eltern/Lehrer- und Erzieher:innen gleichzeitig ansprechen. Also bekam Kerstinus Brausike einen eigenen Account. Hier nahm ich alsbald ein Coaching bei Johanna Hegermann (Hanna Buchmarketing) in Anspruch, die nicht nur mein Profil genau unter die Lupe nahm, sondern mir auch viele Ideen für meinen Auftritt lieferte. Zusammen mit der Marketingkampagne, die Sandra für die Veröffentlichung von „Wimpel und die rote Koralle“ entworfen hatte, fühlte und fühle ich mich nun sicher und habe begonnen, den Account mit Leben zu füllen. So etwas ist aber bekanntlich ein Langzeit-Projekt und dauert entsprechend lange. Meine Tage haben natürlich auch nur 24 Stunden und ich kann mich nicht darauf fokussieren. Mein Fokus liegt woanders.
Erschaffe dein Lebenswerk!
Und so kam ein dritter Account dazu, den ich mittlerweile am intensivsten bespiele, weil hier auch der größte Teil meiner Arbeitszeit hineinfließt: 21ufos.de. Auf diesem liegt mein Fokus. „Erschaffe dein Lebenswerk!“ ist dabei das Motto: Ich arbeite an meinem eigenen Lebenswerk und helfe dir, deines zu errichten. ♥ Da fließt meine Energie rein, und ich liebe es, dich mit kostenlosen Schreibtipps zu versorgen, dir unseren Kurs vorzustellen oder auf meine Dienstleistungen rund ums Lektorat aufmerksam zu machen.
Außerdem konnte ich nun endlich genau für die Menschen posten, die ich erreichen wollte: Als Autorin jeweils für meine kleinen und großen Leser:innen und als Expertin für Autor:innen. Meine Befürchtung, dass ich schreiend vor Social Media weglaufen würde, wenn ich mir mehrere Accounts zulegte, bewahrheitete sich nicht. Im Gegenteil: Plötzlich herrschte Klarheit. Instagram wirkte auf mich nun wie eine gut aufgeräumte Kommode: Ich wusste, in welche Schublade was gehörte und was nicht. (Falls du mir schon länger folgst, weißt du, dass ich Ordnung liebe. 😉 )
Auf mehreren Plattformen tanzen
Was lag da näher, als das nächste Fass aufzumachen und sich einer weiteren Herausforderung zu stellen? Wär ja sonst auch langweilig …
Also auf zu Facebook.
Ich kann dir sagen: Da lerne ich noch täglich dazu, und das wird vermutlich noch eine ganze Weile so bleiben. Stress pur. Warum ich es mir trotzdem antue:
Mit Facebook war ich grundsätzlich schon länger verknüpft, weil ich Business- bzw. Creator-Konten auf Instagram habe. Das möchte ich auch dir empfehlen, da es viele Vorteile hat, unter anderem genaueren Einblick in deine Statistik.
Als Autorin habe ich mir eine eigene Seite für Kessi van Jarssum eingerichtet, auf der ich nun meine Inhalte ebenfalls auf Facebook teilen kann. Einmal Arbeit, doppelter Nutzen. (Kerstinus Brausike steht noch aus, steht aber auch meiner To-do.)
So erreichst du natürlich auch auf dieser Plattform deine Leserschaft. (Je nachdem, wo sich deine Leserschaft eher rumtreibt, ist da natürlich mehr Aktivität gefragt. Ich bin froh, dass meine sich nicht auf TikTok tummelt, da wäre ich dann nämlich raus. 😉 )
21ufos.de präsentiere ich dort nun auch mit einer eigenen Seite und bin froh, meine Botschaft breiter streuen zu können.
Außerdem gibt es bei Facebook Gruppen, was für die Interaktion und das Netzwerken noch einmal einen anderen Ansatz ermöglicht.
Insgesamt stehe ich mit Facebook aber noch am Anfang, und ob ich die Business-Maschine im Hintergrund jemals verstehe, weiß ich nicht. Jedes Mal lande ich auf anderen Seiten, ständig ändert sich was, und ich weiß jetzt definitiv, warum es ein Beruf ist, so was zu können. Ich wurschtel mich da durch, aber mehr ist nicht zu erwarten. Ist aber okay so. Ich kann nur lernen, in dem ich es mache. Ist wie mit dem Schreiben.
Hater am Start?
Noch etwas zum Thema Hater: Mit unangenehmen Menschen musste ich mich glücklicherweise erst sehr wenig auseinandersetzen. Die Insta-Buch-Bubble ist ja meist recht nett und kuschelig. Eine Weile bin ich einigen Accounts gefolgt, die einen eher krawalligen Ton hatte, bin aber irgendwann weitergezogen. Wir haben ja zum Glück auch selbst die Macht darüber, welche Inhalte und Gedanken wir uns regelmäßig zuführen, und wenn etwas beklemmend ist oder nicht guttut, dann: deabonnieren. Andersherum kann man natürlich auch blockieren, wenn nötig, und das sollte man auch machen.
Mein aktuelles System
Du siehst, ich habe einen ganz schönen Weg zurückgelegt, und eins kann ich dir sagen: Das Talent dafür wurde mir nicht in die Wiege gelegt. Ich musste ganz schön ackern, mich durchbeißen und nach Rückschlägen immer wieder aufstehen, auch wenn ich am liebsten liegengeblieben wäre.
Bin ich aber nicht. Ich habe keine 10.000 Follower, bespiele aber mehrere Kanäle, und das mit Freude. Die Menschen, die mir folgen und mit mir interagieren, bestätigen mich jeden Tag darin, weiterzumachen und immer wieder nachzujustieren, wenn sich mal Erschöpfung einstellt. Es macht mir Spaß, mir neue Inhalte auszudenken und Content zu produzieren, der meinen Followern hilft oder ihnen den Tag verschönert. Die Mission, die ich mit 21ufos.de verfolge, kann ich über meine Kanäle verbreiten, und das freut mich sehr.
Auch heute gelingt es mir noch nicht, allen Menschen, denen ich folge, regelmäßig einen Besuch abzustatten, auch wenn ich die Inhalte definitiv interessant finde und auch weiter folgen möchte. Ich setze die Priorität beim Stöbern aber ganz klar auf Kolleg:innen, mit denen ich intensiv zusammenarbeite, Kooperationspartnern, Kundinnen und natürlich treuen Follower:innen, die immer wieder liken, kommentieren oder anders mit mir interagieren. ♥
Die Verknüpfung mit Facebook würde mir ein automatisiertes Posten ermöglichen, doch das mache ich (noch) nicht. Zwar werden meine Blog-Artikel und Podcast-Episoden mittlerweile automatisch hochgeladen, für meine Posts kann ich mir das aber noch nicht vorstellen. Ich mache es, wenn ich im Tagesverlauf Zeit habe, weil ich dann auch direkt reagieren kann. Das ist nicht nur gut für den Algorithmus, es ist auch einfach nett. 🙂
Momentan poste ich an sechs Tagen pro Woche. Das hört sich viel an, ich überlege mir aber nicht in dem Moment, was ich mache, sondern plane zumindest für 21ufos.de einen Monat durch. Ich habe bestimmte Tage, an denen zum Beispiel mein Schreibtipp komme (mittwochs), Infos zum Lektorat (donnerstags) oder ein Post zum aktuellen Podcast (sonntags). Dabei haben sich für mich durch Erfahrung Muster entwickelt, die funktionieren, und die ich immer wieder anwenden kann.
Für die Planung benutze ich das Tool Trello, wo ich in Listen meine Accounts sortiere, jedem Post eine Karteikarte zuweise und markiere, wenn er online gegangen ist. Es ist eine Art Redaktionsplan, aber nicht in einem Word-Dokument o.ä., sondern in diesem multifunktionalen Tool. (Manche plotten sogar damit. Dafür liebe ich aber meine Karteikarten aus Pappe zu sehr. 😉 )
Auf jeden Fall muss ich das Rad nicht immer neu erfinden, sondern kann einen Monat relativ am Stück durchplanen. Ich fülle die Karteikarten mit dem geplanten Veröffentlichungsdatum, der Caption – also dem Text, der unter dem Bild erscheinen soll -, suche mir auf einer anderen Karteikarte die Hashtags raus, fertig.
Die Hashtags habe ich tatsächlich für alle meine Aktivitäten in eine eigene Liste und auf eigene Karteikarten gelegt: Kessi van Jarssum braucht andere Hashtags als Kerstinus Brausike, und meine Marketingkampagne für „Tasche mit Herz“ soll eine andere Leserschaft erreichen als „Der Sturm brachte ihren Retter“, mein Liebesroman in großer Schrift.
Damit ich nicht nur die Hashtags, sondern auch die Klappentexte stets griffbereit habe, haben sie auch alle eigene Karteikarten bekommen. Ich kann sie nach Bedarf kopieren und in den Post einfügen.
Du siehst: Ich gehe einen Mittelweg aus automatisiertem, zeitsparendem und organischem, aus dem Moment lebenden Arbeiten. Ich muss mich nicht ständig neu eindenken wie früher und kann auch bei Chaos um mich rum posten, kann aber dennoch kreativ sein und auf aktuelle Erfordernisse eingehen, zum Beispiel einen Post schieben oder vorziehen.
Und wenn du jetzt neugierig geworden bist, wie das in der Umsetzung aussieht, und noch nicht zu meinen Followern gehörst, dann gibt es hier die Links zu meinen 21ufos.de-Kanälen:
Social Media kann großen Spaß machen, wenn man die ersten Hürden nimmt.
Dafür muss man unter Umständen eine ganze Weile herumprobieren und auch so manches Mal über seinen Schatten springen.
Wenn du unbedingt möchtest, es aber alleine nicht gelingt, dann denke über einen Kurs oder ein Coaching nach, um diese Hürden zu nehmen. Habe ich so gemacht und kann es weiterempfehlen, weil manchmal Blockaden dahinterstecken, die uns daran hindern, unsere Ziele zu erreichen. Mich hat das sehr frustriert, und ich war froh, als ich sie mit Hilfe beseitigt hatte.
Vernetzung ist das A und O. Ich habe mir in der riesigen Insta-Buch-Bubble meine eigene kleine Bubble geschaffen, in der ich mich wohl fühle, mit Menschen, die ich nicht mehr missen möchte. Das empfinde ich als ein ganz großes Geschenk, hinter dem aber viel Arbeit steckt.
Falls du Fragen oder Anregungen hast, schreib mir gerne an: kerstin@21ufos.de
Geschichten entstehen auf unterschiedliche Art und Weise: Manchmal werden sie in Auftrag gegeben und ein paar Wochen später geplant veröffentlicht; manchmal vergehen zwischen dem ersten getippten Wort und der Fertigstellung mehrere Jahre, und dann landet die Story in der Schublade. Dazwischen ist viel möglich. Ein paar Entstehungsmöglichkeiten möchte ich heute für dich beleuchten und Tipps für deine eigene Arbeit daraus ableiten.
Version 1: Schnell und geplant
Diese Art des Schreibens habe ich zuerst im Journalismus kennengelernt: Morgens war die Seite leer, abends musste sie voll sein. Der Andruck am Abend hing stets drohend über den Kolleg:innen und mir. Ob man in einem kreativen Loch steckte, war egal, denn die Artikel mussten getippt werden. Punkt.
Auch aus meiner Zeit als Heftroman-Autorin ist mir das Produzieren auf eine baldige Deadline hin bekannt. Manchmal vergingen nur wenige Wochen bis zum Druck. 100 Normseiten pro Heft hießen dabei 100 Normseiten, nicht 95 und auch nicht 105. Auf den Punkt schreiben, liefern wie nach Vorlage des Exposés abgesegnet – das war über mehrere Jahre hinweg mein täglich Brot.
Ein klein wenig Erfahrung konnte ich außerdem als Texterin im Bereich Werbung sammeln, habe aber schnell gemerkt, dass dieser Bereich nichts für mich ist. Doch auch hier: Deadline, schnelle Lieferung. Zack!
Pro: Der klare Vorteil liegt für mich in der Textproduktion. Der Text muss fertig werden, und in der Regel wird er das dann auch. Strebst du einen hohen Output an, möchtest schnell viel produzieren, sind feste Deadlines dabei gute Hilfen. Als Selfpublisher:in hast du keine Deadlines? Doch, wenn nämlich ein Dienstleister auf deinen Text wartet, dich eingeplant hat, und danach der nächste usw. Das kann positiven Druck erzeugen, fertig zu werden.
Kontra: Der Druck kann auch ins Negative ausschlagen, deine Motivation unterwandern oder zu einer ausgewachsenen Blockade führen. Außerdem kann der hohe Output zu einer Erschöpfung führen. Warnsignale solltest du früh wahrnehmen und gegensteuern. Ich bin damals über meine Grenzen gegangen. Heute wüsste ich, was zu tun ist, aber das sind Erfahrungswerte, die man nur mit der Zeit gewinnen kann.
Tipp: Wenn du dir unsicher bist, wie du mit Deadlines klarkommst, probiere es erst mal mit einer Ausschreibung für eine Anthologie. Eine Kurzgeschichte ist erstens schnell geschrieben, zweitens wartet keiner auf deinen Text bzw. du gerätst nicht in Verzug. Beobachte dich: Wie reagierst du auf die Deadline? Beflügelt sie dich? Oder bremst sie dich aus?
Version 2: Strukturiert ohne Termin
Natürlich musst du dir keine Deadline setzen. Sei es ein langer Text wie ein Roman oder ein kurzer wie eine Erzählung: Wenn er nicht geschrieben wird, kann er nicht veröffentlicht werden. Auch ohne Deadline kannst du deinem kreativen Arbeiten eine Struktur verleihen, indem du zum Beispiel die einzelnen Arbeitsschritte durchplanst, z.B. Phasen für die Recherche, das Plotten, Schreiben und Überarbeiten einplanst und dir beispielsweise Wochen dafür blockst. Du hast keinen Abgabetermin mit einem externen Dienstleister, weißt aber so ungefähr, wann du was erledigt haben möchtest, um fertig zu werden.
Pro: Du bist frei! Keine:r wartet auf dich, setzt dich mit einer Deadline unter Druck. Dein kreatives Arbeiten wird nicht von außen gelenkt, sondern du bestimmst über die Abläufe.
Kontra: Die Zusammenarbeit mit Dienstleistern wird sich erfahrungsgemäß strecken, weil du beispielsweise keine:n Lektor:in findest, wenn dein Text fertig ist. Dann wirst du warten müssen, bis jemand einen freien Slot für dich hat. Wenn du mit einer bestimmten Lektorin, einem bestimmten Lektor zusammenarbeiten möchtest, empfehle ich dieses Vorgehen nicht, denn die Vorlaufzeit beträgt meist mehrere Monate. Das gleiche gilt für Korrektor:innen und Buchsetzer:innen.
Tipp: Meiner Erfahrung nach kann man mit dieser Methode ins Bummeln geraten, weil keine Termine ausgemacht sind. Ist mir selbst auch schon passiert. Das Risiko, dass dein Text niemals fertig wird und du dein Projekt abbrichst, ist außerdem hoch. Probiere auch hier mit einem kurzen Text aus, wie die Abläufe sind, und ob du mit deinem Tempo zufrieden bist. Falls ja, versuche dich an einem längeren Projekt.
Version 3: Aus dem Bauch in den Kalender
Eine weitere Möglichkeit, einen Text entstehen zu lassen, ist folgende: Du schreibst ohne Plan, aus dem Bauch heraus, hast aber einen Termin im Kalender stehen, bis wann du fertig sein möchtest.
Bist du ein Plotter, also jemand, der seine Texte vor dem Schreiben gerne intensiv entwickelt, wird dir dieser Ansatz vermutlich nicht zusagen. Für ein kurzes Projekt könntest du es trotzdem mal ausprobieren, einfach, um diese Art des Schreibens auch mal kennengelernt zu haben.
Bist du ein Bauchschreiber, der seine Geschichte während des Schreibens entwickelt, hat der Ansatz den Vorteil, dass du fertig werden musst. Der Termin steht. Trödelei, das Verfolgen unergiebiger Handlungsstränge, das Starren aufs weiße Blatt – nicht möglich!
Pro: Das Risiko, dass du dein Projekt irgendwann abbrichst oder auf Seite 1200 landest, ohne dass das Ende in Sicht ist, wird hier minimiert. Der Termin begrenzt dich automatisch und fokussiert dich.
Kontra: Das, was Bauchschreiber oft besonders schätzen, nämlich die kreative Freiheit, wird hier eingeschränkt. Du bist nicht vollkommen frei in deinen Entscheidungen, weder inhaltlich noch zeitlich.
Tipp:Natürlich gibt es auch Bauchschreiber, die routinemäßig ihre Projekte beenden, auch ohne Termine. Meiner Erfahrung nach sind die Risiken aber hoch und lassen sich durch fixe Termine minimieren. Wenn du sichergehen möchtest, dass du trotz Bauchschreiberei deinen Termin hältst, schreibe nicht nur eine persönliche Deadline in den Kalender, sondern vereinbare einen Abgabetermin mit einem Dienstleister. Alternativ kannst du deine Deadline nach außen kommunizieren. Auch das kann einen positiven Druck erzeugen.
Version 4: Ganz ohne Plan
Die letzte Möglichkeit beinhaltet vermutlich den größten Teil an persönlicher Freiheit im Prozess. Du plottest oder bauchschreibst oder mixt beides, wie du lustig bist, planst nichts und veröffentlichst irgendwann oder auch nicht, arbeitest vielleicht an mehreren Projekten gleichzeitig, lebst dich kreativ vollkommen aus.
Spricht dich an? #ifeelyou Auch ich hatte nach langer Zeit des völlig getakteten Schreibens das dringende Bedürfnis, vollkommen frei an meinen Geschichten arbeiten zu können. Ist das nicht echte, unverfälschte Schriftstellerei?
Dachte ich lange – und wurde eines Besseren belehrt. Bei mir führte dieser Ansatz nämlich dazu, dass meine Projekte nicht mehr fertig wurden und in unterschiedlichen Entwicklungsstadien in der Schublade landeten. So sind meine 21ufos entstanden, meine 21 unfertigen Objekte. Immerhin profitierst du davon, denn sonst gäbe es 21ufos.de nicht. 😉
Trotzdem: Wenn ich vorher gewusst hätte, welche Durststrecke mich erwartet, hätte ich diesen Weg nicht gewählt, denn ich habe zwar geschrieben, aber nicht mehr veröffentlicht, und das über etliche Jahre hinweg. Der Schritt ins Selfpublishing und die Gründung von 21ufos.de waren meine Befreiungsschläge aus dieser Krise. Daher:
Pro: maximale kreative Freiheit
Kontra: maximale kreative Freiheit 😉
Tipp: Probiere es ruhig aus, wenn dein Herz dich hinzieht. Begrenze diese Phase aber zeitlich, damit es dir nicht ergeht wie mir und du hängenbleibst. Stecke dir vorher einen festen zeitlichen Rahmen von einigen Wochen, Monaten oder auch einem Jahr. In diesem Zeitraum probierst du es aus. Wenn es nicht funktioniert, ziehe früher als ich die Reißleine und komme über andere Ansätze in die Fertigstellung und dann auch die Veröffentlichung.
Fazit
Dies war ein kleiner, nicht abschließender Überblick über unterschiedliche Herangehensweisen. Dabei ist kein Weg besser oder schlechter als der andere. Er passt einfach im Idealfall genau zu dir und deinen Projekten. Ich kann nur empfehlen, verschiedene Wege auszuprobieren. Manchmal zapft man dadurch kreatives Potential an, mit dem man gar nicht gerechnet hatte. Dabei darfst du auch ruhig mal deine Komfortzone verlassen. Mit der Zeit lernst du dich immer besser kennen und weißt, was funktioniert und was nicht.
Welcher Prozess spricht dich an? Konntest du dich wiederfinden? Schreib mir gerne an kerstin@21ufos.de oder hinterlasse unten einen Kommentar.