Ein Rückblick mit Lerneffekt

Diesen Beitrag gibt es auch als Podcast-Episode

Dieses Jahr war für uns alle, wie auch das Vorjahr, ein besonderes: geprägt von einer Pandemie mit allen damit verbundenen Einschränkungen, mussten wir unseren Alltag unter wechselnden Bedingungen gestalten und immer wieder schwierige Entscheidungen treffen.

Für die Menschen, die Kindern haben, so wie mich, kam hinzu, dass wir in dieser neuen Normalität natürlich unseren Kleinen ein gesundes Aufwachsen mit allen Anregungen ermöglichen wollten, die sie benötigen. Gleichzeitig standen viele Angebote nicht zur Verfügung, wie für uns aktuell eine Betreuungsmöglichkeit für die Jüngste, sportliche Aktivitäten im Verein oder größere Feiern, die gerade für Jugendliche wichtig sind.

Doch trotz allen Verzichts möchte ich behaupten, dass wir als Familie bislang gut durch diese Zeit gekommen sind. Alle sind körperlich und psychisch stabil und gestalten ihre Zeit mit dem, was möglich ist. Für mich persönlich spielte die Fokussierung auf das Schreiben dabei einen nicht unerheblichen Anteil. Daher möchte ich in diesem Rückblick nicht ausschließlich auf harte Fakten eingehen, sondern gleichzeitig einen Bogen zu deinem eigenen kreativen Schreiben schlagen, denn vielleicht lassen sich ein paar Dinge aus meinen Erfahrungen ableiten, die auch dir nützen könnten. 

Das Jahr begann mit Zielen

Anfang des Jahres war unsere Jüngste sieben Monate alt und ich beschloss, ernsthaft an den Schreibtisch zurückzukehren. Zunächst hatte ich einen sehr überschaubaren Zeitrahmen von zehn Wochenstunden angepeilt, der sich jedoch im Laufe des Jahres auf dreißig Stunden (und mehr rund um die Messen und Veröffentlichungen) ausdehnte. Dies hat mich ohne Frage phasenweise gestresst und ich musste mich immer wieder neu sortieren, manches streichen, das ich geplant hatte, und auch im Haushalt alle Fünfe gerade sein lassen. Doch meine Ziele ließen sich anders nicht erreichen. Diese waren:

  • Ich schreibe einen historischen Roman.
  • Ich arbeite an meinen 21ufos.
  • Ich baue mir einen Instagram-Kanal auf.

Meine Ziele begleiteten mich, schriftlich fixiert auf einer Karteikarte, durch das ganze Jahr, denn diese Karte hing mahnend und motivierend über mir an der Pinnwand.

Ziele verfolgen – und erreichen

Tatsächlich kann ich nun am Jahresende verkünden: Alle drei Punkte habe ich geschafft!

  • Den historischen Roman mit dem Arbeitstitel „IDA“ begann ich im Rahmen eines Kurses und meiner Mitgliedschaft im Bookerflyclub, einer Autorencommunity. Zeitlich hatte ich mich ordentlich verschätzt und musste meine Deadline, die eigentlich im Sommer lag, weit nach hinten verschieben, konnte die Rohfassung im NaNoWriMo allerdings abschließen.

    Zur Belohnung übernahm ich endlich die lang ersehnte Tierpatenschaft eines Orang-Utans bei BOS Deutschland e.V. Diese Aussicht hat mich das ganze Jahr über motiviert, nicht aufzugeben, und nun freue ich mich, Bumi ins Erwachsenenleben begleiten zu können.

    Der historische Roman liegt nun erst einmal und geht wie ein guter Brotteig. 🙂 Mal schauen, wie es nächstes Jahr damit weitergeht.

  • Meine 21ufos habe ich fleißig bearbeitet: „Der Sturm brachte ihren Retter“ ist in einer professionellen Neuauflage erschienen. Etwa zeitglich erschien mein queerer Liebesroman „Tasche mit Herz“, ein echtes Herzensprojekt. (unbezahlte Werbung: Ohne Sandra Andrés von Autorenträume wäre ich dieses Jahr vermutlich nicht damit fertig geworden, denn sie hat mich durch den Veröffentlichungsdschungel begleitet. Danke an dieser Stelle! Auch mein Drehbuch habe ich noch einmal angefasst und nun in Sandras Hände gegeben. Im Februar soll es neu erscheinen.)

    Meine 21ufos haben aber auch durch eine andere Entscheidung ordentlich Auftrieb bekommen, nämlich indem ich endlich den Mut gefasst und etwas in die Tat umgesetzt habe, von dem ich lange nur geträumt habe: ein eigener Podcast. Dieser ist auf mittlerweile 22 Folgen angewachsen und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Hier geht’s zu einer Übersicht.

  • Instagram war anfangs ein Buch mit sieben Sigeln für mich. Ich kam dort an und wusste nicht einmal, was ein Hashtag ist. Wirklich! Also belegte ich zwei Kurse, einen Grundlagenkurs und einen vierwöchigen Kurs in einer kleinen Gruppe. Ohne diese Kurse hätte ich es vielleicht auch geschafft, Instagram irgendwann in den Griff zu bekommen, allerdings sicherlich nicht so schnell – und vor allem nicht mit so viel Spaß. Mittlerweile beherrsche ich die Klaviatur recht gut und freue mich über den wertvollen Austausch in einer tollen Buch-Community. Hier geht es zu meinem Kanal.

    Ich habe mich in diesem Rahmen vieles getraut: zu posten, Stories zu machen, Fotos von mir zu zeigen, kurze Videos, dann längere Videos – und im Rahmen der Onlinebuchmesse bin ich sogar mit lieben Kolleg*innen live gegangen.

Diese gesamte Entwicklung hätte ich mir Anfang des Jahres nicht träumen lassen. Ja, ich war auf dem Weg, hatte mich aufgemacht, meine 21ufos fertigzustellen. Doch niemals hätte ich mit der Dynamik gerechnet, die 2021 für mich bereithielt – und das trotz enormer familiärer, persönlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen.

Doch was ist der Grund? Warum ist genau in diesem Jahr der berühmte Knoten geplatzt? Für mich war der Dreh- und Angelpunkt tatsächlich das Netzwerken und der direkte Austausch mit anderen Schreibenden.

Jegliche Hürde, die mir in der Vergangenheit unüberwindbar schien, nahm ich in der Interaktion; jedes Problem, über dessen Lösung ich eine gefühlte Ewigkeit gebrütet hatte, löste sich im Diskurs. Ich ließ mich motivieren und inspirieren und gab dies gleichermaßen zurück. Für mich war dieser Austausch enorm wichtig, zum einen für meine kreative Arbeit, zum anderen, um in dieser Pandemie nicht lala zu werden und etwas zu haben, das mich psychisch verankerte und fokussierte. Die Arbeit an meinen Texten hatte nichts mit meiner Familie zu tun, nichts mit Corona – sondern nur mit mir und meinen Gedanken. Es war in diesem Jahr meine Insel, wie schon so oft im Leben, nur auf die Spitze getrieben. 

Tipps für die Jahresplanung

Welche Hinweise gibt mir – und dir – mein Rückblick auf dieses Jahr nun? Was lässt sich auf die Planung fürs kommende Jahr übertragen? Ich habe folgende Punkte ausgemacht:

  • Es ist vorteilhaft, Ziele schriftlich zu fixieren. So kannst du sie motivierend nutzen und am Jahresende überprüfen. Sie helfen dir, dich immer wieder zu fokussieren. So wird es leichter, zu produzieren – und schwieriger, Ausreden zu finden. 😉

  • Knüpfe die Ziele gegebenenfalls an Belohnungen, so wie ich mit der Tierpatenschaft. Damit kannst du dich auch in schlechten Phasen motivieren, nicht aufzugeben, denn du willst ja die Belohnung haben.

  • Bleib flexibel! Manches stellt sich vielleicht aktuell als unerreichbar heraus, doch das ist kein Beinbruch. Vielleicht lässt sich doch noch etwas Gutes aus der Sache machen. Anderes ergibt sich möglicherweise beim Gehen und du bist gezwungen, einen anderen Text zurückzustellen, um eine Chance zu ergreifen – dann nur zu! Deine Pläne sind nicht in Stein gemeißelt und du kannst sie jederzeit anpassen. Das hat mit Wankelmütigkeit nichts zu tun.

  • Gehe realistisch an dein Zeitbudget heran. Ich habe Anfang des Jahres versucht, erst mal kleine Brötchen zu backen, und mich dann nach und nach gesteigert. So konnte ich hilfreiche Routinen im Alltag verankern. Vielleicht ist dein Zeitbudget auch nicht immer gleich. Mir hat dann der Rückgriff auf diese Routinen geholfen, um am Ball zu bleiben, denn ich wusste irgendwann, wo sich auf jeden Fall Zeitfenster ergeben und wo sie optional sind.

  • Suche dir Hilfe, wenn du immer wieder an den gleichen Punkten scheiterst. Ich habe Zeit und Geld in meine Weiterbildung investiert, Coachings absolviert, Kurse belegt und so weiter, um bestimmte „Probleme“ ein für alle Mal in den Griff zu bekommen. Das hat mich enorm gepusht und gleichzeitig motiviert.

  • Und zum Schluss noch einmal DER entscheidende Faktor: die Zusammenarbeit und der Austausch mit vielen lieben Kolleg*innen. Ich bin sehr dankbar für die wunderbaren Menschen, denen ich dieses Jahr in der realen und der virtuellen Welt begegnet bin, und wünsche dir eine ebensolche Erfahrung. 

Sind dir in meinem kleinen Jahresbericht noch weitere Punkte aufgefallen, die sich in eine Planung für das kommende Jahr übertragen ließen? Dann schreib mit gerne einen Kommentar.

Holl di munter!

Deine Kerstin

own voice

Meine liebe Autorenkollegin Sandra Andrés hat mich zu ihrem Podcast „Rilkes Töchter“ eingeladen. Eine gute halbe Stunde haben wir über das Thema own voice gesprochen.

Mein bald erscheinender Roman „Tasche mit Herz“ ist ein solcher own-voice-Roman. Doch was bedeutet das überhaupt? Und wie grenzt man den Begriff gegenüber Method Writing und Autobiografie ab? Wir nähern uns dem Thema von verschiedenen Seiten und sprechen auch über die Zielgruppe.

Hier ist der Link zu Sandras Homepage. Von dort findest du zum Podcast – oder direkt auch allen gängigen Plattformen. Hör doch mal rein!

Mein Umgang mit Rezensionen

Mein heutiger Beitrag beschäftigt sich mit dem Thema Rezensionen, aber ich möchte es auf den Begriff „Feedback“ ausweiten, denn das ist es, um was es mir bei Rezensionen und allen anderen Äußerungen zu meinen Texten nämlich wirklich geht: eine Rückmeldung.

Feedback vs. Verkauf

Natürlich wissen wir alle, wie wichtig Rezensionen für Buchverkäufe sind, und ich will das auch gar nicht klein reden. Wir brauchen Rezensionen, um sichtbar zu werden, am besten schon mit Erscheinen des Buches. Ist das Buch sichtbar, wird es mehr Menschen präsentiert, die es dann möglicherweise kaufen.

Aber: Für meine Arbeit viel wichtiger ist der Inhalt einer Rezension oder einer Rückmeldung, auf welchem Wege auch immer sie mich erreicht, sei es als Leserbrief, als kritischer Kommentar des Dozenten in der universitären Hausarbeit oder als Anruf aus dem Lektorat. Fakt ist: Alles, was über das Niveau von „Find ich doof“ hinausgeht, hilft mir, bessere Texte zu schreiben. Wie oft habe ich schon Ein-Sterne-Rezensionen gelesen, bloß weil ein Produkt zu lange auf dem Weg zum Kunden war. So etwas ist vollkommen überflüssig und mir zum Glück bislang erspart geblieben.

Das Gold freilegen

Ich habe aber durchaus schon mit unzufriedenen Leser*innen zu tun gehabt. Wenn diese Leser*in mir aber sagen kann, was genau gestört hat, kann ich auf Spurensuche gehen: Wie sieht es mit dem Spannungsaufbau aus? Wie mit der Figurenentwicklung? Ich kann damit arbeiten. Dann handelt es sich vielleicht um eine negative Anmerkung, aber eben um eine, die mich weiterbringt, und damit ist sie wertvoll – wenn auch nicht förderlich für den Verkauf. In dem Fall würde ich mir eher ein persönliches Feedback wünschen, doch dies ist natürlich jede*r Leser*in selbst überlassen.

Zugegebenermaßen fiel es mir nicht immer leicht, das so zu sehen. In jüngeren Jahren haben mich negative Rückmeldungen sogar ordentlich aus dem Tritt gebracht. Heute nicht mehr. Ich bin mittlerweile in der Lage, das Gold darin freizulegen. Und manchmal bin ich sogar zu dem Schluss gekommen, dass der oder die Feedback-Geber*in tatsächlich falsch liegt. Oder vielleicht gar nicht meiner Zielgruppe entspricht und deshalb eine vollkommen andere Erwartungshaltung an den Text hat als die Frau, für die ich das Buch geschrieben habe. Ein Teil meiner Liebesromane richtet sich an Frauen ab 60. Sie müssen keinem Menschen Anfang 20 gefallen. In die Diskussion würde ich trotzdem nicht gehen. Damit verschwende ich keine Energie. Die nutze ich lieber, um das nächste beste Buch, das mir möglich ist, für meine Zielgruppe zu schreiben.

Hast du schon einmal eine Rezension geschrieben? Fiel es dir leicht oder schwer? Schreibe mir gerne an: kerstin@21ufos.de

Holl di munter

deine Kerstin

Auf der Zielgeraden

Seit meinem letzten Blog-Beitrag ist sehr viel passiert. Falls du mir auf Instagram folgst, konntest du live und in Farbe verfolgen, wie meine Projekte wuchsen und gediehen. (Du folgst mir noch nicht? Hier geht es direkt zu meinem Profil.)

Heute gibt es auch hier ein kleines Update.

  • DER STURM BRACHTE IHREN RETTER steht kurz vor der Neuauflage. Der Text wurde komplett überarbeitet. Dieses Mal habe ich alles eingekauft, was einem so geraten wird, unter anderem Lektorat, Korrektorat, Cover und Buchsatz. Gerade habe ich den zweiten Probedruck freigegeben. Das Buch richtet sich an Frauen ab etwa 60 Jahren, die gerne zum Heftroman greifen. DER STURM ist ein Liebeskurzroman aus Ostfriesland mit Happy-End-Garantie und wird als E-Book und Printausgabe mit besonders großer Schrift erscheinen.  Ich freue mich sehr, dass ich es noch rechtzeitig vor Weihnachten schaffe, denn das Buch eignet sich hervorragend als Geschenk für eine ältere Verwandte oder Bekannte. 😉 

  • Auch mein Projekt TASCHE MIT HERZ befindet sich auf der Zielgeraden. Aktuell bin ich dabei, die Verbesserungen aus dem Korrektorat einzuarbeiten. Auch dieses Buch soll deutlich vor Weihnachten erscheinen und richtet sich an Frauen ab 40. Hier geht es zum Klappentext und einer kleinen Leseprobe.

  • Nachdem ich vergangenes Wochenende auf der Frankfurter Buchmesse war und es sehr genossen habe, wieder einmal Literaturbetriebsluft zu schnuppern, geht es gleich mit der nächsten Messe weiter: Vom 3. bis 7. November öffnet die Onlinebuchmesse ihre Pforten. In den sozialen Medien präsentieren sich Autoren, Blogger, Verlage und Dienstleister gemeinsam unter dem Hashtag #obm2021 und bieten ein vielfältiges Programm. Auch ich werde einige Live-Veranstaltungen auf meinem Instagram-Kanal anbieten und mich jeden Tag mit Beiträgen an den Tagesaufgaben beteiligen. Meine Termine findest du hier.

  • Auch mein Podcast läuft weiter, allerdings in einem nicht mehr regelmäßig erscheinenden Turnus. Dazu werde ich erst nach Veröffentlichung meiner beiden Projekte zurückkehren – und plane außerdem, zu einzelnen Episoden Gäste einzuladen. Seid gespannt! Ich bin es. 🙂

Es ist geschafft!

In den vergangenen Monaten habe ich mich auf den Podcast zu 21ufos.de konzentriert, von dem ich in meinem letzten Artikel berichtet habe. Nun habe ich es endlich geschafft: Alle bisherigen Beiträge sind einzeln oder als Zusammenfassungen vertont! Das war eine ganz schöne Arbeit und erklärt die Ruhe auf diesem Blog.

Nach einer Sommerpause geht es dann Mitte August mit neuem Content weiter. Ein Fokus soll dabei auf dem Veröffentlichungsprozess via Selfpublishing liegen, denn auch ich wähle für meine nächsten Veröffentlichungen im Herbst und Frühjahr wieder diesen Weg – nicht aus Not, sondern ganz bewusst. Die Projekte „TmH und „Ida“ werde ich weder Agentur noch Verlag anbieten, sondern komplett auf meine Weise – und mein Risiko – herausbringen, dieses Mal mit dem kompletten A bis Z: Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, Cover und flankierendem Marketing. Auch über Sensitivity Reading denke ich nach.

Hast du Fragen dazu, die ich in den Podcast-Folgen berücksichtigen sollte? Schreib sie mir gerne in die Kommentare! Folge mir auch gerne auf Instagram @kerstin.schuldt.autorin und tritt mit mir in Kontakt.

Holl di munter!

Deine Kerstin