9 Tipps für eine Handlungsorte-Tour

Heute geht es um Tipps und Tricks, wie du deine Leser:innen zu den Schauplätzen deiner Geschichte(n) mitnehmen kannst.

Falls deine Geschichte einen realen Bezug zu unserer aktuellen Welt hat, also nicht auf einem fernen Planeten spielt oder in einem Fantasy-Universum, bietet sich so eine Handlungsorte-Tour an, z.B. auf Instagram. Sicherlich ist sie in abgewandelter Form auch in anderen sozialen Netzwerken möglich.

Im Sommerurlaub habe ich so eine Handlunsgorte-Tour erstmals gemacht, und zwar völlig ungeplant. Ich hatte so viel Spaß daran, meine Follower:innen durch Fotos mitzunehmen, dass ich die Frage gestellt habe, ob ich ein paar Schauplätze meiner Geschichten zeigen solle. Diese Frage wurde bejaht, und so ist die Tour entstanden.

Was habe ich aus dieser Erfahrung mitgenommen? Was würde ich wiederholen, was anders machen? Welche Tipps leite ich daraus für dich ab? Darum soll es heute gehen.

9 Tipps für eine Reise zu deinen Schauplätzen

Grundsätzlich hat es mir großen Spaß gemacht, und ich habe meine eigenen Bücher auch noch einmal anders erfahren. Ich konnte einen Bezug zu meinem eigenen Leben herstellen, mich fragen, warum ich bestimmte Szenen an genau jenem Ort habe spielen lassen. Eine spannende Erfahrung für mich – und für meine Leser:innen!

1. Am Stück oder in Etappen?

Ich habe versucht, im Urlaub jeden oder fast jeden Tag Bilder aus Ostfriesland zu posten. Die Tour fand immer wieder zwischendurch statt, aber innerhalb des Urlaubs. Alternativ hätte ich die Bilder anfertigen und dann im Laufe des Jahres posten können. (Bedenke: Die Fotos sind dann nicht mehr aktuell! Im Mai blühende Sträucher könnten im Dezember daneben sein.)

2. Konzentration

Falls du bereits mehrere Veröffentlichungen hast, kannst du überlegen, ob du dich auf eine konzentrieren möchtest. Ich bin auf Grund der fehlenden Planung ziemlich gesprungen. Das würde ich mit ein bisschen Planung wohl anders machen und mich auf eine Veröffentlichung konzentrieren. Es könnte sonst verwirrend wirken. Bei mir waren die meisten Posts zum Glück zu TASCHE MIT HERZ, so hielt sich das Chaos in Grenzen.

3. Fotos, Fotos, Fotos

Produziere so viel Fotomaterial wie möglich! Du mit Buch, ohne Buch, Landschaft, Architektur, Buch alleine – so hast du viel Auswahl. Verschieße dein Pulver nicht zu oft in Galerien, also einer Reihe von Bildern, die man gleichzeitig bei Instagram als einen Beitrag posten kann. Dann hast du genug Material, um regelmäßig zum Thema zu posten.

4. Weitere Infos in der Story

Was in einem Beitrag keinen Platz findet, kannst du wunderbar in einer Story unterbringen. Ich nutze sie sowieso oft. In diesem Fall habe ich zum Beispiel kleine Videos gemacht, einfach den Ort gefilmt, ein bisschen was dazu erzählt, Fragen gestellt … Die Kombination aus Beitrag und Story gefällt mir gut.

5. Werbung nicht vergessen

Unsere Bücher wollen gelesen / verkauft werden. Deshalb habe ich, um meine Leser:innen zu erreichen, hinter jedem Foto ganz am Ende eine Werbegrafik eingefügt – entweder vom Buch, vom Klappentext, ein Zitat oder eine andere Grafik, die zum Beitrag passte. Das fand ich nicht aufdringlich, und ich denke, auch die Community verzeiht so eine Werbung. Wir sind nun mal Autor:innen und präsentieren uns auf Instagram, wo wir legitimerweise Werbung machen wollen. Achte dabei immer auf einen Mehrwert für die Leser:in!

6. Pimpe deine Hashtags

Ich nutze eine App, um meine Hastags zu organisieren. Zum jeweiligen Buch habe ich hier Hashtags hinterlegt, aber auch zu Ostfriesland im Allgemeinen. Man soll ja immer variieren und nicht immer die gleichen Hashtags nutzen. Durch dieses Tool muss ich nicht immer neu nachdenken, sondern suche mir die passenden aus. Du kannst dir beispielsweise in deinem Notizprogramm auf dem Handy auch solche Listen anlegen. Für die Handlungsorte-Tour habe ich diese Listen dann noch mal um spezifisch zum Ort passende Hashtags ergänzt.

7. Werde persönlich

Den Beitragstext und die Hashtags kannst du auch nutzen, um einen persönlichen Bezug der Leser:in zum Handlungsort herzustellen. Geht es um Urlaub, Kindheitserfahrungen, Sport, Essen, das Wetter … Hier kann man auf charmante Weise den „call to action“ einbauen, die Handlungsaufforderung, die Marketingfachleute gerne fordern: Über eine Frage mit persönlichem Bezug wird die Leser:in zur Handlung aufgefordert, in diesem Fall einen Kommentar. So kommt man in Kontakt.

8. Achte auf die Jahreszeit

Wenn möglich würde ich darauf achten, dass die Jahreszeit der Tour zu der Zeit passt, in der deine Handlung stattfindet. Bei mir ging’s  dieses Mal ja durcheinander, aber im Herbst möchte ich ausschließlich DER STURM BRACHTE IHREN RETTER bebildern. In dem Fall passt die Geschichte gut zur Jahreszeit, und so auch die Bilder der Tour. Jetzt im Sommer passte TASCHE MIT HERZ gut, während ERTRINKENDE PFLANZEN AUF LEINWAND für mich eher ein Winter-Buch ist und DER KOFFER IM LEUCHTTURM gut in ein nieseliges Frühjahr passt.

9. Gehe mit

Lass dich ein! Was passiert dir während der Tour? Manches ergibt sich ganz spontan. Vieles ist mir in dem Moment erst aufgefallen. Durchforste auch deine Geschichte noch mal nach Handlungsorten. Vielleicht bist du überrascht, was du alles entdeckst. 🙂

Das waren meine 9 Tipps für eine Handlungsorte-Tour. Hast du weitere? Dann schreibe gerne einen Kommentar.

Holl di munter!

Deine Kerstin

6 Gedanken zur Halbzeit

Was habe ich aus dieser Erfahrung mitgenommen? Was würde ich wiederholen, was anders machen? Welche Tipps leite ich daraus für dich ab? Darum soll es heute gehen.

Das Jahr ist etwas mehr als zur Hälfte rum. Zeit, einmal die eigenen Jahresziele anzuschauen! Ich bin spät dran, vielleicht hast du das schon „erledigt“. Falls nicht, teile ich heute meine Gedanken zum Thema mit dir. Vielleicht sind ein paar nützliche Tipps dabei.

1 Warum überhaupt?

Wer schreibt, braucht eigentlich keinen festen Zeitplan. Eine Idee ist im Kopf, das Notizbuch wird gefüllt, ein Plot erstellt, dann die Seiten getippt, überarbeitet – fertig.

Wenn es doch so einfach wäre! Nach mehreren dutzend Heftromanen und 3 größeren im Selfpublishing veröffentlichten Projekten muss ich jedoch sagen: So ist es für die meisten Autor:innen leider nicht. Auch für mich nicht. Wenn ich keinen Plan habe, fange ich ein Projekt an, arbeite eine Weile daran, habe eine neue Idee, arbeite eine Weile daran, und schwups … sind wir bei 21ufos, meinen 21 unfertigen Objekten! 21 unfertige Texte! Mittlerweile habe ich fast fünf davon abgearbeitet, aber trotzdem: Das kann keine:r wollen. Es muss auch mal was fertig werden.

Eines kann ich dir sagen: Seit ich mir vornehme, was ich bis wann erledigt haben möchte, läuft es deutlich besser. Falls du zu den glücklichen Kreaturen auf Gottes Erdboden gehörst, die auch ohne Zielplanung ihr Goal erreichen – fein. Falls nicht, ist das deine Antwort auf die Frage nach dem Warum: weil es dir hilft, den Text einzutüten. Und dazu braucht es einer gelegentlichen Kontrolle. Sonst verlierst du es womöglich aus den Augen und bist am Ende des Jahres ganz woanders angekommen, als du hinwolltest. (Was dir trotzdem passieren kann, so wie mir in diesem Jahr, doch immerhin sehenden Auges!)

2 Wann am besten?

Bei den Jahreszielen hat sich für mich ungefähr das Halbjahr etabliert. (Ich bin spät dran, und das hat seine Gründe, wie ich weiter unten erläutern werde.) Andere machen es quartalsweise, was sicherlich auch sinnvoll ist, weil man dann schneller nachjustieren kann. Ich bin dafür nur leider zu faul. 😉 Probiere am besten aus, was zu dir passt beziehungsweise wozu du bereit bist.

3 Wie kontrolliere ich meine Ziele?

Idealerweise hast du dir am Jahresanfang ein paar Ziele gesteckt, so wie ich hier. Diese habe ich nicht nur als Blogbeitrag verfasst, sondern auch eine Karteikarte beschriftet, die eine ganze Weile an meiner Pinnwand hing. Dann verschwand sie unter einer transparenten Schreibtischunterlage. Letzte Station: Wiedervorlageordner, Monat: Dezember.

Nicht gut.

Als ich merkte, dass ich den Halbjahrescheck hinauszögerte und dann auf meine Karteikarte stieß, wurde mir klar, dass ich einige meiner Ziele nicht erreicht hatte. Vermutlich war es mir so unangenehm, mir die Fakten anzuschauen, dass ich das Thema inklusive der Karte lieber verdrängte.

Das ist aber keine Lösung. Dass ich einige Ziele schon jetzt verfehlt habe, heißt nicht, dass alles schlecht gelaufen ist. Es heißt auch nicht, dass es jetzt eh egal ist und ich machen kann, was ich will. Oder dass ich das Ruder nicht noch herumreißen kann. Aber ich muss mich auf den Hosenboden setzen und diese f*cking Karte anschauen und die Situation analysieren.

Die Antwort auf Frage 3 ist also: Schreibe dir deine Ziele am Jahresanfang auf, mache die eine Notiz in den Kalender, wann du sie kontrollieren willst – und dann drücke dich nicht davor, auch wenn’s unangenehm ist. Oder etwas später als geplant.

4 Was kontrolliere ich?

Meine Ziele setzen sich meist aus verschiedenen Teilbereichen zusammen, die sich wiederum untergliedern lassen:

Teilbereich I

Zum einen gibt es meine 21ufos, meine offenen Projekte, die ich gerne abschließen möchte. Hier habe ich mir dieses Jahr erstmals fixe Veröffentlichungstermine gesetzt. Ich habe vier Veröffentlichungen angestrebt, eine pro Quartal. Die erste Veröffentlichung hat auch geklappt, nämlich die Neuauflage meines Drehbuchs „Ertrinkende Pflanzen auf Leinwand“. Die zweite sollte im Mai folgen, eine Vertonung eines meiner Projekte als Hörbuch. Das hat schon mal nicht geklappt. Stattdessen erscheint in der kommenden Woche der erste Teil meines ufos #4: Projekt „Koffer“ – fast zweieinhalb Monate später als das Hörbuch geplant war.

Teilbereich II

Außerdem hatte ich Pläne für meinen Podcast 21ufos.de, der mit insgesamt 46 Folgen wöchentlich erscheinen sollte, mit Ausnahme einer Winter- und einer Sommerpause. Fakt ist: Zwischen dem 18. Februar und dem 22. Juli erschien keine einzige Folge.

Teilbereich III

Außerdem wollte ich 12 Blog-Posts verfassen und monatlich meinen Newsletter herausbringen. Der letzte Blog-Post ist vom Februar, beim Newsletter war die Lücke nicht ganz so groß. (Warum beide Sachen in einem Teilbereich stecken? Weil sie beide mit meiner Homepage zu tun haben. Könnte man aber auch separieren.)

Das übergeordnete Ziel hieß dabei für mich also: Kontinuität.

Du siehst: In diesem Schritt geht es bei mir um eine ganz trockene Analyse. „Das habe ich geplant, und das oder jenes ist dabei herausgekommen.“ Ohne Bewertung.

5 Warum hat was nicht funktioniert?

Und JETZT schaue ich mir an, warum was nicht funktioniert hat.

Die Antwort waberte im Grunde schon sehr lange in meinem Gehirn herum und ist auch der Grund, warum ich die Halbjahresreflexion schön auf die lange Bank geschoben habe: Als der Krieg in der Ukraine ausbrach und wir fast gleichzeitig Corona bekamen, wurde ich aus meiner Planung gekickt. Nicht nur zeitlich, sondern auch mental. Der Kriegsausbruch hat mir wirklich den Boden unter den Füßen weggezogen, obwohl ganz kurz vorher meine Drehbuch-Neuauflage herausgekommen war, ich vor Freude taumelte und ich ganz viel Marketing hätte machen müssen. Konnte ich nicht. Wollte ich nicht. Punkt. Corona schlug dann erbarmungslos zu, und tatsächlich hatte ich zwei Monate mit den Folgen zu kämpfen, vielleicht, weil ich schon nicht mehr auf der Höhe und überdies ausgelaugt von drei großen Veröffentlichungen innerhalb kurzer Zeit war.

Mein Wiedereinstieg nach dieser unfreiwilligen Unterbrechung war dann ganz anders als in meiner Zielplanung: Ich nahm mir mein Projekt „Koffer“ vor – eine sehr persönliche, mit vielen autobiographischen Elementen ausgestattete Geschichte, die mir zuvor zu schmerzhaft gewesen war. Jetzt wollte sie geschrieben werden, wollte raus in die Welt! Das Hörbuch war vergessen. Und nun wird der erste Teil dieser Erzählung tatsächlich in Kürze erscheinen.

Um den Podcast und den Blog machte ich weiter einen großen Bogen. Ich wartete auf den richtigen Moment, um auch hier wieder einzusteigen, bis er dann endlich kam.

6 Ein Fazit ziehen

Meine ursprünglichen Ziele kann ich schon jetzt in Teilen für 2022 abschreiben. Das schmerzt mich besonders in puncto Podcast. Ich war wirklich gut dabei.

Beim Hörbuch sieht es etwas anders aus, da ich mich damit tröste, stattdessen ein weiteres meiner ufos, noch dazu ein für mich so wichtiges, rund bekommen zu haben.

Was kann ich aus diesem Halbjahr lernen? Dass ich zum einen auch nur ein Mensch bin: Wenn mich etwas derart angreift wie dieser schreckliche Krieg oder ich krank werde, dann ist das nun mal so. Andere werden vielleicht von anderen Sachen aus der Planung gekickt.  Ich muss mich dafür nicht fertig machen, kann aber natürlich über Strategien für die Zukunft nachdenken. (Dazu muss ich sagen, dass ich ohne die Corona-Erkrankung sicherlich frühzeitig Ursachenforschung betrieben und nach einer Lösung gesucht hätte, sicherlich auch unter Zuhilfenahme eines Coachings, um wieder auf Spur zu kommen. So musste ich erst mal wieder gesund werden und dann Schritt für Schritt auf den alten und doch auch neuen Weg kommen.)

Jetzt muss ich meinen Plan für das zweite Halbjahr anpassen. Mit Glück erscheint einer meiner Texte in einer Anthologie, womit dann ufo#5 raus in der Welt wäre. Außerdem folgt Ende des Jahres Teil 2 von Projekt „Koffer“. Stilberatung und Korrektorat sind gebucht, insofern naht die Deadline für den fertigen Text bereits und übt angenehmen Druck aus. 😉

Mein Fazit: Ich habe nicht aufgegeben! Ich sitze im Sattel, phasenweise nur noch mit einem Fuß, aber immerhin. Hätte ich diesen Halbjahrscheck nicht durchgeführt, wäre in mir das ungute Gefühl, versagt zu haben, vielleicht weiter gewachsen und hätte zunehmend meine Gedanken vergiftet und sich irgendwann auch negativ aufs Schreiben und Veröffentlichen ausgewirkt. So weiß ich: Ja, dieses und jenes ist nicht optimal gelaufen. Aber du musst deswegen nicht in Sack und Asche gehen. Das Jahr wird trotzdem großartig. Go, Kerstin, go! 😀

In diesem Sinne: Go! Pack dir deine Jahresziele und schau sie dir ganz genau an. Wo stehst du? Was hat funktioniert, was nicht? Lerne daraus. Und falls du noch gar keine Ziele für 2022 gemacht hast: Das Jahr hat noch 5 Monate. Setze dir JETZT noch ein paar Ziele – und checke sie am Jahresende.

Holl di munter!

Deine Kerstin

Ein Drehbuch zum Lesen?

Heute ist die Neuauflage meines Drehbuchs ERTRINKENDE PFLANZEN AUF LEINWAND erschienen. Juchu! Das Taschenbuch ist ab sofort erhältlich, das E-Book folgt in wenigen Wochen.

Ein Drehbuch? Möchte ich zum Film? Jein. Natürlich laufe ich nicht weg, wenn mir jemand den Stoff abkauft, um daraus einen Film zu machen … ? Tatsächlich richtet sich diese Geschichte aber an meine Leser:innen!

2007 entstand die erste Fassung, die ich 2019 erstmals im Selfpublishing herausgebracht habe. Nun hat der Text noch einmal eine komplette Überarbeitung erfahren inklusive Stilberatung und Korrektorat. Obendrauf gab’s noch ein schönes Cover, das zur Story passt, die doch einen klaren Hang zum Krimi hat.

ERTRINKENDE PFLANZEN AUF LEINWAND war die zweite längere Geschichte, die ich abschließen konnte. Ich habe mich beim Schreiben der Drehbuch-Form bedient, denn: dabei kann man sehr viel lernen! Es gibt formale und inhaltliche Anforderungen und Normen, die dabei helfen, die richtigen Fragen zu stellen und Antworten zu liefern: Wie wird eine Geschichte geplant und aufgebaut? Welche Figuren brauche ich? Wie funktioniert das mit der Perspektive? Wie schreibe ich die Dialoge? Wann kommt was? Und und und …

Dabei hat mir der Rückgriff auf entsprechende Literatur zum Drehbuch schreiben geholfen. So konnte ich mich an einem Gerüst „entlanghangeln“ und eine schöne und runde Geschichte erschaffen. Für mich ein gelungenes literarisches Experiment!

Anfangs dachte ich, dass ich die Story gerne als abendfüllenden Spielfilm umsetzen und entsprechend anbieten würde, habe dann aber Abstand davon genommen. Es ist stattdessen ein lesbarer Text für Leser:innen geworden, die nicht in der Filmbranche tätig sind, und gerne mal ein Experiment wagen wollen – oder sowieso schon gerne Theaterstücke lesen. Dafür bin ich Kompromisse eingegangen, zum Beispiel beim Format: Die PFLANZEN erscheint als ganz normales Taschenbuch, nicht in DIN A4, wie es für ein zweckbestimmtes Drehbuch der Fall wäre.

Ertrinkende Pflanzen auf Leinwand

Nele ist eine aufstrebende Journalistin an einer Lokalzeitung. Als ihr Bruder bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt wird, muss sie all ihr Können und Wissen einsetzen, um den Täter zu finden. Bei ihrer Recherche begegnet Nele ein attraktiver Künstler, um dessen Familie sich ein dunkles Geheimnis zu ranken scheint. Nele steigert sich immer weiter in die Suche hinein und setzt alles aufs Spiel, wofür sie so hart gearbeitet hat. Dies könnte sie nicht nur ihren Job kosten …

Eine spannende Geschichte aus Ostfriesland in Drehbuch-Form

 

 

Lektorat, Teillektorat, Stilberatung – was bringt’s?

In meinem heutigen Blog-Artikel gehe ich der Frage nach, ob und wann sich ein Lektorat, Teillektorat oder aber eine Stilberatung lohnt – und wann nicht.

Eine Warnung vorweg

Die hier geschilderten Gedanken entspringen einem ganz persönlichen Eindruck, den ich nach Jahren in der Buchbubble, Veröffentlichungen im Verlag und im Selfpublishing gewonnen habe. Damit du ein rundes Bild bekommst und dir eine eigene Meinung bilden kannst, empfehle ich dir, unbedingt weitere Menschen zum Thema zu befragen beziehungsweise weiter zu recherchieren. Was für mich richtig oder falsch war, kann für dich genau umgekehrt falsch oder richtig sein. Manchmal hilft auch nur ein Ausprobieren. Trotzdem freue ich mich, wenn ich dir ein paar Hinweise geben kann für deinen weiteren Schreib-Weg.

Zu meinen grundsätzlichen Erfahrungen im Lektorat habe ich schon mal eine Podcast-Folge veröffentlicht, die du hier findest. Zwischenzeitlich habe ich weitere Erfahrungen gesammelt und dachte mir: Zeit für ein Update. 🙂

Meine Erfahrungen mit dem Lektorat

Sowohl „Tasche mit Herz“ als auch „Der Sturm brachte ihren Retter“ haben ein komplettes Lektorat durchlaufen. Dies ist ein intensiver Prozess, der meiner Meinung nach die umfassendste Wirkung auf die persönliche Entwicklung als Schriftsteller*in haben dürfte. Die Geschichte wird von A bis Z auseinandergenommen. Am Ende steht ein in sich stimmiger Text. Der Überarbeitungsprozess war für mich gleichzeitig ein Reifeprozess als Autorin. Ich bin definitiv daran gewachsen.

Es ist aber auch die kostspieligste Lösung, weshalb ich mich lange dagegen entschieden habe. Wenn du meine Podcast-Folge gehört hast, weißt du ja, dass ich Selfpublishing als wichtiges demokratisches Element betrachte und es wichtig finde, dass jede*r veröffentlichen darf und sollte, unabhängig vom eigenen Portemonnaie.

Letztlich war es bei mir eine sehr persönliche Entscheidung, meine beiden Geschichten ins komplette Lektorat zu geben und stand am Ende einer sehr langen Entwicklung – beim „Sturm“ ganze vierzehn Jahre.

Es ist nicht schlimm, sich dagegen zu entscheiden, aus welchen Gründen auch immer, denn neben der kostenlosen Möglichkeit, sich zum Beispiel mit anderen Autor*innen zusammenzutun und die Texte gegenseitig zu begutachten, gibt es auch weitere professionelle Möglichkeiten, die günstiger sind.

Das Teillektorat als Ansatzpunkt

Die Möglichkeit eines Probelektorats weniger Seiten besteht wohl bei den meisten Lektor*innen. Ein Teillektorat umfasst jedoch deutlich mehr Seiten. „Tasche mit Herz“ hat zunächst solch ein Teillektorat der ersten 50 Seiten durchlaufen. Dies war für mich ein guter Einstieg, um überhaupt einmal Grund in den Text zu kriegen und zu entscheiden, wie die Reise weitergehen soll. Vielleicht dienen die überarbeiteten Seiten als Leseprobe für eine Verlagsbewerbung? Go for it!

Ein Teillektorat ist auch dann sinnvoll, wenn ein komplettes Lektorat zu kostspielig ist. Dann kann man zumindest das nun Erlernte auf den Rest des Textes anwenden und hat schon viel gewonnen.

Um herauszufinden, ob die Zusammenarbeit mit einer Lektor*in funktioniert, wäre es mir aber wiederum zu umfangreich. Da tendiere ich eher zum Probelektorat von 3-5 Seiten.

Für mich neu: Die Stilberatung

Für mein bald in einer Neuauflage erscheinendes Drehbuch „Ertrinkende Pflanzen auf Leinwand“ bin ich dann noch einmal neue Wege gegangen. Ich benötigte ein grundsätzliches Feedback zur Geschichte, dem Personal, der Handlung – ohne die insgesamte Tiefe eines kompletten Lektorats. Die Stilberatung hat mir hier sehr geholfen. Unstimmigkeiten wurden herausgefischt, ebenso Wortwiederholungen, und ich erhielt wertvolle Hinweise zu inhaltlichen Details. Ein unterstützendes Korrektorat hat das Übrige getan, um einen runden Text zu kreieren. Für mich war dies die kostengünstigste Möglichkeit, den Text einmal komplett begutachten zu lassen, ohne wahnsinnig tief in die Tasche greifen zu müssen. Denn: Auch das üppigste Budget ist endlich. 😉

Fazit

Wie auch immer du dich entscheidest: Viele Wege führen nach Rom, und wenn es mal mit einer Entscheidung nicht so gut geklappt hat, dann gib den Text vielleicht noch einmal woanders hin. „Tasche mit Herz“ hat erst im dritten Anlauf die richtige Lektorin gefunden. Manchmal soll es wohl so sein. Ich entscheide je nach Text und Budget, was ich mir leisten kann und möchte UND was sinnvoll für die Geschichte ist. Da spielt Erfahrung mit hinein und manchmal auch Experimentierfreude. Schau, was zu dir und deiner Geschichte passt! Ich hoffe, dass ich dir mit der Schilderung meiner Erfahrungen ein wenig weiterhelfen konnte.

Holl di munter!

Deine Kerstin

Aufräumen für die Seele

Diesen Beitrag gibt es auch als Podcast-Episode

Ein frohes neues Jahr, liebe*r Leser*in! Ich wünsche dir Gesundheit, Glück und eine schöne Zeit mit Freunden und Familie. Ganz besonders aber wünsche ich dir viel Freude beim Lesen, Schreiben und Veröffentlichen – also dabei, worum sich auch auf meinem Blog und in meinem Podcast 21ufos.de alles dreht. 🙂

Noch mal Gas geben

Das Jahresende war bei mir davon geprägt, noch einiges „wegzuschaffen“, das ich nicht mit ins neue Jahr nehmen wollte – ganz besonders Papierkram, denn ich hasse es, wenn mich am Neujahrstag erst einmal überquellende Ablagestapel begrüßen. 😉 Ein paar Aufgaben lungerten außerdem seit Wochen und Monaten auf meiner privaten ToDo-Liste herum, die ich unter Zeitdruck des nahenden Jahresendes ruckzuck abarbeiten konnte. Wäre es doch immer so einfach …

Mit Zielen ins neue Jahr

In meinem letzten Blog-Post habe ich dir ja schon ein paar Tipps für die Jahresplanung mitgegeben.

Tatsächlich habe ich mich auch jetzt zu Jahresbeginn hingesetzt und ein paar persönliche Ziele formuliert, sowohl mich als Mensch betreffend als auch die Schreiberei. Auch mein Mann und ich stecken in dieser Zeit gerne die Köpfe zusammen und hecken ein paar Projekte aus, die uns durchs Jahr begleiten werden. (Tatsächlich begeben wir uns 2022 gemeinsam auf eine spirituelle Reise – unglaublich spannend, das zum ersten Mal in meinem Leben in der Partnerschaft anzugehen.  – Interessieren dich die Themen Achtsamkeit und Spiritualität? Dann lasse mir gerne einen Kommentar da und ich werde Näheres berichten.)

Auf das Schreiben bezogen habe ich wie auch im vergangenen Jahr drei Ziele formuliert:

  • Ich strebe vier Veröffentlichungen an, die auch etwas kleiner ausfallen dürfen, im etwa dreimonatigen Abstand. Es geht mir um den Rhythmus.
  • Ich möchte wöchentlich eine neue Podcast-Episode produzieren, mit Ausnahme einer Sommer- und einer Weihnachtspause.
  • Es gibt monatlich neuen Content auf meinem Blog, und der Newsletter erscheint ebenfalls monatlich.

Du siehst: Bei mir wird es im kommenden Jahr vor allem um Kontinuität gehen. Wo im vergangenen Jahr das Erreichen von Schreibzielen, die in Seiten zu bemessen war, für mich im Vordergrund stand oder der Aufbau meines Instagram-Kanals, geht es für mich nun darum, Strukturen und Routinen zu entwickeln, die mir auch in den stressigen Phasen rund um eine Veröffentlichung ermöglichen, weiterhin meine Kanäle zu bedienen. Das war vor allem im letzten Jahresdrittel 2021 nicht mehr möglich – was vollkommen in Ordnung ist, denn der Veröffentlichungsprozess in diesem Umfang und dann noch mit gleich zwei zeitgleichen Projekten war Neuland für mich. Mal schauen, welche Rädchen ich drehen muss, damit es klappt. Ich bin gespannt und werde berichten!

Aufräumen als Ausgangspunkt

Und wie bin ich nun ganz konkret ins neue Jahr gestartet? Ziemlich ausgeschlafen, denn tatsächlich habe ich Mitternacht verpennt. 😀 Und dann war an diesem Wochenende putzen und aufräumen nach den vielen Feiertagen angesagt, denn die Ferien enden heute in Rheinland-Pfalz. Da ich mich strikt geweigert habe, die Woche alleine mit den Gerümpel-Bergen zu beginnen, musste die gesamte Familie mit anpacken. In diesem Zuge wurden auch ein paar Kisten decluttert, wie es heute so schön heißt, die mich schon viele Monate genervt haben. Dieser Reinigungsprozess, der sich durch das gesamte Haus zog, hat immer wieder etwas Befreiendes und Motivierendes, denn wir haben gemeinsam etwas geschafft, sind innen wie außen aufgeräumt und bereit für alles, was 2022 so kommen mag. (Was nicht heißt, dass es hier nicht noch weitere Gerümpel-Ecken gibt, die man mal angehen könnte. Aber es gibt ja noch mehr Jahresanfänge. 😀 )

Heute Abend habe ich mich dann an meinen Rechner gesetzt, die Mails gecheckt, Rechnungen bezahlt, mir einen Überblick verschafft und geplant, was diese Woche unbedingt zu erledigen ist – zum Beispiel eine detaillierte Jahres- und Monatsplanung, denn die ist die Grundlage für die angestrebte Kontinuität.

Gut geplant ist halb erledigt

Meine Jahresplanung beginne ich, indem ich auf einem zweiseitigen Jahresplaner die Fixpunkte eintrage: Ferien, wichtige familiäre Termine, Messen usw. Dann weiß ich bereits, in welche Zeiträume ich besser keine Veröffentlichung lege.

Diese sind im nächsten Schritt dran: Ich lege meine Veröffentlichungstermine fest. Das mache ich nur für mich intern und in der Kommunikation mit meinem Mann, damit er weiß, dass er da keine Fortbildung o.ä. legen kann. 😉 Nach außen kommuniziere ich diese Termine (noch) nicht, damit ich nichts verspreche, was ich möglicherweise nicht halten kann. In diesem Jahr haben ja vielleicht auch einige von euch gemerkt, wie unsicher die angestrebten Termine bei einigen Autor*innen waren und dass doch einige verschoben werden mussten, selbst bei Verlagsveröffentlichungen. Für mich ist allerdings wichtig zu wissen, wann ich mir besonders viel Zeit freihalten muss. Und ich weiß, bis zu welchem Tag im Vorlauf ich Cover, Korrektorat etc. auf dem Tisch haben muss.

Im nächsten Schritt habe ich in diesem Jahr eingetragen, wann ich meine Podcast-Episoden, Blog-Artikel und Newsletter veröffentlichen möchte. Ich bin sehr gespannt, ob dieses Ziel zu hoch gegriffen ist. Falls es sich als undurchführbar herausstellen sollte, werde ich mich aber nicht selbst zerfleischen. Es ist ein Versuch bei insgesamt hoher Belastung und darf durchaus scheitern. Ich würde mich allerdings sehr freuen, wenn es klappen würde.

Im letzten Schritt habe ich mir die Fixpunkte im Januar angeschaut, mir meine (überquellende) ToDo-Liste genommen und alles herausgesucht, was im Januar zwingend erledigt werden muss, um meine Ziele zu erreichen. Das wäre unter anderem: vier Podcast-Episoden produzieren, einen Blog-Artikel schreiben, einen Newsletter versenden, das Cover für die Neuauflage meines Drehbuchs in Auftrag geben usw. Nun weiß ich sehr genau, was ich zu tun habe, und kann das wiederum auf die einzelne Woche herunterbrechen.

Ab in die Trickkiste

Was lässt sich nun aus meinem kleinen Bericht konkret für den Start ins Jahr ableiten:

  1. Aufgeräumt denkt es sich besser: Vielleicht hilft es dir wie mir, erst einmal Ordnung zu schaffen, bevor du deine Gedanken sortierst.
  2. Ich habe wie geplant meine Ziele schriftlich formuliert und für mich sichtbar aufgehängt.
  3. Kleine und noch kleinere, erreichbare Ziele ergeben ein großes Jahresziel, in meinem Fall: Kontinuität. Im Laufe des Jahres kannst du durch so eine Auflistung stets prüfen: Bin ich noch auf Kurs? Muss ich etwas ändern? Gibt es eine Belohnung, weil ich einen Meilenstein erreicht habe?
  4. Eine Jahres- und Monatsplanung kann eine Hilfe sein, deine Pläne zu konkretisieren und mit Leben zu füllen. Vielleicht merkst du dabei auch, dass du dir zu viel vorgenommen hast und in 365 Tagen gar nicht alles unterbekommst. Dann kannst du Ziele rausschmeißen oder auf ein kleineres Format herunterbrechen, z.B. einen Kurzroman schreiben statt des geplanten 600-Seiten-Wälzers.
  5. Durch die Abfolge „Jahresplanung – Monatsplanung – Wochenplanung“ weißt du sehr genau, was du wann zu tun hast, und das ist immer gut, oder? 

Wie bist du ins Jahr gestartet? Hast du deine Ziele formuliert?  Das Jahr geplant? Schreib mir gerne einen Kommentar.

Holl di munter!

Deine Kerstin