Nein, dies wird kein Blogbeitrag über die korrekte Verwendung des Konjunktivs. (Sicherlich auch ein spannendes Thema, doch es beschäftigt mich derzeit nicht übermäßig.) Es geht vielmehr um die Fragen, die wir uns in dieser oder anderer Form stellen und auf die wir doch keine Antworten finden:
„Wenn ich das Jobangebot damals angenommen hätte, wie wäre mein Leben verlaufen?“
„Wäre ich heute reich/berühmt/glücklich, wenn ich mich getraut hätte und ins Ausland gegangen wäre?“
„Wenn ich ein/zwei/drei/keine Kinder bekommen hätte, wäre das dann gut/schlecht für mein Leben gewesen?“
Oder so ähnlich. You get it.
Die einzige Frage diesbezüglich, die ich mir seit Jahren stelle, ist – und bleibt vermutlich – folgende: „Wie werde ich mich fühlen, wenn ich meine Texte bis zum Lebensende nicht veröffentlicht haben werde?“
Ja, das erzeugt einen gewissen Druck. Wir werden ja alle nicht jünger. Mein Ziel war es, meine 21ufos mit Mitte 60 abgeschlossen zu haben. Seit der letzten Veröffentlichung ist mittlerweile aber wieder einige Zeit verstrichen, und auch wenn ich eine 200-seitige Rohfassung eines historischen Romans und den vielversprechenden Beginn eines Science-Fiction-Romans in der Schublade liegen habe – neben anderem -, wird das nix, wenn ich nicht endlich wieder ins Veröffentlichen komme.
Es ist ja nicht so, als hätte ich keine Zeit. Wir sind angekommen in Emden, haben Haus gegen Wohnung getauscht (und damit Platz gegen Lebenszeit), sind beide in Lohn und Brot. Den Kindern geht’s auch gut, erwachsenen wie kleinen. Zeitfenster sind da. Budget auch. (Muße nicht so, denn der Freizeitstress ist hier erstaunlicherweise deutlich höher. Selbstgewählt natürlich, für mich aber überraschend.)
Was also ist zu tun, um wieder ins Handeln zu kommen? Weiter darüber nachzudenken, wie schön es wäre, gäbe es KI im Buchmarkt nicht, bringt nichts. Sie ist gekommen, um zu bleiben. Keine:r von uns wird daran etwas ändern. Also einfach Schluss mit heulen und Wunden lecken? Wenn es doch so einfach wäre …
Vermutlich wäre es gut, wenn ich mir meine eigenen Ratschläge zu Herzen nähme – womit wir wieder beim „Hätte / könnte / wäre / wenn“ wären – und tue, was ich selbst in Blog und Podcast empfohlen habe, zum Beispiel hier und hier und hier.
Back to the roots.
Tief graben.
Arbeiten.
Und sich durch nichts ablenken lassen.
In diesem Sinne: Hauen wir in die Tasten!
Holl di munter!
Deine Kerstin

