Sommerlektüre für Autor:innen

Im Sommer bin ich ein bisschen lesefaul. Erst wenn das Wetter kühler wird, setzt bei mir die Leselust wieder ein. Geht es dir auch so? Dann habe ich ein paar Lesetipps für die Sommermonate, die dich als Autorin weiterbringen und nicht „beschweren“. (Natürlich auch für alle geeignet, die auch im Sommer gerne lesen. 😉 Nimm mit, was du gebrauchen kannst.)

Lesetipp 1: „Emma“ von Jane Austen

„Emma“ gehört zu Jane Austens späteren Werken. Von der Atmosphäre her empfinde ich diesen Roman als ihren hellsten, lichtesten. Was könnte besser zum Sommer passen? Im Laufe der Geschichte wird auch mal Weihnachten gefeiert, aber sei’s drum. Der Frühling kommt und mit ihm ein Ende der Irrungen und Wirrungen. 

Was du als Autorin von „Emma“ lernen kannst: Beschränke dich! „Emma“ spielt im kleinen Örtchen Highbury mit einem begrenzten Personal. Doch die Begrenzung ist Jane Austens Spezialität. Zu Lebzeiten und kurz danach wurde sie für ihre „drei, vier Familien auf dem Lande“ belächelt. Heute wissen wir: Das ist ganz große Kunst. Sie schrieb nicht nur über das, was sie kannte, sondern beschränkte sich hier auf ein ganz klar abgestecktes Umfeld. Es muss nicht immer um die Welt gehen. Ein Dorf kann reichen, um ein reiches Personal zu entwickeln.

Zusatztipp: Meine liebste Verfilmung ist die von 1996 mit Gwyneth Paltrow. Nach der Lektüre sehr zu empfehlen.

Lesetipp 2: Fachliteratur deines Themengebiets

Wenn du das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden willst, dann nutze die Zeit im Liegestuhl oder auf der Picknickdecke, um dich mit deinem Themengebiet zu beschäftigen. Ich weiß nicht, in welchem Genre du schreibst und welche Literatur sinnvoll wäre. Was ich weiß: Es muss kein sperriger Wälzer sein. Zu vielen Themengebieten gibt es gute populärwissenschaftliche Literatur, die sich der Leserin leicht erschließt. Oder schau mal nach Fachzeitschriften in deinem Bereich. Im Sommer lese ich manchmal lieber eine Zeitschrift zur Altertumskunde als einen historischen Roman. So hast du die Zeit sinnvoll genutzt, eine Leseflaute überbrückt und etwas für dein Hintergrundwissen getan.

Zusatztipp: Bewegst du dich im Mittelalter? Dann möchte ich dir das Buch „Frauen im Mittelalter“ von Edith Ennen ans Herz legen.

Lesetipp 3: Ratgeber zum Kreativen Schreiben

Auch ein klassischer Schreibratgeber darf heute nicht fehlen, und zwar die „50 Werkzeuge für gutes Schreiben“ von Roy Peter Clark. Dieser Ratgeber ist im positiven Sinne kleinteilig angelegt und durch Übungen zusätzlich kurzweilig. Ich arbeite immer wieder mit ihm und picke mir die Passagen heraus, die gerade zu meinem „Problem“ passen, habe ihn aber auch schon komplett gelesen. Mittlerweile vermutlich mehrfach. 😉 Für mich ist dieses Buch ein bisschen die eierlegende Wollmilchsau auf dem Creative-Writing-Markt: Von Mindset-Fragen über die Konstruktion langer Sätze bis zum Finden der eigenen Stimme gibt es hier alles mögliche zu lernen. Die Lektüre tut nicht weh, und wenn man im Schatten zur Siesta einschläft, fällt der Anschluss danach leicht.

Zusatztipp: #werbung

Du möchtest mehr über diese ominöse „Stimme“ erfahren, warum sie wichtig für dein Schreiben und das Marketing ist und wie du sie finden kannst? Dann komm in den Kurs Lebe deinen Autorentraum von der Agentur Autorenträume und mir. 🙂 )

Lesetipp 4: der selfpublisher

Kennst du die Zeitschrift „der selfpublisher“? Die Zeitschrift für Autor:innen, die in Eigenregie veröffentlichen, beleuchtet aktuelle Themen des Marktes, beschäftigt sich mit Buchsatz und Bloggern, interviewt erfolgreiche Selfpublisher, berichtet aus der Buchbranche, gibt Tipps zur Covergestaltung et cetera.

Zusatztipp: Mitglieder des Selfpublisher Verbands e.V. erhalten die Zeitschrift automatisch im Rahmen ihrer Mitgliedschaft. Ansonsten findest du sie im gut sortierten Zeitschriftenhandel oder online zum Bestellen auf autorenwelt.de.

Lesetipp 5: Kurzgeschichten und Erzählungen

Ich bin bekennender Fan der kurzen Form. Meine erste literarische Veröffentlichung war eine Kurzgeschichte in der Anthologie „ReiseLust“ des Storia Verlags. In der Spenden-Anthologie „Traumfabrik-Geschichten“ ist ein Theaterstück von mir erschienen. Ich lese die kurze Form auch sehr, sehr gerne. Auf meinem Nachttisch liegt gerade „Bei Anbruch der Nacht“ von Kazuo Ishiguro. Sehr empfehlen kann ich auch die Erzählungen einer meiner Lieblingsautorinnen, Alice Munroe, Nobelpreisträgerin von 2013.

Welchen Kurzgeschichtenband du auch immer liest: Lasse dich von der Form inspirieren! Sieh dir den formalen Aufbau an, die inhaltliche Gestaltung, die Figurenentwicklung. In einem kurzen Text muss jedes Wort sitzen, fliegt alles „Überflüssige“ raus. Das ist spannend, und du kannst deine Erkenntnisse auf eigene Texte übertragen.

Zusatztipp: Die Agentur Autorenträume veranstaltet auch in diesem Jahr eine Ausschreibung für eine Spenden-Anthologie, dieses Mal zum Thema „Visionär“. Vielleicht möchtest du teilnehmen? Dann hast du noch bis zum 31.7.2023 Zeit. Du hast nicht mehr viel Zeit für’s Schreiben, aber das muss nicht unbedingt schlecht sein. Unter Zeitdruck ist schon so manch guter Text entstanden. Hier geht’s zur Ausschreibung.

Fazit

Ob du nun im Sommer gern oder weniger gern liest, es gibt viele Möglichkeiten, die warmen Monate sinnvoll mit deiner Schreibleidenschaft zu verbinden. Ich hoffe, dass bei meinen Tipps etwas für dich dabei war. Wenn du weitere Fragen oder Anregungen hast, schreibe mit gerne an: kerstin@21ufos.de

Holl di munter

deine Kerstin

Auf Reisen schreiben

Ostern steht vor der Tür, und viele von euch werden die Ferien oder Feiertage nutzen, um unterwegs zu sein. Auch bei uns stehen ein paar Verwandtenversuche auf dem Programm. Früher hat mir das immer etwas Magenschmerzen verursacht, weil ich eine kreative Durststrecke befürchtete. Wenige Tage genügten mir schon, um mich aus meinem aktuellen Projekt hinaus zu katapultieren. Zum Glück habe ich Techniken entwickelt, die immer und überall dafür sorgen, dass ich am Ball bleibe. Vielleicht ist auch etwas für dich dabei?

Mein aktuelles Autorenfoto für Kinderbuchprojekte, aufgenommen im Emden-Urlaub von meinem Mann. 🙂

Schreiben müssen – egal wie

Wenn einer Autorin die Deadline im Nacken sitzt und dann eine Reise ansteht, ob geplant oder ungeplant, gewollt oder nicht, kann das schon mal zu einem erhöhten Puls führen. Der Text muss fertig werden, komme, was wolle. So habe ich es in meiner Heftroman-Zeit oft genug erlebt. Ich habe überall geschrieben: bei meinen Eltern am Schreibtisch, bei Schwiegereltern am Esstisch, im Gästezimmer, in einem Apartment auf Teneriffa, im Zug und sogar im Auto, als ich nach einem Unfall vor mir stundenlang im Stau stand. Hut ab, was man schaffen kann, wenn man muss!

Nur nicht lockerlassen

Aber auch bei literarischen Projekten, die keine Deadline haben oder wo du sie selbst nach Belieben setzt, kann es sinnvoll sein, während der Reise nicht zu pausieren. Dann fällt der Wiedereinstieg nach der Unterbrechung nicht so schwer, und vielleicht macht es sogar Spaß oder ist besonders inspirierend, in einer anderen Umgebung zu schreiben. Auch hier sind bei mir wieder einige ungewöhnliche Schreib-Orte zusammengekommen: im Zelt, im Hotelzimmer in den Alpen, auf einer Wiese, im Wald auf Wandertouren… (Hier war tatsächlich ein wasserfester Block sinnvoll, den mein Mann mir einmal geschenkt hat. 😉 )

Ansonsten versuche ich bei längeren, stationären Aufenthalten immer, ein Notebook mitzunehmen, sofern ich gerade in der Textarbeit bin. Mit dabei sind neben dem Notebook dann ein Stick mit den aktuell benötigten Unterlagen, meine Karteikarten mit dem Szenenumbruch, Stifte und ein Notizbuch natürlich. Ansonsten kann man unterwegs auch überarbeiten, indem man die ausgedruckten Seiten mitnimmt und schon mal durchkorrigiert.

Viele Nicht-Schreib-Möglichkeiten

Es muss aber nicht unbedingt direkte Textarbeit sein, um mit deinem Projekt verbunden zu bleiben. Wenn man mit dem Rucksack unterwegs ist, kann man natürlich auch nicht so viel mitschleppen und muss ökonomisch an die Sache herangehen.

Schreibst du über die Region, die du bereist? Dann kannst du die Zeit auch zur Recherche für ein zukünftiges Projekt nutzen oder ein Reisetagebuch führen, in dem du alles Interessante zu Land und Leuten, Sehenswürdigkeiten, Museen und so weiter einträgst, das du später einmal gebrauchen kannst. Deine Geschichte wird viel Lokalkolorit brauchen, und so schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe. (Im Onlinekurs, den ich ab Ende Mai gemeinsam mit Sandra Andrés von Autorenträume anbiete, wird es neben vielem anderen auch um dieses Thema gehen. Ich freu mich schon sehr darauf und halte dich auf dem Laufenden.)

Die Zeit in Ostfriesland nutze ich beispielsweise immer, um meinen Instagram-Followern meine Heimatregion näher zu bringen und auch viele Fotos für die Zeit zwischen meinen Aufenthalten zu machen – dann habe ich nämlich immer was zu posten. Funfact: Meine Follower lieben Bilder und Videos vom Deich. 😉

In diesem Artikel habe ich dir erklärt, wie eine Handlungsorte-Tour funktioniert.

Und hier geht es zu meinem Instagram-Kanal.

Marketing geht immer

Reisen kannst du auch immer wunderbar für’s Marketing nutzen – wenn du dich etwas vorbereitest! Besuche beispielsweise die örtlichen Buchhandlungen, stelle dich vor und lasse ihnen zumindest Informationsmaterial zu deinem Buch oder deinen Büchern da, falls du schon veröffentlicht hast. Du wirst dein Buch nicht überall mit hinschleppen können, aber ein sogenannter Waschzettel, der alle wichtigen Informationen enthält, Postkarten und Lesezeichen zum Buch oder auch eine Leseprobe passen in jede Handtasche. Ich habe immer etwas dabei, denn so bin ich vorbereitet, wenn ich auf Interesse stoße. Es dauert vielleicht eine Weile, bis du diesen Marketing-Trick verinnerlicht hast, aber es lohnt sich! Anfangs hatte ich auch wirklich Bammel, bevor ich eine Buchhandlung betrat, um mich vorzustellen, aber das hat sich schnell gelegt. Und gerade vor ein paar Tagen konnte ich einer Gruppe Frauen, die Interesse an meiner Autorentätigkeit zeigten, nicht nur von meinen Büchern erzählen, sondern ihnen auch Postkarten und Lesezeichen in die Hände drücken. Das kam überraschend und ungeplant. Ein tolles Gefühl!

Knips, Knips, Knips

Und nun noch ein letzter Tipp, den du allerdings nur umsetzen kannst, wenn du in Begleitung reist: Lass ein paar schöne Fotos von dir machen! Ich bin zum Glück mit einem Mann gesegnet, der gut fotografieren kann, und meine Autorenfotos gefallen mir sehr gut. Professionelle Autorenfotos kannst du natürlich auch durch einen Fotografen vor Ort umsetzen lassen, den du vorab buchst. Fotos von dir im Freien, vielleicht sogar an einem außergewöhnlichen Ort, sind nämlich etwas Wunderbares. 

Fazit

Ein Urlaub, eine Reise, auch aus beruflichen Gründen, muss dich nicht unbedingt aus dem Schreiben kicken. Es gibt viele Möglichkeiten, dich zu connecten und kreativ zu bleiben. Hast du weitere Tipps oder Fragen? Dann schreib mir gerne an kerstin[@]21ufos.de.

Hab eine schöne Osterzeit, ob auf Reisen oder daheim!

Holl di munter

deine Kerstin

Krank schreiben? 5 Tipps zum Dranbleiben

„Krank schreiben?“ habe ich diesen Beitrag betitelt – und erst beim Tippen die Doppeldeutigkeit wahrgenommen. 😉 Nein, es soll heute nicht um eine Krankmeldung für den Arbeitgeber gehen, sondern ums Schreiben, wenn man krank ist. So wie ich gerade.

Tatsächlich hat uns Corona erwischt – mal wieder, wie ich leider sagen muss. Eine Woche lang ging hier gar nichts. Ich war selbst krank, Ehemann und drei Kinder ebenfalls. Das Schreiben blieb da tatsächlich auf der Strecke beziehungsweise war mir rein körperlich gar nicht möglich, weil ich alle verbliebenen Ressourcen benötigte.

Wie du in so einer Phase trotzdem „dranbleiben“ und dich weiterhin mit dem Schreiben verbinden kannst, darum soll es heute gehen – damit der Wiedereinstieg nach der unfreiwilligen Unterbrechung nahtlos gelingt.

Tipp 1: Notizen zum Projekt anfertigen

Notizen zu deinem aktuellen Projekt anzufertigen, ist die naheliegendste Lösung. Falls du zu krank zum eigentlichen Schreiben bist, aber fit genug für handschriftliche Aufzeichnungen, bietet sich ein Notizbuch oder eine entsprechende App auf deinem Handy an. Dabei muss allerdings auch dein Gehirn mitmachen! Meines hatte tatsächlich keine Kapazitäten in den vergangenen sieben Tagen. Es lief auf „Überlebensmodus“. Falls noch ein bisschen Gehirnschmalz übrig ist und du Lust auf deine Geschichten hast, mache dir einfach Notizen zu deinen Figuren, deiner Buchwelt, Ideen für weitere Recherchen – was dir so in den Sinn kommt.

Tipp 2: Allgemeine Ideen sammeln

Im Unterschied zum ersten Tipp geht es beim zweiten darum, allgemeine Ideen zu sammeln. Meiner Erfahrung nach ist das einfacher, weil kein konkreter Bezug hergestellt werden muss, sprich: Es erfordert weniger Konzentration. Als Schriftstellerin bin ich es gewöhnt, meine Ideen aufzuzeichnen und zu sammeln. Gerade in Krankheitsphasen ergeben sich manchmal tolle Zusammenhänge – sei es, weil man einfach mal auf der Couch herumlümmelt oder weil durch den rein körperlichen Zustand neue Gedanken aufkommen. Alles ist es wert, aufgezeichnet zu werden, sofern dein Zustand es zulässt. (Du kannst übrigens auch die Diktierfunktion deines Handys nutzen, falls dir tippen zu anstrengend ist.)

Tipp 3: Podcasts hören

Ich höre leidenschaftlich gerne Podcasts. Es ist manchmal im Alltag leichter unterzubringen, und gerade bei Krankheit kann der Fokus auf nur einen Sinn – das Hören – entspannend sein. Zum Glück gibt es viele Podcasts zu Büchern, dem Schreiben und Veröffentlichen.  So bleibst du im Schreiben drin und beschäftigst dich mit der Thematik, ohne selbst Energie aufwenden zu müssen. (Kennst du schon meinen Podcast 21ufos.de? Oder den Podcast meiner Autorengruppe Herzgespinste? Die liebe Sandra hat auch einen eigenen Podcast: Rilkes Töchter. Hör gerne mal rein!)

Tipp 4: Passende Bücher lesen

Wenn ich fit genug bin, lese ich gerne zu meinen Themen und Inhalten passende Literatur oder verbinde das Angenehme mit dem Nützlichen und lese ein Buch oder eine Zeitschrift zur Recherche. Das ist aber oft zu anstrengend oder macht keinen Spaß, und das sollte es, denn man will ja schnell wieder gesund werden. Daher hat sich für mich der Griff zum Altbekannten bewährt: Ich lese ein Buch zum wiederholten Mal, ein echtes Lieblingsbuch, lasse mich von der Geschichte, der Sprache einlullen und davontragen – und lerne doch immer etwas Neues dabei. Denn: Gerade bei bekannten Inhalten kannst du auf andere Dinge achten, die dir beim ersten Lesen vielleicht gar nicht auffallen. Warum nimmt dich das Buch so gefangen? Was ist das Besondere daran? Sind es die Figuren, der Aufbau der Handlung, vielleicht sogar die Perspektive? Magst du die kurzen oder langen Kapitel, die Rückblenden, das Vor- und Nachwort? Was macht die Autorin anders als andere? Wo liegt die Besonderheit? (Funfact: Mein Buch der Wahl ist in so einem Fall immer Jane Austens „Stolz und Vorurteil“.)

Tipp 5: Inspirierende Serien und Filme schauen

Tatsächlich war ich phasenweise zu platt für alles oben Genannte und mochte mich nicht mit Schreibthemen beschäftigen. Nicht mal lesen war drin. Zum Glück habe ich zwei Serien gefunden, die zu meiner Stimmung passten und nicht das Gefühl hinterließen, bloß stumpf ferngesehen zu haben.

Zuerst habe ich eine Serie über eine junge japanische Köchin und den Haushalt, für den sie kochte, gesehen – im Originalton mit Untertiteln. Hier ging es um eines meiner Lieblingsthemen: Beziehungen. Außerdem habe ich mich so mit einer anderen Erzähltradition beschäftigt, denn ich finde es immer spannend zu sehen, wie in anderen Ländern Geschichten erzählt werden.

Danach habe ich eine Serie über Wikinger angefangen. Hier konnte ich mich in eine andere Zeit versetzen lassen. Ich fand die unterschiedlichen Perspektiven spannend, die Bilder der Landschaften, die Abwechslung aus langsam erzählten Szenen und Action – die mir teils zu viel wurde, aber da kann man ja zum Glück vorspulen.

Diese beiden Serien sollen nur Beispiele sein. Ich habe mich dabei außerhalb meiner normalen Komfortzone bewegt, etwas gelernt, das ich für mein eigenes Schreiben anwenden kann, aber gerade so, dass es mit krankem Kopf erträglich war. Schau beim nächsten Infekt doch auch mal, ob du ein visuelles Experiment wagen magst.

Fazit

Natürlich lassen sich diese Tipps auch im ganz normalen Schreib-Alltag nutzen. Ich habe aber festgestellt, dass sie vor allem bei Krankheit hilfreich sein können. Halbwegs wieder auf der Höhe, sitze ich nun schon wieder am Schreibtisch und bin drin – auch dank dieser kleinen Tricks. 🙂 Probiere gerne den ein oder anderen aus und schreibe mit an kerstin[@]21ufos.de, falls du Fragen und Anregungen hast.

Holl di munter

Deine Kerstin

Netzwerken 2.0

Ich wage zu behaupten: In fast jedem Lebensbereich kann es sinnvoll sein, sich zu vernetzen, wenn man etwas erreichen will. Das gilt ganz besonders für Autor:innen: Ich habe selbst erlebt, wie mich der Austausch mit lieben Kolleg:innen über Hürden gebracht hat, die mir zuvor unüberwindbar schienen. Auch beim Marketing ist die gegenseitige Unterstützung unschätzbar. Neben dem persönlichen Kontakt zu einzelnen Mitschreibenden, zum Beispiel über Instagram, gibt es auch die größere Version – ich will es mal „Netzwerken 2.0“ nennen. Heute möchte ich dir einige Möglichkeiten vorstellen.

Schreibgruppe

Der Klassiker! In einer kleinen, aber feinen Schreibgruppe geht es um den intensiven Austausch und persönlichen Kontakt. Möglichkeiten, Anschluss an eine Gruppe zu finden, sind zum Beispiel über Aushänge an lesefreundlichen Orten oder Aufrufe im Internet (Schreibforen!). Hier kannst du natürlich auch selbst einen Aufruf starten. Hast du schon mal einen Kurs an der VHS zum Thema Kreatives Schreiben gemacht? Auch hier können sich längerfristige Kontakte ergeben. (Pst: Ich habe früher selbst ein paar Kurse dort gegeben und bin interessanten Menschen begegnet.)

Längere Workshops

Als ich Anfang 2021 beschloss, mein Schreiben ganz neu aufzustellen und das Fundament für ein erfolgreiches Veröffentlichen und Vermarkten meiner Bücher zu legen, besuchte ich verschiedene Workshops. Nach einem Instagram-Selbstlernkurs, der mir die Grundlagen vermittelte, buchte ich den Instagram-für-Autoren-Kurs bei Annika Bühnemann. Vielleicht kennst du ihre Website vomschreibenleben.de, die für viele Fragen rund ums Schreiben und Veröffentlichen ein Anlaufpunkt ist. Dieser vierwöchige Kurs katapultierte mich dann marketingtechnisch tatsächlich in neue Sphären – und ich lernte nebenbei ganz wunderbare Menschen aus der Buch-Bubble kennen. In dieser geschützten Gruppe war es mir möglich, ganz offen zu sein und freizulegen, wo die Reise hingehen sollte. Eine tolle Erfahrung!

Autoren-Community / Dienstleister

Außerdem wurde ich Mitglied in einer Autoren-Community, dem Bookerfly-Club. Hier traf ich auf viele Autor:innen unterschiedlicher Genres, mit denen ich mich in Chat und Forum austauschen konnte. Teils halten die Kontakte bis heute an, was ich wundervoll finde, obwohl ich nicht mehr Mitglied im Club bin. Ich fand den Input der angebotenen Workshops aber sehr gut und motivierend und habe auch die gemeinsame Schreibzeit gelegentlich genutzt. Gerade Schreibanfänger bekommen hier viel Input und Ansprache.

Dann zog ich allerdings weiter, wurschtelte wieder eine Weile alleine vor mich hin und bin nun Mitglied in der KinderbuchManufaktur. Hier dreht sich alles ums Thema Kinderbuch, denn mit meinem neuen Pseudonym Kerstinus Brausike will ich langsam Fahrt aufnehmen und plane eine erste Veröffentlichung in 2023. Dafür muss ich noch ganz viel lernen, denn der Kinderbuchmarkt ist neu für mich. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

Außerdem bin ich Kundin der Agentur Autorenträume, die Selfpublisher:innen auf vielfältige Weise unter die Arme greift. Die liebe Sandra bietet immer wieder die Möglichkeit zum persönlichen Austausch in der Gruppe. Das finde ich wunderbar, weil eines klar ist: Hier sind Träumer:innen am Start, die es ernst meinen! Und da bin ich sehr gerne dabei.

Vereine und Berufsverbände

Zu guter Letzt möchte ich die großen Vereine und Berufsverbände erwähnen. Ich selbst war früher Mitglied im VS – Verband deutscher Schriftsteller in ver.di und bei DELIA – Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautorinnen und -autoren. Solche Vereinigungen gibt es auch für andere Genres. Heute bin ich Mitglied im Selfpublisher-Verband – wie etliche Mitstreiter:innen aus meiner Instagram-Buch-Bubble. Falls du dich für eine Vereins- oder Verbandsmitgliedschaft interessierst, informiere dich über die jeweilige Homepage über das Angebot und die Aufnahmevoraussetzungen.

Hast du weitere Tipps zum Thema „Netzwerken 2.0“? Dann schreibe ihn gerne in die Kommentare!

Holl die munter!

Deine Kerstin

9 Tipps für eine Handlungsorte-Tour

Heute geht es um Tipps und Tricks, wie du deine Leser:innen zu den Schauplätzen deiner Geschichte(n) mitnehmen kannst.

Falls deine Geschichte einen realen Bezug zu unserer aktuellen Welt hat, also nicht auf einem fernen Planeten spielt oder in einem Fantasy-Universum, bietet sich so eine Handlungsorte-Tour an, z.B. auf Instagram. Sicherlich ist sie in abgewandelter Form auch in anderen sozialen Netzwerken möglich.

Im Sommerurlaub habe ich so eine Handlunsgorte-Tour erstmals gemacht, und zwar völlig ungeplant. Ich hatte so viel Spaß daran, meine Follower:innen durch Fotos mitzunehmen, dass ich die Frage gestellt habe, ob ich ein paar Schauplätze meiner Geschichten zeigen solle. Diese Frage wurde bejaht, und so ist die Tour entstanden.

Was habe ich aus dieser Erfahrung mitgenommen? Was würde ich wiederholen, was anders machen? Welche Tipps leite ich daraus für dich ab? Darum soll es heute gehen.

9 Tipps für eine Reise zu deinen Schauplätzen

Grundsätzlich hat es mir großen Spaß gemacht, und ich habe meine eigenen Bücher auch noch einmal anders erfahren. Ich konnte einen Bezug zu meinem eigenen Leben herstellen, mich fragen, warum ich bestimmte Szenen an genau jenem Ort habe spielen lassen. Eine spannende Erfahrung für mich – und für meine Leser:innen!

1. Am Stück oder in Etappen?

Ich habe versucht, im Urlaub jeden oder fast jeden Tag Bilder aus Ostfriesland zu posten. Die Tour fand immer wieder zwischendurch statt, aber innerhalb des Urlaubs. Alternativ hätte ich die Bilder anfertigen und dann im Laufe des Jahres posten können. (Bedenke: Die Fotos sind dann nicht mehr aktuell! Im Mai blühende Sträucher könnten im Dezember daneben sein.)

2. Konzentration

Falls du bereits mehrere Veröffentlichungen hast, kannst du überlegen, ob du dich auf eine konzentrieren möchtest. Ich bin auf Grund der fehlenden Planung ziemlich gesprungen. Das würde ich mit ein bisschen Planung wohl anders machen und mich auf eine Veröffentlichung konzentrieren. Es könnte sonst verwirrend wirken. Bei mir waren die meisten Posts zum Glück zu TASCHE MIT HERZ, so hielt sich das Chaos in Grenzen.

3. Fotos, Fotos, Fotos

Produziere so viel Fotomaterial wie möglich! Du mit Buch, ohne Buch, Landschaft, Architektur, Buch alleine – so hast du viel Auswahl. Verschieße dein Pulver nicht zu oft in Galerien, also einer Reihe von Bildern, die man gleichzeitig bei Instagram als einen Beitrag posten kann. Dann hast du genug Material, um regelmäßig zum Thema zu posten.

4. Weitere Infos in der Story

Was in einem Beitrag keinen Platz findet, kannst du wunderbar in einer Story unterbringen. Ich nutze sie sowieso oft. In diesem Fall habe ich zum Beispiel kleine Videos gemacht, einfach den Ort gefilmt, ein bisschen was dazu erzählt, Fragen gestellt … Die Kombination aus Beitrag und Story gefällt mir gut.

5. Werbung nicht vergessen

Unsere Bücher wollen gelesen / verkauft werden. Deshalb habe ich, um meine Leser:innen zu erreichen, hinter jedem Foto ganz am Ende eine Werbegrafik eingefügt – entweder vom Buch, vom Klappentext, ein Zitat oder eine andere Grafik, die zum Beitrag passte. Das fand ich nicht aufdringlich, und ich denke, auch die Community verzeiht so eine Werbung. Wir sind nun mal Autor:innen und präsentieren uns auf Instagram, wo wir legitimerweise Werbung machen wollen. Achte dabei immer auf einen Mehrwert für die Leser:in!

6. Pimpe deine Hashtags

Ich nutze eine App, um meine Hastags zu organisieren. Zum jeweiligen Buch habe ich hier Hashtags hinterlegt, aber auch zu Ostfriesland im Allgemeinen. Man soll ja immer variieren und nicht immer die gleichen Hashtags nutzen. Durch dieses Tool muss ich nicht immer neu nachdenken, sondern suche mir die passenden aus. Du kannst dir beispielsweise in deinem Notizprogramm auf dem Handy auch solche Listen anlegen. Für die Handlungsorte-Tour habe ich diese Listen dann noch mal um spezifisch zum Ort passende Hashtags ergänzt.

7. Werde persönlich

Den Beitragstext und die Hashtags kannst du auch nutzen, um einen persönlichen Bezug der Leser:in zum Handlungsort herzustellen. Geht es um Urlaub, Kindheitserfahrungen, Sport, Essen, das Wetter … Hier kann man auf charmante Weise den „call to action“ einbauen, die Handlungsaufforderung, die Marketingfachleute gerne fordern: Über eine Frage mit persönlichem Bezug wird die Leser:in zur Handlung aufgefordert, in diesem Fall einen Kommentar. So kommt man in Kontakt.

8. Achte auf die Jahreszeit

Wenn möglich würde ich darauf achten, dass die Jahreszeit der Tour zu der Zeit passt, in der deine Handlung stattfindet. Bei mir ging’s  dieses Mal ja durcheinander, aber im Herbst möchte ich ausschließlich DER STURM BRACHTE IHREN RETTER bebildern. In dem Fall passt die Geschichte gut zur Jahreszeit, und so auch die Bilder der Tour. Jetzt im Sommer passte TASCHE MIT HERZ gut, während ERTRINKENDE PFLANZEN AUF LEINWAND für mich eher ein Winter-Buch ist und DER KOFFER IM LEUCHTTURM gut in ein nieseliges Frühjahr passt.

9. Gehe mit

Lass dich ein! Was passiert dir während der Tour? Manches ergibt sich ganz spontan. Vieles ist mir in dem Moment erst aufgefallen. Durchforste auch deine Geschichte noch mal nach Handlungsorten. Vielleicht bist du überrascht, was du alles entdeckst. 🙂

Das waren meine 9 Tipps für eine Handlungsorte-Tour. Hast du weitere? Dann schreibe gerne einen Kommentar.

Holl di munter!

Deine Kerstin