Ziele im Blick behalten

 

Heute gibt es einen kleinen Bonus zum letzten Blog-Artikel. Darin ging es um unsere Ziele für das Jahr 2024. Ich habe dir eine kleine Checkliste an die Hand gegeben, mit deren du deine Ziele festlegen kannst. (Den Artikel und die verlinkte – längere – Podcast-Episode findest du hier.) Heute geht es darum, diese Ziele im Laufe des Jahres im Blick zu behalten. Wir wollen sie visualisieren.

Warum überhaupt?

„Reicht es nicht, die Ziele am Jahresanfang aufzuschreiben?“, fragst du dich vielleicht. Kannst du machen, und damit hast du schon mal einen wichtigen Step gemacht, den viele nicht machen: Du hast sie aufgeschrieben. Viele denken nur über ihre Vorsätze nach und beschließen sie. Das ist nicht sehr konkret, man hat nichts in der Hand, der Vorsatz gerät in Vergessenheit – und das war’s. Wenn du deine Ziele aufschreibst, werden sie gleich viel realer. Du musst sie dadurch in Worte fassen, dir genau überlegen, was du aufschreiben willst – und kommst dir unter Umständen auf die Schliche. „Ich möchte dieses Jahr eine 13-teilige Fantasy-Saga zu je 600 Seiten veröffentlichen“ erscheint gleich viel unrealistischer, als wenn die Idee bloß in deinem Kopf herumwabert, oder? 😉 Also:

Step 1: aufschreiben

Ob du deine Ziele nun in deinen Kalender, dein Tagebuch, auf einen Zettel fürs Portemonnaie oder wo auch immer aufschreibst – deine Sache. Formuliere sie nur möglichst konkret: Was genau möchtest du bis wann geschafft haben?

Wohin damit?

Ich kenne es selbst: Man schreibst seine Ziele irgendwo auf – und dann vergisst man sie im Laufe des Jahres. Vielleicht blättert man durch Zufall noch mal durch den Kalender etc., aber so richtig präsent sind sie nicht. Und am Ende des Jahres wundert man sich, warum man vielleicht viel geschafft hat, aber nicht das, was man sich zu Beginn des Jahres vorgenommen hat. Ging mir früher auch so.

Mein Trick: Ich schreibe meine Ziele nicht nur in meinen Kalender, sondern auch auf eine große Karteikarte, die ich an meine Pinnwand hänge. Hier habe ich sie nicht nur immer im Blick, sondern kann auch wegstreichen bzw. abhaken, wenn ich ein Ziel oder auch Teil-Ziel erreicht habe. So bleiben die Ziele nicht nur insgesamt präsent, sondern ich bekomme auch zwischendurch einen Motivationsschub, weil ich etwas erreicht habe und es von meiner Liste streichen konnte. Ja, ich bin ein Listen- und Abhak-Fan. 😉

Step 2: sichtbar machen

Finde für dich eine Möglichkeit, deine Ziele im Blick zu behalten. Es gibt ganz viele kreative Möglichkeiten, die du ausprobieren und für dich die richtige herausfinden kannst. Ein paar Beispiele, wie du deine Ziele in den Alltag integrieren kannst:

  • als Karteikarte wie bei mir
  • als Hintergrund auf Handy oder Desktop
  • als Teil eines Vision- oder Dreamboards, mit dem du deine Zukunftspläne und Träume visualisierst
  • als Reminder in deinem Kalender, der regelmäßig auf einem Kalenderblatt auftaucht
  • als Post-it an Kühlschrank oder Badezimmer-Spiegel
  • als schön gestaltete Karte, Aufsteller oder Leinwand – vor allem für Ästheten geeignet
  • als Wecker, der dich gelegentlich an ein bestimmtes Ziel erinnert

Check-up

Du kannst dir außerdem Termine in den Kalender schreiben, an denen du deine Ziele überprüfen möchtest. Manche machen so etwas vierteljährlich; ich schaue spätestens nach einem halben Jahr genau hin: Was hat bis jetzt funktioniert, was nicht? Bin ich noch auf Kurs? Hier erfährst du mehr zum Thema Halbjahres-Check.

Unser nächster Schritt lautet also:

Step 3: prüfen

Es kann auch helfen, andere über die eigenen Ziele zu informieren. Ihr könnt euch gegenseitig unterstützen und gelegentlich nachfragen: „Hey, wie sieht’s bei dir aus? Was machen deine Ziele? Brauchst du Unterstützung?“

Wenn du ganz mutig bist, kannst du es auch an die große Glocke hängen und auf Social Media posten. Fühle dich aber nicht schlecht, wenn du das nicht machen möchtest. Man muss damit nicht hausieren gehen. Stilles Kämmerlein ist völlig okay.

Fazit

Wie auch immer du mit deinen Zielen umgehst: Finde eine kreative und zu dir passende Möglichkeit, sie im Blick zu behalten. Was für mich passt, muss nicht für dich passen und umgekehrt. Ausprobieren hilft.

Hier noch mal die 3 Steps:

Step 1: aufschreiben

Step 2: sichtbar machen

Step 3: prüfen

Hast du weitere Tipps? Dann schreibe mir gerne eine E-Mail an kerstin@21ufos.de oder hinterlasse einen Kommentar.

So war mein Jahr 2023! Wie war deines?

Zum Jahresende gibt es von mir eine Podcast-Episode mit einem Rückblick – und Fragen an dich! Hier gibt es sie noch mal als Liste zum Nachlesen und Abhaken. (Erwähnte ich, dass ich Listen liebe? 😉 )

Wie war dein Jahr?

  • Hattest du Ziele?
  • Hast du sie erreicht?
  • Was hat nicht funktioniert?
  • Woran könnte es gelegen haben?
  • Was hat sich überraschenderweise ergeben?
  • Was ist besonders gut gelaufen?
  • Was hat dir besonders viel Spaß gemacht?
  • Was gar keinen?

Deine Planung des Jahres 2024

Folgende Aspekte kannst du berücksichtigen:

  • Welche sind deine langfristigen Ziele? Fixiere sie schriftlich.
  • Habe Mut, etwas aufzugeben, das nicht mehr zu dir oder deiner Strategieplanung passt.
  • Kannst du deine langfristigen Ziele mit den Methoden dieses Jahres erreichen? Sonst ändere sie für das kommende.
  • Lege Ziele für das kommende Jahr fest.
  • Habe dabei Mut zum Experiment. Begib dich auch mal raus aus deiner Komfortzone. Probiere etwas aus.

Schreibe mir an kerstin@21ufos.de eine E-Mail, wenn du Fragen hast.

 

6 Gedanken zur Halbzeit

Was habe ich aus dieser Erfahrung mitgenommen? Was würde ich wiederholen, was anders machen? Welche Tipps leite ich daraus für dich ab? Darum soll es heute gehen.

Das Jahr ist etwas mehr als zur Hälfte rum. Zeit, einmal die eigenen Jahresziele anzuschauen! Ich bin spät dran, vielleicht hast du das schon „erledigt“. Falls nicht, teile ich heute meine Gedanken zum Thema mit dir. Vielleicht sind ein paar nützliche Tipps dabei.

1 Warum überhaupt?

Wer schreibt, braucht eigentlich keinen festen Zeitplan. Eine Idee ist im Kopf, das Notizbuch wird gefüllt, ein Plot erstellt, dann die Seiten getippt, überarbeitet – fertig.

Wenn es doch so einfach wäre! Nach mehreren dutzend Heftromanen und 3 größeren im Selfpublishing veröffentlichten Projekten muss ich jedoch sagen: So ist es für die meisten Autor:innen leider nicht. Auch für mich nicht. Wenn ich keinen Plan habe, fange ich ein Projekt an, arbeite eine Weile daran, habe eine neue Idee, arbeite eine Weile daran, und schwups … sind wir bei 21ufos, meinen 21 unfertigen Objekten! 21 unfertige Texte! Mittlerweile habe ich fast fünf davon abgearbeitet, aber trotzdem: Das kann keine:r wollen. Es muss auch mal was fertig werden.

Eines kann ich dir sagen: Seit ich mir vornehme, was ich bis wann erledigt haben möchte, läuft es deutlich besser. Falls du zu den glücklichen Kreaturen auf Gottes Erdboden gehörst, die auch ohne Zielplanung ihr Goal erreichen – fein. Falls nicht, ist das deine Antwort auf die Frage nach dem Warum: weil es dir hilft, den Text einzutüten. Und dazu braucht es einer gelegentlichen Kontrolle. Sonst verlierst du es womöglich aus den Augen und bist am Ende des Jahres ganz woanders angekommen, als du hinwolltest. (Was dir trotzdem passieren kann, so wie mir in diesem Jahr, doch immerhin sehenden Auges!)

2 Wann am besten?

Bei den Jahreszielen hat sich für mich ungefähr das Halbjahr etabliert. (Ich bin spät dran, und das hat seine Gründe, wie ich weiter unten erläutern werde.) Andere machen es quartalsweise, was sicherlich auch sinnvoll ist, weil man dann schneller nachjustieren kann. Ich bin dafür nur leider zu faul. 😉 Probiere am besten aus, was zu dir passt beziehungsweise wozu du bereit bist.

3 Wie kontrolliere ich meine Ziele?

Idealerweise hast du dir am Jahresanfang ein paar Ziele gesteckt, so wie ich hier. Diese habe ich nicht nur als Blogbeitrag verfasst, sondern auch eine Karteikarte beschriftet, die eine ganze Weile an meiner Pinnwand hing. Dann verschwand sie unter einer transparenten Schreibtischunterlage. Letzte Station: Wiedervorlageordner, Monat: Dezember.

Nicht gut.

Als ich merkte, dass ich den Halbjahrescheck hinauszögerte und dann auf meine Karteikarte stieß, wurde mir klar, dass ich einige meiner Ziele nicht erreicht hatte. Vermutlich war es mir so unangenehm, mir die Fakten anzuschauen, dass ich das Thema inklusive der Karte lieber verdrängte.

Das ist aber keine Lösung. Dass ich einige Ziele schon jetzt verfehlt habe, heißt nicht, dass alles schlecht gelaufen ist. Es heißt auch nicht, dass es jetzt eh egal ist und ich machen kann, was ich will. Oder dass ich das Ruder nicht noch herumreißen kann. Aber ich muss mich auf den Hosenboden setzen und diese f*cking Karte anschauen und die Situation analysieren.

Die Antwort auf Frage 3 ist also: Schreibe dir deine Ziele am Jahresanfang auf, mache die eine Notiz in den Kalender, wann du sie kontrollieren willst – und dann drücke dich nicht davor, auch wenn’s unangenehm ist. Oder etwas später als geplant.

4 Was kontrolliere ich?

Meine Ziele setzen sich meist aus verschiedenen Teilbereichen zusammen, die sich wiederum untergliedern lassen:

Teilbereich I

Zum einen gibt es meine 21ufos, meine offenen Projekte, die ich gerne abschließen möchte. Hier habe ich mir dieses Jahr erstmals fixe Veröffentlichungstermine gesetzt. Ich habe vier Veröffentlichungen angestrebt, eine pro Quartal. Die erste Veröffentlichung hat auch geklappt, nämlich die Neuauflage meines Drehbuchs „Ertrinkende Pflanzen auf Leinwand“. Die zweite sollte im Mai folgen, eine Vertonung eines meiner Projekte als Hörbuch. Das hat schon mal nicht geklappt. Stattdessen erscheint in der kommenden Woche der erste Teil meines ufos #4: Projekt „Koffer“ – fast zweieinhalb Monate später als das Hörbuch geplant war.

Teilbereich II

Außerdem hatte ich Pläne für meinen Podcast 21ufos.de, der mit insgesamt 46 Folgen wöchentlich erscheinen sollte, mit Ausnahme einer Winter- und einer Sommerpause. Fakt ist: Zwischen dem 18. Februar und dem 22. Juli erschien keine einzige Folge.

Teilbereich III

Außerdem wollte ich 12 Blog-Posts verfassen und monatlich meinen Newsletter herausbringen. Der letzte Blog-Post ist vom Februar, beim Newsletter war die Lücke nicht ganz so groß. (Warum beide Sachen in einem Teilbereich stecken? Weil sie beide mit meiner Homepage zu tun haben. Könnte man aber auch separieren.)

Das übergeordnete Ziel hieß dabei für mich also: Kontinuität.

Du siehst: In diesem Schritt geht es bei mir um eine ganz trockene Analyse. „Das habe ich geplant, und das oder jenes ist dabei herausgekommen.“ Ohne Bewertung.

5 Warum hat was nicht funktioniert?

Und JETZT schaue ich mir an, warum was nicht funktioniert hat.

Die Antwort waberte im Grunde schon sehr lange in meinem Gehirn herum und ist auch der Grund, warum ich die Halbjahresreflexion schön auf die lange Bank geschoben habe: Als der Krieg in der Ukraine ausbrach und wir fast gleichzeitig Corona bekamen, wurde ich aus meiner Planung gekickt. Nicht nur zeitlich, sondern auch mental. Der Kriegsausbruch hat mir wirklich den Boden unter den Füßen weggezogen, obwohl ganz kurz vorher meine Drehbuch-Neuauflage herausgekommen war, ich vor Freude taumelte und ich ganz viel Marketing hätte machen müssen. Konnte ich nicht. Wollte ich nicht. Punkt. Corona schlug dann erbarmungslos zu, und tatsächlich hatte ich zwei Monate mit den Folgen zu kämpfen, vielleicht, weil ich schon nicht mehr auf der Höhe und überdies ausgelaugt von drei großen Veröffentlichungen innerhalb kurzer Zeit war.

Mein Wiedereinstieg nach dieser unfreiwilligen Unterbrechung war dann ganz anders als in meiner Zielplanung: Ich nahm mir mein Projekt „Koffer“ vor – eine sehr persönliche, mit vielen autobiographischen Elementen ausgestattete Geschichte, die mir zuvor zu schmerzhaft gewesen war. Jetzt wollte sie geschrieben werden, wollte raus in die Welt! Das Hörbuch war vergessen. Und nun wird der erste Teil dieser Erzählung tatsächlich in Kürze erscheinen.

Um den Podcast und den Blog machte ich weiter einen großen Bogen. Ich wartete auf den richtigen Moment, um auch hier wieder einzusteigen, bis er dann endlich kam.

6 Ein Fazit ziehen

Meine ursprünglichen Ziele kann ich schon jetzt in Teilen für 2022 abschreiben. Das schmerzt mich besonders in puncto Podcast. Ich war wirklich gut dabei.

Beim Hörbuch sieht es etwas anders aus, da ich mich damit tröste, stattdessen ein weiteres meiner ufos, noch dazu ein für mich so wichtiges, rund bekommen zu haben.

Was kann ich aus diesem Halbjahr lernen? Dass ich zum einen auch nur ein Mensch bin: Wenn mich etwas derart angreift wie dieser schreckliche Krieg oder ich krank werde, dann ist das nun mal so. Andere werden vielleicht von anderen Sachen aus der Planung gekickt.  Ich muss mich dafür nicht fertig machen, kann aber natürlich über Strategien für die Zukunft nachdenken. (Dazu muss ich sagen, dass ich ohne die Corona-Erkrankung sicherlich frühzeitig Ursachenforschung betrieben und nach einer Lösung gesucht hätte, sicherlich auch unter Zuhilfenahme eines Coachings, um wieder auf Spur zu kommen. So musste ich erst mal wieder gesund werden und dann Schritt für Schritt auf den alten und doch auch neuen Weg kommen.)

Jetzt muss ich meinen Plan für das zweite Halbjahr anpassen. Mit Glück erscheint einer meiner Texte in einer Anthologie, womit dann ufo#5 raus in der Welt wäre. Außerdem folgt Ende des Jahres Teil 2 von Projekt „Koffer“. Stilberatung und Korrektorat sind gebucht, insofern naht die Deadline für den fertigen Text bereits und übt angenehmen Druck aus. 😉

Mein Fazit: Ich habe nicht aufgegeben! Ich sitze im Sattel, phasenweise nur noch mit einem Fuß, aber immerhin. Hätte ich diesen Halbjahrscheck nicht durchgeführt, wäre in mir das ungute Gefühl, versagt zu haben, vielleicht weiter gewachsen und hätte zunehmend meine Gedanken vergiftet und sich irgendwann auch negativ aufs Schreiben und Veröffentlichen ausgewirkt. So weiß ich: Ja, dieses und jenes ist nicht optimal gelaufen. Aber du musst deswegen nicht in Sack und Asche gehen. Das Jahr wird trotzdem großartig. Go, Kerstin, go! 😀

In diesem Sinne: Go! Pack dir deine Jahresziele und schau sie dir ganz genau an. Wo stehst du? Was hat funktioniert, was nicht? Lerne daraus. Und falls du noch gar keine Ziele für 2022 gemacht hast: Das Jahr hat noch 5 Monate. Setze dir JETZT noch ein paar Ziele – und checke sie am Jahresende.

Holl di munter!

Deine Kerstin