Theorie? Geht auch spannend

Von Schreibtheorien sind viele Autor:innen gelangweilt oder sogar genervt. Ein Teil will sich lieber direkt in den Text stürzen, ganz nach Gefühl schreiben und sich nicht durch Vorgaben maßregeln lassen; ein anderer Teil erinnert sich noch dunkel an die sich hinziehenden Schulstunden, in denen es um Erzählperspektive und so weiter ging, und hat keine Lust, sich damit den Autor:innenalltag zu verhageln. Einem weiteren Teil sind die Theorien egal oder die Autor:in hat sogar Angst vor all den Theorien, weil sie unverständlich sind oder als „must have“ verkauft werden, ohne die kein Text gelingen kann. Und dann gibt es noch den Teil, der sich gerne mit den theoretischen Grundlagen des Schreibhandwerks beschäftigt. (Du wirst dir vorstellen können, dass ich zu letzterer Gruppe gehöre. 😉 ) Für sie alle ist dieser Blog-Artikel, der sich damit beschäftigt, wie wir auf spannende Art und Weise Neues für unser Schreiben lernen können. Ganz ohne Langeweile und Zwang.

Von Menschen lernen

Als Schriftstellerin habe ich mich seit jeher viel mit Schreibtheorie beschäftigt – einfach, weil es mir Spaß macht und ich es als unerlässlich empfinde, um immer besser zu werden, bessere Texte zu schreiben. Mit 14 Jahren habe ich in der Jugendredaktion einer Tageszeitung angefangen, mit 19 nach dem Abi an einer anderen Tageszeitung volontiert, also eine journalistische Ausbildung absolviert. Während dieser zwei Jahre habe ich auch viele Fortbildungen neben dem normalen Zeitungsgeschäft absolvieren dürfen, unter anderem einen vierwöchigen Aufenthalt an der Akademie für Publizistik in Hamburg. Hier lernte ich vor allem von Menschen, Vortragenden, Lehrenden im direkten Kontakt. Vieles von dem, das ich in dieser Zeit bezogen auf den Journalismus gelernt habe, kommt mir auch heute noch zugute.

Auch während des Studiums in Bonn durfte und musste ich mich immer wieder mit dem Schreiben beschäftigen, dieses Mal mit dem wissenschaftlichen Schreiben. Auch hier lernte ich in Tutorien und durch die Korrekturen meiner Dozenten in meinen Hausarbeiten, worauf es ankommt. Nach dem Abschluss fing ich bald an, Heftromane für einen Verlag zu schreiben, und bekam hier durch die zuständige Lektorin erstmals Feedback zu meinen literarischen Texten. Auch heute noch sauge ich die Informationen, die mir Lektoren und Korrektoren geben, wie ein Schwamm auf, denn wer könnte einen noch genaueren, fachlich fundierten, wohlwollenden und doch auch kritischen Blick auf meine Texte werfen?

Mein erster Tipp ist daher: Wenn du die Gelegenheit hast, lerne von Menschen! Sei es nun im Kontakt mit einem Verlag oder einer Agentur, einer freiberuflichen Lektorin, einem Coaching oder auch in einem Kurs, on- wie offline. Ich habe früher ein paar VHS-Kurse für Kreatives Schreiben gegeben und weiß, wie wohltuend es für viele Autor:innen ist, vielleicht erstmals in einer Gruppe am eigenen Text zu arbeiten. Nach meiner langen Durststrecke, in der ich jahrelang alleine an meinen Texten gearbeitet hatte, war es für mich Anfang 2021 der Gamechanger, wieder mit anderen zusammenzuarbeiten und Kurse zu besuchen.

Derzeit arbeite ich mit meiner lieben lieben Kollegin und Herzgespinste-Schwester Sandra Andrés von der Agentur Autorenträume selbst an einem Online-Kurs für Autor:innen und halte dich hier und auf Instagram auf dem Laufenden. Ende Mai geht es los, und ich freue mich, wenn du dabei bist! 🙂

Ratgeber lesen

Wie habe ich mich selbst mit den Grundlagen literarischen Schreibens und Veröffentlichens vertraut gemacht? Ich habe viele Ratgeber gelesen! Es waren sehr gute darunter und auch weniger gute, doch immer konnte ich etwas für meine Arbeit mitnehmen. Hier habe ich ein paar der Ratgeber vorgestellt.

Auch heute noch ist es mir sehr wichtig, mich mit Theorien zu beschäftigen und mein eigenes Wissen weiterzugeben, vor allem durch mein Projekt 21ufos.de mit diesem Blog und meinem zugehörigen Podcast. Einen Ratgeber zum Kreativen Schreiben zu verfassen – das steht ganz fest auf meiner ToDo. Bis dahin möchte ich dich an Sandra verweisen, die einen solchen Ratgeber bereits verfasst hat.

Von den Großen lernen

Wir haben wohl alle unsere Lieblingsautor:innen, die wir bewundern, denen wir vielleicht auch nacheifern, denn letztlich sind auch die Großen der literarischen Welt für uns vor allem eines: Kolleginnen und Kollegen! Natürlich können wir durch ihre Werke selbst lernen, sie analysieren und so herausfinden, was funktioniert und warum. Alle meine Lieblingsautoren haben aber zum Glück auch über das Schreiben gesprochen und geschrieben beziehungsweise tun es auch heute noch. Ich recherchiere teils gezielt, manches begegnet mir aber auch durch Zufall. Finde doch einmal heraus, ob auch „deine“ Autor:innen etwas abseits des Weges hinterlassen haben. 

  • Von Paul Auster gibt es Bücher, in denen er seinen Schreiballtag und seinen Weg als Schriftsteller beleuchtet. Keine Ratgeber im eigentlichen Sinne, aber Bücher mit hohem Lerneffekt – und Suchtpotential: Ich habe sie verschlungen. 😉
  • Im Netz finden sich immer wieder Interviews mit bekannten Autor:innen, die sich nicht immer „nur“ mit ihren Geschichten beschäftigen, sondern auch mit dem Dahinter. Eine Recherche hierzu lohnt sich. Ich erinnere mich an sehr spannende Interviews mit der Nobelpreis-Trägerin Alice Munroe, die ich für ihre grandiosen Erzählungen liebe.
  • Einer meiner liebsten Autoren ist Kazuo Ishiguro, der ebenfalls den Nobelpreis erhalten hat. Seine Rede anlässlich der Verleihung ist als kleines Taschenbuch erhältlich, und als Fan und Lernende steht es auch in meinem Regal.
  • Ishiguro durfte ich auch einmal live bei einer Lesung erleben, wenn auch unter Corona-Bedingungen nur online. Solche Gelegenheiten würde ich immer ergreifen, wenn sie sich bieten!
  • Ein weiterer meiner Lieblingsautoren ist Haruki Murakami. Auch er schreibt über das Schreiben, so in seinem Kurzgeschichten-Band „Erste Person Singular“ aus dem vergangenen Jahr. Durch Zufall stieß ich einmal auf einen spannenden, großformatigen Zeitungsartikel, der nun ebenfalls in meinem Regal steht. Hier diente die japanische Metropole Tokio als Hintergrund für eine Beschäftigung mit dem Schriftsteller und hat mir viele spannende Informationen geliefert. Solche Artikel sind oft auch online erhältlich.
  • Klassische Biografien sind natürlich eine gute Möglichkeit, um aus dem Leben auf das Werk und die Arbeitsweise zu schließen. Von Jane Austen gibt es gleich mehrere in meinem Regal, zu denen ich immer wieder mal greife. Leider wurden viele Briefe der Autorin von ihren Nachfahren zerstört, doch einiges ist erhalten geblieben, und darin geht sie auch immer wieder auf ihr Schreiben und ihre Ansichten dazu ein. Eine wahre Goldgrube für einen Jane-Austen-Fan wie mich! (Kennst du schon unsere Herzgespinste-Folge zu Jane Austen?)

Dies war eine kleine Auswahl dessen, was ich rund ums Thema Schreibtheorie lese, höre, sehe und selbst verfasse. Hast du Fragen oder Anregungen? Dann schreibe mir gerne an kerstin[@]21ufos.de

Holl di munter

deine Kerstin

Podcasten für Autor:innen

Mit meinem heutigen Beitrag wende ich mich an dich, wenn du Autor:in bist und darüber nachdenkst, einen eigenen Podcast zu gründen. Vielleicht interessiert dich das Thema Podcasts aber auch grundsätzlich, dann habe ich weiter unten etwas für dich, das sich als Einstieg eignet. Los geht’s!

Podcast for beginners

Was ist eigentlich ein Podcast? Wikipedia definiert einen Podcast als „eine Serie von abonnierbaren Audiodateien (seltener Videodateien) im Internet“. Das klingt sehr technisch, deshalb übertrage ich es mal auf folgende Weise: Ein einzelner Podcaster oder eine Gruppe, bezeichnet als Host oder Hosts, bietet eine Art „Radioprogramm“ an, das du abonnieren kannst. Das Besondere: Du rufst die Sendung nach Bedarf ab, kannst nach Belieben stoppen und wieder einsteigen. Podcasts werden immer beliebter, und auch die angebotenen Themen sind immer breiter gefächert. Ich habe schon Podcasts zur Aquaristik, zum Japanisch lernen und zu Finanzthemen abonniert. Die einzelnen Folgen werden als Episoden bezeichnet. Manche erscheinen täglich neu, andere wöchentlich oder unregelmäßig. Es gibt verschiedene Anbieter, die die Podcasts zugänglich machen. Meine findest du hier.

Meine ersten Schritte

Bevor ich meinen Podcast 21ufos.de ins Leben rief, bloggte ich hier schon lange und spielte auch schon seeeehr lange mit dem Gedanken an einen eigenen Podcast. Doch wie funktionierte das? Vor allem die technische Frage schreckte mich ab. Ich surfte durchs Netz, sah mir Lehrvideos an, abonnierte einen Podcast, der mir alles wichtige beibringen sollte. Ins Handeln kam ich aber nicht.

Erst mein Sohn brachte mich dann dazu, an das Thema lockerer heranzugehen, und zeigte mir eine App, die keine großen Kenntnisse voraussetze. Ich konnte einfach mit meinem Handy aufnehmen, benötigte nicht einmal Headset oder Mikrofon, und auch die Bedienung der App überforderte mich nicht. Und so fing ich an, meine bereits veröffentlichten Blog-Artikel zu vertonen. (Da ich hier keine Werbung für eine bestimmte App machen möchte, nenne ich sie an dieser Stelle nicht.)

Die ersten Versuche waren holprig, und auch meine allererste Folge würde ich heute anders einsprechen. Aber wie sagt man so schön: Aller Anfang ist schwer! Immerhin habe ich irgendwann angefangen, und das zählt.

Einzelkämpfer oder Teamplayer?

Recherche schadet nie, und so könntest du die ersten Schritte gehen, indem du dich eingehend über das Podcast machen informierst. Schaue dir Videos an, lies Blog-Artikel, beschäftige dich mit den verschiedenen Anbietern. (Aber recherchiere dich nicht tot, auch ich musste irgendwann ins Umsetzen kommen. 😉 )

Überlege dir, welches Format dein Podcast haben soll: Möchtest du alleine sprechen? Dann bist du ein sogenannter „Solospeaker“. Du kannst aber auch Interviews führen oder Talkrunden veranstalten – so wie bei Herzgespinste, meiner Autorengruppe, die den gleichnamigen Podcast betreibt. Aber auch hier haben wir in unserem Kurzformat „Herzgespinste-Quickie“ Episoden mit nur einem Speaker, so wie hier in meiner Folge zum Thema „Wie finde ich einen guten Coach?“.

Womit würdest du dich am wohlsten fühlen? Für mich war es am einfachsten, erst einmal alleine zu starten. Zeitlich ließ sich dieser Beginn für mich auch besser regeln. Ich genieße mittlerweile aber beides. Die Gruppe hat den Vorteil, dass die Reichweite größer ist und auch Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden können.

Mehrwert, Mehrwert, Mehrwert

Worum soll es in deinem Podcast gehen? Klar, du bist Autor:in, vermutlich also um deine Bücher. 😉 Jetzt musst du aber noch den Dreh finden, um deinen Hörer:innen einen Mehrwert zu bieten – und diesen auch klar herauszuarbeiten. Worum geht es in deinen Büchern? Kannst du daraus etwas ableiten? Ein paar Beispiele:

  • „Herzgespinste“ wurde von Sandra Andrés gegründet, und sie hat sich nach und nach Eve, Mia, Claudia und mich als Mitstreiterinnen gesucht, weil uns alle ein Thema vereint: Wir schreiben über reale Beziehungen!
  • In 21ufos.de gebe ich mein Wissen, das ich mir in drei Jahrzehnten des Schreibens und Veröffentlichens angeeignet habe, weiter, überwiegend als Solospeaker.
  • Sandra Andrés betreibt auch einen eigenen Podcast: Rilkes Töchter. Hier interviewt sie spannende Gäste zu unterschiedlichen Themen rund ums Schreiben.

Bist du Expertin für ein bestimmtes Thema, das sich auch in deinen Büchern wiederfindet? Als (angehende) Autorin von Sachbüchern erschließt sich der Zusammenhang vielleicht schnell. Doch auch für Belletristik-Autoren lassen sich interessante Themen ableiten: Schreibst du historisch? Oder im Genre Science-Fiction? Geht es bei dir immer wieder um Natur und Umwelt? Oder kriminalistische Rätsel? Der rote Faden in deinen Geschichten ist ein super Aufhänger für deinen eigenen Podcast. Du bist Expert:in für das Gebiet, liebst es offensichtlich und kannst es dann vermutlich auch mit Leidenschaft vermitteln.

Freies … ähm … Sprechen

Vielleicht verursacht dir die Vorstellung, frei in ein Mikro zu sprechen, anfangs Unbehagen. Das möchte ich dir mit ein paar Hinweisen nehmen:

  1. Du brauchst anfangs gar kein Mikro, sondern nur dein Handy, und kannst die Technik nach und nach erweitern. Fange möglichst niedrigschwellig an, um überhaupt anzufangen.
  2. Was du kannst, ist schreiben. Also verfasse zunächst einen Text, den du einsprichst, wenn dir das freie Sprechen noch schwerfällt. Nach und nach wirst du vielleicht zur Notiz von Stichpunkten übergehen. Das musst du aber nicht gleich zu Beginn.
  3. Du kannst deine erste Folge einsprechen – und niemand wird sie jemals hören, wenn du sie nicht veröffentlichst. Mache sie tippitoppi fertig, mit Musik am Anfang und Ende, die dir die App in der Regel auch mitliefert. Schneide sie mit einem zugehörigen Programm oder installiere eines, wenn du dir das schon zutraust. Das Ganze hochladen und veröffentlichen musst du erst, wenn du auch wirklich starten möchtest.
  4. Du könntest dir auch überlegen, einige Folgen vorzuproduzieren, um in einem festen Rhythmus zu bleiben. Dann stehst du weniger unter Zeitdruck. Manchmal klappt das bei mir, oft aber auch nicht. Ich habe damit zu leben gelernt. Meine Hörer:innen hoffentlich auch. 😀
  5. Falls du dir unsicher bist, kannst du die Episode auch jemanden deines Vertrauens vorab hören lassen, wie du es mit deiner Geschichte vielleicht auch machen würdest. Lasse dich von negativem Feedback aber nicht entmutigen. Bleib dran!

Alternative

Falls du (noch) keinen eigenen Podcast gründen möchtest, könntest du auch einfach in einem bereits bestehenden Podcast zu Gast sein. Viele Podcaster freuen sich über Gäste. Ich habe zum Beispiel das Format „3 Fragen an…“ und quatsche mit meinen Gästen über ein Thema, das ihnen besonders liegt und einen Mehrwert für meine Hörer:innen bietet:

Der rote Faden in deinen Geschichten, das Thema, das dich begleitet, ist dabei dein Aushängeschild und auch ein möglicher Grund für eine tatsächliche Einladung in einen Podcast. Du kannst dem Host für eine Weile folgen, kommentieren etc. und so auf dich und deine Inhalte aufmerksam machen, oder auch von dir aus einen Besuch vorschlagen. Dann solltest du das Format aber sehr genau kennen und nicht mit irgendwas anklopfen, sondern dein Thema und dein Angebot auf den Podcast abstimmen: Warum bist du interessant? Worüber möchtest du sprechen? Der Host wird sich vermutlich nicht die Zeit nehmen, dich erst mal zu recherchieren. Im Grunde ist es ein bisschen wie bei einer Verlagsbewerbung: Du schreibst Liebesromane? Dann bewirb dich nicht bei einem Reisebuchverlag! 😉

In der Regel benötigst du für eine Aufnahme als Gast lediglich dein Handy plus eventuell Kopfhörer, doch wird sich vermutlich jede:r Host über ein professionelles Mikro freuen. Meines war mit unter 100 Euro noch erschwinglich. Vielleicht kannst du auch eines leihen. Kopfhörer sind ebenfalls gut. Aber lass dich auch hier nicht von der Technik abschrecken.

Mit diesem Blog-Artikel konnte ich dir hoffentlich ein paar Tipps und Tricks zum Thema Podcasten mitgeben. Falls du Fragen oder Anregungen hast, schreibe mir gerne an kerstin[@]21ufos.de.

Holl di munter

deine Kerstin

Krank schreiben? 5 Tipps zum Dranbleiben

„Krank schreiben?“ habe ich diesen Beitrag betitelt – und erst beim Tippen die Doppeldeutigkeit wahrgenommen. 😉 Nein, es soll heute nicht um eine Krankmeldung für den Arbeitgeber gehen, sondern ums Schreiben, wenn man krank ist. So wie ich gerade.

Tatsächlich hat uns Corona erwischt – mal wieder, wie ich leider sagen muss. Eine Woche lang ging hier gar nichts. Ich war selbst krank, Ehemann und drei Kinder ebenfalls. Das Schreiben blieb da tatsächlich auf der Strecke beziehungsweise war mir rein körperlich gar nicht möglich, weil ich alle verbliebenen Ressourcen benötigte.

Wie du in so einer Phase trotzdem „dranbleiben“ und dich weiterhin mit dem Schreiben verbinden kannst, darum soll es heute gehen – damit der Wiedereinstieg nach der unfreiwilligen Unterbrechung nahtlos gelingt.

Tipp 1: Notizen zum Projekt anfertigen

Notizen zu deinem aktuellen Projekt anzufertigen, ist die naheliegendste Lösung. Falls du zu krank zum eigentlichen Schreiben bist, aber fit genug für handschriftliche Aufzeichnungen, bietet sich ein Notizbuch oder eine entsprechende App auf deinem Handy an. Dabei muss allerdings auch dein Gehirn mitmachen! Meines hatte tatsächlich keine Kapazitäten in den vergangenen sieben Tagen. Es lief auf „Überlebensmodus“. Falls noch ein bisschen Gehirnschmalz übrig ist und du Lust auf deine Geschichten hast, mache dir einfach Notizen zu deinen Figuren, deiner Buchwelt, Ideen für weitere Recherchen – was dir so in den Sinn kommt.

Tipp 2: Allgemeine Ideen sammeln

Im Unterschied zum ersten Tipp geht es beim zweiten darum, allgemeine Ideen zu sammeln. Meiner Erfahrung nach ist das einfacher, weil kein konkreter Bezug hergestellt werden muss, sprich: Es erfordert weniger Konzentration. Als Schriftstellerin bin ich es gewöhnt, meine Ideen aufzuzeichnen und zu sammeln. Gerade in Krankheitsphasen ergeben sich manchmal tolle Zusammenhänge – sei es, weil man einfach mal auf der Couch herumlümmelt oder weil durch den rein körperlichen Zustand neue Gedanken aufkommen. Alles ist es wert, aufgezeichnet zu werden, sofern dein Zustand es zulässt. (Du kannst übrigens auch die Diktierfunktion deines Handys nutzen, falls dir tippen zu anstrengend ist.)

Tipp 3: Podcasts hören

Ich höre leidenschaftlich gerne Podcasts. Es ist manchmal im Alltag leichter unterzubringen, und gerade bei Krankheit kann der Fokus auf nur einen Sinn – das Hören – entspannend sein. Zum Glück gibt es viele Podcasts zu Büchern, dem Schreiben und Veröffentlichen.  So bleibst du im Schreiben drin und beschäftigst dich mit der Thematik, ohne selbst Energie aufwenden zu müssen. (Kennst du schon meinen Podcast 21ufos.de? Oder den Podcast meiner Autorengruppe Herzgespinste? Die liebe Sandra hat auch einen eigenen Podcast: Rilkes Töchter. Hör gerne mal rein!)

Tipp 4: Passende Bücher lesen

Wenn ich fit genug bin, lese ich gerne zu meinen Themen und Inhalten passende Literatur oder verbinde das Angenehme mit dem Nützlichen und lese ein Buch oder eine Zeitschrift zur Recherche. Das ist aber oft zu anstrengend oder macht keinen Spaß, und das sollte es, denn man will ja schnell wieder gesund werden. Daher hat sich für mich der Griff zum Altbekannten bewährt: Ich lese ein Buch zum wiederholten Mal, ein echtes Lieblingsbuch, lasse mich von der Geschichte, der Sprache einlullen und davontragen – und lerne doch immer etwas Neues dabei. Denn: Gerade bei bekannten Inhalten kannst du auf andere Dinge achten, die dir beim ersten Lesen vielleicht gar nicht auffallen. Warum nimmt dich das Buch so gefangen? Was ist das Besondere daran? Sind es die Figuren, der Aufbau der Handlung, vielleicht sogar die Perspektive? Magst du die kurzen oder langen Kapitel, die Rückblenden, das Vor- und Nachwort? Was macht die Autorin anders als andere? Wo liegt die Besonderheit? (Funfact: Mein Buch der Wahl ist in so einem Fall immer Jane Austens „Stolz und Vorurteil“.)

Tipp 5: Inspirierende Serien und Filme schauen

Tatsächlich war ich phasenweise zu platt für alles oben Genannte und mochte mich nicht mit Schreibthemen beschäftigen. Nicht mal lesen war drin. Zum Glück habe ich zwei Serien gefunden, die zu meiner Stimmung passten und nicht das Gefühl hinterließen, bloß stumpf ferngesehen zu haben.

Zuerst habe ich eine Serie über eine junge japanische Köchin und den Haushalt, für den sie kochte, gesehen – im Originalton mit Untertiteln. Hier ging es um eines meiner Lieblingsthemen: Beziehungen. Außerdem habe ich mich so mit einer anderen Erzähltradition beschäftigt, denn ich finde es immer spannend zu sehen, wie in anderen Ländern Geschichten erzählt werden.

Danach habe ich eine Serie über Wikinger angefangen. Hier konnte ich mich in eine andere Zeit versetzen lassen. Ich fand die unterschiedlichen Perspektiven spannend, die Bilder der Landschaften, die Abwechslung aus langsam erzählten Szenen und Action – die mir teils zu viel wurde, aber da kann man ja zum Glück vorspulen.

Diese beiden Serien sollen nur Beispiele sein. Ich habe mich dabei außerhalb meiner normalen Komfortzone bewegt, etwas gelernt, das ich für mein eigenes Schreiben anwenden kann, aber gerade so, dass es mit krankem Kopf erträglich war. Schau beim nächsten Infekt doch auch mal, ob du ein visuelles Experiment wagen magst.

Fazit

Natürlich lassen sich diese Tipps auch im ganz normalen Schreib-Alltag nutzen. Ich habe aber festgestellt, dass sie vor allem bei Krankheit hilfreich sein können. Halbwegs wieder auf der Höhe, sitze ich nun schon wieder am Schreibtisch und bin drin – auch dank dieser kleinen Tricks. 🙂 Probiere gerne den ein oder anderen aus und schreibe mit an kerstin[@]21ufos.de, falls du Fragen und Anregungen hast.

Holl di munter

Deine Kerstin

Mia M. Hope und das Genre Liebesroman

Mit meiner lieben Herzgespinste-Kollegin Michaela Metzner alias Mia M. Hope habe ich zum Thema Liebesromane geplaudert. Michaela ist Selfpublisherin und hat gerade den zweiten Teil einer Dilogie mit dem Titel TRÜMMERMÄRCHEN veröffentlicht. In der aktuellen Podcast-Episode vom Freitag haben wir uns einem der beliebtesten Genres im Selfpublishing gewidmet – und warum es so einfach nicht ist! Das Genre hat nämlich etliche Sub-Genres, und warum es sinnvoll ist, sich frühzeitig festzulegen, verrät Michaela in dieser Folge. Hör doch mal rein!

[Alle Podcast-Episoden in der Übersicht und einige Anbieter, über die du den Podcast noch hören kannst, findest du hier.]

Werde Teil einer Autorengruppe

Wie du vielleicht über Instagram oder die News auf meiner Homepage mitbekommen hast, bin ich kürzlich in einer Autorengruppe aufgenommen worden: Gemeinsam mit Sandra Andrés, Eve Estee, Mia M. Hope und Claudia Iwer bin ich nun Teil von

HERZGESPINSTE

Wir unterstützen uns gegenseitig bei unserer Tätigkeit als Autorinnen und talken regelmäßig im gleichnamigen Podcast zum Thema „Reale Beziehungen“. (Hier geht es zu unserer Homepage.)

Warum habe ich mich einer Gruppe angeschlossen? Was bringt es und ist es auch für dich eine Option? Darum geht es im heutigen Blog-Beitrag.

Mehr Sichtbarkeit

Im unübersichtlichen Markt der Veröffentlichungen ist es für eine einzelne Autorin recht schwierig, wahrgenommen zu werden. Eine Autorengruppe ist nicht nur etwas Besonderes, sondern hat auch gleich eine ganz andere Außenwirkung. Vom Leichtgewicht in einer umkämpften Branche wird man im Zusammenschluss mit anderen zum Mittel- und vielleicht sogar Schwergewicht, an dem niemand mehr vorbeikommt. Sichtbar sein, wahrgenommen werden und so auch Buchverkäufe generieren – das kann ein guter Grund sein, eine Autorengruppe zu gründen oder zu einer bestehenden dazuzustoßen. Messebesuche, der Auftritt im Buchhandel, eine Homepage mit den Büchern aller Mitglieder, ein gemeinsamer Flyer – es gibt viele Möglichkeiten, gemeinsam aufzutreten und so zu zeigen: „Seht her! Uns gibt’s! Und das sind unsere Bücher.“

Mehr Zeit für alle

Ein weiterer Grund kann folgender sein: Unser aller Tage haben leider nur 24 Stunden, und auch wenn wir es als Autorinnen gewöhnt sind, das Maximum aus unserer Zeit herauszuholen – sonst käme wohl kein Buch auf den Markt -, ist es doch immer schön, zeitliche Belastungen auf mehrere Schultern verteilen zu können – und genau so läuft es in einer Autorengruppe! Für Autorinnen, die verkaufen wollen, macht vor allem das Marketing einen großen Teil der zu veranschlagenden Zeit aus. Aber nicht jede hat ein Händchen dafür oder mag es gerne. Ist es nicht toll, wenn jemand anderes aus der Gruppe dafür brennt oder einem eine Teilaufgabe abnimmt, die einem nicht liegt? Ein Post für Instagram soll erscheinen? Ein Mitglied der Gruppe gestaltet das Beitragsbild, eines textet die Caption, alle geben ihr Okay und können Text und Bild für eigene Posts verwenden. Auch die Podcast-Produktion ist aufgeteilt, denn die Folge muss ja nicht nur aufgenommen, sondern auch geschnitten und hochgeladen werden. Auf jeden Fall können sich alle mit ihren Talenten und ihrem Wissen einbringen. (Als neu dazugestoßenes Mitglied suche ich meine Funktion noch, kann mir aber durchaus vorstellen, dass es auf Pressearbeit hinausläuft. Schauen wir mal. 😉 )

Für die Seele

Doch es geht nicht nur um Zeitersparnis. Als Autorengruppe kann man sich gegenseitig auch bei allen anliegenden Problemen unterstützen – und Erfolge gemeinsam feiern! Wie heißt es so schön: Geteiltes Leid ist halbes Leid, und so hilft es manchmal schon, negative Erlebnisse einfach zu bequatschen, und zwar mit Leuten, die wissen, wovon man spricht. Es wird nicht in die Öffentlichkeit getragen, sondern bleibt in der Gruppe, und mit Glück hat jemand einen passenden Tipp parat. Das ist meist nicht der Fall, wenn man nur mit jemandem in der Familie oder im Freundeskreis darüber spricht – denn was es bedeutet, Autorin zu sein, ist für Außenstehende oft schwer nachzuvollziehen. Hier helfen Mitstreiterinnen, die wissen, was man gerade durchmacht, im Positiven wie im Negativen.

Vereint im Thema

Doch wie kommt man zusammen? Die Gruppe kann sich einerseits finden, weil alle einfach Autoren sind, unabhängig von der inhaltlichen Ausrichtung. Da erinnert sie mich an eine klassische Schreibgruppe.

Sie kann sich aber auch unter einem bestimmten Thema zusammenfinden – wie wir bei HERZGESPINSTE. Sandra hat es so schön formuliert, und ich möchte sie an dieser Stelle gerne zitieren: „Wir sind Autorinnen, die über Beziehungen quatschen, weil sie darüber schreiben.“

Worüber schreibst du? Wen kennst du, der sich im gleichen Umfeld bewegt? Das kann ein Genre wie Fantasy oder Krimi sein, aber auch ein Thema wie „Reisen“ oder „Leben mit Kindern“. Schau dir einmal deine Texte ganz genau an: Was zieht sich hindurch wie ein roter Faden? Gibt es da etwas, das immer wieder vorkommt? Das könnte ein Ansatzpunkt für die Suche nach Mitstreiterinnen sein. (Falls es dir schwerfällt, den roten Faden zu finden, frage andere Autorinnen, die deine Texte gelesen haben, und wenn du dich traust, auch deine Leserinnen. Außenstehenden fällt es oft leichter, den Kern deiner Themen wahrzunehmen.)

Verantwortung tragen

Teil einer Autorengruppe zu sein, bedeutet aber nicht nur, die positiven Anteile „mitzunehmen“, sondern auch, Verantwortung zu tragen. Hast du eine Aufgabe übernommen, ist sie auch gewissenhaft auszuführen, denn die anderen bauen auf dich, so wie du auf sie baust. Natürlich haben alle auch noch etwas anderes zu tun im Leben und es wird vermutlich keinem der Kopf abgerissen, wenn eine Aufgabe mal länger dauert oder nicht zu bewältigen ist; doch grundsätzlich solltest du eher beim Einzelkämpfer-Dasein bleiben, wenn du diese Verpflichtung nicht eingehen möchtest. (Was auch vollkommen in Ordnung ist. Es muss sich nicht jede einer Gruppe anschließen. Man sollte nur sehenden Auges hineingehen und die Entscheidung nicht übereilt treffen, so dass am Ende alle glücklich damit sind.)

Mit diesem Blogartikel habe ich dir ein paar Hinweise gegeben, mit denen du weiterdenken und für dich herausfinden kannst, ob eine Autorengruppe eine Option für dich ist. Bei Fragen und Anregungen schreibe mir gerne an kerstin[@]21ufos.de

Holl di munter

Deine Kerstin