Schlagwort: Selfpublishing

  • Ein Kinderbuch schreiben (1)

    (enthält Werbung)

    Kürzlich habe ich mein erstes Kinderbuch veröffentlicht: „Wimpel und die rote Koralle“. Es ist zunächst als E-Book exklusiv bei Amazon erschienen, im Herbst folgt die Print-Version. Heute möchte ich ein paar Learnings aus diesem durchaus fordernden Prozess teilen. (Teil 2 dieses Artikels folgt dann nach der Print-Veröffentlichung.)

    (Cover: Kathrin Bax-Kowitz)

    Einfach ist was anderes

    Auf meiner langen Liste an Texten, die ich veröffentlichen möchte – meinen 21ufos – stand auch ein Kinderbuch. Ich würde nicht sagen, dass ich blauäugig an die Sache herangegangen bin, sondern hatte Respekt vor der Aufgabe, für Kinder zu schreiben. Ich war mir der Verantwortung bewusst. Wie schwierig es tatsächlich sein würde, ein Kinderbuch zu schreiben, hat mich dann jedoch überrascht, und auch die Veröffentlichung verzögert. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig – oder lasse es bleiben. Insofern war mein Anspruch an mich, hier wirklich eine optimale Arbeit abzuliefern, mit der ich auch Pädagogen in Kita und Schule begeistern kann.

    Ich weiß, wie zielgruppenorientiertes Schreiben funktioniert, und habe viel Erfahrung. Meine Zielgruppe (5-8 Jahre) hat jedoch nicht nur inhaltlich spezielle Ansprüche, sondern auch hinsichtlich Textaufbau und -struktur und natürlich sprachlich. Ich musste jedes Wort auf die Goldwaage legen. Ja, das gilt natürlich für jeden Text. Aber hier wurde tatsächlich JEDES Wort sowohl durch mich als auch durch meine Lektorin, eine Grundschulpädagogin, genau geprüft, denn das Buch ist nicht nur zum Vorlesen gedacht, sondern richtet sich auch an Erstleser. Diese lernen gerade erst das Entschlüsseln von Wörtern und Sätzen, und auch wenn mein Text komplexe Sachverhalte wie den Schutz von Ökosystemen beinhaltet, muss ich sprachlich natürlich auf einer Ebene schreiben, die für diese Altersgruppe zu erfassen ist.

    Das war manches mal ein Drahtseilakt, bei dem ich allerdings auch sehr viel gelernt habe. Insofern hat es sich nicht nur für dieses eine Buch gelohnt, sondern nachhaltig. Dieses Experiment hat meine Jahresplanung gehörig durcheinandergewirbelt, aber das kenne ich ja schon und nehme es einfach hin. Das war es wert!

    Experimente funktionieren auch hier

    Apropos Experimente: Ein Kinderbuch stand auf meiner Liste. Der Plan war jedoch, wie üblich eine Geschichte zu entwickeln, zu schreiben und parallel Dienstleister für Cover, Lektorat etc. zu beauftragen. Hier lief es nun ganz anders, denn zuerst war tatsächlich das Cover da. Eines Tages stolperte ich auf Instagram über einen Post von Kathrin Bax-Kowitz mit einem phantastischen Cover – und habe es einfach gekauft. Ich MUSSTE es einfach haben. 😀

    Erst danach entwickelte ich eine Geschichte, die zum Cover passte, und band hier auch meinen Sohn ein, der mir wichtige Impulse lieferte. Nach und nach entfaltete sich für mich die Geschichte rund um Wimpel und seine Freunde, die im Roten Meer leben und herausfinden wollen, ob die Koralle ein Tier ist. Abenteuer dürfen natürlich auch nicht fehlen.

    Ihr wisst ja, dass ich experimentell arbeite und meist selbst anfangs nicht weiß, was am Ende für ein Text herauskommt. Dies war allerdings sogar für mich speziell. Ich bin froh, dass das Experiment geglückt ist und die Geschichte bei meiner Zielgruppe gut ankommt. Richtig los geht es dann mit dem Print im Herbst, und ich hoffe, dann in Schulen und Kindergärten in viele gebannte Kinderaugen schauen zu können. 🙂

    Buchsatz ist nicht gleich Buchsatz

    Meine Bücher lasse ich fast immer professionell setzen. Eine Ausnahme war mein Drehbuch „Ertrinkende Pflanzen auf Leinwand“, weil ich da so spezielle Vorstellungen hatte, dass ich sie keinem Setzer zumuten wollte, und würde auch sagen, dass ich diese Herausforderung gut gemeistert habe. 😉 Wimpel habe ich dann aber wieder vertrauensvoll in die Hände der Agentur Autorenträume gelegt. Und ich muss schon sagen: Ein Kinderbuch mit Illustrationen zu setzen, ist komplex. Es galt nicht nur, die Illustrationen einzufügen, sondern auch die Schriftart ästhetisch ansprechend und gleichzeitig für Erstleser gut lesbar auszuwählen.

    Kommunikation ist alles

    Noch mal zu den Illustrationen: Auch diese hat Kathrin Bax-Kowitz wunderbar gestaltet. Zum Prozess kann ich nur sagen: Hier sollte man sich nicht am Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ orientieren, denn wer kommuniziert, ist klar im Vorteil. Es muss so viel abgestimmt werden, dass es ohne nicht geht, und das fängt bei der Gestaltung der Helden an und hört definitiv nicht bei der Reihenfolge der Bilder auf. Die Print-Ausgabe wird noch einmal eine Herausforderung, und da wird es dann wohl ein Buchsatz-Meeting mit allen Beteiligten geben. Da die Kommunikation aber sowohl mit Kathrin als auch mit Sandra super geklappt hat, bin ich sehr zuversichtlich auch für die kommende Print-Ausgabe. Ich freue mich drauf!  

    Weitere Learnings gibt es dann nach dem Release im Herbst im 2. Teil von „Ein Kinderbuch schreiben“.

    Hast du Fragen oder Anregungen? Dann schreib mir gerne an kerstin@21ufos.de oder hinterlasse hier einen Kommentar.

    Holl di munter

    deine Kerstin

  • Werde Teil einer Autorengruppe

    Wie du vielleicht über Instagram oder die News auf meiner Homepage mitbekommen hast, bin ich kürzlich in einer Autorengruppe aufgenommen worden: Gemeinsam mit Sandra Andrés, Eve Estee, Mia M. Hope und Claudia Iwer bin ich nun Teil von

    HERZGESPINSTE

    Wir unterstützen uns gegenseitig bei unserer Tätigkeit als Autorinnen und talken regelmäßig im gleichnamigen Podcast zum Thema „Reale Beziehungen“. (Hier geht es zu unserer Homepage.)

    Warum habe ich mich einer Gruppe angeschlossen? Was bringt es und ist es auch für dich eine Option? Darum geht es im heutigen Blog-Beitrag.

    Mehr Sichtbarkeit

    Im unübersichtlichen Markt der Veröffentlichungen ist es für eine einzelne Autorin recht schwierig, wahrgenommen zu werden. Eine Autorengruppe ist nicht nur etwas Besonderes, sondern hat auch gleich eine ganz andere Außenwirkung. Vom Leichtgewicht in einer umkämpften Branche wird man im Zusammenschluss mit anderen zum Mittel- und vielleicht sogar Schwergewicht, an dem niemand mehr vorbeikommt. Sichtbar sein, wahrgenommen werden und so auch Buchverkäufe generieren – das kann ein guter Grund sein, eine Autorengruppe zu gründen oder zu einer bestehenden dazuzustoßen. Messebesuche, der Auftritt im Buchhandel, eine Homepage mit den Büchern aller Mitglieder, ein gemeinsamer Flyer – es gibt viele Möglichkeiten, gemeinsam aufzutreten und so zu zeigen: „Seht her! Uns gibt’s! Und das sind unsere Bücher.“

    Mehr Zeit für alle

    Ein weiterer Grund kann folgender sein: Unser aller Tage haben leider nur 24 Stunden, und auch wenn wir es als Autorinnen gewöhnt sind, das Maximum aus unserer Zeit herauszuholen – sonst käme wohl kein Buch auf den Markt -, ist es doch immer schön, zeitliche Belastungen auf mehrere Schultern verteilen zu können – und genau so läuft es in einer Autorengruppe! Für Autorinnen, die verkaufen wollen, macht vor allem das Marketing einen großen Teil der zu veranschlagenden Zeit aus. Aber nicht jede hat ein Händchen dafür oder mag es gerne. Ist es nicht toll, wenn jemand anderes aus der Gruppe dafür brennt oder einem eine Teilaufgabe abnimmt, die einem nicht liegt? Ein Post für Instagram soll erscheinen? Ein Mitglied der Gruppe gestaltet das Beitragsbild, eines textet die Caption, alle geben ihr Okay und können Text und Bild für eigene Posts verwenden. Auch die Podcast-Produktion ist aufgeteilt, denn die Folge muss ja nicht nur aufgenommen, sondern auch geschnitten und hochgeladen werden. Auf jeden Fall können sich alle mit ihren Talenten und ihrem Wissen einbringen. (Als neu dazugestoßenes Mitglied suche ich meine Funktion noch, kann mir aber durchaus vorstellen, dass es auf Pressearbeit hinausläuft. Schauen wir mal. 😉 )

    Für die Seele

    Doch es geht nicht nur um Zeitersparnis. Als Autorengruppe kann man sich gegenseitig auch bei allen anliegenden Problemen unterstützen – und Erfolge gemeinsam feiern! Wie heißt es so schön: Geteiltes Leid ist halbes Leid, und so hilft es manchmal schon, negative Erlebnisse einfach zu bequatschen, und zwar mit Leuten, die wissen, wovon man spricht. Es wird nicht in die Öffentlichkeit getragen, sondern bleibt in der Gruppe, und mit Glück hat jemand einen passenden Tipp parat. Das ist meist nicht der Fall, wenn man nur mit jemandem in der Familie oder im Freundeskreis darüber spricht – denn was es bedeutet, Autorin zu sein, ist für Außenstehende oft schwer nachzuvollziehen. Hier helfen Mitstreiterinnen, die wissen, was man gerade durchmacht, im Positiven wie im Negativen.

    Vereint im Thema

    Doch wie kommt man zusammen? Die Gruppe kann sich einerseits finden, weil alle einfach Autoren sind, unabhängig von der inhaltlichen Ausrichtung. Da erinnert sie mich an eine klassische Schreibgruppe.

    Sie kann sich aber auch unter einem bestimmten Thema zusammenfinden – wie wir bei HERZGESPINSTE. Sandra hat es so schön formuliert, und ich möchte sie an dieser Stelle gerne zitieren: „Wir sind Autorinnen, die über Beziehungen quatschen, weil sie darüber schreiben.“

    Worüber schreibst du? Wen kennst du, der sich im gleichen Umfeld bewegt? Das kann ein Genre wie Fantasy oder Krimi sein, aber auch ein Thema wie „Reisen“ oder „Leben mit Kindern“. Schau dir einmal deine Texte ganz genau an: Was zieht sich hindurch wie ein roter Faden? Gibt es da etwas, das immer wieder vorkommt? Das könnte ein Ansatzpunkt für die Suche nach Mitstreiterinnen sein. (Falls es dir schwerfällt, den roten Faden zu finden, frage andere Autorinnen, die deine Texte gelesen haben, und wenn du dich traust, auch deine Leserinnen. Außenstehenden fällt es oft leichter, den Kern deiner Themen wahrzunehmen.)

    Verantwortung tragen

    Teil einer Autorengruppe zu sein, bedeutet aber nicht nur, die positiven Anteile „mitzunehmen“, sondern auch, Verantwortung zu tragen. Hast du eine Aufgabe übernommen, ist sie auch gewissenhaft auszuführen, denn die anderen bauen auf dich, so wie du auf sie baust. Natürlich haben alle auch noch etwas anderes zu tun im Leben und es wird vermutlich keinem der Kopf abgerissen, wenn eine Aufgabe mal länger dauert oder nicht zu bewältigen ist; doch grundsätzlich solltest du eher beim Einzelkämpfer-Dasein bleiben, wenn du diese Verpflichtung nicht eingehen möchtest. (Was auch vollkommen in Ordnung ist. Es muss sich nicht jede einer Gruppe anschließen. Man sollte nur sehenden Auges hineingehen und die Entscheidung nicht übereilt treffen, so dass am Ende alle glücklich damit sind.)

    Mit diesem Blogartikel habe ich dir ein paar Hinweise gegeben, mit denen du weiterdenken und für dich herausfinden kannst, ob eine Autorengruppe eine Option für dich ist. Bei Fragen und Anregungen schreibe mir gerne an kerstin[@]21ufos.de

    Holl di munter

    Deine Kerstin

  • Muss eine Veröffentlichung Geld kosten?

    (Zur Sicherheit: Dieser Beitrag enthält unbezahlte
    Werbung für einen Selfpublishing-Dienstleister. 🙂 )

    Selfpublishing ist eine tolle Möglichkeit, sein Buch hinaus in die Welt zu schicken. Es kann aber auch mit hohen Kosten verbunden sein.  Muss das sein? Hierzu habe ich mir einige Gedanken gemacht.

    Raus aus der Krise

    Ich habe früher selbst im Verlag veröffentlicht und konnte davon leben. Aus familiären Gründen kam das Veröffentlichen zum Erliegen, und tatsächlich folgte eine „Veröffentlichungskrise“, weil ich auch fertige Texte nicht mehr publizierte. Wie bin ich dieser Krise entkommen? Das Zauberwort hieß: Selfpublishing.

    Ich gab kaum Geld aus

    Das Selfpublishing auf sehr niedrigem finanziellen Niveau war 2019 für mich der erlösende Faktor, den ich brauchte, um den Kreislauf zu durchbrechen. Ein privater Druck nur für mein eigenes Bücherregal hatte mir nicht gereicht. Tatsächlich kostete es mich keine zwanzig Euro, mein Buch zu veröffentlichen, und bei einer reinen E-Book-Version wären nicht mal die fällig gewesen. Das Geld zahlte ich an den Distributor, alle anderen Ausgaben sparte ich mir.

    Der Grund: Hätte ich mir auch noch hohe finanzielle Hürden auferlegt, hätte ich es nicht geschafft. Der Prozess hat mich so schon alle Kraft gekostet, auch ohne weiteren Druck. Denn das vergessen viele: Die Zusammenarbeit mit anderen am Buch kostet Kraft, Zeit, Nerven. Will und kann manche:r vielleicht in dem Moment gar nicht.

    Eine Option, kein Muss

    Ich brachte also einen kleinen Liebesroman heraus, ohne Lektorat, ohne gekauftes Cover, ohne alles. Danach folgte ein Drehbuch. Beide habe ich mittlerweile neu aufgelegt und vieles eingekauft, was der Markt so verlangt. Wollte ich so – hätte ich aber nicht müssen. Es war meine freie Entscheidung, diesen Weg zu gehen, weil ich meine Geschichten so und nicht anders veröffentlichen wollte. Das Geld hatte ich auch nicht herumliegen, sondern habe es geliehen. Ein Wagnis, das ich nicht bereue. 

    Ich habe das Geld geliehen, aber es gibt viele Möglichkeiten, eine Veröffentlichung fit für den Buchmarkt zu machen. (Da das hier den Rahmen sprengen würde, verweise ich auf ein Video der Agentur Autorenträume, die hierzu einige Tipps und Hinweise liefert.) Denn eines möchte ich ganz klar sagen: Ein Text gewinnt durch ein gutes Lektorat. Ein:e Leser:in wird eventuell durch ein Cover animiert, sich ein Buch genauer anzusehen und dann zu kaufen. Ein guter Buchsatz sorgt für ungehinderten Lesegenuss. Und ein Korrektorat ist der Punkt, auf den Autor:innen meiner Meinung nach am allerwenigsten verzichten sollten, denn viele Rechtschreibfehler im Text sind das, was die Leser:innen wohl am meisten stört. Alle diese Dienstleistungen haben ihren Sinn und ihre Berechtigung, und wenn sie irgendwie gewollt und finanzierbar sind – wunderbar. Aus gutem Grund lasse ich sie meinen Geschichten ja auch (meist) angedeihen. Aber sie sind kein Muss! Sie sind eine Option.

    Kein Entweder-oder

    Kritik an unlektorierten etc. Büchern kann ich natürlich nicht ausblenden. Verderben „schlecht gemachte Bücher“ den Markt? Verprellen sie die Leserschaft? Werfen sie ein schlechtes Licht aufs Selfpublishing? Aus Sicht des professionellen Selfpublishings kann ich diese Gedankengänge verstehen. Auch ich möchte meine Bücher verkaufen und Leser:innen überzeugen, auch Bücher aus dem Selfpublishing zu lesen.

    Dennoch finde ich niedrigschwellige Zugangswege auch im zu bezahlenden Bereich sehr, sehr wichtig. Ich bin gegen ein Entweder-oder, sondern plädiere für beide Möglichkeiten: eine friedliche Co-Existenz.

    Die Stimmen aller

    Ein anderer Aspekt ist mir in diesem Zusammenhang nämlich sehr wichtig: Selfpublishing ist Demokratie pur. Auch die Stimme einer alleinerziehenden Mama oder ungelernten Arbeiters, der mit kleiner Rente leben muss, sollte gehört werden können. Ich war selbst mal alleinerziehend und weiß, was es bedeutet, jeden Cent umdrehen zu müssen, und hatte ganz bestimmt kein Geld für Lektorat etc.

    Aber: Alle Menschen sollten sich unabhängig vom Geldbeutel ihren Traum vom eigenen Buch erfüllen dürfen, ohne dass der Torhüter Verlagsvertrag oder hohe Veröffentlichungskosten im Selfpublishing dies verhindern. Auch kulturell betrachtet finde ich es enorm wichtig, allen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Gedankenwelt zugänglich zu machen. (Und nein, nicht jede:r ist mit Deutschlehrern befreundet, die sich dann „wenigstens mal die Rechtschreibung anschauen“ können.)

    Den Torhüter Verlag als Zugangsverhinderer zum Buchmarkt gibt es nicht mehr, und das ist gut so. Ich finde es ganz schlimm, wenn innerhalb der Selfpublishing-Szene erneut hohe Hürden geschaffen werden, damit alle erscheinenden Bücher mit Verlagspublikationen „mithalten“ können. Vielleicht ist das ja gar nicht der Sinn dahinter! Vielleicht ist das auch gar nicht das Anliegen der jeweiligen Autor:in.

    Standards für beide Seiten

    Vielleicht schafft es die Selfpublishing-Szene ja zunehmend, objektive Standards festzusetzen, die den Leser:innen Orientierung bieten, was sie für ihr Geld bekommen.

    • Der oft mögliche „Blick ins Buch“ fällt mir da spontan ein: Hier hilft ein Studium des Impressums und der ersten Seiten, das Werk einzuordnen und zu wissen, was da auf einen zukommt – und ob man als Leser:in bereit ist, dafür einen Obulus zu entrichten.
    • Auch kann man als Autor:in offensiv hingehen und die Leser:innen direkt auf den ersten Seiten informieren, dass zum Beispiel ein Korrektorat aus finanziellen Gründen nicht möglich war, Hinweise aber gerne angenommen werden. Das wäre mutig und fair.
    • Preise für Bücher aus dem Selfpublishing sind eine Option für Orientierung, allerdings nur dann, wenn auch hier das Augenmerk nicht nur auf verlagsähnliche Publikationen gelegt wird. Sonst sind wir wieder beim Entweder-oder.

    So mache ich es heute

    Die Fragen, die ich mir heute beim Veröffentlichen stelle, sind: Was ist mir wichtig? Wo will ich eigentlich hin? Was und wen will ich mit genau diesem Text erreichen? Erst danach lege ich das Budget fest. Und wenn keins vorhanden ist, dann wird trotzdem veröffentlicht. Pimpen kann ich auch noch später.

    Und diesen Tipp möchte ich auch dir mitgeben: Bevor du überhaupt nicht veröffentlichst, veröffentliche auf die minimalistische Art! Denn wenn du nicht veröffentlichst, kostet es ja auch etwas – nämlich deinen Traum vom eigenen Buch.

    Holl di munter!

    Deine Kerstin

  • Eine Preisaktion starten (Teil 1)

    „Bücher schreiben“ ist das eine, „Bücher veröffentlichen“ das andere -und darüber hinaus gibt es auch noch „Bücher verkaufen“, das für viele Autor:innen die größte Challenge ist. Nachdem ich die ersten beiden Punkte mehrfach und erfolgreich gemeistert habe, lerne ich in puncto Marketing und Vertrieb täglich dazu. Natürlich kann ich noch nicht auf wahnsinnig viele Buchverkäufe zurückblicken, denn ich bin erst in 2021 richtig im Selfpublishing durchgestartet. Allerdings habe ich mittlerweile mehrere Titel am Markt und da im Kleinen doch meine Erfahrungen gemacht. Davon möchte ich dir heute berichten und hoffe, dass du davon profitieren kannst.

    Muss das denn sein?

    Dass sich E-Books nur noch für 99 Cent verkaufen, hört Autor:in allenthalben. Dennoch biete ich meine E-Books regulär zu höheren, mir gerechtfertigt erscheinenden Preisen an. Die Print-Versionen meiner Bücher habe ich dafür etwas günstiger gemacht, als es am Markt aktuell üblich ist – einfach, weil ich möchte, dass sie in möglichst viele Regale einziehen. 🙂 

    Dem Ruf nach 99 Cent entziehe ich mich dennoch nicht völlig, denn sowohl zum Erscheinungstermin als auch zwischendurch biete ich immer wieder diesen günstigen Preis an. Warum und nach welchen Kriterien, darum soll es im heutigen Post gehen. (Teil 2 folgt kommenden Montag.)

    Entscheidungshilfen

    Diese Frage kann jede:r Autor:in nur für sich selbst beantworten. Entscheidungskriterien können sein:

    • Ranking: Der niedrige Einstiegspreis kann bei Verkaufsbeginn dafür sorgen, dass du ein besseres Ranking erzielst. Dadurch wirst du wiederum besser ausgespielt, was zu weiteren Buchverkäufen führt usw. usf.
    • Experimentierfreude: Was passiert bei dem niedrigen Preis? Greifen tatsächlich mehr Leute zu? Hat er Einfluss auf meine Reichweite in den sozialen Medien? Wie kann ich den Preis beim Marketing nutzen? Wann lohnt sich eine Preisaktion am meisten? Gibt es Jahreszeiten, in denen eine Aktion mehr zieht? Experimentierfreudigen Autor:innen gehen die Fragen da glaube ich nie aus. 😉
    • Menschenfreundlichkeit: Du möchtest, dass möglichst viele Menschen dein Buch lesen können, unabhängig vom Geldbeutel. Das ist nobel. Hut ab!
    • Reichweite: Eine 99-Cent-Aktion wird gerne mal weiterempfohlen und in den sozialen Medien geteilt. So bleibst du im Gespräch und es erhöht die Reichweite, da du neuen Leuten ausgespielt wirst.
    • Werbemöglichkeiten: Mit einem günstigeren Preis stehen dir neue Werbemöglichkeiten offen. (Dazu später mehr.)
    • Kundenbindung / Querverkäufe: Sowohl eine bestehende Kundenbindung kann durch eine Aktion ausgebaut werden, da auch das nächste Buch gelesen wird, oder neue Leser:innen  können gewonnen werden, die durch den günstigen Preis erstmals zugreifen und dann auch auf deine anderen Bücher aufmerksam werden. (Unromantisch, ich weiß. Aber Bücher verkaufen ist nun mal ein Business.)
    • Verzweiflung: Ja, auch die gibt’s. Wenn sich ein Buch überhaupt nicht verkauft, möchte man zu dieser „Verzweiflungstat“ schreiten. Mein Tipp: Versuche, dich für einen anderen Grund zu öffnen.
    • Wenn ich weiter drüber nachdenke, fallen mir bestimmt noch mehr gute Gründe für eine Preisaktion ein, aber das muss für’s Erste genügen. 😉

    Mehr dazu im 2. Teil am kommenden Montag…

     

     

  • Netzwerken 2.0

    Ich wage zu behaupten: In fast jedem Lebensbereich kann es sinnvoll sein, sich zu vernetzen, wenn man etwas erreichen will. Das gilt ganz besonders für Autor:innen: Ich habe selbst erlebt, wie mich der Austausch mit lieben Kolleg:innen über Hürden gebracht hat, die mir zuvor unüberwindbar schienen. Auch beim Marketing ist die gegenseitige Unterstützung unschätzbar. Neben dem persönlichen Kontakt zu einzelnen Mitschreibenden, zum Beispiel über Instagram, gibt es auch die größere Version – ich will es mal „Netzwerken 2.0“ nennen. Heute möchte ich dir einige Möglichkeiten vorstellen.

    Schreibgruppe

    Der Klassiker! In einer kleinen, aber feinen Schreibgruppe geht es um den intensiven Austausch und persönlichen Kontakt. Möglichkeiten, Anschluss an eine Gruppe zu finden, sind zum Beispiel über Aushänge an lesefreundlichen Orten oder Aufrufe im Internet (Schreibforen!). Hier kannst du natürlich auch selbst einen Aufruf starten. Hast du schon mal einen Kurs an der VHS zum Thema Kreatives Schreiben gemacht? Auch hier können sich längerfristige Kontakte ergeben. (Pst: Ich habe früher selbst ein paar Kurse dort gegeben und bin interessanten Menschen begegnet.)

    Längere Workshops

    Als ich Anfang 2021 beschloss, mein Schreiben ganz neu aufzustellen und das Fundament für ein erfolgreiches Veröffentlichen und Vermarkten meiner Bücher zu legen, besuchte ich verschiedene Workshops. Nach einem Instagram-Selbstlernkurs, der mir die Grundlagen vermittelte, buchte ich den Instagram-für-Autoren-Kurs bei Annika Bühnemann. Vielleicht kennst du ihre Website vomschreibenleben.de, die für viele Fragen rund ums Schreiben und Veröffentlichen ein Anlaufpunkt ist. Dieser vierwöchige Kurs katapultierte mich dann marketingtechnisch tatsächlich in neue Sphären – und ich lernte nebenbei ganz wunderbare Menschen aus der Buch-Bubble kennen. In dieser geschützten Gruppe war es mir möglich, ganz offen zu sein und freizulegen, wo die Reise hingehen sollte. Eine tolle Erfahrung!

    Autoren-Community / Dienstleister

    Außerdem wurde ich Mitglied in einer Autoren-Community, dem Bookerfly-Club. Hier traf ich auf viele Autor:innen unterschiedlicher Genres, mit denen ich mich in Chat und Forum austauschen konnte. Teils halten die Kontakte bis heute an, was ich wundervoll finde, obwohl ich nicht mehr Mitglied im Club bin. Ich fand den Input der angebotenen Workshops aber sehr gut und motivierend und habe auch die gemeinsame Schreibzeit gelegentlich genutzt. Gerade Schreibanfänger bekommen hier viel Input und Ansprache.

    Dann zog ich allerdings weiter, wurschtelte wieder eine Weile alleine vor mich hin und bin nun Mitglied in der KinderbuchManufaktur. Hier dreht sich alles ums Thema Kinderbuch, denn mit meinem neuen Pseudonym Kerstinus Brausike will ich langsam Fahrt aufnehmen und plane eine erste Veröffentlichung in 2023. Dafür muss ich noch ganz viel lernen, denn der Kinderbuchmarkt ist neu für mich. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

    Außerdem bin ich Kundin der Agentur Autorenträume, die Selfpublisher:innen auf vielfältige Weise unter die Arme greift. Die liebe Sandra bietet immer wieder die Möglichkeit zum persönlichen Austausch in der Gruppe. Das finde ich wunderbar, weil eines klar ist: Hier sind Träumer:innen am Start, die es ernst meinen! Und da bin ich sehr gerne dabei.

    Vereine und Berufsverbände

    Zu guter Letzt möchte ich die großen Vereine und Berufsverbände erwähnen. Ich selbst war früher Mitglied im VS – Verband deutscher Schriftsteller in ver.di und bei DELIA – Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautorinnen und -autoren. Solche Vereinigungen gibt es auch für andere Genres. Heute bin ich Mitglied im Selfpublisher-Verband – wie etliche Mitstreiter:innen aus meiner Instagram-Buch-Bubble. Falls du dich für eine Vereins- oder Verbandsmitgliedschaft interessierst, informiere dich über die jeweilige Homepage über das Angebot und die Aufnahmevoraussetzungen.

    Hast du weitere Tipps zum Thema „Netzwerken 2.0“? Dann schreibe ihn gerne in die Kommentare!

    Holl die munter!

    Deine Kerstin