6 Gedanken zur Halbzeit

Was habe ich aus dieser Erfahrung mitgenommen? Was würde ich wiederholen, was anders machen? Welche Tipps leite ich daraus für dich ab? Darum soll es heute gehen.

Das Jahr ist etwas mehr als zur Hälfte rum. Zeit, einmal die eigenen Jahresziele anzuschauen! Ich bin spät dran, vielleicht hast du das schon „erledigt“. Falls nicht, teile ich heute meine Gedanken zum Thema mit dir. Vielleicht sind ein paar nützliche Tipps dabei.

1 Warum überhaupt?

Wer schreibt, braucht eigentlich keinen festen Zeitplan. Eine Idee ist im Kopf, das Notizbuch wird gefüllt, ein Plot erstellt, dann die Seiten getippt, überarbeitet – fertig.

Wenn es doch so einfach wäre! Nach mehreren dutzend Heftromanen und 3 größeren im Selfpublishing veröffentlichten Projekten muss ich jedoch sagen: So ist es für die meisten Autor:innen leider nicht. Auch für mich nicht. Wenn ich keinen Plan habe, fange ich ein Projekt an, arbeite eine Weile daran, habe eine neue Idee, arbeite eine Weile daran, und schwups … sind wir bei 21ufos, meinen 21 unfertigen Objekten! 21 unfertige Texte! Mittlerweile habe ich fast fünf davon abgearbeitet, aber trotzdem: Das kann keine:r wollen. Es muss auch mal was fertig werden.

Eines kann ich dir sagen: Seit ich mir vornehme, was ich bis wann erledigt haben möchte, läuft es deutlich besser. Falls du zu den glücklichen Kreaturen auf Gottes Erdboden gehörst, die auch ohne Zielplanung ihr Goal erreichen – fein. Falls nicht, ist das deine Antwort auf die Frage nach dem Warum: weil es dir hilft, den Text einzutüten. Und dazu braucht es einer gelegentlichen Kontrolle. Sonst verlierst du es womöglich aus den Augen und bist am Ende des Jahres ganz woanders angekommen, als du hinwolltest. (Was dir trotzdem passieren kann, so wie mir in diesem Jahr, doch immerhin sehenden Auges!)

2 Wann am besten?

Bei den Jahreszielen hat sich für mich ungefähr das Halbjahr etabliert. (Ich bin spät dran, und das hat seine Gründe, wie ich weiter unten erläutern werde.) Andere machen es quartalsweise, was sicherlich auch sinnvoll ist, weil man dann schneller nachjustieren kann. Ich bin dafür nur leider zu faul. 😉 Probiere am besten aus, was zu dir passt beziehungsweise wozu du bereit bist.

3 Wie kontrolliere ich meine Ziele?

Idealerweise hast du dir am Jahresanfang ein paar Ziele gesteckt, so wie ich hier. Diese habe ich nicht nur als Blogbeitrag verfasst, sondern auch eine Karteikarte beschriftet, die eine ganze Weile an meiner Pinnwand hing. Dann verschwand sie unter einer transparenten Schreibtischunterlage. Letzte Station: Wiedervorlageordner, Monat: Dezember.

Nicht gut.

Als ich merkte, dass ich den Halbjahrescheck hinauszögerte und dann auf meine Karteikarte stieß, wurde mir klar, dass ich einige meiner Ziele nicht erreicht hatte. Vermutlich war es mir so unangenehm, mir die Fakten anzuschauen, dass ich das Thema inklusive der Karte lieber verdrängte.

Das ist aber keine Lösung. Dass ich einige Ziele schon jetzt verfehlt habe, heißt nicht, dass alles schlecht gelaufen ist. Es heißt auch nicht, dass es jetzt eh egal ist und ich machen kann, was ich will. Oder dass ich das Ruder nicht noch herumreißen kann. Aber ich muss mich auf den Hosenboden setzen und diese f*cking Karte anschauen und die Situation analysieren.

Die Antwort auf Frage 3 ist also: Schreibe dir deine Ziele am Jahresanfang auf, mache die eine Notiz in den Kalender, wann du sie kontrollieren willst – und dann drücke dich nicht davor, auch wenn’s unangenehm ist. Oder etwas später als geplant.

4 Was kontrolliere ich?

Meine Ziele setzen sich meist aus verschiedenen Teilbereichen zusammen, die sich wiederum untergliedern lassen:

Teilbereich I

Zum einen gibt es meine 21ufos, meine offenen Projekte, die ich gerne abschließen möchte. Hier habe ich mir dieses Jahr erstmals fixe Veröffentlichungstermine gesetzt. Ich habe vier Veröffentlichungen angestrebt, eine pro Quartal. Die erste Veröffentlichung hat auch geklappt, nämlich die Neuauflage meines Drehbuchs „Ertrinkende Pflanzen auf Leinwand“. Die zweite sollte im Mai folgen, eine Vertonung eines meiner Projekte als Hörbuch. Das hat schon mal nicht geklappt. Stattdessen erscheint in der kommenden Woche der erste Teil meines ufos #4: Projekt „Koffer“ – fast zweieinhalb Monate später als das Hörbuch geplant war.

Teilbereich II

Außerdem hatte ich Pläne für meinen Podcast 21ufos.de, der mit insgesamt 46 Folgen wöchentlich erscheinen sollte, mit Ausnahme einer Winter- und einer Sommerpause. Fakt ist: Zwischen dem 18. Februar und dem 22. Juli erschien keine einzige Folge.

Teilbereich III

Außerdem wollte ich 12 Blog-Posts verfassen und monatlich meinen Newsletter herausbringen. Der letzte Blog-Post ist vom Februar, beim Newsletter war die Lücke nicht ganz so groß. (Warum beide Sachen in einem Teilbereich stecken? Weil sie beide mit meiner Homepage zu tun haben. Könnte man aber auch separieren.)

Das übergeordnete Ziel hieß dabei für mich also: Kontinuität.

Du siehst: In diesem Schritt geht es bei mir um eine ganz trockene Analyse. „Das habe ich geplant, und das oder jenes ist dabei herausgekommen.“ Ohne Bewertung.

5 Warum hat was nicht funktioniert?

Und JETZT schaue ich mir an, warum was nicht funktioniert hat.

Die Antwort waberte im Grunde schon sehr lange in meinem Gehirn herum und ist auch der Grund, warum ich die Halbjahresreflexion schön auf die lange Bank geschoben habe: Als der Krieg in der Ukraine ausbrach und wir fast gleichzeitig Corona bekamen, wurde ich aus meiner Planung gekickt. Nicht nur zeitlich, sondern auch mental. Der Kriegsausbruch hat mir wirklich den Boden unter den Füßen weggezogen, obwohl ganz kurz vorher meine Drehbuch-Neuauflage herausgekommen war, ich vor Freude taumelte und ich ganz viel Marketing hätte machen müssen. Konnte ich nicht. Wollte ich nicht. Punkt. Corona schlug dann erbarmungslos zu, und tatsächlich hatte ich zwei Monate mit den Folgen zu kämpfen, vielleicht, weil ich schon nicht mehr auf der Höhe und überdies ausgelaugt von drei großen Veröffentlichungen innerhalb kurzer Zeit war.

Mein Wiedereinstieg nach dieser unfreiwilligen Unterbrechung war dann ganz anders als in meiner Zielplanung: Ich nahm mir mein Projekt „Koffer“ vor – eine sehr persönliche, mit vielen autobiographischen Elementen ausgestattete Geschichte, die mir zuvor zu schmerzhaft gewesen war. Jetzt wollte sie geschrieben werden, wollte raus in die Welt! Das Hörbuch war vergessen. Und nun wird der erste Teil dieser Erzählung tatsächlich in Kürze erscheinen.

Um den Podcast und den Blog machte ich weiter einen großen Bogen. Ich wartete auf den richtigen Moment, um auch hier wieder einzusteigen, bis er dann endlich kam.

6 Ein Fazit ziehen

Meine ursprünglichen Ziele kann ich schon jetzt in Teilen für 2022 abschreiben. Das schmerzt mich besonders in puncto Podcast. Ich war wirklich gut dabei.

Beim Hörbuch sieht es etwas anders aus, da ich mich damit tröste, stattdessen ein weiteres meiner ufos, noch dazu ein für mich so wichtiges, rund bekommen zu haben.

Was kann ich aus diesem Halbjahr lernen? Dass ich zum einen auch nur ein Mensch bin: Wenn mich etwas derart angreift wie dieser schreckliche Krieg oder ich krank werde, dann ist das nun mal so. Andere werden vielleicht von anderen Sachen aus der Planung gekickt.  Ich muss mich dafür nicht fertig machen, kann aber natürlich über Strategien für die Zukunft nachdenken. (Dazu muss ich sagen, dass ich ohne die Corona-Erkrankung sicherlich frühzeitig Ursachenforschung betrieben und nach einer Lösung gesucht hätte, sicherlich auch unter Zuhilfenahme eines Coachings, um wieder auf Spur zu kommen. So musste ich erst mal wieder gesund werden und dann Schritt für Schritt auf den alten und doch auch neuen Weg kommen.)

Jetzt muss ich meinen Plan für das zweite Halbjahr anpassen. Mit Glück erscheint einer meiner Texte in einer Anthologie, womit dann ufo#5 raus in der Welt wäre. Außerdem folgt Ende des Jahres Teil 2 von Projekt „Koffer“. Stilberatung und Korrektorat sind gebucht, insofern naht die Deadline für den fertigen Text bereits und übt angenehmen Druck aus. 😉

Mein Fazit: Ich habe nicht aufgegeben! Ich sitze im Sattel, phasenweise nur noch mit einem Fuß, aber immerhin. Hätte ich diesen Halbjahrscheck nicht durchgeführt, wäre in mir das ungute Gefühl, versagt zu haben, vielleicht weiter gewachsen und hätte zunehmend meine Gedanken vergiftet und sich irgendwann auch negativ aufs Schreiben und Veröffentlichen ausgewirkt. So weiß ich: Ja, dieses und jenes ist nicht optimal gelaufen. Aber du musst deswegen nicht in Sack und Asche gehen. Das Jahr wird trotzdem großartig. Go, Kerstin, go! 😀

In diesem Sinne: Go! Pack dir deine Jahresziele und schau sie dir ganz genau an. Wo stehst du? Was hat funktioniert, was nicht? Lerne daraus. Und falls du noch gar keine Ziele für 2022 gemacht hast: Das Jahr hat noch 5 Monate. Setze dir JETZT noch ein paar Ziele – und checke sie am Jahresende.

Holl di munter!

Deine Kerstin

Ein Drehbuch zum Lesen?

Heute ist die Neuauflage meines Drehbuchs ERTRINKENDE PFLANZEN AUF LEINWAND erschienen. Juchu! Das Taschenbuch ist ab sofort erhältlich, das E-Book folgt in wenigen Wochen.

Ein Drehbuch? Möchte ich zum Film? Jein. Natürlich laufe ich nicht weg, wenn mir jemand den Stoff abkauft, um daraus einen Film zu machen … ? Tatsächlich richtet sich diese Geschichte aber an meine Leser:innen!

2007 entstand die erste Fassung, die ich 2019 erstmals im Selfpublishing herausgebracht habe. Nun hat der Text noch einmal eine komplette Überarbeitung erfahren inklusive Stilberatung und Korrektorat. Obendrauf gab’s noch ein schönes Cover, das zur Story passt, die doch einen klaren Hang zum Krimi hat.

ERTRINKENDE PFLANZEN AUF LEINWAND war die zweite längere Geschichte, die ich abschließen konnte. Ich habe mich beim Schreiben der Drehbuch-Form bedient, denn: dabei kann man sehr viel lernen! Es gibt formale und inhaltliche Anforderungen und Normen, die dabei helfen, die richtigen Fragen zu stellen und Antworten zu liefern: Wie wird eine Geschichte geplant und aufgebaut? Welche Figuren brauche ich? Wie funktioniert das mit der Perspektive? Wie schreibe ich die Dialoge? Wann kommt was? Und und und …

Dabei hat mir der Rückgriff auf entsprechende Literatur zum Drehbuch schreiben geholfen. So konnte ich mich an einem Gerüst „entlanghangeln“ und eine schöne und runde Geschichte erschaffen. Für mich ein gelungenes literarisches Experiment!

Anfangs dachte ich, dass ich die Story gerne als abendfüllenden Spielfilm umsetzen und entsprechend anbieten würde, habe dann aber Abstand davon genommen. Es ist stattdessen ein lesbarer Text für Leser:innen geworden, die nicht in der Filmbranche tätig sind, und gerne mal ein Experiment wagen wollen – oder sowieso schon gerne Theaterstücke lesen. Dafür bin ich Kompromisse eingegangen, zum Beispiel beim Format: Die PFLANZEN erscheint als ganz normales Taschenbuch, nicht in DIN A4, wie es für ein zweckbestimmtes Drehbuch der Fall wäre.

Ertrinkende Pflanzen auf Leinwand

Nele ist eine aufstrebende Journalistin an einer Lokalzeitung. Als ihr Bruder bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt wird, muss sie all ihr Können und Wissen einsetzen, um den Täter zu finden. Bei ihrer Recherche begegnet Nele ein attraktiver Künstler, um dessen Familie sich ein dunkles Geheimnis zu ranken scheint. Nele steigert sich immer weiter in die Suche hinein und setzt alles aufs Spiel, wofür sie so hart gearbeitet hat. Dies könnte sie nicht nur ihren Job kosten …

Eine spannende Geschichte aus Ostfriesland in Drehbuch-Form

 

 

Ein Rückblick mit Lerneffekt

Diesen Beitrag gibt es auch als Podcast-Episode

Dieses Jahr war für uns alle, wie auch das Vorjahr, ein besonderes: geprägt von einer Pandemie mit allen damit verbundenen Einschränkungen, mussten wir unseren Alltag unter wechselnden Bedingungen gestalten und immer wieder schwierige Entscheidungen treffen.

Für die Menschen, die Kindern haben, so wie mich, kam hinzu, dass wir in dieser neuen Normalität natürlich unseren Kleinen ein gesundes Aufwachsen mit allen Anregungen ermöglichen wollten, die sie benötigen. Gleichzeitig standen viele Angebote nicht zur Verfügung, wie für uns aktuell eine Betreuungsmöglichkeit für die Jüngste, sportliche Aktivitäten im Verein oder größere Feiern, die gerade für Jugendliche wichtig sind.

Doch trotz allen Verzichts möchte ich behaupten, dass wir als Familie bislang gut durch diese Zeit gekommen sind. Alle sind körperlich und psychisch stabil und gestalten ihre Zeit mit dem, was möglich ist. Für mich persönlich spielte die Fokussierung auf das Schreiben dabei einen nicht unerheblichen Anteil. Daher möchte ich in diesem Rückblick nicht ausschließlich auf harte Fakten eingehen, sondern gleichzeitig einen Bogen zu deinem eigenen kreativen Schreiben schlagen, denn vielleicht lassen sich ein paar Dinge aus meinen Erfahrungen ableiten, die auch dir nützen könnten. 

Das Jahr begann mit Zielen

Anfang des Jahres war unsere Jüngste sieben Monate alt und ich beschloss, ernsthaft an den Schreibtisch zurückzukehren. Zunächst hatte ich einen sehr überschaubaren Zeitrahmen von zehn Wochenstunden angepeilt, der sich jedoch im Laufe des Jahres auf dreißig Stunden (und mehr rund um die Messen und Veröffentlichungen) ausdehnte. Dies hat mich ohne Frage phasenweise gestresst und ich musste mich immer wieder neu sortieren, manches streichen, das ich geplant hatte, und auch im Haushalt alle Fünfe gerade sein lassen. Doch meine Ziele ließen sich anders nicht erreichen. Diese waren:

  • Ich schreibe einen historischen Roman.
  • Ich arbeite an meinen 21ufos.
  • Ich baue mir einen Instagram-Kanal auf.

Meine Ziele begleiteten mich, schriftlich fixiert auf einer Karteikarte, durch das ganze Jahr, denn diese Karte hing mahnend und motivierend über mir an der Pinnwand.

Ziele verfolgen – und erreichen

Tatsächlich kann ich nun am Jahresende verkünden: Alle drei Punkte habe ich geschafft!

  • Den historischen Roman mit dem Arbeitstitel „IDA“ begann ich im Rahmen eines Kurses und meiner Mitgliedschaft im Bookerflyclub, einer Autorencommunity. Zeitlich hatte ich mich ordentlich verschätzt und musste meine Deadline, die eigentlich im Sommer lag, weit nach hinten verschieben, konnte die Rohfassung im NaNoWriMo allerdings abschließen.

    Zur Belohnung übernahm ich endlich die lang ersehnte Tierpatenschaft eines Orang-Utans bei BOS Deutschland e.V. Diese Aussicht hat mich das ganze Jahr über motiviert, nicht aufzugeben, und nun freue ich mich, Bumi ins Erwachsenenleben begleiten zu können.

    Der historische Roman liegt nun erst einmal und geht wie ein guter Brotteig. 🙂 Mal schauen, wie es nächstes Jahr damit weitergeht.

  • Meine 21ufos habe ich fleißig bearbeitet: „Der Sturm brachte ihren Retter“ ist in einer professionellen Neuauflage erschienen. Etwa zeitglich erschien mein queerer Liebesroman „Tasche mit Herz“, ein echtes Herzensprojekt. (unbezahlte Werbung: Ohne Sandra Andrés von Autorenträume wäre ich dieses Jahr vermutlich nicht damit fertig geworden, denn sie hat mich durch den Veröffentlichungsdschungel begleitet. Danke an dieser Stelle! Auch mein Drehbuch habe ich noch einmal angefasst und nun in Sandras Hände gegeben. Im Februar soll es neu erscheinen.)

    Meine 21ufos haben aber auch durch eine andere Entscheidung ordentlich Auftrieb bekommen, nämlich indem ich endlich den Mut gefasst und etwas in die Tat umgesetzt habe, von dem ich lange nur geträumt habe: ein eigener Podcast. Dieser ist auf mittlerweile 22 Folgen angewachsen und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Hier geht’s zu einer Übersicht.

  • Instagram war anfangs ein Buch mit sieben Sigeln für mich. Ich kam dort an und wusste nicht einmal, was ein Hashtag ist. Wirklich! Also belegte ich zwei Kurse, einen Grundlagenkurs und einen vierwöchigen Kurs in einer kleinen Gruppe. Ohne diese Kurse hätte ich es vielleicht auch geschafft, Instagram irgendwann in den Griff zu bekommen, allerdings sicherlich nicht so schnell – und vor allem nicht mit so viel Spaß. Mittlerweile beherrsche ich die Klaviatur recht gut und freue mich über den wertvollen Austausch in einer tollen Buch-Community. Hier geht es zu meinem Kanal.

    Ich habe mich in diesem Rahmen vieles getraut: zu posten, Stories zu machen, Fotos von mir zu zeigen, kurze Videos, dann längere Videos – und im Rahmen der Onlinebuchmesse bin ich sogar mit lieben Kolleg*innen live gegangen.

Diese gesamte Entwicklung hätte ich mir Anfang des Jahres nicht träumen lassen. Ja, ich war auf dem Weg, hatte mich aufgemacht, meine 21ufos fertigzustellen. Doch niemals hätte ich mit der Dynamik gerechnet, die 2021 für mich bereithielt – und das trotz enormer familiärer, persönlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen.

Doch was ist der Grund? Warum ist genau in diesem Jahr der berühmte Knoten geplatzt? Für mich war der Dreh- und Angelpunkt tatsächlich das Netzwerken und der direkte Austausch mit anderen Schreibenden.

Jegliche Hürde, die mir in der Vergangenheit unüberwindbar schien, nahm ich in der Interaktion; jedes Problem, über dessen Lösung ich eine gefühlte Ewigkeit gebrütet hatte, löste sich im Diskurs. Ich ließ mich motivieren und inspirieren und gab dies gleichermaßen zurück. Für mich war dieser Austausch enorm wichtig, zum einen für meine kreative Arbeit, zum anderen, um in dieser Pandemie nicht lala zu werden und etwas zu haben, das mich psychisch verankerte und fokussierte. Die Arbeit an meinen Texten hatte nichts mit meiner Familie zu tun, nichts mit Corona – sondern nur mit mir und meinen Gedanken. Es war in diesem Jahr meine Insel, wie schon so oft im Leben, nur auf die Spitze getrieben. 

Tipps für die Jahresplanung

Welche Hinweise gibt mir – und dir – mein Rückblick auf dieses Jahr nun? Was lässt sich auf die Planung fürs kommende Jahr übertragen? Ich habe folgende Punkte ausgemacht:

  • Es ist vorteilhaft, Ziele schriftlich zu fixieren. So kannst du sie motivierend nutzen und am Jahresende überprüfen. Sie helfen dir, dich immer wieder zu fokussieren. So wird es leichter, zu produzieren – und schwieriger, Ausreden zu finden. 😉

  • Knüpfe die Ziele gegebenenfalls an Belohnungen, so wie ich mit der Tierpatenschaft. Damit kannst du dich auch in schlechten Phasen motivieren, nicht aufzugeben, denn du willst ja die Belohnung haben.

  • Bleib flexibel! Manches stellt sich vielleicht aktuell als unerreichbar heraus, doch das ist kein Beinbruch. Vielleicht lässt sich doch noch etwas Gutes aus der Sache machen. Anderes ergibt sich möglicherweise beim Gehen und du bist gezwungen, einen anderen Text zurückzustellen, um eine Chance zu ergreifen – dann nur zu! Deine Pläne sind nicht in Stein gemeißelt und du kannst sie jederzeit anpassen. Das hat mit Wankelmütigkeit nichts zu tun.

  • Gehe realistisch an dein Zeitbudget heran. Ich habe Anfang des Jahres versucht, erst mal kleine Brötchen zu backen, und mich dann nach und nach gesteigert. So konnte ich hilfreiche Routinen im Alltag verankern. Vielleicht ist dein Zeitbudget auch nicht immer gleich. Mir hat dann der Rückgriff auf diese Routinen geholfen, um am Ball zu bleiben, denn ich wusste irgendwann, wo sich auf jeden Fall Zeitfenster ergeben und wo sie optional sind.

  • Suche dir Hilfe, wenn du immer wieder an den gleichen Punkten scheiterst. Ich habe Zeit und Geld in meine Weiterbildung investiert, Coachings absolviert, Kurse belegt und so weiter, um bestimmte „Probleme“ ein für alle Mal in den Griff zu bekommen. Das hat mich enorm gepusht und gleichzeitig motiviert.

  • Und zum Schluss noch einmal DER entscheidende Faktor: die Zusammenarbeit und der Austausch mit vielen lieben Kolleg*innen. Ich bin sehr dankbar für die wunderbaren Menschen, denen ich dieses Jahr in der realen und der virtuellen Welt begegnet bin, und wünsche dir eine ebensolche Erfahrung. 

Sind dir in meinem kleinen Jahresbericht noch weitere Punkte aufgefallen, die sich in eine Planung für das kommende Jahr übertragen ließen? Dann schreib mit gerne einen Kommentar.

Holl di munter!

Deine Kerstin

Mein Umgang mit Rezensionen

Mein heutiger Beitrag beschäftigt sich mit dem Thema Rezensionen, aber ich möchte es auf den Begriff „Feedback“ ausweiten, denn das ist es, um was es mir bei Rezensionen und allen anderen Äußerungen zu meinen Texten nämlich wirklich geht: eine Rückmeldung.

Feedback vs. Verkauf

Natürlich wissen wir alle, wie wichtig Rezensionen für Buchverkäufe sind, und ich will das auch gar nicht klein reden. Wir brauchen Rezensionen, um sichtbar zu werden, am besten schon mit Erscheinen des Buches. Ist das Buch sichtbar, wird es mehr Menschen präsentiert, die es dann möglicherweise kaufen.

Aber: Für meine Arbeit viel wichtiger ist der Inhalt einer Rezension oder einer Rückmeldung, auf welchem Wege auch immer sie mich erreicht, sei es als Leserbrief, als kritischer Kommentar des Dozenten in der universitären Hausarbeit oder als Anruf aus dem Lektorat. Fakt ist: Alles, was über das Niveau von „Find ich doof“ hinausgeht, hilft mir, bessere Texte zu schreiben. Wie oft habe ich schon Ein-Sterne-Rezensionen gelesen, bloß weil ein Produkt zu lange auf dem Weg zum Kunden war. So etwas ist vollkommen überflüssig und mir zum Glück bislang erspart geblieben.

Das Gold freilegen

Ich habe aber durchaus schon mit unzufriedenen Leser*innen zu tun gehabt. Wenn diese Leser*in mir aber sagen kann, was genau gestört hat, kann ich auf Spurensuche gehen: Wie sieht es mit dem Spannungsaufbau aus? Wie mit der Figurenentwicklung? Ich kann damit arbeiten. Dann handelt es sich vielleicht um eine negative Anmerkung, aber eben um eine, die mich weiterbringt, und damit ist sie wertvoll – wenn auch nicht förderlich für den Verkauf. In dem Fall würde ich mir eher ein persönliches Feedback wünschen, doch dies ist natürlich jede*r Leser*in selbst überlassen.

Zugegebenermaßen fiel es mir nicht immer leicht, das so zu sehen. In jüngeren Jahren haben mich negative Rückmeldungen sogar ordentlich aus dem Tritt gebracht. Heute nicht mehr. Ich bin mittlerweile in der Lage, das Gold darin freizulegen. Und manchmal bin ich sogar zu dem Schluss gekommen, dass der oder die Feedback-Geber*in tatsächlich falsch liegt. Oder vielleicht gar nicht meiner Zielgruppe entspricht und deshalb eine vollkommen andere Erwartungshaltung an den Text hat als die Frau, für die ich das Buch geschrieben habe. Ein Teil meiner Liebesromane richtet sich an Frauen ab 60. Sie müssen keinem Menschen Anfang 20 gefallen. In die Diskussion würde ich trotzdem nicht gehen. Damit verschwende ich keine Energie. Die nutze ich lieber, um das nächste beste Buch, das mir möglich ist, für meine Zielgruppe zu schreiben.

Hast du schon einmal eine Rezension geschrieben? Fiel es dir leicht oder schwer? Schreibe mir gerne an: kerstin@21ufos.de

Holl di munter

deine Kerstin

21ufos – Der Stand der Dinge #4

Das gibt’s ja nicht, wir haben schon wieder Januar! Vor einem Jahr habe ich den letzten Stand-der-Dinge-Post veröffentlicht. Zeit für ein Update, oder? Tatsächlich bin ich in den vergangenen Monaten nicht zum Bloggen gekommen. Aber nun ist die Jüngste „schon“ sieben Monate alt, und die Großen werden immer eigenständiger, sogar beim Homeschooling in Corona-Zeiten. So habe ich wieder die Möglichkeit, für ein paar Stunden in der Woche an den Schreibtisch zurückzukehren. Juchu!

Wie bin ich mit meinen 21ufos vorangekommen?

Einen längeren Text habe ich an eine weitere Testleserin gegeben – die ihn leider ziemlich auseinandergenommen hat. Oder besser gesagt: zum Glück auseinandergenommen hat. Da muss ich noch mal ganz grundsätzlich ran. Erst einmal lasse ich ihn aber liegen und denke über ihre Anregungen nach.

Eine Erzählung ist in der Rohfassung fertig. Hier hakt es für mich aber an verschiedenen Punkten inklusive der Message. Ja, ich weiß, darüber sollte man sich vorher Gedanken machen… In diesem Fall war es aber so, dass sich die Geschichte eben so entwickelt hat. Da es sich insgesamt eher um „therapeutisches Schreiben“ handelt, ist sowieso die Frage, ob sie jemals veröffentlicht wird, oder ich sie für mich geschrieben habe und sie niemals jemand zu Gesicht bekommen wird – was völlig in Ordnung ist. Auch diese Geschichte liegt jetzt erst mal und „reift“.

Alles auf Prüfstand

Da ich kaum Zeit hatte, um richtig an neuen Texten zu arbeiten, habe ich mir stattdessen nacheinander alle meine 21ufos vorgenommen und auf ihr Potential hin geprüft. Ich habe mir folgende Fragen gestellt:

  • Löst die Idee, die ich möglicherweise vor vielen Jahren schon hatte, noch etwas in mir aus?
  • Möchte ich noch darüber schreiben? Oder bin ich darüber hinweg?
  • Bin ich im richtigen Alter für diese Geschichte? (Tatsächlich habe ich einige auf ein späteres Lebensalter verschoben, weil ich nicht authentisch schreiben könnte, ohne selbst das entsprechende Alter durchlebt zu haben.)
  • Möchte ich die Geschichte nur für mich schreiben oder veröffentlichen? 
  • Wenn ich sie veröffentlichen möchte: Ist die Geschichte vermarktbar? (Ja, auch das ist ein Kriterium. Und entscheidet letztlich darüber, wie viel Geld ich in die Hand zu nehmen bereit bin. Muss ja wieder reinkommen.)
  • Eignet sich die Idee zur Buch-Reihe?
  • Und schlussendlich: Passt die Geschichte gerade in mein Leben? Oder würde sie mich so gefangen nehmen und emotional fesseln, dass es negative Auswirkungen auf mich und/oder das Familienleben hätte? (Ein wichtiger Punkt. So etwas vertage ich nämlich auch auf später. Oder lege es komplett ad acta.)

Über sich selbst nachdenken kann ebenfalls helfen

Nachdem ich alle 21ufos derart beleuchtet habe und mir zusätzlich die Zeit genommen habe, meinen eigenen persönlichen und beruflichen Werdegang zu reflektieren, habe ich die Entscheidung getroffen, mich nun endlich dem Genre zu stellen, für das ich durch mein abgeschlossenes Studium an der Uni Bonn das nötige Fachwissen habe und für das mein Herz seit vielen Jahren schlägt: dem historischen (Liebes-)Roman. Bislang habe ich mich gescheut, dem Impuls nachzugeben, weil ich ein Recherche-Junkie bin und mich vermutlich erst einmal in der Fachliteratur verlieren werde… Aber egal: Ich gehe das jetzt an. Und ich freue mich darauf!

Wie ist es dir in den letzten Monaten ergangen? An welchen Texten arbeitest du? Liegt dir ein Genre besonders am Herzen? Ich freue mich über einen Kommentar von dir!

Holl di munter!

Deine Kerstin