Notizen aus dem Wochenbett

Unser jüngster Familienzuwachs ist nun zehn Wochen alt, und ich melde mich aus dem Wochenbett zurück. Uns beiden geht es wunderbar, und in die Familie kehrt langsam ein neuer Alltag mit Baby ein. Es juckt mir in den Fingern, wieder an meinen Texten zu arbeiten – wobei ich damit gar nicht so richtig aufgehört habe. Noch im Krankenhaus habe ich mir Notizen gemacht und Ideen aufgeschrieben, die mir des nachts kamen. Viel Zeit zum Nachdenken habe ich ja, immerhin schlafe ich momentan recht wenig …

Kreatives Schreiben im Mini-Format

Und das ist auch der Tipp, den ich dir heute mit auf den Weg geben möchte: Egal, wie viel Zeit du hast oder wie wenig Gelegenheit zu intensivem Schreiben – mache dir wenigstens Notizen! Das müssen keine ellenlangen Texte sein. Ein kurzer Satz, ein Wort, das dich an den ursprünglichen Gedanken erinnert, kann schon ausreichen. (Doch seien wir ehrlich: Meist wird mehr als ein Wort nötig sein, denn wenn du deine Notizen zwei Jahre später noch mal sichtest, wirst du dich vielleicht nicht erinnern, was du dir mit „Rhabarberpudding“ oder „Brühwürfel“ sagen wolltest.)

Mit Notizbuch und Stift gegen das Vergessen

Ich habe beispielsweise immer ein kleines Notizbuch in der Tasche, in meiner Lieblingsfarbe, grau-blau mit Goldverzierung, so dass es Spaß macht, hineinzuschreiben. Und mein Lieblingsstift darf natürlich auch nicht fehlen. (Hier kann ich nur sagen: ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren! Schon das Notieren sollte Spaß machen.) Das Ganze hat den Vorteil, dass spontane Geistesblitze nicht verloren gehen und du sie obendrein archivieren kannst. Momentan erinnere ich mich kaum an meinen eigenen Namen – wie sollte es mir also bei potentiellen Namen für Nebenfiguren gelingen? Leider bin ich so oder so mit einem recht schlechten Gedächtnis gesegnet, und auch außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit ist das Notizbuch meine einzige Waffe gegen das Vergessen. Also trickse ich mein schlechtes Gedächtnis aus, das erstaunlicherweise neben Jahreszahlen vor allem kreative Einfälle rasch aussortiert, und schreibe alles auf.

Ideen gehören in die Kiste

Was aber, wenn du nicht der Typ für ein Notizbuch bist? Lose Zettel, die in Hosentaschen herumfleddern, haben leider den enormen Nachteil, dass sie leicht verloren gehen – einfach weil sie keinen Ort haben. In dem Fall gewöhnst du dir am besten an, sie zu Hause direkt in einer Schachtel abzulegen, in der du alle Zettel sammelst, oder du klebst sie in das Notizbuch ein, das du sonst benutzt. (So mache ich es.) Alternativ bietet sich natürlich das Handy an, das die meisten von uns stets mit sich führen. Das ist sicherlich eine Typfrage, Für mich ist es nichts, ich brauche Stift und Papier. (Toll sind auch zusätzliche Notizseiten in einem Kalender, falls du etwas so Altmodisches noch nutzt. Ich gehöre zu diesen merkwürdigen Leuten … Hier schreib ich alles mögliche rein, von Seminarmitschriften über Geschenkideen bis hin zu Textsplittern. Die Kalender wandern am Jahresende in eine Sammelkiste, wenn ich den nächsten aktiviere. So kann ich sogar nachhalten, in welchem ungefähren Zusammenhang mir welche Idee kam beziehungsweise was mich in dem Jahr beschäftigte. Toll! (Manches ist natürlich peinlich. Niemals wird jemand diese Ergüsse lesen dürfen, die Nabelschau, das Spekulieren über die eigene Zukunft et cetera. Aber was soll’s? Die Gedankenspielereien sind nur für mich bestimmt – so wie deine nur dir gehören. Niemand wird sie jemals lesen. Du kannst aufschreiben, was du willst. Ist das nicht herrlich?

Deine Notizen sind dein Schatz

Gelegentlich gehe ich die Notizen dann durch. Kann ich etwas davon für meinen aktuellen Text verwenden? Oder vielleicht für einen anderen? Oder könnte eine neue Idee für eine Geschichte daraus entstehen? Dein Notizbuch ist dein „Eichhörnchenversteck“. Verbuddel darin alle Schätze, die du deinem Gehirn entreißen konntest. Kommt die Zeit, da du sie brauchst, kannst du ein Versteck öffnen – und wirst dich freuen, deine Schätze so fleißig verbuddelt zu haben.

Hast du auch eine Taktik, um deine Gedanken vor dem Vergessen zu bewahren? Fallen dir weitere Tipps und Tricks dazu ein? Dann freue ich mich über einen Kommentar!

Holl di munter!

Deine Kerstin

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