Ein Kinderbuch schreiben (1)

(enthält Werbung)

Kürzlich habe ich mein erstes Kinderbuch veröffentlicht: „Wimpel und die rote Koralle“. Es ist zunächst als E-Book exklusiv bei Amazon erschienen, im Herbst folgt die Print-Version. Heute möchte ich ein paar Learnings aus diesem durchaus fordernden Prozess teilen. (Teil 2 dieses Artikels folgt dann nach der Print-Veröffentlichung.)

(Cover: Kathrin Bax-Kowitz)

Einfach ist was anderes

Auf meiner langen Liste an Texten, die ich veröffentlichen möchte – meinen 21ufos – stand auch ein Kinderbuch. Ich würde nicht sagen, dass ich blauäugig an die Sache herangegangen bin, sondern hatte Respekt vor der Aufgabe, für Kinder zu schreiben. Ich war mir der Verantwortung bewusst. Wie schwierig es tatsächlich sein würde, ein Kinderbuch zu schreiben, hat mich dann jedoch überrascht, und auch die Veröffentlichung verzögert. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig – oder lasse es bleiben. Insofern war mein Anspruch an mich, hier wirklich eine optimale Arbeit abzuliefern, mit der ich auch Pädagogen in Kita und Schule begeistern kann.

Ich weiß, wie zielgruppenorientiertes Schreiben funktioniert, und habe viel Erfahrung. Meine Zielgruppe (5-8 Jahre) hat jedoch nicht nur inhaltlich spezielle Ansprüche, sondern auch hinsichtlich Textaufbau und -struktur und natürlich sprachlich. Ich musste jedes Wort auf die Goldwaage legen. Ja, das gilt natürlich für jeden Text. Aber hier wurde tatsächlich JEDES Wort sowohl durch mich als auch durch meine Lektorin, eine Grundschulpädagogin, genau geprüft, denn das Buch ist nicht nur zum Vorlesen gedacht, sondern richtet sich auch an Erstleser. Diese lernen gerade erst das Entschlüsseln von Wörtern und Sätzen, und auch wenn mein Text komplexe Sachverhalte wie den Schutz von Ökosystemen beinhaltet, muss ich sprachlich natürlich auf einer Ebene schreiben, die für diese Altersgruppe zu erfassen ist.

Das war manches mal ein Drahtseilakt, bei dem ich allerdings auch sehr viel gelernt habe. Insofern hat es sich nicht nur für dieses eine Buch gelohnt, sondern nachhaltig. Dieses Experiment hat meine Jahresplanung gehörig durcheinandergewirbelt, aber das kenne ich ja schon und nehme es einfach hin. Das war es wert!

Experimente funktionieren auch hier

Apropos Experimente: Ein Kinderbuch stand auf meiner Liste. Der Plan war jedoch, wie üblich eine Geschichte zu entwickeln, zu schreiben und parallel Dienstleister für Cover, Lektorat etc. zu beauftragen. Hier lief es nun ganz anders, denn zuerst war tatsächlich das Cover da. Eines Tages stolperte ich auf Instagram über einen Post von Kathrin Bax-Kowitz mit einem phantastischen Cover – und habe es einfach gekauft. Ich MUSSTE es einfach haben. 😀

Erst danach entwickelte ich eine Geschichte, die zum Cover passte, und band hier auch meinen Sohn ein, der mir wichtige Impulse lieferte. Nach und nach entfaltete sich für mich die Geschichte rund um Wimpel und seine Freunde, die im Roten Meer leben und herausfinden wollen, ob die Koralle ein Tier ist. Abenteuer dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Ihr wisst ja, dass ich experimentell arbeite und meist selbst anfangs nicht weiß, was am Ende für ein Text herauskommt. Dies war allerdings sogar für mich speziell. Ich bin froh, dass das Experiment geglückt ist und die Geschichte bei meiner Zielgruppe gut ankommt. Richtig los geht es dann mit dem Print im Herbst, und ich hoffe, dann in Schulen und Kindergärten in viele gebannte Kinderaugen schauen zu können. 🙂

Buchsatz ist nicht gleich Buchsatz

Meine Bücher lasse ich fast immer professionell setzen. Eine Ausnahme war mein Drehbuch „Ertrinkende Pflanzen auf Leinwand“, weil ich da so spezielle Vorstellungen hatte, dass ich sie keinem Setzer zumuten wollte, und würde auch sagen, dass ich diese Herausforderung gut gemeistert habe. 😉 Wimpel habe ich dann aber wieder vertrauensvoll in die Hände der Agentur Autorenträume gelegt. Und ich muss schon sagen: Ein Kinderbuch mit Illustrationen zu setzen, ist komplex. Es galt nicht nur, die Illustrationen einzufügen, sondern auch die Schriftart ästhetisch ansprechend und gleichzeitig für Erstleser gut lesbar auszuwählen.

Kommunikation ist alles

Noch mal zu den Illustrationen: Auch diese hat Kathrin Bax-Kowitz wunderbar gestaltet. Zum Prozess kann ich nur sagen: Hier sollte man sich nicht am Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ orientieren, denn wer kommuniziert, ist klar im Vorteil. Es muss so viel abgestimmt werden, dass es ohne nicht geht, und das fängt bei der Gestaltung der Helden an und hört definitiv nicht bei der Reihenfolge der Bilder auf. Die Print-Ausgabe wird noch einmal eine Herausforderung, und da wird es dann wohl ein Buchsatz-Meeting mit allen Beteiligten geben. Da die Kommunikation aber sowohl mit Kathrin als auch mit Sandra super geklappt hat, bin ich sehr zuversichtlich auch für die kommende Print-Ausgabe. Ich freue mich drauf!  

Weitere Learnings gibt es dann nach dem Release im Herbst im 2. Teil von „Ein Kinderbuch schreiben“.

Hast du Fragen oder Anregungen? Dann schreib mir gerne an kerstin@21ufos.de oder hinterlasse hier einen Kommentar.

Holl di munter

deine Kerstin

Auf Reisen schreiben

Ostern steht vor der Tür, und viele von euch werden die Ferien oder Feiertage nutzen, um unterwegs zu sein. Auch bei uns stehen ein paar Verwandtenversuche auf dem Programm. Früher hat mir das immer etwas Magenschmerzen verursacht, weil ich eine kreative Durststrecke befürchtete. Wenige Tage genügten mir schon, um mich aus meinem aktuellen Projekt hinaus zu katapultieren. Zum Glück habe ich Techniken entwickelt, die immer und überall dafür sorgen, dass ich am Ball bleibe. Vielleicht ist auch etwas für dich dabei?

Mein aktuelles Autorenfoto für Kinderbuchprojekte, aufgenommen im Emden-Urlaub von meinem Mann. 🙂

Schreiben müssen – egal wie

Wenn einer Autorin die Deadline im Nacken sitzt und dann eine Reise ansteht, ob geplant oder ungeplant, gewollt oder nicht, kann das schon mal zu einem erhöhten Puls führen. Der Text muss fertig werden, komme, was wolle. So habe ich es in meiner Heftroman-Zeit oft genug erlebt. Ich habe überall geschrieben: bei meinen Eltern am Schreibtisch, bei Schwiegereltern am Esstisch, im Gästezimmer, in einem Apartment auf Teneriffa, im Zug und sogar im Auto, als ich nach einem Unfall vor mir stundenlang im Stau stand. Hut ab, was man schaffen kann, wenn man muss!

Nur nicht lockerlassen

Aber auch bei literarischen Projekten, die keine Deadline haben oder wo du sie selbst nach Belieben setzt, kann es sinnvoll sein, während der Reise nicht zu pausieren. Dann fällt der Wiedereinstieg nach der Unterbrechung nicht so schwer, und vielleicht macht es sogar Spaß oder ist besonders inspirierend, in einer anderen Umgebung zu schreiben. Auch hier sind bei mir wieder einige ungewöhnliche Schreib-Orte zusammengekommen: im Zelt, im Hotelzimmer in den Alpen, auf einer Wiese, im Wald auf Wandertouren… (Hier war tatsächlich ein wasserfester Block sinnvoll, den mein Mann mir einmal geschenkt hat. 😉 )

Ansonsten versuche ich bei längeren, stationären Aufenthalten immer, ein Notebook mitzunehmen, sofern ich gerade in der Textarbeit bin. Mit dabei sind neben dem Notebook dann ein Stick mit den aktuell benötigten Unterlagen, meine Karteikarten mit dem Szenenumbruch, Stifte und ein Notizbuch natürlich. Ansonsten kann man unterwegs auch überarbeiten, indem man die ausgedruckten Seiten mitnimmt und schon mal durchkorrigiert.

Viele Nicht-Schreib-Möglichkeiten

Es muss aber nicht unbedingt direkte Textarbeit sein, um mit deinem Projekt verbunden zu bleiben. Wenn man mit dem Rucksack unterwegs ist, kann man natürlich auch nicht so viel mitschleppen und muss ökonomisch an die Sache herangehen.

Schreibst du über die Region, die du bereist? Dann kannst du die Zeit auch zur Recherche für ein zukünftiges Projekt nutzen oder ein Reisetagebuch führen, in dem du alles Interessante zu Land und Leuten, Sehenswürdigkeiten, Museen und so weiter einträgst, das du später einmal gebrauchen kannst. Deine Geschichte wird viel Lokalkolorit brauchen, und so schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe. (Im Onlinekurs, den ich ab Ende Mai gemeinsam mit Sandra Andrés von Autorenträume anbiete, wird es neben vielem anderen auch um dieses Thema gehen. Ich freu mich schon sehr darauf und halte dich auf dem Laufenden.)

Die Zeit in Ostfriesland nutze ich beispielsweise immer, um meinen Instagram-Followern meine Heimatregion näher zu bringen und auch viele Fotos für die Zeit zwischen meinen Aufenthalten zu machen – dann habe ich nämlich immer was zu posten. Funfact: Meine Follower lieben Bilder und Videos vom Deich. 😉

In diesem Artikel habe ich dir erklärt, wie eine Handlungsorte-Tour funktioniert.

Und hier geht es zu meinem Instagram-Kanal.

Marketing geht immer

Reisen kannst du auch immer wunderbar für’s Marketing nutzen – wenn du dich etwas vorbereitest! Besuche beispielsweise die örtlichen Buchhandlungen, stelle dich vor und lasse ihnen zumindest Informationsmaterial zu deinem Buch oder deinen Büchern da, falls du schon veröffentlicht hast. Du wirst dein Buch nicht überall mit hinschleppen können, aber ein sogenannter Waschzettel, der alle wichtigen Informationen enthält, Postkarten und Lesezeichen zum Buch oder auch eine Leseprobe passen in jede Handtasche. Ich habe immer etwas dabei, denn so bin ich vorbereitet, wenn ich auf Interesse stoße. Es dauert vielleicht eine Weile, bis du diesen Marketing-Trick verinnerlicht hast, aber es lohnt sich! Anfangs hatte ich auch wirklich Bammel, bevor ich eine Buchhandlung betrat, um mich vorzustellen, aber das hat sich schnell gelegt. Und gerade vor ein paar Tagen konnte ich einer Gruppe Frauen, die Interesse an meiner Autorentätigkeit zeigten, nicht nur von meinen Büchern erzählen, sondern ihnen auch Postkarten und Lesezeichen in die Hände drücken. Das kam überraschend und ungeplant. Ein tolles Gefühl!

Knips, Knips, Knips

Und nun noch ein letzter Tipp, den du allerdings nur umsetzen kannst, wenn du in Begleitung reist: Lass ein paar schöne Fotos von dir machen! Ich bin zum Glück mit einem Mann gesegnet, der gut fotografieren kann, und meine Autorenfotos gefallen mir sehr gut. Professionelle Autorenfotos kannst du natürlich auch durch einen Fotografen vor Ort umsetzen lassen, den du vorab buchst. Fotos von dir im Freien, vielleicht sogar an einem außergewöhnlichen Ort, sind nämlich etwas Wunderbares. 

Fazit

Ein Urlaub, eine Reise, auch aus beruflichen Gründen, muss dich nicht unbedingt aus dem Schreiben kicken. Es gibt viele Möglichkeiten, dich zu connecten und kreativ zu bleiben. Hast du weitere Tipps oder Fragen? Dann schreib mir gerne an kerstin[@]21ufos.de.

Hab eine schöne Osterzeit, ob auf Reisen oder daheim!

Holl di munter

deine Kerstin

Podcasten für Autor:innen

Mit meinem heutigen Beitrag wende ich mich an dich, wenn du Autor:in bist und darüber nachdenkst, einen eigenen Podcast zu gründen. Vielleicht interessiert dich das Thema Podcasts aber auch grundsätzlich, dann habe ich weiter unten etwas für dich, das sich als Einstieg eignet. Los geht’s!

Podcast for beginners

Was ist eigentlich ein Podcast? Wikipedia definiert einen Podcast als „eine Serie von abonnierbaren Audiodateien (seltener Videodateien) im Internet“. Das klingt sehr technisch, deshalb übertrage ich es mal auf folgende Weise: Ein einzelner Podcaster oder eine Gruppe, bezeichnet als Host oder Hosts, bietet eine Art „Radioprogramm“ an, das du abonnieren kannst. Das Besondere: Du rufst die Sendung nach Bedarf ab, kannst nach Belieben stoppen und wieder einsteigen. Podcasts werden immer beliebter, und auch die angebotenen Themen sind immer breiter gefächert. Ich habe schon Podcasts zur Aquaristik, zum Japanisch lernen und zu Finanzthemen abonniert. Die einzelnen Folgen werden als Episoden bezeichnet. Manche erscheinen täglich neu, andere wöchentlich oder unregelmäßig. Es gibt verschiedene Anbieter, die die Podcasts zugänglich machen. Meine findest du hier.

Meine ersten Schritte

Bevor ich meinen Podcast 21ufos.de ins Leben rief, bloggte ich hier schon lange und spielte auch schon seeeehr lange mit dem Gedanken an einen eigenen Podcast. Doch wie funktionierte das? Vor allem die technische Frage schreckte mich ab. Ich surfte durchs Netz, sah mir Lehrvideos an, abonnierte einen Podcast, der mir alles wichtige beibringen sollte. Ins Handeln kam ich aber nicht.

Erst mein Sohn brachte mich dann dazu, an das Thema lockerer heranzugehen, und zeigte mir eine App, die keine großen Kenntnisse voraussetze. Ich konnte einfach mit meinem Handy aufnehmen, benötigte nicht einmal Headset oder Mikrofon, und auch die Bedienung der App überforderte mich nicht. Und so fing ich an, meine bereits veröffentlichten Blog-Artikel zu vertonen. (Da ich hier keine Werbung für eine bestimmte App machen möchte, nenne ich sie an dieser Stelle nicht.)

Die ersten Versuche waren holprig, und auch meine allererste Folge würde ich heute anders einsprechen. Aber wie sagt man so schön: Aller Anfang ist schwer! Immerhin habe ich irgendwann angefangen, und das zählt.

Einzelkämpfer oder Teamplayer?

Recherche schadet nie, und so könntest du die ersten Schritte gehen, indem du dich eingehend über das Podcast machen informierst. Schaue dir Videos an, lies Blog-Artikel, beschäftige dich mit den verschiedenen Anbietern. (Aber recherchiere dich nicht tot, auch ich musste irgendwann ins Umsetzen kommen. 😉 )

Überlege dir, welches Format dein Podcast haben soll: Möchtest du alleine sprechen? Dann bist du ein sogenannter „Solospeaker“. Du kannst aber auch Interviews führen oder Talkrunden veranstalten – so wie bei Herzgespinste, meiner Autorengruppe, die den gleichnamigen Podcast betreibt. Aber auch hier haben wir in unserem Kurzformat „Herzgespinste-Quickie“ Episoden mit nur einem Speaker, so wie hier in meiner Folge zum Thema „Wie finde ich einen guten Coach?“.

Womit würdest du dich am wohlsten fühlen? Für mich war es am einfachsten, erst einmal alleine zu starten. Zeitlich ließ sich dieser Beginn für mich auch besser regeln. Ich genieße mittlerweile aber beides. Die Gruppe hat den Vorteil, dass die Reichweite größer ist und auch Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden können.

Mehrwert, Mehrwert, Mehrwert

Worum soll es in deinem Podcast gehen? Klar, du bist Autor:in, vermutlich also um deine Bücher. 😉 Jetzt musst du aber noch den Dreh finden, um deinen Hörer:innen einen Mehrwert zu bieten – und diesen auch klar herauszuarbeiten. Worum geht es in deinen Büchern? Kannst du daraus etwas ableiten? Ein paar Beispiele:

  • „Herzgespinste“ wurde von Sandra Andrés gegründet, und sie hat sich nach und nach Eve, Mia, Claudia und mich als Mitstreiterinnen gesucht, weil uns alle ein Thema vereint: Wir schreiben über reale Beziehungen!
  • In 21ufos.de gebe ich mein Wissen, das ich mir in drei Jahrzehnten des Schreibens und Veröffentlichens angeeignet habe, weiter, überwiegend als Solospeaker.
  • Sandra Andrés betreibt auch einen eigenen Podcast: Rilkes Töchter. Hier interviewt sie spannende Gäste zu unterschiedlichen Themen rund ums Schreiben.

Bist du Expertin für ein bestimmtes Thema, das sich auch in deinen Büchern wiederfindet? Als (angehende) Autorin von Sachbüchern erschließt sich der Zusammenhang vielleicht schnell. Doch auch für Belletristik-Autoren lassen sich interessante Themen ableiten: Schreibst du historisch? Oder im Genre Science-Fiction? Geht es bei dir immer wieder um Natur und Umwelt? Oder kriminalistische Rätsel? Der rote Faden in deinen Geschichten ist ein super Aufhänger für deinen eigenen Podcast. Du bist Expert:in für das Gebiet, liebst es offensichtlich und kannst es dann vermutlich auch mit Leidenschaft vermitteln.

Freies … ähm … Sprechen

Vielleicht verursacht dir die Vorstellung, frei in ein Mikro zu sprechen, anfangs Unbehagen. Das möchte ich dir mit ein paar Hinweisen nehmen:

  1. Du brauchst anfangs gar kein Mikro, sondern nur dein Handy, und kannst die Technik nach und nach erweitern. Fange möglichst niedrigschwellig an, um überhaupt anzufangen.
  2. Was du kannst, ist schreiben. Also verfasse zunächst einen Text, den du einsprichst, wenn dir das freie Sprechen noch schwerfällt. Nach und nach wirst du vielleicht zur Notiz von Stichpunkten übergehen. Das musst du aber nicht gleich zu Beginn.
  3. Du kannst deine erste Folge einsprechen – und niemand wird sie jemals hören, wenn du sie nicht veröffentlichst. Mache sie tippitoppi fertig, mit Musik am Anfang und Ende, die dir die App in der Regel auch mitliefert. Schneide sie mit einem zugehörigen Programm oder installiere eines, wenn du dir das schon zutraust. Das Ganze hochladen und veröffentlichen musst du erst, wenn du auch wirklich starten möchtest.
  4. Du könntest dir auch überlegen, einige Folgen vorzuproduzieren, um in einem festen Rhythmus zu bleiben. Dann stehst du weniger unter Zeitdruck. Manchmal klappt das bei mir, oft aber auch nicht. Ich habe damit zu leben gelernt. Meine Hörer:innen hoffentlich auch. 😀
  5. Falls du dir unsicher bist, kannst du die Episode auch jemanden deines Vertrauens vorab hören lassen, wie du es mit deiner Geschichte vielleicht auch machen würdest. Lasse dich von negativem Feedback aber nicht entmutigen. Bleib dran!

Alternative

Falls du (noch) keinen eigenen Podcast gründen möchtest, könntest du auch einfach in einem bereits bestehenden Podcast zu Gast sein. Viele Podcaster freuen sich über Gäste. Ich habe zum Beispiel das Format „3 Fragen an…“ und quatsche mit meinen Gästen über ein Thema, das ihnen besonders liegt und einen Mehrwert für meine Hörer:innen bietet:

Der rote Faden in deinen Geschichten, das Thema, das dich begleitet, ist dabei dein Aushängeschild und auch ein möglicher Grund für eine tatsächliche Einladung in einen Podcast. Du kannst dem Host für eine Weile folgen, kommentieren etc. und so auf dich und deine Inhalte aufmerksam machen, oder auch von dir aus einen Besuch vorschlagen. Dann solltest du das Format aber sehr genau kennen und nicht mit irgendwas anklopfen, sondern dein Thema und dein Angebot auf den Podcast abstimmen: Warum bist du interessant? Worüber möchtest du sprechen? Der Host wird sich vermutlich nicht die Zeit nehmen, dich erst mal zu recherchieren. Im Grunde ist es ein bisschen wie bei einer Verlagsbewerbung: Du schreibst Liebesromane? Dann bewirb dich nicht bei einem Reisebuchverlag! 😉

In der Regel benötigst du für eine Aufnahme als Gast lediglich dein Handy plus eventuell Kopfhörer, doch wird sich vermutlich jede:r Host über ein professionelles Mikro freuen. Meines war mit unter 100 Euro noch erschwinglich. Vielleicht kannst du auch eines leihen. Kopfhörer sind ebenfalls gut. Aber lass dich auch hier nicht von der Technik abschrecken.

Mit diesem Blog-Artikel konnte ich dir hoffentlich ein paar Tipps und Tricks zum Thema Podcasten mitgeben. Falls du Fragen oder Anregungen hast, schreibe mir gerne an kerstin[@]21ufos.de.

Holl di munter

deine Kerstin

Krank schreiben? 5 Tipps zum Dranbleiben

„Krank schreiben?“ habe ich diesen Beitrag betitelt – und erst beim Tippen die Doppeldeutigkeit wahrgenommen. 😉 Nein, es soll heute nicht um eine Krankmeldung für den Arbeitgeber gehen, sondern ums Schreiben, wenn man krank ist. So wie ich gerade.

Tatsächlich hat uns Corona erwischt – mal wieder, wie ich leider sagen muss. Eine Woche lang ging hier gar nichts. Ich war selbst krank, Ehemann und drei Kinder ebenfalls. Das Schreiben blieb da tatsächlich auf der Strecke beziehungsweise war mir rein körperlich gar nicht möglich, weil ich alle verbliebenen Ressourcen benötigte.

Wie du in so einer Phase trotzdem „dranbleiben“ und dich weiterhin mit dem Schreiben verbinden kannst, darum soll es heute gehen – damit der Wiedereinstieg nach der unfreiwilligen Unterbrechung nahtlos gelingt.

Tipp 1: Notizen zum Projekt anfertigen

Notizen zu deinem aktuellen Projekt anzufertigen, ist die naheliegendste Lösung. Falls du zu krank zum eigentlichen Schreiben bist, aber fit genug für handschriftliche Aufzeichnungen, bietet sich ein Notizbuch oder eine entsprechende App auf deinem Handy an. Dabei muss allerdings auch dein Gehirn mitmachen! Meines hatte tatsächlich keine Kapazitäten in den vergangenen sieben Tagen. Es lief auf „Überlebensmodus“. Falls noch ein bisschen Gehirnschmalz übrig ist und du Lust auf deine Geschichten hast, mache dir einfach Notizen zu deinen Figuren, deiner Buchwelt, Ideen für weitere Recherchen – was dir so in den Sinn kommt.

Tipp 2: Allgemeine Ideen sammeln

Im Unterschied zum ersten Tipp geht es beim zweiten darum, allgemeine Ideen zu sammeln. Meiner Erfahrung nach ist das einfacher, weil kein konkreter Bezug hergestellt werden muss, sprich: Es erfordert weniger Konzentration. Als Schriftstellerin bin ich es gewöhnt, meine Ideen aufzuzeichnen und zu sammeln. Gerade in Krankheitsphasen ergeben sich manchmal tolle Zusammenhänge – sei es, weil man einfach mal auf der Couch herumlümmelt oder weil durch den rein körperlichen Zustand neue Gedanken aufkommen. Alles ist es wert, aufgezeichnet zu werden, sofern dein Zustand es zulässt. (Du kannst übrigens auch die Diktierfunktion deines Handys nutzen, falls dir tippen zu anstrengend ist.)

Tipp 3: Podcasts hören

Ich höre leidenschaftlich gerne Podcasts. Es ist manchmal im Alltag leichter unterzubringen, und gerade bei Krankheit kann der Fokus auf nur einen Sinn – das Hören – entspannend sein. Zum Glück gibt es viele Podcasts zu Büchern, dem Schreiben und Veröffentlichen.  So bleibst du im Schreiben drin und beschäftigst dich mit der Thematik, ohne selbst Energie aufwenden zu müssen. (Kennst du schon meinen Podcast 21ufos.de? Oder den Podcast meiner Autorengruppe Herzgespinste? Die liebe Sandra hat auch einen eigenen Podcast: Rilkes Töchter. Hör gerne mal rein!)

Tipp 4: Passende Bücher lesen

Wenn ich fit genug bin, lese ich gerne zu meinen Themen und Inhalten passende Literatur oder verbinde das Angenehme mit dem Nützlichen und lese ein Buch oder eine Zeitschrift zur Recherche. Das ist aber oft zu anstrengend oder macht keinen Spaß, und das sollte es, denn man will ja schnell wieder gesund werden. Daher hat sich für mich der Griff zum Altbekannten bewährt: Ich lese ein Buch zum wiederholten Mal, ein echtes Lieblingsbuch, lasse mich von der Geschichte, der Sprache einlullen und davontragen – und lerne doch immer etwas Neues dabei. Denn: Gerade bei bekannten Inhalten kannst du auf andere Dinge achten, die dir beim ersten Lesen vielleicht gar nicht auffallen. Warum nimmt dich das Buch so gefangen? Was ist das Besondere daran? Sind es die Figuren, der Aufbau der Handlung, vielleicht sogar die Perspektive? Magst du die kurzen oder langen Kapitel, die Rückblenden, das Vor- und Nachwort? Was macht die Autorin anders als andere? Wo liegt die Besonderheit? (Funfact: Mein Buch der Wahl ist in so einem Fall immer Jane Austens „Stolz und Vorurteil“.)

Tipp 5: Inspirierende Serien und Filme schauen

Tatsächlich war ich phasenweise zu platt für alles oben Genannte und mochte mich nicht mit Schreibthemen beschäftigen. Nicht mal lesen war drin. Zum Glück habe ich zwei Serien gefunden, die zu meiner Stimmung passten und nicht das Gefühl hinterließen, bloß stumpf ferngesehen zu haben.

Zuerst habe ich eine Serie über eine junge japanische Köchin und den Haushalt, für den sie kochte, gesehen – im Originalton mit Untertiteln. Hier ging es um eines meiner Lieblingsthemen: Beziehungen. Außerdem habe ich mich so mit einer anderen Erzähltradition beschäftigt, denn ich finde es immer spannend zu sehen, wie in anderen Ländern Geschichten erzählt werden.

Danach habe ich eine Serie über Wikinger angefangen. Hier konnte ich mich in eine andere Zeit versetzen lassen. Ich fand die unterschiedlichen Perspektiven spannend, die Bilder der Landschaften, die Abwechslung aus langsam erzählten Szenen und Action – die mir teils zu viel wurde, aber da kann man ja zum Glück vorspulen.

Diese beiden Serien sollen nur Beispiele sein. Ich habe mich dabei außerhalb meiner normalen Komfortzone bewegt, etwas gelernt, das ich für mein eigenes Schreiben anwenden kann, aber gerade so, dass es mit krankem Kopf erträglich war. Schau beim nächsten Infekt doch auch mal, ob du ein visuelles Experiment wagen magst.

Fazit

Natürlich lassen sich diese Tipps auch im ganz normalen Schreib-Alltag nutzen. Ich habe aber festgestellt, dass sie vor allem bei Krankheit hilfreich sein können. Halbwegs wieder auf der Höhe, sitze ich nun schon wieder am Schreibtisch und bin drin – auch dank dieser kleinen Tricks. 🙂 Probiere gerne den ein oder anderen aus und schreibe mit an kerstin[@]21ufos.de, falls du Fragen und Anregungen hast.

Holl di munter

Deine Kerstin

Mia M. Hope und das Genre Liebesroman

Mit meiner lieben Herzgespinste-Kollegin Michaela Metzner alias Mia M. Hope habe ich zum Thema Liebesromane geplaudert. Michaela ist Selfpublisherin und hat gerade den zweiten Teil einer Dilogie mit dem Titel TRÜMMERMÄRCHEN veröffentlicht. In der aktuellen Podcast-Episode vom Freitag haben wir uns einem der beliebtesten Genres im Selfpublishing gewidmet – und warum es so einfach nicht ist! Das Genre hat nämlich etliche Sub-Genres, und warum es sinnvoll ist, sich frühzeitig festzulegen, verrät Michaela in dieser Folge. Hör doch mal rein!

[Alle Podcast-Episoden in der Übersicht und einige Anbieter, über die du den Podcast noch hören kannst, findest du hier.]