Podcasten für Autor:innen

Mit meinem heutigen Beitrag wende ich mich an dich, wenn du Autor:in bist und darüber nachdenkst, einen eigenen Podcast zu gründen. Vielleicht interessiert dich das Thema Podcasts aber auch grundsätzlich, dann habe ich weiter unten etwas für dich, das sich als Einstieg eignet. Los geht’s!

Podcast for beginners

Was ist eigentlich ein Podcast? Wikipedia definiert einen Podcast als „eine Serie von abonnierbaren Audiodateien (seltener Videodateien) im Internet“. Das klingt sehr technisch, deshalb übertrage ich es mal auf folgende Weise: Ein einzelner Podcaster oder eine Gruppe, bezeichnet als Host oder Hosts, bietet eine Art „Radioprogramm“ an, das du abonnieren kannst. Das Besondere: Du rufst die Sendung nach Bedarf ab, kannst nach Belieben stoppen und wieder einsteigen. Podcasts werden immer beliebter, und auch die angebotenen Themen sind immer breiter gefächert. Ich habe schon Podcasts zur Aquaristik, zum Japanisch lernen und zu Finanzthemen abonniert. Die einzelnen Folgen werden als Episoden bezeichnet. Manche erscheinen täglich neu, andere wöchentlich oder unregelmäßig. Es gibt verschiedene Anbieter, die die Podcasts zugänglich machen. Meine findest du hier.

Meine ersten Schritte

Bevor ich meinen Podcast 21ufos.de ins Leben rief, bloggte ich hier schon lange und spielte auch schon seeeehr lange mit dem Gedanken an einen eigenen Podcast. Doch wie funktionierte das? Vor allem die technische Frage schreckte mich ab. Ich surfte durchs Netz, sah mir Lehrvideos an, abonnierte einen Podcast, der mir alles wichtige beibringen sollte. Ins Handeln kam ich aber nicht.

Erst mein Sohn brachte mich dann dazu, an das Thema lockerer heranzugehen, und zeigte mir eine App, die keine großen Kenntnisse voraussetze. Ich konnte einfach mit meinem Handy aufnehmen, benötigte nicht einmal Headset oder Mikrofon, und auch die Bedienung der App überforderte mich nicht. Und so fing ich an, meine bereits veröffentlichten Blog-Artikel zu vertonen. (Da ich hier keine Werbung für eine bestimmte App machen möchte, nenne ich sie an dieser Stelle nicht.)

Die ersten Versuche waren holprig, und auch meine allererste Folge würde ich heute anders einsprechen. Aber wie sagt man so schön: Aller Anfang ist schwer! Immerhin habe ich irgendwann angefangen, und das zählt.

Einzelkämpfer oder Teamplayer?

Recherche schadet nie, und so könntest du die ersten Schritte gehen, indem du dich eingehend über das Podcast machen informierst. Schaue dir Videos an, lies Blog-Artikel, beschäftige dich mit den verschiedenen Anbietern. (Aber recherchiere dich nicht tot, auch ich musste irgendwann ins Umsetzen kommen. 😉 )

Überlege dir, welches Format dein Podcast haben soll: Möchtest du alleine sprechen? Dann bist du ein sogenannter „Solospeaker“. Du kannst aber auch Interviews führen oder Talkrunden veranstalten – so wie bei Herzgespinste, meiner Autorengruppe, die den gleichnamigen Podcast betreibt. Aber auch hier haben wir in unserem Kurzformat „Herzgespinste-Quickie“ Episoden mit nur einem Speaker, so wie hier in meiner Folge zum Thema „Wie finde ich einen guten Coach?“.

Womit würdest du dich am wohlsten fühlen? Für mich war es am einfachsten, erst einmal alleine zu starten. Zeitlich ließ sich dieser Beginn für mich auch besser regeln. Ich genieße mittlerweile aber beides. Die Gruppe hat den Vorteil, dass die Reichweite größer ist und auch Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden können.

Mehrwert, Mehrwert, Mehrwert

Worum soll es in deinem Podcast gehen? Klar, du bist Autor:in, vermutlich also um deine Bücher. 😉 Jetzt musst du aber noch den Dreh finden, um deinen Hörer:innen einen Mehrwert zu bieten – und diesen auch klar herauszuarbeiten. Worum geht es in deinen Büchern? Kannst du daraus etwas ableiten? Ein paar Beispiele:

  • „Herzgespinste“ wurde von Sandra Andrés gegründet, und sie hat sich nach und nach Eve, Mia, Claudia und mich als Mitstreiterinnen gesucht, weil uns alle ein Thema vereint: Wir schreiben über reale Beziehungen!
  • In 21ufos.de gebe ich mein Wissen, das ich mir in drei Jahrzehnten des Schreibens und Veröffentlichens angeeignet habe, weiter, überwiegend als Solospeaker.
  • Sandra Andrés betreibt auch einen eigenen Podcast: Rilkes Töchter. Hier interviewt sie spannende Gäste zu unterschiedlichen Themen rund ums Schreiben.

Bist du Expertin für ein bestimmtes Thema, das sich auch in deinen Büchern wiederfindet? Als (angehende) Autorin von Sachbüchern erschließt sich der Zusammenhang vielleicht schnell. Doch auch für Belletristik-Autoren lassen sich interessante Themen ableiten: Schreibst du historisch? Oder im Genre Science-Fiction? Geht es bei dir immer wieder um Natur und Umwelt? Oder kriminalistische Rätsel? Der rote Faden in deinen Geschichten ist ein super Aufhänger für deinen eigenen Podcast. Du bist Expert:in für das Gebiet, liebst es offensichtlich und kannst es dann vermutlich auch mit Leidenschaft vermitteln.

Freies … ähm … Sprechen

Vielleicht verursacht dir die Vorstellung, frei in ein Mikro zu sprechen, anfangs Unbehagen. Das möchte ich dir mit ein paar Hinweisen nehmen:

  1. Du brauchst anfangs gar kein Mikro, sondern nur dein Handy, und kannst die Technik nach und nach erweitern. Fange möglichst niedrigschwellig an, um überhaupt anzufangen.
  2. Was du kannst, ist schreiben. Also verfasse zunächst einen Text, den du einsprichst, wenn dir das freie Sprechen noch schwerfällt. Nach und nach wirst du vielleicht zur Notiz von Stichpunkten übergehen. Das musst du aber nicht gleich zu Beginn.
  3. Du kannst deine erste Folge einsprechen – und niemand wird sie jemals hören, wenn du sie nicht veröffentlichst. Mache sie tippitoppi fertig, mit Musik am Anfang und Ende, die dir die App in der Regel auch mitliefert. Schneide sie mit einem zugehörigen Programm oder installiere eines, wenn du dir das schon zutraust. Das Ganze hochladen und veröffentlichen musst du erst, wenn du auch wirklich starten möchtest.
  4. Du könntest dir auch überlegen, einige Folgen vorzuproduzieren, um in einem festen Rhythmus zu bleiben. Dann stehst du weniger unter Zeitdruck. Manchmal klappt das bei mir, oft aber auch nicht. Ich habe damit zu leben gelernt. Meine Hörer:innen hoffentlich auch. 😀
  5. Falls du dir unsicher bist, kannst du die Episode auch jemanden deines Vertrauens vorab hören lassen, wie du es mit deiner Geschichte vielleicht auch machen würdest. Lasse dich von negativem Feedback aber nicht entmutigen. Bleib dran!

Alternative

Falls du (noch) keinen eigenen Podcast gründen möchtest, könntest du auch einfach in einem bereits bestehenden Podcast zu Gast sein. Viele Podcaster freuen sich über Gäste. Ich habe zum Beispiel das Format „3 Fragen an…“ und quatsche mit meinen Gästen über ein Thema, das ihnen besonders liegt und einen Mehrwert für meine Hörer:innen bietet:

Der rote Faden in deinen Geschichten, das Thema, das dich begleitet, ist dabei dein Aushängeschild und auch ein möglicher Grund für eine tatsächliche Einladung in einen Podcast. Du kannst dem Host für eine Weile folgen, kommentieren etc. und so auf dich und deine Inhalte aufmerksam machen, oder auch von dir aus einen Besuch vorschlagen. Dann solltest du das Format aber sehr genau kennen und nicht mit irgendwas anklopfen, sondern dein Thema und dein Angebot auf den Podcast abstimmen: Warum bist du interessant? Worüber möchtest du sprechen? Der Host wird sich vermutlich nicht die Zeit nehmen, dich erst mal zu recherchieren. Im Grunde ist es ein bisschen wie bei einer Verlagsbewerbung: Du schreibst Liebesromane? Dann bewirb dich nicht bei einem Reisebuchverlag! 😉

In der Regel benötigst du für eine Aufnahme als Gast lediglich dein Handy plus eventuell Kopfhörer, doch wird sich vermutlich jede:r Host über ein professionelles Mikro freuen. Meines war mit unter 100 Euro noch erschwinglich. Vielleicht kannst du auch eines leihen. Kopfhörer sind ebenfalls gut. Aber lass dich auch hier nicht von der Technik abschrecken.

Mit diesem Blog-Artikel konnte ich dir hoffentlich ein paar Tipps und Tricks zum Thema Podcasten mitgeben. Falls du Fragen oder Anregungen hast, schreibe mir gerne an kerstin[@]21ufos.de.

Holl di munter

deine Kerstin

Mia M. Hope und das Genre Liebesroman

Mit meiner lieben Herzgespinste-Kollegin Michaela Metzner alias Mia M. Hope habe ich zum Thema Liebesromane geplaudert. Michaela ist Selfpublisherin und hat gerade den zweiten Teil einer Dilogie mit dem Titel TRÜMMERMÄRCHEN veröffentlicht. In der aktuellen Podcast-Episode vom Freitag haben wir uns einem der beliebtesten Genres im Selfpublishing gewidmet – und warum es so einfach nicht ist! Das Genre hat nämlich etliche Sub-Genres, und warum es sinnvoll ist, sich frühzeitig festzulegen, verrät Michaela in dieser Folge. Hör doch mal rein!

[Alle Podcast-Episoden in der Übersicht und einige Anbieter, über die du den Podcast noch hören kannst, findest du hier.]

Werde Teil einer Autorengruppe

Wie du vielleicht über Instagram oder die News auf meiner Homepage mitbekommen hast, bin ich kürzlich in einer Autorengruppe aufgenommen worden: Gemeinsam mit Sandra Andrés, Eve Estee, Mia M. Hope und Claudia Iwer bin ich nun Teil von

HERZGESPINSTE

Wir unterstützen uns gegenseitig bei unserer Tätigkeit als Autorinnen und talken regelmäßig im gleichnamigen Podcast zum Thema „Reale Beziehungen“. (Hier geht es zu unserer Homepage.)

Warum habe ich mich einer Gruppe angeschlossen? Was bringt es und ist es auch für dich eine Option? Darum geht es im heutigen Blog-Beitrag.

Mehr Sichtbarkeit

Im unübersichtlichen Markt der Veröffentlichungen ist es für eine einzelne Autorin recht schwierig, wahrgenommen zu werden. Eine Autorengruppe ist nicht nur etwas Besonderes, sondern hat auch gleich eine ganz andere Außenwirkung. Vom Leichtgewicht in einer umkämpften Branche wird man im Zusammenschluss mit anderen zum Mittel- und vielleicht sogar Schwergewicht, an dem niemand mehr vorbeikommt. Sichtbar sein, wahrgenommen werden und so auch Buchverkäufe generieren – das kann ein guter Grund sein, eine Autorengruppe zu gründen oder zu einer bestehenden dazuzustoßen. Messebesuche, der Auftritt im Buchhandel, eine Homepage mit den Büchern aller Mitglieder, ein gemeinsamer Flyer – es gibt viele Möglichkeiten, gemeinsam aufzutreten und so zu zeigen: „Seht her! Uns gibt’s! Und das sind unsere Bücher.“

Mehr Zeit für alle

Ein weiterer Grund kann folgender sein: Unser aller Tage haben leider nur 24 Stunden, und auch wenn wir es als Autorinnen gewöhnt sind, das Maximum aus unserer Zeit herauszuholen – sonst käme wohl kein Buch auf den Markt -, ist es doch immer schön, zeitliche Belastungen auf mehrere Schultern verteilen zu können – und genau so läuft es in einer Autorengruppe! Für Autorinnen, die verkaufen wollen, macht vor allem das Marketing einen großen Teil der zu veranschlagenden Zeit aus. Aber nicht jede hat ein Händchen dafür oder mag es gerne. Ist es nicht toll, wenn jemand anderes aus der Gruppe dafür brennt oder einem eine Teilaufgabe abnimmt, die einem nicht liegt? Ein Post für Instagram soll erscheinen? Ein Mitglied der Gruppe gestaltet das Beitragsbild, eines textet die Caption, alle geben ihr Okay und können Text und Bild für eigene Posts verwenden. Auch die Podcast-Produktion ist aufgeteilt, denn die Folge muss ja nicht nur aufgenommen, sondern auch geschnitten und hochgeladen werden. Auf jeden Fall können sich alle mit ihren Talenten und ihrem Wissen einbringen. (Als neu dazugestoßenes Mitglied suche ich meine Funktion noch, kann mir aber durchaus vorstellen, dass es auf Pressearbeit hinausläuft. Schauen wir mal. 😉 )

Für die Seele

Doch es geht nicht nur um Zeitersparnis. Als Autorengruppe kann man sich gegenseitig auch bei allen anliegenden Problemen unterstützen – und Erfolge gemeinsam feiern! Wie heißt es so schön: Geteiltes Leid ist halbes Leid, und so hilft es manchmal schon, negative Erlebnisse einfach zu bequatschen, und zwar mit Leuten, die wissen, wovon man spricht. Es wird nicht in die Öffentlichkeit getragen, sondern bleibt in der Gruppe, und mit Glück hat jemand einen passenden Tipp parat. Das ist meist nicht der Fall, wenn man nur mit jemandem in der Familie oder im Freundeskreis darüber spricht – denn was es bedeutet, Autorin zu sein, ist für Außenstehende oft schwer nachzuvollziehen. Hier helfen Mitstreiterinnen, die wissen, was man gerade durchmacht, im Positiven wie im Negativen.

Vereint im Thema

Doch wie kommt man zusammen? Die Gruppe kann sich einerseits finden, weil alle einfach Autoren sind, unabhängig von der inhaltlichen Ausrichtung. Da erinnert sie mich an eine klassische Schreibgruppe.

Sie kann sich aber auch unter einem bestimmten Thema zusammenfinden – wie wir bei HERZGESPINSTE. Sandra hat es so schön formuliert, und ich möchte sie an dieser Stelle gerne zitieren: „Wir sind Autorinnen, die über Beziehungen quatschen, weil sie darüber schreiben.“

Worüber schreibst du? Wen kennst du, der sich im gleichen Umfeld bewegt? Das kann ein Genre wie Fantasy oder Krimi sein, aber auch ein Thema wie „Reisen“ oder „Leben mit Kindern“. Schau dir einmal deine Texte ganz genau an: Was zieht sich hindurch wie ein roter Faden? Gibt es da etwas, das immer wieder vorkommt? Das könnte ein Ansatzpunkt für die Suche nach Mitstreiterinnen sein. (Falls es dir schwerfällt, den roten Faden zu finden, frage andere Autorinnen, die deine Texte gelesen haben, und wenn du dich traust, auch deine Leserinnen. Außenstehenden fällt es oft leichter, den Kern deiner Themen wahrzunehmen.)

Verantwortung tragen

Teil einer Autorengruppe zu sein, bedeutet aber nicht nur, die positiven Anteile „mitzunehmen“, sondern auch, Verantwortung zu tragen. Hast du eine Aufgabe übernommen, ist sie auch gewissenhaft auszuführen, denn die anderen bauen auf dich, so wie du auf sie baust. Natürlich haben alle auch noch etwas anderes zu tun im Leben und es wird vermutlich keinem der Kopf abgerissen, wenn eine Aufgabe mal länger dauert oder nicht zu bewältigen ist; doch grundsätzlich solltest du eher beim Einzelkämpfer-Dasein bleiben, wenn du diese Verpflichtung nicht eingehen möchtest. (Was auch vollkommen in Ordnung ist. Es muss sich nicht jede einer Gruppe anschließen. Man sollte nur sehenden Auges hineingehen und die Entscheidung nicht übereilt treffen, so dass am Ende alle glücklich damit sind.)

Mit diesem Blogartikel habe ich dir ein paar Hinweise gegeben, mit denen du weiterdenken und für dich herausfinden kannst, ob eine Autorengruppe eine Option für dich ist. Bei Fragen und Anregungen schreibe mir gerne an kerstin[@]21ufos.de

Holl di munter

Deine Kerstin