Auf der Zielgeraden

Seit meinem letzten Blog-Beitrag ist sehr viel passiert. Falls du mir auf Instagram folgst, konntest du live und in Farbe verfolgen, wie meine Projekte wuchsen und gediehen. (Du folgst mir noch nicht? Hier geht es direkt zu meinem Profil.)

Heute gibt es auch hier ein kleines Update.

  • DER STURM BRACHTE IHREN RETTER steht kurz vor der Neuauflage. Der Text wurde komplett überarbeitet. Dieses Mal habe ich alles eingekauft, was einem so geraten wird, unter anderem Lektorat, Korrektorat, Cover und Buchsatz. Gerade habe ich den zweiten Probedruck freigegeben. Das Buch richtet sich an Frauen ab etwa 60 Jahren, die gerne zum Heftroman greifen. DER STURM ist ein Liebeskurzroman aus Ostfriesland mit Happy-End-Garantie und wird als E-Book und Printausgabe mit besonders großer Schrift erscheinen.  Ich freue mich sehr, dass ich es noch rechtzeitig vor Weihnachten schaffe, denn das Buch eignet sich hervorragend als Geschenk für eine ältere Verwandte oder Bekannte. 😉 

  • Auch mein Projekt TASCHE MIT HERZ befindet sich auf der Zielgeraden. Aktuell bin ich dabei, die Verbesserungen aus dem Korrektorat einzuarbeiten. Auch dieses Buch soll deutlich vor Weihnachten erscheinen und richtet sich an Frauen ab 40. Hier geht es zum Klappentext und einer kleinen Leseprobe.

  • Nachdem ich vergangenes Wochenende auf der Frankfurter Buchmesse war und es sehr genossen habe, wieder einmal Literaturbetriebsluft zu schnuppern, geht es gleich mit der nächsten Messe weiter: Vom 3. bis 7. November öffnet die Onlinebuchmesse ihre Pforten. In den sozialen Medien präsentieren sich Autoren, Blogger, Verlage und Dienstleister gemeinsam unter dem Hashtag #obm2021 und bieten ein vielfältiges Programm. Auch ich werde einige Live-Veranstaltungen auf meinem Instagram-Kanal anbieten und mich jeden Tag mit Beiträgen an den Tagesaufgaben beteiligen. Meine Termine findest du hier.

  • Auch mein Podcast läuft weiter, allerdings in einem nicht mehr regelmäßig erscheinenden Turnus. Dazu werde ich erst nach Veröffentlichung meiner beiden Projekte zurückkehren – und plane außerdem, zu einzelnen Episoden Gäste einzuladen. Seid gespannt! Ich bin es. 🙂

Es ist geschafft!

In den vergangenen Monaten habe ich mich auf den Podcast zu 21ufos.de konzentriert, von dem ich in meinem letzten Artikel berichtet habe. Nun habe ich es endlich geschafft: Alle bisherigen Beiträge sind einzeln oder als Zusammenfassungen vertont! Das war eine ganz schöne Arbeit und erklärt die Ruhe auf diesem Blog.

Nach einer Sommerpause geht es dann Mitte August mit neuem Content weiter. Ein Fokus soll dabei auf dem Veröffentlichungsprozess via Selfpublishing liegen, denn auch ich wähle für meine nächsten Veröffentlichungen im Herbst und Frühjahr wieder diesen Weg – nicht aus Not, sondern ganz bewusst. Die Projekte „TmH und „Ida“ werde ich weder Agentur noch Verlag anbieten, sondern komplett auf meine Weise – und mein Risiko – herausbringen, dieses Mal mit dem kompletten A bis Z: Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, Cover und flankierendem Marketing. Auch über Sensitivity Reading denke ich nach.

Hast du Fragen dazu, die ich in den Podcast-Folgen berücksichtigen sollte? Schreib sie mir gerne in die Kommentare! Folge mir auch gerne auf Instagram @kerstin.schuldt.autorin und tritt mit mir in Kontakt.

Holl di munter!

Deine Kerstin

Notizen aus dem Wochenbett

Unser jüngster Familienzuwachs ist nun zehn Wochen alt, und ich melde mich aus dem Wochenbett zurück. Uns beiden geht es wunderbar, und in die Familie kehrt langsam ein neuer Alltag mit Baby ein. Es juckt mir in den Fingern, wieder an meinen Texten zu arbeiten – wobei ich damit gar nicht so richtig aufgehört habe. Noch im Krankenhaus habe ich mir Notizen gemacht und Ideen aufgeschrieben, die mir des nachts kamen. Viel Zeit zum Nachdenken habe ich ja, immerhin schlafe ich momentan recht wenig …

Kreatives Schreiben im Mini-Format

Und das ist auch der Tipp, den ich dir heute mit auf den Weg geben möchte: Egal, wie viel Zeit du hast oder wie wenig Gelegenheit zu intensivem Schreiben – mache dir wenigstens Notizen! Das müssen keine ellenlangen Texte sein. Ein kurzer Satz, ein Wort, das dich an den ursprünglichen Gedanken erinnert, kann schon ausreichen. (Doch seien wir ehrlich: Meist wird mehr als ein Wort nötig sein, denn wenn du deine Notizen zwei Jahre später noch mal sichtest, wirst du dich vielleicht nicht erinnern, was du dir mit „Rhabarberpudding“ oder „Brühwürfel“ sagen wolltest.)

Mit Notizbuch und Stift gegen das Vergessen

Ich habe beispielsweise immer ein kleines Notizbuch in der Tasche, in meiner Lieblingsfarbe, grau-blau mit Goldverzierung, so dass es Spaß macht, hineinzuschreiben. Und mein Lieblingsstift darf natürlich auch nicht fehlen. (Hier kann ich nur sagen: ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren! Schon das Notieren sollte Spaß machen.) Das Ganze hat den Vorteil, dass spontane Geistesblitze nicht verloren gehen und du sie obendrein archivieren kannst. Momentan erinnere ich mich kaum an meinen eigenen Namen – wie sollte es mir also bei potentiellen Namen für Nebenfiguren gelingen? Leider bin ich so oder so mit einem recht schlechten Gedächtnis gesegnet, und auch außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit ist das Notizbuch meine einzige Waffe gegen das Vergessen. Also trickse ich mein schlechtes Gedächtnis aus, das erstaunlicherweise neben Jahreszahlen vor allem kreative Einfälle rasch aussortiert, und schreibe alles auf.

Ideen gehören in die Kiste

Was aber, wenn du nicht der Typ für ein Notizbuch bist? Lose Zettel, die in Hosentaschen herumfleddern, haben leider den enormen Nachteil, dass sie leicht verloren gehen – einfach weil sie keinen Ort haben. In dem Fall gewöhnst du dir am besten an, sie zu Hause direkt in einer Schachtel abzulegen, in der du alle Zettel sammelst, oder du klebst sie in das Notizbuch ein, das du sonst benutzt. (So mache ich es.) Alternativ bietet sich natürlich das Handy an, das die meisten von uns stets mit sich führen. Das ist sicherlich eine Typfrage, Für mich ist es nichts, ich brauche Stift und Papier. (Toll sind auch zusätzliche Notizseiten in einem Kalender, falls du etwas so Altmodisches noch nutzt. Ich gehöre zu diesen merkwürdigen Leuten … Hier schreib ich alles mögliche rein, von Seminarmitschriften über Geschenkideen bis hin zu Textsplittern. Die Kalender wandern am Jahresende in eine Sammelkiste, wenn ich den nächsten aktiviere. So kann ich sogar nachhalten, in welchem ungefähren Zusammenhang mir welche Idee kam beziehungsweise was mich in dem Jahr beschäftigte. Toll! (Manches ist natürlich peinlich. Niemals wird jemand diese Ergüsse lesen dürfen, die Nabelschau, das Spekulieren über die eigene Zukunft et cetera. Aber was soll’s? Die Gedankenspielereien sind nur für mich bestimmt – so wie deine nur dir gehören. Niemand wird sie jemals lesen. Du kannst aufschreiben, was du willst. Ist das nicht herrlich?

Deine Notizen sind dein Schatz

Gelegentlich gehe ich die Notizen dann durch. Kann ich etwas davon für meinen aktuellen Text verwenden? Oder vielleicht für einen anderen? Oder könnte eine neue Idee für eine Geschichte daraus entstehen? Dein Notizbuch ist dein „Eichhörnchenversteck“. Verbuddel darin alle Schätze, die du deinem Gehirn entreißen konntest. Kommt die Zeit, da du sie brauchst, kannst du ein Versteck öffnen – und wirst dich freuen, deine Schätze so fleißig verbuddelt zu haben.

Hast du auch eine Taktik, um deine Gedanken vor dem Vergessen zu bewahren? Fallen dir weitere Tipps und Tricks dazu ein? Dann freue ich mich über einen Kommentar!

Holl di munter!

Deine Kerstin

Hochschwanger schreiben

„Na, du hast ja eine ganz schöne Kugel!“, rief mir die Nachbarin vor ein paar Tagen aus sicherem Abstand zu. Ich strich über meinen sehr runden Bauch und freute mich. Ich bin gerne schwanger, auch jetzt noch im Endspurt. Trotz wegbleibender Puste; trotz Verzichts auf Kuchen und Torte; trotz beginnenden Schlafmangels, weil ich mich nur noch von rechts nach links wende. Für mich gehört dies einfach zu den schönsten Zeiten im Leben, und ich bin froh und dankbar, dass ich es noch einmal erleben darf.

Doch wie sieht es in dieser Zeit mit dem Schreiben aus? Nach einem schönen kreativen Schub vor einigen Wochen muss ich jetzt zugeben, dass das Tippen nicht mehr regelmäßig stattfindet. Ich nutze die verbliebene Zeit vor der Geburt eher, um auf der Terrasse in der Sonne zu sitzen und in mich zu gehen. Solche Phasen für strategische Planungen genehmige ich mir ohnehin regelmäßig. (Was nicht heißt, dass ich das meiste davon genauso regelmäßig über den Haufen werfe …)

Ich stelle mir folgende Fragen:

  • Wie soll es weitergehen?
  • Welches Projekt möchte ich vorantreiben, wenn sich dieses Jahr kleine Zeitfenster ergeben sollten?
  • Wie und wann möchte ich richtig wieder einsteigen – und womit?
  • Möchte ich die Richtung, die ich eingeschlagen habe, beibehalten – oder mich in eine andere Richtung entwickeln?
  • Braucht es dazu vielleicht eine Weiterbildung, die ich schon mal recherchieren könnte?
  • Wäre sie innerhalb der nächsten drei Jahre realistisch zu absolvieren – oder erst danach?
  • Mit Baby und Kleinkind muss man sich insgesamt neu sortieren: Wie kann ich mir auch in dieser Phase kreative Auszeiten sichern, um nicht unzufrieden zu werden?

Es ist wichtig, sich vorher Gedanken darüber zu machen, um nicht blind in eine unbefriedigende Situation zu schlittern. Wenn du dir vorher überlegst, wie du Inseln für kreative Arbeit schaffen kannst, wird es für dich auch immer die Vorfreude darauf geben – und das mögliche Gefühl der „Durststrecke“ hält sich in Grenzen. Aus Erfahrung kann ich sagen: So gerne ich auch Mutter bin, so sehr freue ich mich über die Zeit am Schreibtisch. Auch das macht mich als Mensch aus. Ich weiß, dass ich diese Zeit brauche, um glücklich und zufrieden zu sein. Dir geht es ähnlich? Dann reichen in der Babyzeit oft schon Mini-Zeit-Portionen, um das Gefühl zu haben „am Ball zu bleiben“ und sich auch mit eigenen Themen und Gedanken zu beschäftigen. Das kann dann bedeuten, einen Artikel in einer Autoren-Zeitschrift zu lesen oder ein Kapitel in einem Schreibratgeber, ein Video zum Thema Schreiben anzuschauen, über Plot oder Charaktere deines aktuellen Projekts nachzudenken und Notizen dazu anzufertigen –  oder gar ein paar Sätze zu schreiben. (Zu hoch stapeln wollen wir aber lieber nicht, oder? 😉 )

Diese Mini-Zeit-Portionen muss man meiner Erfahrung nach jedoch planen. Sonst fallen sie nämlich einfach aus, weil dieses oder jenes wichtiger ist – und die Unzufriedenheit schleicht sich doch ein. Im Interesse aller Beteiligten lohnt es sich, das aktiv zu verhindern. Das bedeutet, sich auch mal gegen die Inanspruchnahme durch die Familie durchzusetzen. Es ist schließlich auch in ihrem Interesse, dass die Mama glücklich und zufrieden ist. (Notfälle, kranke Kinder etc. sind davon natürlich ausgenommen. Jede Planung muss über den Haufen geworfen werden können. Nur sollte das nicht regelmäßig wegen jeder Kleinigkeit passieren. Sonst kommst du letzten Endes zu kurz, und damit ist niemandem geholfen – auch dem Baby nicht!)

Neben diesem Planungsbedürfnis hat bei mir der Nestbautrieb voll eingesetzt: Alles soll noch einmal schön sauber sein, bevor die Kleine auf die Welt kommt. (Dafür wird notfalls auch der Papa eingespannt, der muss nämlich Oberlichter putzen und Lampen entstauben. Auf Leitern klettere ich nicht mehr.) Auch der Papierkram will erledigt sein, denn damit möchte ich mich in der ersten Zeit nach der Geburt wirklich nicht beschäftigen. Und nicht zuletzt genieße ich noch einmal exklusive Zeit mit meinen beiden Großen und natürlich meinem Mann: ganz bewusst Zeit miteinander verbringen, die Akkus aufladen für die anstrengenden ersten Monate mit Baby – das ist ganz, ganz wichtig. Davon zehrt man, wenn es mal schwierig wird und die Müdigkeit zum ständigen Begleiter geworden ist.

So, das waren meine Gedanken zu Thema „hochschwanger schreiben“ – oder vielmehr planen. Hast du auch Erfahrungen dazu, die du teilen möchtest? Dann freue ich mich über einen Kommentar!

Damit verabschiede ich mich vorerst ins Wochenbett – und hoffe, dich bald in alter kreativer Frische hier wiederzusehen. 🙂

Holl di munter!

Deine Kerstin

Schreiben in Zeiten von Corona

Kürzlich las ich einen Artikel in einer großen deutschen Sonntagszeitung. Der Verfasser des Artikels hatte plötzlich Muße und schien davon auszugehen, dass es auch allen anderen in diesen Zeiten so ergehen müsse.

Als Mutter kann ich nur sagen: Ich habe diese Muße nicht. Kinder zu beschulen, ohne Lehrer zu sein, ist keine Kleinigkeit, und der Alltag hat sich in den vergangenen Wochen doch fundamental geändert. Von Muße leider keine Spur. Zudem bin ich mittlerweile hochschwanger, und statt stolz meinen Bauch in den Geburtsvorbereitungskurs zu tragen oder ihn Freunden und Familie vorzuführen, beschränkt sich das Vorführen auf die direkte Nachbarschaft, die die Veränderung meines Körpers vom Fenster aus beobachten darf. Nicht mal einkaufen kann ich, da Risikogrüppler.

Das könnte schon aufs Gemüt schlagen – tut es aber zum Glück nicht. Und ich schreibe – trotzdem! Meine momentane Dosis liegt allerdings bei nur einer Seite pro Tag. Das ist nicht die Welt, aber immerhin bleibe ich so am Ball, und das möchte ich auch dir empfehlen. Egal, ob du gerade mehr gefordert bist oder weniger als normalerweise: Lege ein tägliches Pensum fest. Ob es nun 200, 500 oder 1000 Wörter sind, ist dabei doch schnuppe. Die Menge sollte sich nur mit deinem momentanen Alltag verbinden lassen.

Oder hast du das Gefühl, in dieser weltumspannenden Krise nicht an deinem aktuellen Projekt weiterarbeiten zu können? Ja, diesen Gedanken kenne ich auch. Die Pandemie drückt in ihrer erschreckenden Wucht alle anderen Themen in den Hintergrund. Ist das, was ich mit meinem Text erreichen und vermitteln will, nicht stumpf und inhaltsleer angesichts dessen, was gerade passiert? Sollte ich es nicht einfach in die Tonne kloppen und fertig?

Bitte nicht! Es ist sicherlich legitim, ein Projekt auch mal ruhen zu lassen und sich anderen Dingen zu widmen. Vielleicht magst du über deine aktuellen Erfahrungen schreiben, ähnlich einem Tagebuch, oder die Gedanken und Gefühle dieser Zeit in ein neues Projekt einfließen lassen. Das alte verliert dadurch aber nicht an Wert! Die Welt wird sich weiterdrehen, und es wird ein Nach-Corona geben. Die großen literarischen Themen werden auch danach noch relevant sein. Gedüld, Gedüld…

Vielleicht brauchst du auch neue Routinen, um schreibend durch diese Zeit zu kommen. Dadurch, dass der Tagesablauf bei vielen gestört ist, ist das Schreiben vielleicht zu den üblichen Zeiten nicht mehr möglich, sei es nun aus reinen Zeitgründen oder weil der Zeitpunkt sich nicht mehr mit kreativ-schöpferischer Tätigkeit verbinden lässt. Dann lohnt es, sich einen Moment hinzusetzen und zu überlegen, welche neuen Routinen dir durch diese Zeit helfen könnten. Da heißt es vielleicht auch, mal Kompromisse eingehen zu müssen. Es ist ja nicht für immer, sondern nur für diese besondere Zeit. Ich zum Beispiel brauche eigentlich absolute Ruhe – mit Ausnahme von Musik – zum Schreiben, Die gibt es aber de facto nicht. Gar nicht. Aber da ich nun mal dieses Langzeitprojekt gestartet habe, wird mich auch eine Pandemie nicht davon abhalten, es zu beenden. Vielleicht verschlechtern die Bedingungen meine Texte. Vielleicht aber auch nicht.

Keiner von uns weiß, wie lange das hier dauern wird und wie die Welt danach aussieht. Sicher ist nur eines: Die Erde wird sich weiterdrehen, und die Menschen werden, so lange es sie gibt, Geschichten lesen und hören wollen. Das sollte als Motivation doch ausreichen, oder? 😉

Hast du weitere Tipps, wie wir schreibend gut durch diese Zeit kommen? Dann freue ich mich über einen Kommentar von dir!

Holl di munter!

Deine Kerstin