Das Bild zeigt es dir schon: Es gibt positive Neuigkeiten!
Tatsächlich habe ich es geschafft und meinen Liebesroman Der Sturm brachte ihren Retter nun auch als E-Book veröffentlicht. Für mich ist das ein echter Meilenstein im Selfpublishing, so wie es auch das Taschenbuch war, mit dem ich mein Langzeit-Schreibprojekt 21ufos gestartet habe.
Also kann ich jetzt die Füße hochlegen? Ganz bestimmt nicht! Als Nächstes ist nämlich ein Drehbuch dran, das ich bereits direkt im Anschluss an Der Sturm brachte ihren Retter veröffentlichen wollte. Da ich den Titel aber noch einmal ändern musste, hat sich die Veröffentlichung verzögert. Spätestens Ende August soll es dann aber soweit sein. Auch dieser Text soll unter meinem Pseudonym Kessi van Jarssum erscheinen.
Ein Liebesroman liegt derweil bei meinen Testlesern, auf deren Feedback ich warte. (Jetzt macht mal hinne! Ich will endlich mit der Überarbeitung anfangen. 😉 )
Ein weiterer Liebesroman ist in Arbeit, wobei ich schon eine ganze Weile nicht mehr daran weitergeschrieben habe. Der Blog und alles rund ums Veröffentlichen bindet momentan meine Energien. Das ist auch okay so, muss sich aber bald wieder ändern. Sonst werde ich unzufrieden, und das wollen wir ja nicht … (Hier ist von Vorteil, dass ich eher weniger zu den „entdeckenden Schreibern“ gehöre, die ihre Geschichten während des Schreibprozesses entwickeln, sondern zu den planenden: Ich kann jederzeit wieder in den Text einsteigen, da ich genau weiß, was als Nächstes passieren muss. Was nicht heißt, dass ich nicht alles noch mal umschmeißen könnte. Aber das gehe ich dann auch geplant an.)
Gleichzeitig mache ich mir Gedanken über das nächste Projekt, das ich in Angriff nehmen möchte. Ursprünglich hatte ich vor, chronologisch vorzugehen und meine Liste „abzuarbeiten“, so wie die Ideen eben entstanden sind. Ein Thema ist aber gerade so aktuell, dass es sich eventuell lohnen könnte, es vorzuziehen.
Du siehst, es ist viel zu tun. Viel zu schreiben, zu denken, zu planen. Aber weißt du was? Es macht Spaß! Endlich habe ich es geschafft, meine lange Liste anzugehen und die Texte zu veröffentlichen, die mir am Herzen liegen. Und darf ich dir noch was verraten? Du kannst das auch! So wie ich kannst auch du es schaffen, die Geschichten, die dir im Kopf herumschweben, zu Papier zu bringen und zu veröffentlichen. Dabei möchte ich dich mit diesem Blog unterstützen und motivieren.
Wie läuft es denn bei dir? Woran arbeitest du gerade? Schreib mir einen Kommentar und berichte von deinen Erfahrungen.
Ich verzettle mich gerne mal. Bei der Menge an Aufgaben, die jeden Tag zu bewältigen sind, ist das kein Wunder. Dir geht es vielleicht ähnlich. Wie ich wirst du im Lauf der Jahre Techniken gefunden haben, die dir den Alltag erleichtern. Bei mir sind es ein Kalender, ohne den ich zu keinem Termin pünktlich käme – und die guten alten Listen zum Abhaken.
Ich habe für alles mögliche Listen, zum Beispiel für die täglichen Hausarbeiten oder den nächsten Zelturlaub mit der Familie. Sie entlasten mein Gehirn, denn wenn etwas auf der Liste steht, muss ich nicht mehr daran denken.
Listen, die ich permanent verwende, laminiere ich und streiche dann die entsprechenden Punkte mit einem Folienschreiber weg. Ich weiß, das kann man auch digital machen – funktioniert bei mir aber leider selten. Meistens vergesse ich, dass ich eine Liste angelegt habe, und wenn ich sie dann doch öffne, gibt mir das Anklicken kein so gutes Gefühl wie „in echt“. Aus ökologischen Gründen werde ich aber sicherlich ein paar weitere Versuche starten, denn immerhin verbrauche ich Papier, Druckertinte und in manchen Fällen Laminierfolie plus Stift. Das alles würde ich gerne einsparen, bin aber noch nicht so weit. (Eine Ausnahme ist hier meine „Checkliste Projekt“, die ich dir weiter unten vorstelle.)
Listen verwende ich auch beim Schreiben, und ein paar möchte ich dir heute vorstellen. Wenn dir das Prinzip der To-do-Liste schon aus anderen Zusammenhängen vertraut ist, wird es dir leicht fallen, es auch hier anzuwenden. Du hast damit noch nicht gearbeitet? Dann probier es mal aus. Vielleicht freut sich dein Gehirn genauso darüber wie meines – und das bedeutet mehr Kraft für kreatives Arbeiten!
Die Tagesliste
Auf meiner Tagesliste stehen die Arbeiten, die ich oft ausführe. Da sie wiederkehrend sind, oft sogar täglich, habe ich die Liste laminiert. „Tagesliste“ heißt aber nicht, dass ich alle Aufgaben auf der Liste stoisch abarbeite, denn dafür ist meine Zeit am Schreibtisch oft zu kurz. Es ist aber alles drauf, was regelmäßig ansteht, zum Beispiel: Korrekturlesen, Schreiben oder Plotten. Es stehen aber auch organisatorische Sachen darauf: Papierkram erledigen, Telefonate führen, Ablage, E-Mails bearbeiten.
Morgens schaue ich mir die Liste an. Je nach Zeitbudget, Dringlichkeit und Stimmung streiche ich dann schwungvoll alles weg, was an dem Tag nicht relevant ist, und widme mich ausschließlich den Sachen, die ich mir ausgesucht habe. Die Punkte habe ich dabei unterteilt in Bürokram, weiche Zeit und harte Zeit. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass ich nicht zu viel Zeit mit zwar wichtigen, aber wenig schöpferischen Dingen verplempere. Sie müssen erledigt werden, ohne Frage – aber die harte Zeit ist die Zeit, in der Texte entstehen! Das ist die Zeit, die hohe Konzentration erfordert und auch mal ein Sich-Durchbeißen. Bei mir fallen Schreiben und Überarbeiten in diese Kategorie. Wenn ich diese Punkte ständig von der Liste streichen würde, entstünde kein fertiger Text mehr. Insofern ist der Akt des Streichens eine Selbstkontrolle, bei der ich mich frage: Willst du wirklich den fünften Tag in Folge keine Minute in harte Zeit investieren?
Mit der Tagesliste schaffst du dir somit ein Gerüst, das dir den Einstieg in den Arbeitsprozess erleichtert. Du verzettelst dich weniger und kannst direkt mit produktiver Arbeit beginnen. Überlege einmal, welche Aufgaben du im Zusammenhang mit dem Schreiben immer wieder ausführst und notiere sie. Diese Aufzeichnungen bilden dann die Grundlage für deine eigene Tagesliste.
Die Wochenliste
Eine weitere Liste, die ich regelmäßig nutze, ist meine Wochenliste. Diese ist im Grunde eine Übersicht meiner kompletten To-dos außerhalb regelmäßig wiederkehrender Aufgaben – die kommen ja auf die Tagesliste. Alles, was im Zusammenhang mit dem Schreiben anfällt, kommt auf diese Liste. Einige Beispiele: die Konvertierung eines Textes für eine Veröffentlichung, Klärung technischer Fragen diesen Blog betreffend oder Weiterbildungen, die ich gerne machen möchte. Thematisch zusammenhängende Dinge fasse ich unter Überschriften zusammen, zum Beispiel Blog und Weiterbildung. Große Aufgaben zerlege ich in Kleine und führe die Punkte einzeln auf, so dass ich sie nach und nach abarbeiten kann. Habe ich eine große Aufgabe bewältigt und damit einen Meilenstein erreicht, gibt’s eine Belohnung. (Was bei unserem Mops funktioniert, funktioniert auch bei mir.)
Meine Wochenliste drucke ich montags aus. Ich markiere mit einem roten Punkt, welche der vielen Punkte ich mir für die Woche vornehme. Den Zettel hänge ich direkt über den Monitor an die Pinnwand – und versuche dann, die Aufgaben zu bearbeiten. Das klappt nicht immer, aber so stehe ich nicht vor einem riesigen Berg an Einzelaufgaben, die mich in ihrer Masse komplett überfordern würden. Fallen einzelne Aufgaben hintenüber, kann ich zumindest nachhalten, woran es gelegen hat. Ich bin aber so oder so weitergekommen, wenn auch in kleinen Schritten. Diese Erfolge schreibe ich mir auf, um mich weiter zu motivieren: Das habe ich diese Woche geschafft. Toll!
Checkliste Projekt
Starte ich ein neues Projekt, trage ich alle anfallenden Aufgaben zusammen und erstelle eine Liste. Vieles wiederholt sich ja von Projekt zu Projekt, manches ist aber auch anders. Die Liste drucke ich nicht unbedingt aus, weil sie doch einen sehr langen Zeitraum abdeckt, manchmal über mehrere Jahre, und der Platz auf meiner Pinnwand begrenzt ist. Ich lege sie mir daher auf den Desktop, damit ich dann und wann mal reinschauen kann. Wird ein Punkt aktuell, wandert er auf meine Wochenliste.
Mein Langzeit-Schreibprojekt 21ufos habe ich beispielsweise in einer Tabelle erfasst. Das erste Blatt fasst alle Projekte in einer Tabelle zusammen mit Stand der jeweiligen Bearbeitung. Jedes weitere Blatt ist dann einem einzelnen Projekt gewidmet. Hier finden sich zum Beispiel die Aufgaben Buchsatz und Überarbeitung wieder, die dann zum richtigen Zeitpunkt auf meine Wochenliste wandern.
Jeder Punkt lässt sich dabei natürlich bis ins Kleinste herunterbrechen und als eigene Datei oder eigener Zettel anlegen. Schreiben ist zum Beispiel ein guter Punkt auf meiner Tagesliste – aber viel zu global, als dass ich damit im konkreten Moment arbeiten könnte. Schreiben auf ein Projekt bezogen bedeutet bei mir, dass ich mir eine Szene heraussuche und daran schreibe. Die Szene kenne ich, weil ich vor Schreibbeginn mehr oder weniger intensiv geplottet habe. (Wie genau ich vorarbeite, kann ich jetzt hier nicht beschreiben, das würde zu weit führen. Aber es kommt sicherlich noch ein Artikel dazu.) In meiner „Checkliste Projekt“ heißt der Punkt Schreiben daher auch anders, nämlich Erstellen der Rohfassung. Mit dieser Formulierung schicke ich den Bonvivant in mir auf die Terrasse – und setze den Arbeiter an den Schreibtisch. Ersterer will nämlich nur vor sich hinträumen und keine Aufgaben erledigen. So einen kann ich hier nicht gebrauchen. Er darf erst wiederkommen, wenn ich im Schreibfluss bin. 🙂
Checkliste Blogartikel
Bloggst du auch oder planst, es zu tun? Dann kann ich dir nur empfehlen, alle Aufgaben, die mit dem Veröffentlichen eines Blogartikels einhergehen, in einer Liste zusammenzutragen. Auf die „Checkliste Blogartikel“ kommen zum Beispiel die Punkte Foto suchen, Schlagwörter eintragen und Veröffentlichungstermin planen. So ersparst du es dir, dich vor jeder Veröffentlichung fragen zu müssen: Woran muss ich noch mal denken? Natürlich entstehen mit der Zeit Routinen. Aber wo Routinen entstehen, kommt es auch leicht zu Flüchtigkeitsfehlern. Mir hilft es daher ungemein, diese Liste noch mal zu prüfen, bevor ich den Artikel freigebe.
Weitere Ideen für Checklisten wären zum Beispiel eine rund um das Veröffentlichen, was bei mir allerdings in der Projekt-Datei stattfindet. Auch geplante Werbemaßnahmen oder eine Liste der Fachliteratur, die du durcharbeiten möchtest, kannst du mit einer Liste erfassen. Hast du noch mehr Ideen zum Thema Listen und Schreiben? Oder hast du eine Frage? Dann freue ich mich über einen Kommentar!
Viele Menschen haben ein (fast) fertiges Manuskript in der Schublade liegen, veröffentlichen es aber nicht. Natürlich gibt es Schriftsteller, die tatsächlich nur für sich und ihre Schublade schreiben, vielleicht noch für die Familie, und damit zufrieden sind. Es gibt aber auch diejenigen, die unzufrieden mit diesem Zustand sind, und auch ich gehörte lange dazu. Dabei geht es nicht einmal darum, einen Bestseller zu landen, sondern um den Wunsch, das eigene Buch im Regal stehen zu sehen – sei es nun zu Hause oder in der Buchhandlung. Vielen reicht die virtuelle Variante und sie möchten ein E-Book herausbringen.
Auch du hast ein Buch, das auf die Veröffentlichung wartet, aber es gelingt dir einfach nicht?
Dann kommen hier 15 Gründe, warum du nicht veröffentlichst – und dazu ein paar Lösungsideen.
1. Ich weiß nicht, wie das technisch geht.
Die Sorge, die Veröffentlichung technisch nicht gewuppt zu bekommen. ist verständlich. Wenn du klassisch über einen Verlag veröffentlichen möchtest, wendest du dich am besten an eine Literaturagentur, da dies heutzutage der übliche Weg ist, um eine Tür ins Verlagshaus zu öffnen. Die technische Seite wird ab diesem Zeitpunkt für dich keine große Rolle mehr spielen, da du kaum in die Bredouille kommen wirst, dich mit ihr zu beschäftigen, von normalen Textverarbeitungskenntnissen einmal abgesehen.
Hast du dich allerdings für Selfpublishing entschieden, sieht die Sache etwas anders aus. Dem technischen Problem ist aber mit einer Methode abzuhelfen, die dir vermutlich liegen wird: lesen. Das Internet ist voll von How-to-Anleitungen, die dich durch den gesamten Prozess dirigieren. Auch ich habe mir Etliches anlesen müssen. Einige Links zu guten Seiten, die mir selbst weitergeholfen haben, findest du unten. Ich kann nur sagen: Es ist zu bewältigen, auch wenn du heute noch nicht weißt, was epub ist und wie man ein Buch setzt. Völlig wurscht. Du kannst das lernen!
2. Ich will, dass es perfekt ist.
Hach ja, der ewige Perfektionismus … Was meinst du, wie viele Bücher es auf dieser Welt gäbe, wenn nur die perfekten erscheinen dürften? Meine Schätzung: 0,0 Prozent. In jedem Buch wirst du Fehler finden, sei es nun in puncto Rechtschreibung, Grammatik, Buchsatz oder oder oder. Auch texthandwerklich finden sich haarsträubende Fehler. Erst kürzlich las ich ein Buch, bei dem es kurz vor Schluss zu einem Perspektivwechsel kam, der mich für einen Moment aus dem Tritt brachte. Na und? Das Buch war trotzdem gut.
Insofern kann ich dir nur Mut zusprechen: Du musst auf dieser Welt nicht perfekt sein, und dein Buch auch nicht. Gib einfach dein Bestes, aber auch das geht nur mit dem, was du bis zum jetzigen Zeitpunkt deines Lebens gelernt hast. Das ist okay. Du wirst vieles dazulernen, und das gerade beim Veröffentlichen. Ich spreche aus Erfahrung, denn mein erster Heftroman schrieb sich auch anders als der vierzigste. So what?! Entspann dich – und beglücke die Welt mit deinem unperfekten, aber mit viel Elan und gutem Willen geschriebenen Buch.
3. Ich habe kein Geld.
Das war früher mal eine Ausrede, heute aber nicht mehr. Ich weiß, überall wird gerade dazu geraten, sich alles einzukaufen, was nötig ist, um Verlagspublikationen Konkurrenz machen zu können: Lektorat, Cover, Korrektorat, Buchsatz, Marketing … Das hat auch alles seine Berechtigung, wenn du dein Buch gut am Markt platzieren willst.
Wenn du aber bereit bist, dich von diesem Ziel – das vielleicht ein Fernziel bleiben kann, mehr aber nicht! – zu verabschieden, und erst einmal damit leben kannst, kleine Brötchen zu backen, dann kostet dich deine Veröffentlichung gar nichts. Es gibt Anbieter, die dein E-Book für 0 Euro herausbringen. Voraussetzung ist, dass du einen Computer mit Internetanschluss nutzen kannst. Das war’s schon. Leg los!
4. Ich habe zu viel Geld und stecke immer mehr in mein Projekt.
Deine Sorgen möchte ich haben … Scherz beiseite: Natürlich ist man versucht, sein „Baby“ so gut zu füttern, wie es irgend geht. Und wenn es einem wirklich wichtig ist, ist man vielleicht bereit, auf den nächsten Sommerurlaub zu verzichten und sich stattdessen ein Lektorat einzukaufen. (Mit der Familie muss das dann jemand anderes klären …)
Es muss aber alles seine Grenzen haben. Der Markt rund ums selbst veröffentlichte Buch wird immer unübersichtlicher, auch wenn vieles davon wunderbar und hilfreich ist, und man muss aufpassen, seine Scheinchen beieinander zu halten. Setze dir am besten vorab eine Grenze. So wie jede Firma ein Budget für ihre Projekte hat, wirst auch du dir eines geben müssen – denn du brauchst ja auch noch ein paar Euros fürs nächste Buch, oder?
5. Ich bin schüchtern, introvertiert oder publikumsscheu.
Bei diesen „Problemen“, hinter denen sich oft große Stärke verbirgt, lohnt es sich, zu einem sehr frühen Zeitpunkt darüber nachzudenken, wie viel du von dir zeigen möchtest beziehungsweise zu welchen Zugeständnissen du bereit bist. Kommst du für dich zu dem Schluss, dass du dich der Öffentlichkeit nicht aussetzen möchtest, kannst du unter einem Pseudonym veröffentlichen. Das entlastet dich – und dein Buch ist trotzdem draußen. Die Entscheidung, ob du das Pseudonym aufdecken möchtest oder nicht, verschiebst du auch später.
6. Was werden die Nachbarn sagen?
Mit Sicherheit alles Mögliche. Wie immer.
Ganz ehrlich: Die Nachbarn reden doch sowieso, das wussten schon „Die Ärzte“. Wenn du peinliche Folgen fürchtest, weil du einen knackigen BDSM-Roman oder einen Thriller mit einem Kettensägen schwingenden Serienkiller geschrieben hast und das nicht mit Hinz und Kunz aus Haus Nummer 8 diskutieren möchtest – dann schau dir noch mal Punkt 5 dieser Liste an. Auch in diesem Fall solltest du dich fragen: Bin ich bereit, das auszuhalten? Oder veröffentliche ich lieber unter einem Pseudonym? Und dann los!
7. Ich habe Angst vor rechtlichen Folgen.
Natürlich solltest du dich schlaugemacht haben, was du darfst und was nicht. Dazu gibt es viele Internetseiten. Im Zweifelsfall kannst du über den Abschluss einer Media-Haftpflichtversicherung nachdenken. (Ich bin Mitglied im Selfpublisher-Verband, in den man auch eintreten kann, wenn man noch vor der ersten Veröffentlichung steht. Über den Verband gibt es die Möglichkeit, eine Media-Haftpflicht zu günstigen Konditionen abzuschließen. Auch hier gibt es aber diverse Anbieter und du kannst die Preise und Konditionen vergleichen.)
Die Media-Haftpflicht lässt mich persönlich besser schlafen, obwohl ich natürlich alles tue, um meine Texte einwandfrei zu veröffentlichen. Aber wir sind alle nur Menschen, und auch mir – und dir – können ungewollt Fehler unterlaufen. In vielen Fällen springt hier die Versicherung ein. Dieses Wissen nimmt dir unter Umständen die Angst – und deiner Buch-Veröffentlichung steht nichts mehr im Wege.
8. Alle anderen sind besser als ich.
Stell dein Licht mal nicht unter den Scheffel. Wer genau sind denn „alle“? Sind das die „alle“ aus der Schule, die meine Tochter zitiert, wenn sie das neue Handy haben will? Oder die „alle“, die mein Sohn bemüht, wenn es um die neue Spielkonsole geht, die angeblich „alle“ zu Weihnachten bekommen?
„Alle“ ist ein sehr großer Begriff, und wo es bei oben genannten Beispielen faktisch um maximal zwei Personen geht, denen entsprechender Besitz nachzuweisen ist, halte ich es für durchaus wahrscheinlich, dass du dich an zu wenigen übergroßen Vorbildern orientierst. Du solltest dich da maximal mit Leuten deiner eigenen Liga vergleichen. Kreismeisterschaft, nicht Olympia. Alles klar?
Also finde heraus, wer in deiner Liga spielt, und ordne dich da mal ein. Dann wirst du schon sehen, dass du zum jetzigen Zeitpunkt deines Lebens gar nicht so schlecht dastehst, und was du jetzt nicht kannst, das kannste lernen. Was dann die Zukunft bringt, hast du ein Stück weit in der Hand, je nachdem, wie viel Zeit und Energie du in dein Projekt steckst. Und die anderen, die angeblich alle besser sind, können ein guter Motivator für bessere Texte sein – und vor allem Kollegen, mit denen du dich vernetzen kannst!
9. Wenn ich keinen Verlag finde, will ich gar nicht veröffentlichen.
Yoah. Bisschen deprimierend, die Einstellung, aber wenn du damit glücklich wirst … Wirste nicht? Dann solltest du vielleicht mal an deiner Einstellung arbeiten. Der Selfpublisher-Markt ist für Autoren zurzeit schwierig, was das Einkommen angeht, das gilt aber auch für Verlagsautoren (siehe den entsprechenden Artikel in der aktuellen „Federwelt“ Nr. 136). Zählt also nicht. Und du willst ja momentan kleine Brötchen backen (siehe oben) und erst mal „nur“ veröffentlichen. Warum dann nicht als Selfpublisher?
Schiefe Seitenblicke hat man kaum noch zu befürchten, dafür hat sich die Branche in den letzten Jahren zu stark konsolidiert und viele gute Bücher auf den Markt gebracht. Immer mehr Leser wenden sich gerade Selfpublishern zu. Und das Ganze hat den Vorteil, dass du absolut selbstbestimmt arbeiten kannst und auf alle Schritte den Daumen drauf hast – für mich das relevante Kriterium für einen Wechsel. Ich mag unabhängiges Arbeiten und kaufe mir im Zweifelsfall Leistungen ein, die ich benötige. Wenn dich das auch reizt, leg los und veröffentliche dein Buch selbst. Der Wechsel in einen Verlag ist danach immer noch möglich, du bist nicht „verbrannt“. Vielleicht willst du dann aber gar nicht mehr wechseln, weil Selfpublishing dir mehr liegt. Das kannst du nur durch Ausprobieren herausfinden.
10. Ich habe keine Zeit, mich damit zu beschäftigen.
Du leidest nicht an Zeitmangel, sondern setzt keine Priorität aufs Veröffentlichen. Das ist ein Unterschied. Du hast es ja auch geschafft, das Buch zu schreiben, hast also die Priorität darauf gesetzt und anderes dafür bleiben lassen. Genauso läuft es mit dem Veröffentlichen. Natürlich, die Arbeitsschritte sind andere, oft technischer Natur, für dich vielleicht nicht so spannend oder sogar nervtötend. Hilft aber nix. Wenn du wirklich veröffentlichen willst, muss das deine Priorität sein. Sonst wird dat nix. Punkt.
11. Was habe ich der Welt schon zu sagen?
Boah. Das ist ja noch schlimmer als Punkt 8. Geht’s noch?
Du bist einzigartig. Eine*n wie dich gibt’s nicht noch mal auf diesem Planeten. Nur du hast diese Gene, nur du hast die Dinge erlebt, die Schicksalsschläge und großartigen Ereignisse. Nur du bist all diesen Menschen begegnet, die dich geprägt haben. Und nur du kannst diese Geschichten erzählen, mit deiner einzigartigen Stimme – weil es dich nur EIN MAL gibt. Noch Fragen?
12. Mein Rohentwurf ist fertig, aber die Überarbeitung schreckt mich ab.
Ja, Arbeit ist echt ätzend. Kenn ich. Drück ich mich auch gern vor.
Also hast du – wie ich – zwei Alternativen: Die Erstfassung in einem sehr, sehr guten ersten Guss zu schreiben, der kaum der Überarbeitung bedarf. Das erreichst du (vielleicht) mit viel Übung. Doch sobald du dich einer neuen Herausforderung stellst, zum Beispiel das Genre wechselst, dich an eine neue Perspektive herantraust oder ein größeres Ensemble, ist es vorbei damit.
Dann bleibt nur eines: Setz dich auf deinen Hintern und arbeite das Ding durch. Und das leider mehrfach.
Kürzlich habe ich ein langes Wochenende genutzt, die Familie ausquartiert und mich durch meinen nächsten Roman geackert. Das war fürchterlich anstrengend, aber auch sehr ergiebig. Das Schlimme daran ist: Es wird nicht die letzte Überarbeitung sein. Ich arbeite so, dass ich den Text zunächst an zwei Testleser gebe – in diesem Fall an meinen Mann und meinen Ex-Mann. Lustig, wo ich gerade drüber nachdenke …
Was die beiden eint? Der eine ist gemein und nimmt meinen Text gnadenlos auseinander, was in dieser Phase für mich sehr wichtig ist. Der andere findet alles toll und krittelt bloß an ein paar Rechtschreibfehlern rum, was in dieser Phase ebenfalls sehr wichtig für mich ist, weil ich mein „Baby“ das erste Mal jemandem zeige. (Nein, ich sage jetzt nicht, wer welchen Part übernimmt …)
Die Anmerkungen der beiden setze ich um. Dann geht der wieder überarbeitete Text an die nächsten Testleser. Und wieder überarbeiten. Dann kommt eventuell ein Lektorat. Wieder überarbeiten. Puh …
Was bedeutet das?
Antwort: Wenn du schon aufs erste Überarbeiten keinen Bock hast, dann kannst du’s mal grad vergessen. Denn du wirst dich dem mehrfach stellen müssen.
Aaaaber: Es gibt Hilfe. Die nennt sich B-e-l-o-h-n-u-n-g.
Die Überarbeitung eines Textes gleicht einer Challenge, die für mich manchmal viel anstrengender ist als das Schreiben der Rohfassung. Und eine Challenge schreit nach Belohnung, möglichst nach jeder genommenen Etappe. Überleg dir einmal in einer stillen Minute, was dir gut tun würde, und dann belohne dich auch wirklich damit. Dein Gehirn wird nach ein wenig Training checken, dass es was Gutes gibt, wenn es die Arbeit einfach erledigt – und sich irgendwann nicht mehr so dagegen sperren.
13. Mit meiner Überarbeitung bin ich nicht zufrieden. Das wird nie was. Weg damit!
Siehe zunächst die Punkte 8 und 11, die da bestimmt mitschwingen. Hinzu kommt aber noch Folgendes: Kurz vorm Ende hat schon so mancher aufgegeben. Da kommen noch mal alle Skrupel hoch, alle Steine, die dir dein Gehirn schon vorher in den Weg gelegt hat und die du erfolgreich zur Seite geräumt glaubtest. Zack, da sind sie wieder!
Aber jetzt nicht verzweifeln. Entweder schaffst du es selbst, gut zu dir zu sein, dich wieder auf Spur zu bringen und das Ding einzutüten, bevor du es zerstörst. Oder du suchst dir Hilfe, zum Beispiel bei einer Schreibgruppe, bei befreundeten Autoren-Kollegen oder einem Coach, den du dann natürlich bezahlen musst. Oft hilft die Sicht von außen, um die positiven Aspekte deiner Geschichte wieder in den Vordergrund zu rücken und dir Selbstvertrauen zu geben – damit du wieder an dich und deinen Text glauben kannst. Jetzt bloß nicht aufgeben!
14. Ich werde einfach nicht fertig.
Weil du vielleicht nicht fertig werden willst? Weil du dann groß und erwachsen sein und die Konsequenzen ziehen musst? Weil du dein „Baby“ loslassen und es hinaus in die Welt schicken musst?
Komm schon! Du schaffst das! Du bist schon so weit gekommen. Hör auf, dir selbst im Weg zu stehen und hau rein! Die letzten Meter ziehst du auch noch durch. Ich glaub an dich – und an dein Projekt.
15. Ich trau mich nicht, den Knopf zu drücken und das Ding hochzuladen.
Das erste Mal ist immer aufregend. Immer. Und rückblickend betrachtet wirst du es als etwas ganz Besonderes in Erinnerung behalten. Daher ruf dir in diesem Moment all die ersten Male, die du in deinem langen Leben „durchlitten“ hast, in Erinnerung: Ist es nicht großartig, dass du das alles erleben durftest?
Und jetzt auch noch das. Und DU hast es gemacht. Phantastisch, großartig, unglaublich! Mit diesem Knopfdruck beginnt der nächste Abschnitt in deinem Leben als Autor*in, Schriftsteller*in oder wie auch immer du dich siehst. Und jetzt drück!
Da bist du ja! Du hast es geschafft, hast dich überwunden und alles durchgezogen, was an Herausforderungen auf dich gewartet hat. Ich beglückwünsche dich zu deinem Mut und deiner Stärke.
Und zu deinem ersten Buch!
E n d e
Hast du dich in dieser langen Liste irgendwo wiedergefunden? Ich kann sogar bei fast allen Punkten ein Häkchen machen. Je nach Gemütslage (und Kontostand) traf mal das eine, mal das andere auf mich zu. Trotzdem habe ich den Widerstand überwunden – und veröffentlicht. Und was ich kann, das kannst du auch!
Hast du noch mehr Tipps und Anregungen, um aus der Nicht-Veröffentlichen-Falle herauszukommen? Oder hast du Fragen? Dann schreib mir einen Kommentar.
Holl di munter!
Deine Kerstin
Ein paar nützliche Links:
Der Selfpublisher-Verband vertritt die Interessen unabhängiger Autorinnen und Autoren
Heute ist es endlich soweit: Ich werde das erste meiner 21ufos bei BoD hochladen! Ich kann es kaum glauben und erwarten, zumal dieser Text seit 2007 nahezu fertig in der Schublade lag. Warum ich ihn nicht veröffentlicht habe? Weiß der Himmel … Es ist ein klassischer Liebesroman, und natürlich habe ich ihn an einem ganz anderen Punkt meines Lebens geschrieben. Aber die Geschichte hat es dennoch verdient, das Licht der Welt zu erblicken, um es einmal ganz theatralisch auszudrücken. Ich freue mich jedenfalls riesig!
Dabei habe ich mich erst einmal gegen ein E-Book entschieden und veröffentliche als Taschenbuch, was vor allem aber den Grund hat, dass ich mich noch mit dem Thema Technik beschäftigen muss … Aber diese Hürde nehme ich auch noch.
Sobald das Buch verfügbar ist, gebe ich Euch hier Bescheid. 🙂