Mit meiner lieben Herzgespinste-Kollegin Michaela Metzner alias Mia M. Hope habe ich zum Thema Liebesromane geplaudert. Michaela ist Selfpublisherin und hat gerade den zweiten Teil einer Dilogie mit dem Titel TRÜMMERMÄRCHEN veröffentlicht. In der aktuellen Podcast-Episode vom Freitag haben wir uns einem der beliebtesten Genres im Selfpublishing gewidmet – und warum es so einfach nicht ist! Das Genre hat nämlich etliche Sub-Genres, und warum es sinnvoll ist, sich frühzeitig festzulegen, verrät Michaela in dieser Folge. Hör doch mal rein!
[Alle Podcast-Episoden in der Übersicht und einige Anbieter, über die du den Podcast noch hören kannst, findest du hier.]
Ich freue mich riesig, denn heute ist ein Theaterstück von mir erschienen. In der Geschichte geht es um eine Familie, die sich zum Abendessen trifft und sich mit geplanten, geplatzten und neuen Träumen auseinandersetzen muss.
Hier alle Informationen:
OSTF_CKLAND
Theaterstück in der Anthologie
Traumfabrik-Geschichten
herausgegeben von Sandra Andrés und Christiane Spooren
»Träume mussten schnell realisierbar und massentauglich sein, ein Endorphin-Kick. Hatte man den einen erreicht, ging es gleich zum nächsten. Während die harten Träume, für die man bluten, kämpfen und weinen musste, hier im Keller einstaubten.«
Was wäre es doch schön, eine Fabrik zu haben, in der Träume maßgeschneidert werden! Einen Träume-Laden, in dem wir unsere Lebensträume finden. Eine Glaskugel, in der unsere Träume für später aufbewahrt werden. Unendlich Zeit, unseren Träumen zu folgen. Sich einfach aus dem Alltag wegzuträumen. Oder jemanden, der an uns glaubt und uns beim Verwirklichen unterstützt.
Genau das soll diese Anthologie sein: Eine Erinnerung daran, dass Träume keinesfalls nur Schäume sind. Eine Traumfabrik, erschaffen von 40 Autor:innen für einen schreibfreudigen jungen Menschen, der das Handwerk des Träumeschnitzens erlernen … äh seinen Buchtraum verwirklichen möchte – mit einem Stipendium bei Autorenträume, finanziert durch die Einnahmen der Buchverkäufe.
Träumen wir gemeinsam davon, dass alles möglich ist.
(Zur Sicherheit: Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung für einen Selfpublishing-Dienstleister. 🙂 )
Selfpublishing ist eine tolle Möglichkeit, sein Buch hinaus in die Welt zu schicken. Es kann aber auch mit hohen Kosten verbunden sein. Muss das sein? Hierzu habe ich mir einige Gedanken gemacht.
Raus aus der Krise
Ich habe früher selbst im Verlag veröffentlicht und konnte davon leben. Aus familiären Gründen kam das Veröffentlichen zum Erliegen, und tatsächlich folgte eine „Veröffentlichungskrise“, weil ich auch fertige Texte nicht mehr publizierte. Wie bin ich dieser Krise entkommen? Das Zauberwort hieß: Selfpublishing.
Ich gab kaum Geld aus
Das Selfpublishing auf sehr niedrigem finanziellen Niveau war 2019 für mich der erlösende Faktor, den ich brauchte, um den Kreislauf zu durchbrechen. Ein privater Druck nur für mein eigenes Bücherregal hatte mir nicht gereicht. Tatsächlich kostete es mich keine zwanzig Euro, mein Buch zu veröffentlichen, und bei einer reinen E-Book-Version wären nicht mal die fällig gewesen. Das Geld zahlte ich an den Distributor, alle anderen Ausgaben sparte ich mir.
Der Grund: Hätte ich mir auch noch hohe finanzielle Hürden auferlegt, hätte ich es nicht geschafft. Der Prozess hat mich so schon alle Kraft gekostet, auch ohne weiteren Druck. Denn das vergessen viele: Die Zusammenarbeit mit anderen am Buch kostet Kraft, Zeit, Nerven. Will und kann manche:r vielleicht in dem Moment gar nicht.
Eine Option, kein Muss
Ich brachte also einen kleinen Liebesroman heraus, ohne Lektorat, ohne gekauftes Cover, ohne alles. Danach folgte ein Drehbuch. Beide habe ich mittlerweile neu aufgelegt und vieles eingekauft, was der Markt so verlangt. Wollte ich so – hätte ich aber nicht müssen. Es war meine freie Entscheidung, diesen Weg zu gehen, weil ich meine Geschichten so und nicht anders veröffentlichen wollte. Das Geld hatte ich auch nicht herumliegen, sondern habe es geliehen. Ein Wagnis, das ich nicht bereue.
Ich habe das Geld geliehen, aber es gibt viele Möglichkeiten, eine Veröffentlichung fit für den Buchmarkt zu machen. (Da das hier den Rahmen sprengen würde, verweise ich auf ein Video der Agentur Autorenträume, die hierzu einige Tipps und Hinweise liefert.) Denn eines möchte ich ganz klar sagen: Ein Text gewinnt durch ein gutes Lektorat. Ein:e Leser:in wird eventuell durch ein Cover animiert, sich ein Buch genauer anzusehen und dann zu kaufen. Ein guter Buchsatz sorgt für ungehinderten Lesegenuss. Und ein Korrektorat ist der Punkt, auf den Autor:innen meiner Meinung nach am allerwenigsten verzichten sollten, denn viele Rechtschreibfehler im Text sind das, was die Leser:innen wohl am meisten stört. Alle diese Dienstleistungen haben ihren Sinn und ihre Berechtigung, und wenn sie irgendwie gewollt und finanzierbar sind – wunderbar. Aus gutem Grund lasse ich sie meinen Geschichten ja auch (meist) angedeihen. Aber sie sind kein Muss! Sie sind eine Option.
Kein Entweder-oder
Kritik an unlektorierten etc. Büchern kann ich natürlich nicht ausblenden. Verderben „schlecht gemachte Bücher“ den Markt? Verprellen sie die Leserschaft? Werfen sie ein schlechtes Licht aufs Selfpublishing? Aus Sicht des professionellen Selfpublishings kann ich diese Gedankengänge verstehen. Auch ich möchte meine Bücher verkaufen und Leser:innen überzeugen, auch Bücher aus dem Selfpublishing zu lesen.
Dennoch finde ich niedrigschwellige Zugangswege auch im zu bezahlenden Bereich sehr, sehr wichtig. Ich bin gegen ein Entweder-oder, sondern plädiere für beide Möglichkeiten: eine friedliche Co-Existenz.
Die Stimmen aller
Ein anderer Aspekt ist mir in diesem Zusammenhang nämlich sehr wichtig: Selfpublishing ist Demokratie pur. Auch die Stimme einer alleinerziehenden Mama oder ungelernten Arbeiters, der mit kleiner Rente leben muss, sollte gehört werden können. Ich war selbst mal alleinerziehend und weiß, was es bedeutet, jeden Cent umdrehen zu müssen, und hatte ganz bestimmt kein Geld für Lektorat etc.
Aber: Alle Menschen sollten sich unabhängig vom Geldbeutel ihren Traum vom eigenen Buch erfüllen dürfen, ohne dass der Torhüter Verlagsvertrag oder hohe Veröffentlichungskosten im Selfpublishing dies verhindern. Auch kulturell betrachtet finde ich es enorm wichtig, allen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Gedankenwelt zugänglich zu machen. (Und nein, nicht jede:r ist mit Deutschlehrern befreundet, die sich dann „wenigstens mal die Rechtschreibung anschauen“ können.)
Den Torhüter Verlag als Zugangsverhinderer zum Buchmarkt gibt es nicht mehr, und das ist gut so. Ich finde es ganz schlimm, wenn innerhalb der Selfpublishing-Szene erneut hohe Hürden geschaffen werden, damit alle erscheinenden Bücher mit Verlagspublikationen „mithalten“ können. Vielleicht ist das ja gar nicht der Sinn dahinter! Vielleicht ist das auch gar nicht das Anliegen der jeweiligen Autor:in.
Standards für beide Seiten
Vielleicht schafft es die Selfpublishing-Szene ja zunehmend, objektive Standards festzusetzen, die den Leser:innen Orientierung bieten, was sie für ihr Geld bekommen.
Der oft mögliche „Blick ins Buch“ fällt mir da spontan ein: Hier hilft ein Studium des Impressums und der ersten Seiten, das Werk einzuordnen und zu wissen, was da auf einen zukommt – und ob man als Leser:in bereit ist, dafür einen Obulus zu entrichten.
Auch kann man als Autor:in offensiv hingehen und die Leser:innen direkt auf den ersten Seiten informieren, dass zum Beispiel ein Korrektorat aus finanziellen Gründen nicht möglich war, Hinweise aber gerne angenommen werden. Das wäre mutig und fair.
Preise für Bücher aus dem Selfpublishing sind eine Option für Orientierung, allerdings nur dann, wenn auch hier das Augenmerk nicht nur auf verlagsähnliche Publikationen gelegt wird. Sonst sind wir wieder beim Entweder-oder.
So mache ich es heute
Die Fragen, die ich mir heute beim Veröffentlichen stelle, sind: Was ist mir wichtig? Wo will ich eigentlich hin? Was und wen will ich mit genau diesem Text erreichen? Erst danach lege ich das Budget fest. Und wenn keins vorhanden ist, dann wird trotzdem veröffentlicht. Pimpen kann ich auch noch später.
Und diesen Tipp möchte ich auch dir mitgeben: Bevor du überhaupt nicht veröffentlichst, veröffentliche auf die minimalistische Art! Denn wenn du nicht veröffentlichst, kostet es ja auch etwas – nämlich deinen Traum vom eigenen Buch.
„Bücher schreiben“ ist das eine, „Bücher veröffentlichen“ das andere -und darüber hinaus gibt es auch noch „Bücher verkaufen“, das für viele Autor:innen die größte Challenge ist. Nachdem ich die ersten beiden Punkte mehrfach und erfolgreich gemeistert habe, lerne ich in puncto Marketing und Vertrieb täglich dazu. Natürlich kann ich noch nicht auf wahnsinnig viele Buchverkäufe zurückblicken, denn ich bin erst in 2021 richtig im Selfpublishing durchgestartet. Allerdings habe ich mittlerweile mehrere Titel am Markt und da im Kleinen doch meine Erfahrungen gemacht. Davon möchte ich dir heute berichten und hoffe, dass du davon profitieren kannst.
Muss das denn sein?
Dass sich E-Books nur noch für 99 Cent verkaufen, hört Autor:in allenthalben. Dennoch biete ich meine E-Books regulär zu höheren, mir gerechtfertigt erscheinenden Preisen an. Die Print-Versionen meiner Bücher habe ich dafür etwas günstiger gemacht, als es am Markt aktuell üblich ist – einfach, weil ich möchte, dass sie in möglichst viele Regale einziehen. 🙂
Dem Ruf nach 99 Cent entziehe ich mich dennoch nicht völlig, denn sowohl zum Erscheinungstermin als auch zwischendurch biete ich immer wieder diesen günstigen Preis an. Warum und nach welchen Kriterien, darum soll es im heutigen Post gehen. (Teil 2 folgt kommenden Montag.)
Entscheidungshilfen
Diese Frage kann jede:r Autor:in nur für sich selbst beantworten. Entscheidungskriterien können sein:
Ranking: Der niedrige Einstiegspreis kann bei Verkaufsbeginn dafür sorgen, dass du ein besseres Ranking erzielst. Dadurch wirst du wiederum besser ausgespielt, was zu weiteren Buchverkäufen führt usw. usf.
Experimentierfreude: Was passiert bei dem niedrigen Preis? Greifen tatsächlich mehr Leute zu? Hat er Einfluss auf meine Reichweite in den sozialen Medien? Wie kann ich den Preis beim Marketing nutzen? Wann lohnt sich eine Preisaktion am meisten? Gibt es Jahreszeiten, in denen eine Aktion mehr zieht? Experimentierfreudigen Autor:innen gehen die Fragen da glaube ich nie aus. 😉
Menschenfreundlichkeit: Du möchtest, dass möglichst viele Menschen dein Buch lesen können, unabhängig vom Geldbeutel. Das ist nobel. Hut ab!
Reichweite: Eine 99-Cent-Aktion wird gerne mal weiterempfohlen und in den sozialen Medien geteilt. So bleibst du im Gespräch und es erhöht die Reichweite, da du neuen Leuten ausgespielt wirst.
Werbemöglichkeiten: Mit einem günstigeren Preis stehen dir neue Werbemöglichkeiten offen. (Dazu später mehr.)
Kundenbindung / Querverkäufe: Sowohl eine bestehende Kundenbindung kann durch eine Aktion ausgebaut werden, da auch das nächste Buch gelesen wird, oder neue Leser:innen können gewonnen werden, die durch den günstigen Preis erstmals zugreifen und dann auch auf deine anderen Bücher aufmerksam werden. (Unromantisch, ich weiß. Aber Bücher verkaufen ist nun mal ein Business.)
Verzweiflung: Ja, auch die gibt’s. Wenn sich ein Buch überhaupt nicht verkauft, möchte man zu dieser „Verzweiflungstat“ schreiten. Mein Tipp: Versuche, dich für einen anderen Grund zu öffnen.
Wenn ich weiter drüber nachdenke, fallen mir bestimmt noch mehr gute Gründe für eine Preisaktion ein, aber das muss für’s Erste genügen. 😉
Ich wage zu behaupten: In fast jedem Lebensbereich kann es sinnvoll sein, sich zu vernetzen, wenn man etwas erreichen will. Das gilt ganz besonders für Autor:innen: Ich habe selbst erlebt, wie mich der Austausch mit lieben Kolleg:innen über Hürden gebracht hat, die mir zuvor unüberwindbar schienen. Auch beim Marketing ist die gegenseitige Unterstützung unschätzbar. Neben dem persönlichen Kontakt zu einzelnen Mitschreibenden, zum Beispiel über Instagram, gibt es auch die größere Version – ich will es mal „Netzwerken 2.0“ nennen. Heute möchte ich dir einige Möglichkeiten vorstellen.
Schreibgruppe
Der Klassiker! In einer kleinen, aber feinen Schreibgruppe geht es um den intensiven Austausch und persönlichen Kontakt. Möglichkeiten, Anschluss an eine Gruppe zu finden, sind zum Beispiel über Aushänge an lesefreundlichen Orten oder Aufrufe im Internet (Schreibforen!). Hier kannst du natürlich auch selbst einen Aufruf starten. Hast du schon mal einen Kurs an der VHS zum Thema Kreatives Schreiben gemacht? Auch hier können sich längerfristige Kontakte ergeben. (Pst: Ich habe früher selbst ein paar Kurse dort gegeben und bin interessanten Menschen begegnet.)
Längere Workshops
Als ich Anfang 2021 beschloss, mein Schreiben ganz neu aufzustellen und das Fundament für ein erfolgreiches Veröffentlichen und Vermarkten meiner Bücher zu legen, besuchte ich verschiedene Workshops. Nach einem Instagram-Selbstlernkurs, der mir die Grundlagen vermittelte, buchte ich den Instagram-für-Autoren-Kurs bei Annika Bühnemann. Vielleicht kennst du ihre Website vomschreibenleben.de, die für viele Fragen rund ums Schreiben und Veröffentlichen ein Anlaufpunkt ist. Dieser vierwöchige Kurs katapultierte mich dann marketingtechnisch tatsächlich in neue Sphären – und ich lernte nebenbei ganz wunderbare Menschen aus der Buch-Bubble kennen. In dieser geschützten Gruppe war es mir möglich, ganz offen zu sein und freizulegen, wo die Reise hingehen sollte. Eine tolle Erfahrung!
Autoren-Community / Dienstleister
Außerdem wurde ich Mitglied in einer Autoren-Community, dem Bookerfly-Club. Hier traf ich auf viele Autor:innen unterschiedlicher Genres, mit denen ich mich in Chat und Forum austauschen konnte. Teils halten die Kontakte bis heute an, was ich wundervoll finde, obwohl ich nicht mehr Mitglied im Club bin. Ich fand den Input der angebotenen Workshops aber sehr gut und motivierend und habe auch die gemeinsame Schreibzeit gelegentlich genutzt. Gerade Schreibanfänger bekommen hier viel Input und Ansprache.
Dann zog ich allerdings weiter, wurschtelte wieder eine Weile alleine vor mich hin und bin nun Mitglied in der KinderbuchManufaktur. Hier dreht sich alles ums Thema Kinderbuch, denn mit meinem neuen Pseudonym Kerstinus Brausike will ich langsam Fahrt aufnehmen und plane eine erste Veröffentlichung in 2023. Dafür muss ich noch ganz viel lernen, denn der Kinderbuchmarkt ist neu für mich. Ich bin gespannt, was mich erwartet.
Außerdem bin ich Kundin der Agentur Autorenträume, die Selfpublisher:innen auf vielfältige Weise unter die Arme greift. Die liebe Sandra bietet immer wieder die Möglichkeit zum persönlichen Austausch in der Gruppe. Das finde ich wunderbar, weil eines klar ist: Hier sind Träumer:innen am Start, die es ernst meinen! Und da bin ich sehr gerne dabei.
Vereine und Berufsverbände
Zu guter Letzt möchte ich die großen Vereine und Berufsverbände erwähnen. Ich selbst war früher Mitglied im VS – Verband deutscher Schriftsteller in ver.di und bei DELIA – Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautorinnen und -autoren. Solche Vereinigungen gibt es auch für andere Genres. Heute bin ich Mitglied im Selfpublisher-Verband – wie etliche Mitstreiter:innen aus meiner Instagram-Buch-Bubble. Falls du dich für eine Vereins- oder Verbandsmitgliedschaft interessierst, informiere dich über die jeweilige Homepage über das Angebot und die Aufnahmevoraussetzungen.
Hast du weitere Tipps zum Thema „Netzwerken 2.0“? Dann schreibe ihn gerne in die Kommentare!