Und warum schreibst du?

Schreiben ist meine Berufung. Egal, was ich versuche – ich lande immer wieder beim Text. Das ist nicht einfach, weil es entgegen der landläufigen Meinung diverse frustrierende Aspekte an der schreibenden Tätigkeit gibt. Als Schriftsteller ist man beispielsweise die meiste Zeit mit sich allein, brütet teils jahrelang über denselben Fragestellungen, wird dabei immer wieder mit den eigenen Dämonen konfrontiert und erzielt nur mit Glück ein vernünftiges Einkommen.

Wer würde unter diesen Umständen keinen Ausbruchsversuch unternehmen? Ich jedenfalls habe es getan.

Mehrfach.

Diverse berufliche Umorientierungen und Lifecoaching-Seminare später musste ich jedoch feststellen, dass ich auf diesem Planeten bin, um:

  1. Geschichten zu lesen und
  2. Geschichten zu schreiben.

Alles andere ist nicht irrelevant, aber nachrangig. (Mit Ausnahme meiner Familie – die geht immer vor! Aber das versteht sich denke ich von selbst. 😉 )

Doch wie gelangte ich zu dieser Erkenntnis?

Natürlich durch eine Krise.

Natürlich? Ja, wie denn sonst! In der Krise erkennen viele Menschen, was den Kern ihres Daseins ausmacht – so auch ich. Meine Krise hieß Krankheit. Ich musste über Monate mit starken Schmerzen und diversen belastenden Begleiterscheinungen leben, durch die ich fast verrückt wurde, und gegen die nichts half. Erst nach einem halben Jahr und dank eines fähigen Arztes setzte endlich die Heilung ein. Heute bin ich auf dem besten Weg, wieder ganz gesund zu werden oder zumindest gut mit dem leben zu können, was von der Erkrankung bleiben wird.

Zurückgeblieben sind aber auch eine Reihe von wichtigen Fragen, die ich mir in den dunklen Monaten immer wieder gestellt habe: Wenn alles wegbricht, was bleibt dann noch? Wie soll ich mich beruflich orientieren, nachdem meine vorherige körperliche Tätigkeit nicht mehr möglich ist? Was ist mein Fokus im Leben? Welches Auslassen werde ich am Ende meines Lebens bereuen? Was steht auf meiner Bucket List? Die Krise schuf Klarheit, und ich konnte auf meine Fragen eindeutige und einfache Antworten finden:

  1. Geschichten lesen
  2. Geschichten schreiben.

Nachdem ich das begriffen hatte, nahm mein Leben eine entscheidende Wendung. Wenn es nämlich so ist, dass das Lesen und das Schreiben das Koordinatensystem meines Lebens bilden, sollten sie doch auch den meisten Raum einnehmen, oder? Gedanklich, zeitlich, räumlich, finanziell. Viel Energie ist verpufft, viele Ressourcen habe ich verschwendet, weil ich mich nicht ganz auf das ausgerichtet habe, was mir am wichtigsten ist. Das ist so schade!

Und eine Aufforderung, es zukünftig besser zu machen. Die Priorität richtig zu setzen. Mich nicht mehr ablenken zu lassen von dem Zuviel an Möglichkeiten da draußen.

Gleichzeitig möchte ich meine Erfahrungen nicht missen. Ich habe viel gesehen und erlebt, beruflich wie privat. Das ich ein Schatz, den ich als Schriftstellerin heben kann. Und da ich zum Glück ein grundsätzlich optimistischer Mensch bin, dessen Glas eher halb voll als halb leer ist, stellte sich auch recht rasch Zufriedenheit mit meiner neu gewonnen Erkenntnis ein. Ich beschloss alsdann, dass die Wonnen von Punkt A die Qualen von Punkt B ausgleichen. Dass Punkt B außerdem viel Gutes für die Zukunft bereithält, auf das ich mich stärker ausrichten muss. Und dass ich meinen Kindern ein schlechtes Vorbild gebe, wenn ich mich weiterhin vor der größten Herausforderung meines Lebens drücke, und die heißt: Bücher veröffentlichen.

Nun zurück zu Ausgangsfrage: „Warum schreibst du?“

Frag einmal hundert Autoren danach. Du bekommst vielleicht nicht hundert, aber doch eine ganze Menge unterschiedlicher Antworten. Es wären vermutlich folgende dabei:

  • aus Spaß,
  • um mich selbst zu verwirklichen,
  • um berühmt zu werden,
  • um einen Bestseller zu schreiben,
  • weil ich gerne lese und mal ausprobieren wollte, ob ich auch selbst Geschichten schreiben kann,
  • weil meine Mutter/mein Mann/meine Kinder meinten, ich solle die Geschichten aufschreiben, die ich ihnen erzähle,
  • und so weiter und so fort.

Nachdem ich dir nun meine Geschichte erzählt habe, wirst du nachvollziehen können, dass meine Antwort auf die Frage lautet: Ich schreibe, weil es der Kern und die Triebfeder meines Daseins ist.

Kannst du auch so klar benennen, was dich zum Schreiben drängt? Was du damit erreichen möchtest, für dich und für andere? Was dich antreibt? Ich wünsche dir keine klärende Krise, wie ich sie erlebt habe, auf gar keinen Fall. Aber ich wünsche dir Zeit und Muße, um einmal ganz in Ruhe in dich zu gehen und dir diese Frage zu stellen. Die Antwort brauchst du nämlich, damit du das Schreiben an den richtigen Ort in deinem Leben einsortieren kannst; damit du deiner Kreativität den Raum, die Zeit und das Geld einräumst, die sie in genau deinem Leben verdient hat.

Und die Antwort brauchst du außerdem, damit sie dich durch schwere (Schreib-)Zeiten trägt. So wie mich.

Also los: Ich schreibe, weil …

Auf deine Antwort freue ich mich in den Kommentaren.

Holl di munter!

Deine Kerstin

Darum solltest du Schreib-Erfolge feiern

Das Leben kann echt hart sein. Das weißt du, das weiß ich. Und das wissen leider auch die anderen, die einem das Schriftsteller-Dasein ganz schön schwer machen können. Externen Lohn für unsere Mühen dürfen wir meist nicht erwarten, träumen aber bisweilen davon. So manchem geht auf dem langen Weg zur Veröffentlichung die Luft aus. Irgendwo zwischendrin ist die Motivation verloren gegangen. Frustriert gibt der einst ambitionierte Autor auf.

Damit es dir nicht so ergeht, möchte ich dir heute ein paar Gedankenanstöße geben, warum du Schreib-Erfolge feiern solltest.

Am Anfang stehst Du

Es ist doch so: unsere Gedanken, unsere Gefühle, unsere Geschichten. Darum geht es. Das ist der Anfang. Wir sind unser erster Zuhörer. Schon kleinste Kinder erzählen sich selbst Geschichten, und zumindest im Kopf eines Schriftstellers hört das niemals auf. Aber was ist mit dem Leser, dem Markt, dem Bankkonto?, fragst du nun vielleicht. Meine Meinung: Das kommt alles erst danach. Das mag blasphemisch klingen, weil allerorten gepredigt wird, was wir tun müssen, um diese drei zu bedienen. Aber ich bestehe darauf: Die Texte entstehen zunächst aus uns und für uns. Da können wir noch so auf Statistiken, Marktentwicklungen und Verkaufszahlen schielen. Der Text erzählt unsere Sicht auf die Welt, unser Erleben, unsere Interpretation der Wirklichkeit. Es ist ein schöpferischer Prozess, der erst hinterher in Geld umgewandelt werden kann. Möglicherweise.

Und weil das so ist, bist du auch der erste Mensch, der sich über den fertigen Text freut. Ob es sich um eine Kurzgeschichte oder einen 800-Seiten-Wälzer handelt: Du hast das geschafft! Du ganz allein. Du hast dir die Zeit abgezwackt und den Text geschrieben. Du hast dir die Nächte um die Ohren geschlagen oder bist frühmorgens aufgestanden. Du hast die Priorität auf deine Geschichte gelegt und bestimmt so manches geopfert, um jetzt deinen Text in den Händen halten zu können – und das darfst du feiern!

Du bist deine Triebfeder

Aber sollte ich denn nicht erst dann feiern, wenn das Buch ein Erfolg ist?, fragst du nun vielleicht. Da kommt von mir ein klares Nein! Und das liegt nicht daran, dass ich gerne feiere. 😉 Dass du einen Text fertiggestellt hast – das ist der Erfolg. Was die anderen davon halten, wie es die Kritik aufnimmt, ob du dein Portmonee vor lauter Scheinchen nicht mehr schließen kannst – erst mal egal. Das fertige Buch interessiert vielleicht keine Sau. Oder es wird nicht gefunden, weil du dich (noch) nicht mit Marketing auskennst. Oder es entspricht nicht dem Zeitgeist. Oder oder oder. Alles wurscht, denn: Wenn du nicht in der Lage bist, dich selbst zu belohnen, wird es auch kein anderer können. Tolle Rezensionen, bombastische Umsätze, begeisterte Leserbriefe – alles für die Katz, wenn das alles dein Herz nicht erreicht.

Das hat nämlich etwas mit Wertschätzung zu tun, und zwar für dich selbst. Dich für Erreichtes zu belohnen, gibt deinem Gehirn einen entscheidenden Impuls, der dich motiviert und auch dann dranbleiben lässt, wenn es mal wieder hart wird. Und dich alle da draußen doof finden. Und deine Idee, schreiben und veröffentlichen zu wollen, sowieso.

Deshalb plädiere ich für Mini-Belohnungen auch für Mini-Erfolge. Frage dich: Was ist es dir wert, dass du das Buch geplant hast? Dass du das erste Kapitel geschafft, die Rohfassung erstellt hast? Dass du all deinen Mut zusammengenommen und das Ding hochgeladen hast, um es als E-Book zu veröffentlichen?

Was bist Du dir wert?

Du musst ja nicht gleich eine Fernreise buchen. Aber vielleicht eines der Törtchen beim Bäcker kaufen, die du eigentlich viel zu teuer findest, die dich aber bei jedem Einkauf anlachen. Oder das neue Buch deiner Lieblingsautorin – was den wunderbaren Vorteil hätte, dass du dich für weitere Mini-Schritte mit einzelnen Kapiteln belohnen könntest. (Videos, Filme und Serien funktionieren bei mir auch gut. Wenn mir etwas besonders auffällt, „spare“ ich mir die Folge oder den Film regelrecht für einen Erfolg auf.)

Es gibt so unendlich viele Möglichkeiten, sich zu belohnen, dass ich sehr lang tippen könnte, ohne zu einem Ende zu kommen: ein Wellness-Ausflug mit der Freundin, ein Tag im Wald, ein Spaziergang durch den Park, ein kühles alkoholfreies Bier am Abend, dein Lieblingstee …  

Und weiß du, was das Beste an dem ganzen Konzept ist? Dass du ganz allein bestimmen kannst, was du als Erfolg definierst. Es ist dein Leben, deine Arbeit, dein Text, dein Erfolg – und deine Belohnung! Da kann dir keiner reinreden. Immerhin geht’s um dein Gehirn, das motiviert werden will. Wer könnte also besser entscheiden, was es braucht?

Also überlege dir, was dich glücklich machen, was bei dir als kleine und große Belohnung funktionieren könnte. Stelle dir den Lohn konkret in Aussicht: Wenn ich diese drei Seiten geschafft habe, dann schaue ich mir ein Video zum Thema Rhododendren-Pflege an. (Du hast ja komische Hobbies …) Wenn ich meine Rohfassung überarbeitet habe, mache ich Pause und hänge einen ganzen Nachmittag mit meinem Lieblingsbuch auf dem Sofa herum. (Das geht natürlich nur, wenn du keine kleinen Kinder hast, die derweil auf dir herumturnen. In dem Fall könnte eine große Belohnung lauten: Ich organisiere einen Babysitter und gehe mit meinem Partner chic essen. Oder zur Pommesbude. Hey, es ist dein Gehirn. Was weiß denn ich?!)

Und jetzt los! Mach dir Gedanken, schreib dir ein paar Ideen auf – und verbinde sie mit deinen Schreibaufgaben. Probiere verschiedene Sachen aus, spiele mit den verschiedenen Möglichkeiten. Dein schriftstellerisches Ich wird es dir danken.

Hast du Fragen? Oder bereits Erfahrungen mit Belohnungen rund ums Schreiben gemacht? Dann freue ich mich über einen Kommentar.

Holl di munter!

Deine Kerstin

21ufos – Der Stand der Dinge #1

Das Bild zeigt es dir schon: Es gibt positive Neuigkeiten!

  • Tatsächlich habe ich es geschafft und meinen Liebesroman Der Sturm brachte ihren Retter nun auch als E-Book veröffentlicht. Für mich ist das ein echter Meilenstein im Selfpublishing, so wie es auch das Taschenbuch war, mit dem ich mein Langzeit-Schreibprojekt 21ufos gestartet habe.

  • Also kann ich jetzt die Füße hochlegen? Ganz bestimmt nicht! Als Nächstes ist nämlich ein Drehbuch dran, das ich bereits direkt im Anschluss an Der Sturm brachte ihren Retter veröffentlichen wollte. Da ich den Titel aber noch einmal ändern musste, hat sich die Veröffentlichung verzögert. Spätestens Ende August soll es dann aber soweit sein. Auch dieser Text soll unter meinem Pseudonym Kessi van Jarssum erscheinen.

  • Ein Liebesroman liegt derweil bei meinen Testlesern, auf deren Feedback ich warte. (Jetzt macht mal hinne! Ich will endlich mit der Überarbeitung anfangen. 😉 )

  • Ein weiterer Liebesroman ist in Arbeit, wobei ich schon eine ganze Weile nicht mehr daran weitergeschrieben habe. Der Blog und alles rund ums Veröffentlichen bindet momentan meine Energien. Das ist auch okay so, muss sich aber bald wieder ändern. Sonst werde ich unzufrieden, und das wollen wir ja nicht … (Hier ist von Vorteil, dass ich eher weniger zu den „entdeckenden Schreibern“ gehöre, die ihre Geschichten während des Schreibprozesses entwickeln, sondern zu den planenden: Ich kann jederzeit wieder in den Text einsteigen, da ich genau weiß, was als Nächstes passieren muss. Was nicht heißt, dass ich nicht alles noch mal umschmeißen könnte. Aber das gehe ich dann auch geplant an.)

  • Gleichzeitig mache ich mir Gedanken über das nächste Projekt, das ich in Angriff nehmen möchte. Ursprünglich hatte ich vor, chronologisch vorzugehen und meine Liste „abzuarbeiten“, so wie die Ideen eben entstanden sind. Ein Thema ist aber gerade so aktuell, dass es sich eventuell lohnen könnte, es vorzuziehen.

Du siehst, es ist viel zu tun. Viel zu schreiben, zu denken, zu planen. Aber weißt du was? Es macht Spaß! Endlich habe ich es geschafft, meine lange Liste anzugehen und die Texte zu veröffentlichen, die mir am Herzen liegen. Und darf ich dir noch was verraten? Du kannst das auch! So wie ich kannst auch du es schaffen, die Geschichten, die dir im Kopf herumschweben, zu Papier zu bringen und zu veröffentlichen. Dabei möchte ich dich mit diesem Blog unterstützen und motivieren.

Wie läuft es denn bei dir? Woran arbeitest du gerade? Schreib mir einen Kommentar und berichte von deinen Erfahrungen.

Holl di munter!

Deine Kerstin

Rituale für Schreibtisch-Täter

 

Das erste Wort. Der erste Satz. Der erste Absatz. Die erste Seite. An jedem dieser Punkte kann die Herausforderung lauern:

Wie komme ich überhaupt ins Schreiben rein?

Wie fange ich an? Wie schaffe ich es, mich aufs Schreiben einzustellen und meine Zeit nicht mit einfacheren Dingen zu verbummeln? Heute möchte ich dir ein paar Tipps geben, wie du dich mithilfe von Ritualen und Routinen aufs Schreiben „trimmen“ kannst. Diese Tipps habe ich alle ausgiebig erprobt und benutze etliche davon nach wie vor. Vielleicht ist ja etwas dabei, das auch dir hilft, in den Schreibfluss zu kommen.

Trage den Müll raus

Bevor ich an den Schreibtisch gehe, sorge ich für eine Grundordnung in der Wohnung. Wenn sich das Geschirr in der Spüle stapeln oder der Mülleimer überquellen würde, könnte ich mich nicht in Schreiblaune bringen. (Bügelwäsche-Berge kann ich hingegen wunderbar ignorieren. Es lohnt sich, einmal nachzuforschen, welche Hausarbeiten unbedingt vorher erledigt müssen und welche liegenbleiben können – denn sonst kommst du womöglich vor lauter Putzerei nicht mehr an den Schreibtisch. Ich habe zum Beispiel auf meiner Liste für Hausarbeiten explizit vermerkt, was unbedingt zu tun ist, und arbeite das ab. Der Rest muss warten. Punkt.) 

Wenn dir Bewegung hilft, um den Kopf für Kreativität freizubekommen, könntest du vorher spazieren gehen oder ein leichtes Workout durchziehen – leicht wohlgemerkt, denn wenn du völlig kaputt vor der Tastatur hockst, hast du dir wieder ein Bein gestellt. Ich gehe zum Beispiel kurz mit dem Mops raus. Der freut sich, möchte eh nicht weit laufen und ich kann mir auf dem Weg schon mal ein paar Gedanken über meinen Text machen.

Hast du noch Telefonate zu erledigen? Dann mach das lieber vorher, denn auch solche Unterbrechungen können dich aus dem Tritt bringen. Vielleicht denkst du zwischendurch immer wieder daran, dass du jemanden anrufen musst, und blockierst dich damit. Wenn du nicht darauf angewiesen bist, erreichbar zu sein, könntest du das Telefon für die Schreibzeit komplett ausstellen.

Die Laune ist entscheidend

Um dich in eine positive Grundstimmung zu bringen, gibt es auch ein paar Tricks und Kniffe, wie zum Beispiel bestimmte Kleidung anzuziehen. Du kannst den Raum gemütlich einrichten, dir deinen Lieblingstee kochen, eine Kleinigkeit zu essen vorbereiten oder Kerzen anzünden. Ein gleichbleibendes Ritual hilft deinem Gehirn irgendwann, zu begreifen, dass jetzt Schreibzeit ist – und es sperrt sich nicht mehr so dagegen. Sobald ich zum Beispiel am Schreibtisch sitze, sortiere ich zunächst meine Unterlagen und bereite die benötigten Materialien vor. Manchmal entstaube ich erst die ein oder andere Ecke, damit ich mich wirklich wohlfühle. Nebenbei lasse ich leise Musik oder ein Video laufen, das mich in die richtige Stimmung versetzt. Ich blättere noch einmal durch bisher Geschriebenes, entweder durch eine meiner Veröffentlichungen oder durch die Textpassagen, die ich im aktuellen Projekt bisher geschafft habe. (Da muss ich mich dann aber zwingen, nicht zu überarbeiten. Ich möchte ja kreativ schaffen. Pingelig darf ich erst später sein!)

Dem ein oder anderen mag es helfen, in Texte anderer Autoren hineinzulesen. Auch wenn ich natürlich gern und viel lese, gibt mir persönlich das in diesem Moment nichts. Lesen ist für mich so mit Freizeit und Genuss verbunden, dass ich dann vermutlich kein Wort mehr tippen würde. 😉 (Apropos tippen: Vielleicht hilft  es dir, den Einstieg von Hand zu versuchen. Mit einem gespitzten Bleistift oder einem Füller in dein Notizbuch zu schreiben, setzt eventuell die Energien frei, die du brauchst.)

Bei allen Tipps, die ich dir vorgestellt habe, finde ich persönlich es wichtig, dass sie wirklich den Charakter von Routinen oder gar Ritualen erlangen – denn erst dann ergibt sich ein Automatismus!

Hast du auch Rituale, die dir beim Schreiben helfen? Oder hast du Fragen? Dann schreib mir doch einen Kommentar!

Holl di munter!

Deine Kerstin

Mit Listen zu mehr Schreib-Erfolg

Ich verzettle mich gerne mal. Bei der Menge an Aufgaben, die jeden Tag zu bewältigen sind, ist das kein Wunder. Dir geht es vielleicht ähnlich. Wie ich wirst du im Lauf der Jahre Techniken gefunden haben, die dir den Alltag erleichtern. Bei mir sind es ein Kalender, ohne den ich zu keinem Termin pünktlich käme – und die guten alten Listen zum Abhaken.

Ich habe für alles mögliche Listen, zum Beispiel für die täglichen Hausarbeiten oder den nächsten Zelturlaub mit der Familie. Sie entlasten mein Gehirn, denn wenn etwas auf der Liste steht, muss ich nicht mehr daran denken.

Listen, die ich permanent verwende, laminiere ich und streiche dann die entsprechenden Punkte mit einem Folienschreiber weg. Ich weiß, das kann man auch digital machen – funktioniert bei mir aber leider selten. Meistens vergesse ich, dass ich eine Liste angelegt habe, und wenn ich sie dann doch öffne, gibt mir das Anklicken kein so gutes Gefühl wie „in echt“. Aus ökologischen Gründen werde ich aber sicherlich ein paar weitere Versuche starten, denn immerhin verbrauche ich Papier, Druckertinte und in manchen Fällen Laminierfolie plus Stift. Das alles würde ich gerne einsparen, bin aber noch nicht so weit. (Eine Ausnahme ist hier meine „Checkliste Projekt“, die ich dir weiter unten vorstelle.)

Listen verwende ich auch beim Schreiben, und ein paar möchte ich dir heute vorstellen. Wenn dir das Prinzip der To-do-Liste schon aus anderen Zusammenhängen vertraut ist, wird es dir leicht fallen, es auch hier anzuwenden. Du hast damit noch nicht gearbeitet? Dann probier es mal aus. Vielleicht freut sich dein Gehirn genauso darüber wie meines – und das bedeutet mehr Kraft für kreatives Arbeiten!

Die Tagesliste

Auf meiner Tagesliste stehen die Arbeiten, die ich oft ausführe. Da sie wiederkehrend sind, oft sogar täglich, habe ich die Liste laminiert. „Tagesliste“ heißt aber nicht, dass ich alle Aufgaben auf der Liste stoisch abarbeite, denn dafür ist meine Zeit am Schreibtisch oft zu kurz. Es ist aber alles drauf, was regelmäßig ansteht, zum Beispiel: Korrekturlesen, Schreiben oder Plotten. Es stehen aber auch organisatorische Sachen darauf: Papierkram erledigen, Telefonate führen, Ablage, E-Mails bearbeiten.

Morgens schaue ich mir die Liste an. Je nach Zeitbudget, Dringlichkeit und Stimmung streiche ich dann schwungvoll alles weg, was an dem Tag nicht relevant ist, und widme mich ausschließlich den Sachen, die ich mir ausgesucht habe. Die Punkte habe ich dabei unterteilt in Bürokram, weiche Zeit und harte Zeit. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass ich nicht zu viel Zeit mit zwar wichtigen, aber wenig schöpferischen Dingen verplempere. Sie müssen erledigt werden, ohne Frage – aber die harte Zeit ist die Zeit, in der Texte entstehen! Das ist die Zeit, die hohe Konzentration erfordert und auch mal ein Sich-Durchbeißen. Bei mir fallen Schreiben und Überarbeiten in diese Kategorie. Wenn ich diese Punkte ständig von der Liste streichen würde, entstünde kein fertiger Text mehr. Insofern ist der Akt des Streichens eine Selbstkontrolle, bei der ich mich frage: Willst du wirklich den fünften Tag in Folge keine Minute in harte Zeit investieren?

Mit der Tagesliste schaffst du dir somit ein Gerüst, das dir den Einstieg in den Arbeitsprozess erleichtert. Du verzettelst dich weniger und kannst direkt mit produktiver Arbeit beginnen. Überlege einmal, welche Aufgaben du im Zusammenhang mit dem Schreiben immer wieder ausführst und notiere sie. Diese Aufzeichnungen bilden dann die Grundlage für deine eigene Tagesliste.

Die Wochenliste

Eine weitere Liste, die ich regelmäßig nutze, ist meine Wochenliste. Diese ist im Grunde eine Übersicht meiner kompletten To-dos außerhalb regelmäßig wiederkehrender Aufgaben – die kommen ja auf die Tagesliste. Alles, was im Zusammenhang mit dem Schreiben anfällt, kommt auf diese Liste. Einige Beispiele: die Konvertierung eines Textes für eine Veröffentlichung, Klärung technischer Fragen diesen Blog betreffend oder Weiterbildungen, die ich gerne machen möchte. Thematisch zusammenhängende Dinge fasse ich unter Überschriften zusammen, zum Beispiel Blog und Weiterbildung. Große Aufgaben zerlege ich in Kleine und führe die Punkte einzeln auf, so dass ich sie nach und nach abarbeiten kann. Habe ich eine große Aufgabe bewältigt und damit einen Meilenstein erreicht, gibt’s eine Belohnung. (Was bei unserem Mops funktioniert, funktioniert auch bei mir.)

Meine Wochenliste drucke ich montags aus. Ich markiere mit einem roten Punkt, welche der vielen Punkte ich mir für die Woche vornehme. Den Zettel hänge ich direkt über den Monitor an die Pinnwand – und versuche dann, die Aufgaben zu bearbeiten. Das klappt nicht immer, aber so stehe ich nicht vor einem riesigen Berg an Einzelaufgaben, die mich in ihrer Masse komplett überfordern würden. Fallen einzelne Aufgaben hintenüber, kann ich zumindest nachhalten, woran es gelegen hat. Ich bin aber so oder so weitergekommen, wenn auch in kleinen Schritten. Diese Erfolge schreibe ich mir auf, um mich weiter zu motivieren: Das habe ich diese Woche geschafft. Toll!

Checkliste Projekt

Starte ich ein neues Projekt, trage ich alle anfallenden Aufgaben zusammen und erstelle eine Liste. Vieles wiederholt sich ja von Projekt zu Projekt, manches ist aber auch anders. Die Liste drucke ich nicht unbedingt aus, weil sie doch einen sehr langen Zeitraum abdeckt, manchmal über mehrere Jahre, und der Platz auf meiner Pinnwand begrenzt ist. Ich lege sie mir daher auf den Desktop, damit ich dann und wann mal reinschauen kann. Wird ein Punkt aktuell, wandert er auf meine Wochenliste.

Mein Langzeit-Schreibprojekt 21ufos habe ich beispielsweise in einer Tabelle erfasst. Das erste Blatt fasst alle Projekte in einer Tabelle zusammen mit Stand der jeweiligen Bearbeitung. Jedes weitere Blatt ist dann einem einzelnen Projekt gewidmet. Hier finden sich zum Beispiel die Aufgaben Buchsatz und Überarbeitung wieder, die dann zum richtigen Zeitpunkt auf meine Wochenliste wandern.

Jeder Punkt lässt sich dabei natürlich bis ins Kleinste herunterbrechen und als eigene Datei oder eigener Zettel anlegen. Schreiben ist zum Beispiel ein guter Punkt auf meiner Tagesliste – aber viel zu global, als dass ich damit im konkreten Moment arbeiten könnte. Schreiben auf ein Projekt bezogen bedeutet bei mir, dass ich mir eine Szene heraussuche und daran schreibe. Die Szene kenne ich, weil ich vor Schreibbeginn mehr oder weniger intensiv geplottet habe. (Wie genau ich vorarbeite, kann ich jetzt hier nicht beschreiben, das würde zu weit führen. Aber es kommt sicherlich noch ein Artikel dazu.) In meiner „Checkliste Projekt“ heißt der Punkt Schreiben daher auch anders, nämlich Erstellen der Rohfassung. Mit dieser Formulierung schicke ich den Bonvivant in mir auf die Terrasse – und setze den Arbeiter an den Schreibtisch. Ersterer will nämlich nur vor sich hinträumen und keine Aufgaben erledigen. So einen kann ich hier nicht gebrauchen. Er darf erst wiederkommen, wenn ich im Schreibfluss bin. 🙂

Checkliste Blogartikel

Bloggst du auch oder planst, es zu tun? Dann kann ich dir nur empfehlen, alle Aufgaben, die mit dem Veröffentlichen eines Blogartikels einhergehen, in einer Liste zusammenzutragen. Auf die „Checkliste Blogartikel“ kommen zum Beispiel die Punkte Foto suchen, Schlagwörter eintragen und Veröffentlichungstermin planen. So ersparst du es dir, dich vor jeder Veröffentlichung fragen zu müssen: Woran muss ich noch mal denken? Natürlich entstehen mit der Zeit Routinen. Aber wo Routinen entstehen, kommt es auch leicht zu Flüchtigkeitsfehlern. Mir hilft es daher ungemein, diese Liste noch mal zu prüfen, bevor ich den Artikel freigebe. 

Weitere Ideen für Checklisten wären zum Beispiel eine rund um das Veröffentlichen, was bei mir allerdings in der Projekt-Datei stattfindet. Auch geplante Werbemaßnahmen oder eine Liste der Fachliteratur, die du durcharbeiten möchtest, kannst du mit einer Liste erfassen. Hast du noch mehr Ideen zum Thema Listen und Schreiben? Oder hast du eine Frage? Dann freue ich mich über einen Kommentar!

Holl di munter!

Deine Kerstin